Donnerstag, 24. März 2011

Die Eleganz des Igels

Ein wunderbares Buch!

Daraus entstand der Film: Die Eleganz der Madame Michel.


Den ich leider verpaßt habe. Aber ich bin mir sicher: Das Buch ist viel besser!

Mit einer etwas anderes Liebesgeschichte: Eine alte, häßliche, dicke Frau, die weit unter ihren Möglichkeiten lebt, begegnet einem hochintelligenten, selbstmordgefährdeten jungen Mädchen.

Die Frau: Menschenscheu aber sehr feinfühlig beschreibt die Welt, die Menschen, Tiere, Stimmungen, Filmszenen, sogar die Ästhetik eines Pakets, dass man nur staunend weiter lesen kann.

„ Wer sich, wie ich, von der Größe der kleinen Dinge anregen läßt, verfolgt sie bis in den Kern des Wesentlichen hinein, dort, wo sie, in den Kleidern des Alltags, aus einer bestimmten Anordnung der gewöhnlichen Dinge aufblitzt, aus der Gewißheit, dass es SO SEIN MUSS, aus der Überzeugung, dass ES GUT SO IST.“

Fantastisch, Großartig!

Es geht um die Kunst, um die japanische Lebensart, um russische Dichter und Schriftsteller. Kultur und Alltag phantasievoll miteinander verwoben!

Das junge Mädchen: Von der Welt der Neureichen und der Banalität angewidert, beschließt sie, sich an ihrem 13.Geburtstag das Leben zu nehmen. Ihr ist bewußt, dass das Leben als Erwachsene zu 99% im Goldfischglas endet: Stupid, eintönig, immer im Kreis...das erträgt sie nicht.

Voller Ironie und fröhlichem Humor wird das Leben der Leute beschrieben.

Doch es gibt noch eine wichtige 3.Person: Monsieur Ozu.

Madame Michel wird von Herrn Ouz zum Essen eingeladen und diese Situation: Sie bis ins Mark gehemmt und ängstlich, kommt vor Schreck und Aufregung nicht mehr aus der Toilette heraus, um sich kurz darauf mit ihm glücklich entspannt zu unterhalten. Wie sie sich wohlig fühlt beim Essen der Köstlichkeiten, die angenehme, anregende Atmosphäre, wenn die Themen nur so ineinander schwimmen, die Zeit wie im Fluge vergeht, man feststellt, dass der andere genauso wie man selbst denkt und fühlt.

Einfach hinreißend und wie sehr wünsche ich mir auch mal wieder so eine lockere Begegnung. Ohne diese beschissene Angst und Panik davor!

Der Schluß ist voller Hoffnung:“ Aber ich habe große Lust zuzulassen, dass die anderen mir Gutes tun!“ Da schwappte schon eine kleine Freudenträne in meinem Auge. So sehr kann ich dem jungen Mädl nachfühlen. Aber leider endet das Buch auch traurig.

Ein Satz fiel mir während des Lesens ein:

Warum es Kunst gibt? Weil der Mensch ganz genau weiß, dass seine Bemühungen, Kräfte, Wünsche, Erfolge....im Tod enden werden und um dieses Wissen und diesen Weg behaglicher zu gestalten und dies zu ertragen, gibt es die Kunst! Jawoll!

Kommentare:

  1. ausnahmsweise fand ich hier den Film besser als das Buch. Sehr gute Schauspieler. Mit dem Schluss aber konnte ich mich nicht anfreunden.

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  2. Ne der Schluß gefiel mir auch nich.....
    Was hast Du Dir als erstes einverleibt? Buch oder Film?

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  3. Das Buch. Fand ich aber etwas zu hochgestochen und abgehoben. Im Film war es mir dann näher an der Realität.
    Und ich bin, was Film angeht, SEHR kritisch, das ist eine Berufskrankheit ;-)

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