Montag, 7. März 2011

Nicht wer wenig hat...

... sondern wer mehr haben will, ist arm.

Mit größter Freude las ich das Buch „Der Weltenwanderer“. Ein junger Mann beschrieb seine dreijährige Reise um die halbe Welt, die er zu Fuß zurück gelegt hat. Ich liebe solche Erfahrungsberichte von den etwas Seltsamen, nicht leicht Einordenbaren, Andersdenkenden, Ausbrechern des geraden Weges.

Er wollte die Menschen zum Nachdenken bringen, wie wir anders leben könnten, mit mehr Schutz für die Umwelt und den Menschen, denn alles hängt mit allem zusammen.

Wie wenig man doch zum Leben braucht!

Erschüttert stelle ich immer wieder fest, dass hier in dem kleinen Dorf am Rande Münchens kaum mehr jemand zu Fuß unterwegs ist! Dabei braucht man keine Stunde um es der Länge und Breite nach zu durchschreiten. So komme ich mir schon manchmal etwas komisch vor. Dabei ist das Auto das unnatürliche und nicht der Fußweg!

Immer wieder überprüfe ich mich selbst: Was und wieviel will ich konsumieren. Ich muss mich das fragen, denn a) muss ich alles mit meiner Körperkraft nach Hause schleppen und b) steht mir sehr wenig Geld zur Verfügung. Ich liebe aber diese Bewußtheit und sehe es auch als Chance mich und mein Verhalten zu hinterfragen. Hartz4 ist also nicht nur schlecht.

Als ich selbst noch viel mit dem Auto unterwegs war und einkaufen ging, landete da viel Schrott im Kofferraum. Ich musste es ja nicht selbst tragen und Geld war auch fast kein Thema.

Wie sieht es aus, wenn ich weniger einkaufe und in mich stopfe, aber das Wenige dafür regional, biologisch und fair gehandelt? Schätze ich da viel mehr das Stück Schokolade? Schmeckt der Apfel viel besser? Erfreue ich mich an den Nahrungsmitteln mehr? Ich werde es mehr und mehr testen und den Fokus darauf richten!

Und das tue ich schon immer wieder, nur habe ich leider festgestellt, dass es für mich sehr schwer ist konsequent dabei zu bleiben. Allein die Fülle in den Geschäften erschlägt mich jedesmal und doch nehm ich immer wieder was mit, was ich eigentlich nicht will.

Ich gebe nicht auf und probiere es immer wieder.

Wie oft hört man: „Ach das hat nur 4, 8, 20 Euro gekostet?“ Doch was ist der wahre Preis? Was bringt es mir, wenn das neu gekaufte Teil meine Wohnung zumüllt, mich ablenkt und ich es eigentlich gar nicht wirklich brauche? Nur um der Befriedigung willens, dass ich ein Schnäppchen ergattert habe?

Könnte man das Ganze nicht umdrehen? So wenig Müll wie möglich zu produzieren, um dann zu sagen: hej diese Woche wurde der Abfalleimer gar nicht wirklich voll? Gibt das auch Befriedigung? Ja sage ich und sogar eine die länger anhält und mich mehr erfüllt.

Kann ich eine Woche ohne Radio leben? Ohne Zeitschriften? Ohne Auto? Ohne Zucker....

Da sind die Möglichkeiten fast unbegrenzt und ist eine Überlegung wert, so kurz vor der Fastenzeit, die schon fast vergessen und ziemlich out in unserer modernen Gesellschaft ist.

Auch recht interessant:

http://konsum-los.de/momentaufnahme

Blog konsumlos

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen