Donnerstag, 31. März 2011

Wechselhaft

So wie das Wetter, gehts mir auch:
Mal Regen und mal Sonnenschein. Auf und ab und hin und her. Das kostet viel Kraft.
Immerhin hab ich noch Appetit, das freut mich!
Der Spaziergang draußen tat auch gut, auch wenn das erstmal eine Überwindung war, weil ich mich so dünnhäutig und extrem unsicher fühle. Aber als erstmal der Wind mich volle Breitseite begrüßte, ging es ganz gut :)
Schön war auch, dass ich wirklich den Boden spürte. Das ist sonst eher weniger der Fall. Heute war ich wohl gut geerdet.

Und als ich nach Hause kam, blinkte mein Anrufbeantworter, die Therapeutin könnte mich in 2 Wochen einschieben. Das freut mich sehr! Es wird zwar erstmal weiter um Zieldefinierung und Kassenantrag gehen, aber egal, wieder ein Schritt weiter.

Außerdem freu ich mich heut noch auf ein Telefonat mit einer sehr lieben Freundin, die mir gestern den Link schickte:
Wie Kinder wieder lachen lernen

Mittwoch, 30. März 2011

Alte Wunden...

...die einfach so *plöpp* wieder aufreißen, also ehrlich, ich würd mir heute schöneres wünschen...

Normalerweise wächst man langsam in einen neuen Lebensabschnitt.

Die Jugendzeit ist eine große Umbruchzeit, Abschied von der Kindheit und hinein wachsen in das Erwachsene. Stück für Stück über einige Jahre.

Bei mir war das nicht so. Das ging von einem Tag auf den anderen:

Heute noch mit Puppen gespielt, morgen mit Teenagern konfrontiert, die mit anderen zusammen „gehen“, rauchen und die Pille nehmen.

Heute noch auf weiten Wiesen getobt, morgen schon in der Stadt aufgewacht.

Heute noch einen lieben Vater der immer da war, morgen einen saufenden, gelangweilten Stiefvater.

Heute noch mit Schwesterlein gespielt, morgen war sie nicht mehr da.

Heute noch viele Freunde gehabt, morgen schon überall eine Fremde.

Heute noch Kakao getrunken, morgen schon Alkohol.

Alles, wirklich alles, änderte sich von einem Tag auf den anderen, nichts blieb so wie es einmal war. Das Neue war genau das Gegenteil vom Alten.

Und ich? Ich trauere immer noch. Ja. Der Schmerz ist noch genauso frisch, wie an jenem Abend, als wir den Umzugs-LKW starteten und in eine neue Welt fuhren.

Irgendwas ist an diesem Abend und danach ist in mir zerbrochen und nicht wieder heile geworden.

Alles hab ich versucht, um diese alte Zeit wieder neu zu beleben. Aber es geht nicht. Und die Trauer wird noch größer.

Alles hab ich versucht, um diese alte Zeit zu vergessen. Aber auch das geht nicht.

Keine 4 Jahre nach diesem schicksalhaften Abend, gab es erneut einen Umzug, nun sah ich mich als Hausfrau und Sexgefährtin einem älteren Mann gegenüber. Zu schnell erwachsen werden...

Warum steckt in dem Wörtchen „Verlust“ das Wort „LUST“???

Loslassen. Wie soll das gehen?

Zeit heilt alle Wunden. Das ich nicht lache, das Ganze ist nun über 18 Jahre her!

Nach vorne sehn und nicht in der Vergangenheit leben. Jaja leicht gesagt...

Mein Vater meinte einmal: „Wenn ich noch um die alten Sachen trauern würde, würde mir die Kraft für das Heute fehlen!“ Ja, er hat recht. Nur, ich kann es derzeit noch nicht, das nicht-trauern. Vielleicht trau ich mich noch nicht, zu trau-ern.

Innere Heimatlosigkeit, wurzellos.

Selbst Michael Jackson trauerte um seine verlorene Kindheit. Er baute sich selbst ein Kinderparadies. Doch ob das seinen Schmerz gelindert hat? Wohl kaum...

Jasmin Tabatabai ist mir sehr sympathisch, egal ob als Sängerin oder Schauspielerin, erkenne ich mich selbst in ihrer rebellischen, burschikosen Art und siehe da: Auch sie verlor mit 12 Jahren ihre Heimat.

Einsamkeit ist Unabhängigkeit, ich hatte sie mir gewünscht und mir erworben in langen Jahren.
Sie war kalt,
o ja, sie war aber auch still, wunderbar still und groß wie der kalte stille Raum, in dem die Sterne sich drehen.
Hermann Hesse (Der Steppenwolf)

Mir ist kalt.

Draußen ist es warm, aber diese Wärme erreicht mein Innerstes nicht.

Draußen spielen 4 Kinder im Garten. Ich schließe meine Balkontüre, ich ertrage es nicht.

Ich wünsche mir eine Zeitmaschine...

und jammere noch ein wenig weiter, bade mich in Selbstmitleid und kotze heiße Tränen.

Dienstag, 29. März 2011

Aus alt mach neu!

Ich verbringe gerne Zeit damit, aus alten Gegenständen neue zu machen. Oder Material für etwas anderes als gedacht einzusetzen! Das ergibt weniger Müll, spart Geld und gibt der Kreativität Nahrung, außerdem macht es Spaß Neues entstehen zu lassen.

So hatte ich schon einige Dekorationsideen:

Eine ausgediente Weinflasche wurde mit Bast, hübschen Papier und Draht auf den Perlen gefädelt verziert und somit eine hübsche Vase für einen Ast, der sowieso abgebrochen am Weg lag.

Von Baumfällarbeiten im Wald nahm ich eine zurück gelassene Holzscheibe mit, drapierte einen Stoff herum und stellte eine Kerze darauf. Auch fand ich eine hübsche Wurzel, darauf tummeln sich nun Gestalten aus Filz und Märchenwolle.

Aus alten Stoffresten entstanden 4 hübsche unterschiedlich große Bälle, die sich hervorragend auf meiner Holztreppe machen.

Aus Knete und Acrylfarben wurden Dekosteine für den Balkon.z.B. eine Sonne:

Karten werden nur selbst gestaltet. Ein Bastelkoffer mit unterschiedlichen Papier hält sehr lange und der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Meine Schuhe trage ich solange, bis sie buchstäblich auseinander fallen.

Aus alten CD's werden Windspiele oder Untersetzer.

Papier das nur auf einer Seite bedruckt ist und nicht mehr gebraucht wird, benutze ich als Einkaufszettel.

Schöne Kalenderbilder werden als kleine Geschenktütchen umfunktioniert.

Und natürlich liebe ich den Flohmarkt!

Montag, 28. März 2011

Kleine Alltäglichkeiten

Also mal ehrlich, ich hab das Gefühl ein neues Leben beginnt!
Ich freue mich jeden Tag immer mehr und immer wieder, über diese neue Ruhe und Gelassenheit in mir. Dieses entspannte Gefühl! Ich dachte schon, das erleb ich nie mehr! Was so ein paar Baldrian-Hopfen-Kapseln ausmachen können.

Heute aber, heute habe ich mir was gegönnt, was ich sonst (trotz Arbeitslosigkeit und Depressionen) kaum tue: Mich nach dem Frühstück nochmal ins Bett vergraben! Jawoll! Mir fehlte Schlaf. Einmal von der Feier und dann natürlich dank der Zeitumstellung.
Also döste ich noch ne Stunde. Welch Wohltat. Um dann erst meinen Stadtrundgang mit allen Besorgungen zu starten.

Dabei freute ich mich über nette Begegnungen, einmal half ich einem Mann weiter, dann traf ich noch eine Frau die ich mal fahren durfte, hier ein Schwank an der Kasse, da eine Blödelei bei der Post! Schön ;)

Weitere Freudesmöglichkeiten:
Gleich gibts den 2.Kaffee und ein fettes Stück Torte!
Heute abend findet mein heiß geleibter Mädelsabend statt!
Und irgendwann die Woche werd ich einen männlichen Besucher mit guten Wein genießen!

So einfach kann Glück aussehen!

Eine glückliche Woche Euch! :)

Sonntag, 27. März 2011

sag JA!

Hin und wieder finde ich bei uns in der Bahn eine ausgelegte Zeitschrift. Klar eine Werbung, aber eine sehr schöne und ansprechende:
Das dünne Heftchen der Waldviertler
(http://www.gea.at/home.html).
Diesmal mit dem Titel: Sag JA!
Find ich gut und überlegte: Zu was sage ich JA?! :-)
Und nicht immer "Nein". z.B. nicht gegen etwas demonstrieren, sondern FÜR etwas.
Is doch viel schöner und leichter.


Außerdem gibt es in dem Heftchen immer tolle Fotografien oder etwas Literatur.
z.B.:
Das muss man dem Frühling hoch anrechnen: Alle Jahre besingen ihn die Dichter, und er kommt trotzdem immer wieder!
-Karl Valentin-

Spur im Sand:
Ging da ein Weißer,
ein Schwarzer,
ein Roter?
Der Sand sagt:
Ein Mensch.
- Hans Baumann-

Nicht selten liest die prüde Rosa
im Bette heimlich rüde Prosa.
- Christoph Gutknecht, ich machs dir mexinaisch-

Und sonst so?
Ich fühl mich genährt und gesättigt, ruhig und wohl.
Herrlich! Und ich weiß das sehr zu schätzen, hatte ich dies doch die letzten Jahre so gut wie gar nicht.

Meine innere, persönliche Krankschreibung nähert sich dem Ende. Die offizielle geht noch gut 3 Monate. Aber hej wie schnell vergehen 3 Monate???
Außerdem befreit mich das Attest der Amtsärztin ja nur von der Pflicht eine Arbeit aufzunehmen. Ich darf/kann, muss aber nicht. Das befreit mich von dem immensen Druck und so kann ich mich viel ruhiger besinnen, mich umschauen und fragen:
Was kommt nun? Was möchte ich machen? Was hat mir früher gefallen und was nicht? Wie geht es weiter?
Spannende Fragen und ich freue mich daran!

Für die nächste Woche gibt es Aufgaben, Aktionen und Ziele. Auch das ist viel wert, um nicht wieder in die Depression zu rutschen. Meinen Tagen einen Sinn zu geben.
Da ich aber gerne in Extreme rutsche, werde ich dieses mal besser auf mich aufpassen und mir nicht zuviel aufladen und an Ruhepausen denken.

In diesem Sinne:
Kommt alle gut in die neue Woche! :-)

Samstag, 26. März 2011

Gedankenkrebs

Gestern startete der 1.Teil meiner Aktion: Projekt "Mensch". Geburtstagsfeier.
Königsdisziplin für soziale Phobiker.
Dementsprechend war auch der Tag: Super nervös, hoher Puls, ich bekam sogar Nasenbluten..ich...ICH! Pfff, hatte ich vielleicht 3x in meinem Leben.

Die Gedanken fuhren fröhlich Achterbahn und mir war eher elend zumute.
Bis ich einen Kurswechsel meiner Gedanken vornahm:
Normale, gesunde Leute sagen sich: "Hej cool, heut geh ich auf ne Party.!"
Was ich denke, sag ich mal lieber nicht.
Dann fiel mir ein, dass die Gastgeberin vielleicht noch viel aufgeregter sein könnte, als ich.
Und dann stellte ich mir noch vor, wie ich vor wenigen Jahren damit umging: Ich freute mich auch, drehte die Musik laut und machte mich auf ins Bad. The show must go on!
Weiterhin quasselte ich mir vor, dass ich mich ja echt nicht verstecken brauch: ich schiel nicht, hab alle Beine und Arme dran, keine Warzen, bin frisch geduscht, hab neue Klamotten an...bitte, was soll denn schief gehn???

Auch stellte ich mir vor, wie ich mich den mir meist fremden Leuten vorstellen könnte:" Hallo, ich bin Regenfrau und hab ne Angststörung!" Und beim Essen müßte ich leider dankend ablehnen, denn ich hätte auch noch ne Esstörung (im weitesten Sinne stimmt das ja auch).
Genau, ich benehm mich voll daneben, is ja kein Staatsauftakt und kein Vorstellungsgespräch, die meisten Leutz werd ich eh nie wieder sehn!
Trotzdem war ich so aufgeregt, dass ich mir fast die Augencreme aufs Zahnfleisch geschmiert hätte... :)
Grinsend hüpfte ich die Treppe hinunter und verschwand im Auto.
Immerhin ging die Show ja gleich los.

Etwas irritiert guckte mich mein Fahrer an. Ich überlegte kurz und dann war mir klar warum: Wenn in meinem Blut zuviel Adrenalin kreist, strahl ich unglaublich, die Augen leuchten regelrecht. Das haben schon einige Männer fehlinterpretiert! Jaja...also guckte ich schnell auf den Stadtplan und spielte Navi.

Die Party dann:
Also ziemlich schnell dachte ich mir:" Leute seid doch nicht so steif!"
ich..ICH sage sowas *gröhl*. War n bissl öde. Aber ich will mich ja auch nicht gleich überfordern nä...
Alle mitten im Studium. Das gefällt mir immer recht gut, man kann mit den Leuten einfach mehr reden, anders reden und es geht nich gar so plump und sittenlos zu (ein bissl ZU sittenlos für meinen Geschmack).
Und ich kann gut dazu stehn, dass ich nur eine Hauptschülerin mit nachgemachter mittlerer Reife bin.ich...ICH! Die sich sonst für Strich und Faden in den Boden schämt!

Der Großteil war auch alternativ,bio,öko angehaucht, was mir auch recht sympathisch ist. Habe ich doch vor vielen vielen Jahren selbst mal in so einer "grünen" WG gewohnt.

Die meisten erzählten von den vielfältigen Auslandsaufenthalten. Da wurde ich schon ein wenig neidisch. In deren Alter (ja ich war ausnahmsweise mal der alte Hase!) hab ich mich mit Schulden und Männern mit Knast-und Drogenerfahrung rumgeschlagen. Ich wurde nie gefördert oder irgendwie unterstützt und ja ich bin da sehr ärgerlich und trauere auch ein wenig. (Da kann der Kopf argumentieren was er will, ich fühle das einfach so).

Der Arsch war platt gehockt, die Luft war noch mehr raus als eh schon und mein Fahrer meinte, ob wir dann auch mal wieder fahren würden. Jo wollen wir, Mission erledigt.
Bei mir feierten wir dann noch etwas weiter. Sind umgestiegen von Wasser auf Bier, lachten, quatschten, malten, fotografierten, sangen und es war gar nicht mehr öde...aber immer noch zu sittlich...

Na, man kann wohl nicht alles haben :-)

Freitag, 25. März 2011

Bücherwurm und Leseratte

Seit meinem 6.Lebensjahr lese ich alles was mir in die Finger kommt.
In jedem Ort in dem ich wohnte, holte ich mir als erstes einen Büchereiausweis.
Bücher halfen mir in den schlimmsten Zeiten. Ich konnte abtauchen in eine Parallelwelt, musste nicht so viel fühlen und spüren.

Doch gestern, als ich ruhig meine Bahnen im Hallenbad schwamm wurde mir deutlich, dass diese schlimme Zeit ja nun vorbei ist und ich mehr wirklich leben möchte und nicht nur aus 2.Hand. Raus aus dem Second-hand-life!

Das einzig konstante im Leben sind die Veränderungen.
Danach radelte ich trotzdem zur Bücherei, weil ich noch 2 Bücher vorbestellt hatte.
Als die Dame an der Ausgabe meinte:" Wir haben hinten neue Bücher, wollen Sie die noch ansehen?" Reagiert ich fast fluchtartig:"Nein nein, das Wetter ist so schön, ich möchte noch gerne radeln!"
Das zeigte mir, dass es wirklich dran ist: Selber leben, selber Erfahrungen machen!

Bücher waren für mich schon fast ein Suchtmittel. Damit konnte ich mich wegmachen. Konnte bequem rumliegen und abtauchen und musste mich nicht mit meinen Sorgen, Ängsten herum schlagen. Oder mich um Planungen und Verabredungen kümmern.

Was passiert, wenn man ein Suchtmittel weglassen möchte?
Es kommt Angst auf und Unruhe.
Ich will mich dem stellen!
Ich möchte nicht auf die Frage:"und was hast du in deinem Leben gemacht?" antworten: "Gelesen, ich hab fast nur gelesen, wie sich der Sand zwischen den Zehen anfühlt, wie es in anderen Ländern zugeht, wie ein Freund sich freut, wie man sich ärgert, wie ein Abend mit lustigen Leuten aussehen könnte ..ich hab das alles nur gelesen und nie selber erfahren!"

Neeee, das is nix.
Die Welt in den Büchern war für mich sicher.
Nun krame ich all meinen Mut zusammen und möchte die Welt und mein Leben wirklich erleben und fühlen...mit allem was dazu gehört!

Gut, die 3 Bücher die ich nun noch hier habe, werden gelesen.
Dann wird mein Lesezeichen-Ordner mit Büchern die ich noch gerne haben möchte radikal ausgemistet und dann....werde ich sehen was passiert :-)

Donnerstag, 24. März 2011

Die Eleganz des Igels

Ein wunderbares Buch!

Daraus entstand der Film: Die Eleganz der Madame Michel.


Den ich leider verpaßt habe. Aber ich bin mir sicher: Das Buch ist viel besser!

Mit einer etwas anderes Liebesgeschichte: Eine alte, häßliche, dicke Frau, die weit unter ihren Möglichkeiten lebt, begegnet einem hochintelligenten, selbstmordgefährdeten jungen Mädchen.

Die Frau: Menschenscheu aber sehr feinfühlig beschreibt die Welt, die Menschen, Tiere, Stimmungen, Filmszenen, sogar die Ästhetik eines Pakets, dass man nur staunend weiter lesen kann.

„ Wer sich, wie ich, von der Größe der kleinen Dinge anregen läßt, verfolgt sie bis in den Kern des Wesentlichen hinein, dort, wo sie, in den Kleidern des Alltags, aus einer bestimmten Anordnung der gewöhnlichen Dinge aufblitzt, aus der Gewißheit, dass es SO SEIN MUSS, aus der Überzeugung, dass ES GUT SO IST.“

Fantastisch, Großartig!

Es geht um die Kunst, um die japanische Lebensart, um russische Dichter und Schriftsteller. Kultur und Alltag phantasievoll miteinander verwoben!

Das junge Mädchen: Von der Welt der Neureichen und der Banalität angewidert, beschließt sie, sich an ihrem 13.Geburtstag das Leben zu nehmen. Ihr ist bewußt, dass das Leben als Erwachsene zu 99% im Goldfischglas endet: Stupid, eintönig, immer im Kreis...das erträgt sie nicht.

Voller Ironie und fröhlichem Humor wird das Leben der Leute beschrieben.

Doch es gibt noch eine wichtige 3.Person: Monsieur Ozu.

Madame Michel wird von Herrn Ouz zum Essen eingeladen und diese Situation: Sie bis ins Mark gehemmt und ängstlich, kommt vor Schreck und Aufregung nicht mehr aus der Toilette heraus, um sich kurz darauf mit ihm glücklich entspannt zu unterhalten. Wie sie sich wohlig fühlt beim Essen der Köstlichkeiten, die angenehme, anregende Atmosphäre, wenn die Themen nur so ineinander schwimmen, die Zeit wie im Fluge vergeht, man feststellt, dass der andere genauso wie man selbst denkt und fühlt.

Einfach hinreißend und wie sehr wünsche ich mir auch mal wieder so eine lockere Begegnung. Ohne diese beschissene Angst und Panik davor!

Der Schluß ist voller Hoffnung:“ Aber ich habe große Lust zuzulassen, dass die anderen mir Gutes tun!“ Da schwappte schon eine kleine Freudenträne in meinem Auge. So sehr kann ich dem jungen Mädl nachfühlen. Aber leider endet das Buch auch traurig.

Ein Satz fiel mir während des Lesens ein:

Warum es Kunst gibt? Weil der Mensch ganz genau weiß, dass seine Bemühungen, Kräfte, Wünsche, Erfolge....im Tod enden werden und um dieses Wissen und diesen Weg behaglicher zu gestalten und dies zu ertragen, gibt es die Kunst! Jawoll!

Mittwoch, 23. März 2011

Allerlei

Mein Leuchtturm nackt:

Und dann mit etwas Farbe: (kleine Verbesserungen und mit Fix besprühen steht noch an):- festgestellt, dass es eine Hundeleine mit dem Aufkleber: "Blondenführhund" gibt *grins* schade, ich habe braune Haare...

- in den Einträgen meines alten Blogs gestöbert. Vor einem Jahr schrieb ich:
"Woran merkt man, dass der Frühling da ist?
Exfreunde und sonstige Männerbekanntschaften stehn hechelnd und schwanzwedelnd vor meiner Tür!"
Oh...soosooooo......

- Manche Menschen gehen ohne Hirn durch die Welt:

a) der Paketmann klingelt, ich mach ihm auf, er überreicht mir das Packerl, ich unterschreibe und er:" Und Sie sind Frau....?"
Oh mann, alter... wo hast du denn geklingelt???

b) ich frage meinen Arzt, ob der Klinikbericht schon bei ihm sei.
Kurzes Getippe und suchen im Pc, dann die Antwort:" Nö...haben Sie mich denn angegeben?"
Ne du Held, sonst würd ich ja nich fragen!!!

c) ich rufe in einer Firma und bitte um die Durchwahl Nr. von Frau XY. Es werden mir Gegenfragen gestellt (was noch ok is, sonst könnt ja jeder Depp da anrufen) dann höre ich:"Moment bitte..."
Ja und nu? Muss sie Rücksprache halten, um Erlaubnis bitten oder werde ich gleich durchgestellt?? Keine Ahnung. Kurz darauf: "ja bitte?"
Aha, Moment, ich wurde wohl gerade durchgestellt, was ich nicht wollte, sondern nur die Nummer! Tzz...

Leute, macht es doch nicht so kompliziert!

Dienstag, 22. März 2011

Charlie

Der Name Charlie begleitet mich schon ziemlich lang.
Mein erstes Haustier hieß so, später mein Schutzengel im Auto und noch später, kam Charlie Nr.3 dazu.

Der Charlie vom Hans Söllner. Ich mag ja den bayrischen Rebellen sehr. Nicht unbedingt daß er ein Kiffer ist und sich leider hin und wieder in Sachen wie der Menschenliebe etwas widerspricht, aber seine Art sich selbst treu zu bleiben, sich zu wehren, immer wieder, obwohl er wahrscheinlich mit seinen Geldstrafen die er bekam (meist wegen Beleidigungen gegenüber der Staatsgewalt) sich davon 3 Urlaube auf Jamaika hätte leisten können und nicht zuletzt sein Humor!
Machen mir den Typ sympathisch :)

Und wenn ich merke, dass ich wieder alles viel zu ernst nehme oder mir alles zuviel wird, mich alles anstinkt, dann kommt hin und wieder der Charlie Nr.3 in die Stereoanlage.
Danach sieht die Welt schon wieder anders aus: Friedlicher, bunter und leichter :-)

Montag, 21. März 2011

Schlaf, Kindlein schlaf

Ahhh so fühlt es sich also an, wenn man frisch und erholt aufwacht und sich das (bis auf kleinste normale Müdigkeitsanfälle) den Tag über hält!
Herrlich! Ungeahnte Möglichkeiten! Freude! Lebenslust!
Und warum? Seit einigen Tagen nehm ich Baldrian-Hopfen-Kapseln. Nach meinem letzten gescheiterten Versuch mit Naturheilmitteln ließ ich es sein. Aber ich bin ja keine die schnell aufgibt :-)
Anscheinend lassen die mich wirklich entspannter und ruhiger werden, so dass ich auch besser schlafe. Welch ein Segen!!!!!!

Was ich auch spüre: ich hab einen unglaublich fetten, blöden Trägheitskerl in mir hocken! Was der für Ausreden findet, ahhh schrecklich!
Half heute alles nix. Denn es hieß: anpacken!
Also rief ich meinen Psychiater an, wegen einem Attest. Es war ein sehr lustiges Gespräch und in den nächsten Tagen hab ich den Schein!
Auch ein tolles Gefühl, wenn man wieder was anpackt und geschafft hat!

Alles bestens! :-)

Frische, fröhliche Frühlingsgrüße!

Sonntag, 20. März 2011

Rettungsring

Wenn du schon im Loch sitzt, hör auf zu graben!

Las ich letztens irgendwo, gab es dann beim Mädelsabend zum Besten, die Mädels fielen fast gröhlend vom Stuhl (weil es ihnen so bekannt vorkam) und heute fiel es mir zum Glück wieder ins Hirn ein.

Ich merke nämlich, dass ich meine derzeitige depressive Phase noch ganz gut steuern kann (was in der schweren Phase nicht mehr geht und deswegen alle Ratschläge, Aufmunterungen mehr Schaden anrichten, als sonstwas!!)

Also: Mir wurde bewußt, dass es derzeit Dinge gibt, die mir gefallen und gut tun! Schon mal der 1.Schritt. Früher hab ich bei den ersten Anzeichen alles stehn und liegen lassen und sank und sank bis auf den tiefsten, schwärzesten Seelenboden.
Soweit so gut.
2.Schritt: Die Dinge auch tun! Schon ein Stück schwerer, aber nicht unmöglich und die Aussicht, dass es noch schlimmer werden könnte, läßt mich aber ganz schnell handeln!!!

Was mir hilft:
- lustige, aufbauende Musik, Bücher (die Versuchung ist groß übelste Gothicmucke mir reinzuziehn oder irgendwas über Depressionen zu lesen)
- Disziplin der Gedanken (sobald es um Themen geht, die mich zu sehr belasten, runter ziehn, bei denen nix mehr zu machen ist usw. sofort STOP und ablenken: das ist kein davon laufen. Wenn es mir besser geht, kann ich mir das besser anschauen/bearbeiten)
- Tagesstruktur (mit viel Konsequenz! Selbst Kleinigkeiten wie der Vormittag aussehen soll aufschreiben und tun, nicht trödeln und mal hier mal dort schauen/lesen/basteln/ usw.)
- Kontakte (unglaublich aber wahr: trotz Depri und massiver Ängste: ich genoß heute 2 Telefonate mit ganz lieben Menschen)

Und beten, ich bin nicht sehr gläubig weder im konventionellen Sinne noch sonst wie, aber was tut man nicht alles in der Not! Fliegen fressen! Achneee das macht der Teufel... :-)

Samstag, 19. März 2011

Samstagsgedanken

Als Kind dachte ich: "Wenn ich mal Probleme haben werde, löse ich die!"
Ganz einfach.
Da kannte ich gerade mal das Wort, aber noch lange nicht, dessen wahre Bedeutung.
Wahrscheinlich dachte ich das, weil ich mitbekam wie meine Eltern mit Sorgen umgingen: Augen, Mund und Ohren zu und Alkohol rein. Auch ganz einfach.
Und so ist es bis heute, bei beiden.
Ich will das nicht.

Leider musste ich eher feststellen, dass ich mir zu viele Sorgen mache und ähnlich handle, nur ohne Alkohol.
Da saß ich nun: zerknirscht, verheult und verzweifelt. Der Auslöser war: Ich bekam mal wieder Einladungen. Von lieben Menschen. Die mich nicht stehen lassen, sondern immer wieder anklopfen und mich mitnehmen wollen.
Ich kanns nicht fassen. Mit mir???
Mir macht das viel Druck und Angst, Scham ist auch dabei. Weil ich nicht kann.
Oder glaube, das ich das nicht kann.

Dann kam die erlösende Frage in mir: Wie war es denn die letzten Male, als ich mich mit Freunden und deren Freunde traf?
Gut! Interessant! Angenehm! Lustig! Schön!
Aha. Soso. :-)

Nun dann werde ich mal das Projekt "Mensch" in meinem Leben starten.
Und das gleich nächsten Freitag umsetzen und eine Einladung annehmen.
Arschbacken zusammen, atmen, locker lassen...

Während ich gerade meinen Salat würzte, rutschte mir der Pfeffer aus der Hand und eine ordentliche Ladung landete auf Gurken, Paprika, Blattsalat.
Da musste ich dann schon sehr lachen: Ich mach mir ja grad selber Pfeffer unterm Hintern!

Und dann fand ich noch das:
Die Welt ist schön....
weil es Menschen gibt,
die dich annehmen, die dich mögen,
die nicht immer gleich mit dem Zeigefinger deuten,
wenn du mal anderer Meinung bist.....

weil des Menschen gibt, die Gutes tun,
Menschen, die Güte ausstrahlen,
Menschen, die nie müde werden,
zum Guten anzustiften.....

weil es Menschen gibt,
die mit ihren Augen liebkosen,
die mit ihren Händen streicheln,
die mit ihrer Stimme zu verstehen geben,
dass sie es gut mit dir meinen.
(Johannes Lücker)

Uuuunnnddd...Action!

Dass ich es liebe mit den inneren Anteilen zu arbeiten, hab ich ja hier und dort schon mal geschrieben.

Diese Anteile hat jeder in sich und hat nix mit Schizophrenie oder einer gespaltenen Persönlichkeit zu tun.

Das erste Mal als ich damit in Berührung kam, war in meiner ersten Therapie vor gut 10 Jahren. Damals hatte ich arge Probleme mit meinem Freund und 2 Stimmen in mir stritten sich darüber, ob ich bei ihm bleiben oder mich trennen soll. Wir stellten 2 Stühle auf, auf dem einen saß die Bedürftige die gerne bei ihm bleiben wollte aus verschiedenen Gründen und auf dem anderen die Souveräne, die ganz genau sah was er eigentlich für ein Arsch war und mich ausnutzte. Je nachdem auf welchem Stuhl ich saß, kamen die Gründe, Gedanken, Gefühle von ganz allein. Ich war erstaunt, als ich noch nicht mal richtig auf der „bedürftigen“ Seite saß, schon in Tränen ausbrach, kaum erhob ich mich um die Seiten zu wechseln, vertrockneten auch diese wieder....

Nun lese ich: „Das innere Team in Aktion“ und finde die Fallbeispiele sehr interessant und ziehe Gleichungen zu meinem Leben bzw. Situationen. Die Metapher „inneres Team“ machts leichter auf das Ganze zu sehen(es ist übersichtlich) Abstand von sich zu gewinnen und zu sehen und ordnen was da so alles los ist. (Ein Kapitel des Buches beschäftigt sich auch mit dem „verpönten“ Gefühl Neid...sehr interessant!)

Viele Stimmen melden sich, einige laut andere leise und wenn alle zu Wort kamen und man sich klarer wird, wird es auch stimmiger. Und wer so eine Klarheit in sich trägt, kann die auch gut nach außen präsentieren.

Nun habe ich ja viel Zeit und kann mich ausführlicher damit beschäftigen, sozusagen meine derzeitige Arbeit, denn in mir herrscht Chaos! Bei kleinsten Dingen gibt’s also eine Teamaufstellung:

Welche Stimmen sind denn da? Die werden mit einem Namen und einem prägnanten,kurzen Satz (was er ausdrücken will) aufgeschrieben.

Dann geordnet: Wo stehen sie: Weiter vorne an der Kontaktgrenze (nach Außen) oder weiter hinten. Sind sie groß oder klein also laut oder leise? Mit wem verbünden sie sich (durch Bindestrich gekennzeichnet) mit wem verkrachen sie sich (durch einen Blitz gezeigt).

ALLE dürfen da sein, sind wichtig und wert zuschätzen! Und dann kann man erforschen: Warum ist die Angst so groß oder der Zweifler so stark? Was bräuchten diese Anteile, wie kann ich als Oberhaupt (ganze Person) da helfen? Kommen die gar untereinander „in's Gespräch“? Wen kann ich weiter vor holen und stärken, wer muss mal still sein

Wer ist vollkommen unterdrückt (Depression)? Wer wird immer leiser?

Allein das sicht-und hörbar werden lassen kann Klarheit fördern.

Solche Aufstellungen halfen mir sehr oft, vor allem weil es einfach ist und man schnell ein Ergebnis hat. Und ich übe weiter, damit ich sicherer werde und mehr über mich erfahre und um mehr in mir selbst anzukommen. So sind erstmal kleine Entscheidungen dran, um später die größeren Themen aufzugreifen.

Deswegen finde ich es zu unvollständig, wenn es nur um das innere Kind geht, es gibt viel mehr! Die Rebellin, die Geschäftsfrau, das Elend, der Macher, der Clown...usw.

Finde es raus, es ist spannend :)

Donnerstag, 17. März 2011

Ein schöner Tag

Hej ich bin heute nach gefühlten Jahren mal wieder richtig ausgeschlafen aufgewacht: Erholt und voller Kraft! Wie gut das tut.

Dann das Gespräch bei der Therapeutin: Informativ, schön und schon ein Stück klärend (immerhin ist mir nun bewußter, warum ich derzeit eher depressiv unterwegs bin).

Heimgekommen und im Briefkasten eine Bewerbung vorgefunden. Ha ich brauch mich nirgends zu bewerben, die kommen auf mich zu! Neeee kleiner Scherz, war nur ein Bewerbungsformular.
Für einen Hund.
Wie aufregend! Sollte mein Traum mal langsam Wirklichkeit werden? (alles noch nicht spruchreif, wenn dann erst so in 1,5 Jahren)


Der Abschluß des Tages: die Aussicht auf einen baldigen Männerbesuch.
Huch! Oh! *freu* ;-)))))

Oh happy day!!!

Selbstverlassenheit

Meine Nachtträume helfen mir.
z.B. träume ich sehr oft von Mr. S. Mein Schulschwarm aus damaliger Zeit!
Und ich glaube, er symbolisiert einen Teil von mir:
Wenn ich gut für mich sorge, mich spüre, dann ist auch Mr. S. mir zugewandt, liebt mich, kümmert sich um mich usw.
Wenn ich mich viel dicht mache, ablenke und nix mit mir zu tun haben will, verhält sich Mr. S. genauso im Traum zu mir: Abweisend, kühl, ignorierend.
Heute Nacht wartete ER also in meinem Zimmer, bis ich wieder kam, war fürsorglich und sehr sehr freundlich....*aaaccchhh* :-)

Vom Kopf her weiß ich, was es heißt mich um mich zu kümmern, auf meinen Bauch zu hören und mich selbst anzunehmen. Wär da nur nicht der kleine Teufel, der mir zu gern dazwischen funkt.

So und gleich gehts nur "alten-neuen" Therapeutin. Wir verbrachten ja schon 22 Therapiestunden miteinander und kennen uns etwas.
Trotzdem bin ich schon leicht aufgeregt.
Leider mußte ich feststellen, dass die Bahnverbindung etwas blöd ist: Wenn mein Zug in den Bahnhof einfährt, fährt am anderen Ende der andere Zug weg, den ich brauche. Somit bin ich gut 1 Std. einfach unterwegs. *grmppff*

Aber hej, im Grunde ist das ein Luxusproblem, denn
- ich bin froh, dass es so eine Möglichkeit der Trauma-Therapie für mich gibt, dass die Kosten übernommen werden.
- ich kann Bahn fahren und da bin ich unendlich froh, dass hier meine Ängste sich nicht breit machen
- ich fahr die Strecke 1x die Woche, ich hab eh Zeit, was solls...(ich merke wie sehr die Hektik um mich herum ansteckend ist: alles muss so schnell und effizient wie möglich sein)

Na denn, mach ich mich mal auf die Socken.....

Mittwoch, 16. März 2011

2012

Von irgendwelchen Verschwörungstheorien oder Weltuntergangsszenarien war ich noch nie begeistert. Ich seh das ganz locker: Entweder es passiert oder eben nicht.

Nun gibt es ja schon länger wieder eine neue "Idee": Der Mayakalender endet 2012 und die Vermutungen was da dann passiert überschlagen sich.
Von einer kleinen Eiszeit ist die Rede oder vom 3.Weltkrieg oder gar, dass die ganze Welt dem Niedergang geweiht ist.

Fakt ist nur: Es ist ein Schaltjahr. Alles andere steht in den Sternen (oder auf dem Butterbrotpapier).

Gestern machte ich noch eine kleine ganz persönliche Vorschau für mein Leben. Hab ja im Moment ein bissl die Orientierung verloren. Stift und Papier begleiteten mich und als ich fertig war, stutzte ich etwas:
Ende 2012 kommen voraussichtlich 3 Veränderungen in mein Leben.

Huch....
na da lass ich mich mal überraschen :-)
Wie denkt Ihr über 2012? Und welche Veränderungen wünscht Ihr Euch-was könnte noch passieren (z.B. was positives?)

Also fassen wir zusammen:

Eigentlich bin ich ein sehr sportlicher, gesundheitsbewußter Mensch, der sich nun aber mit Nikotin voll pumpt und lieber auf der Couch rumlümmelt.

Eigentlich Nr.2 bezieht sich auf die Menschen: Ich vermisse den Bekanntheitsgrad im Dorf aus meiner Kindheit: man geht raus und trifft immer jemanden mit dem man dann was machen kann: Spontan und unkompliziert und das inmitten von Wald und Wiesen. Im Grunde bin ich ja gern unter Menschen, das sehe ich jeden Montag: Wenn ich von Leuten umgeben bin, die mich achten und so lassen wie ich eben bin, blühe ich auf, kann sehr humorvoll sein und mich mit klarer, fester Stimme artikulieren, nehme alles nicht so ernst und erfreue mich des Lebens.

Den Rest der Woche schleiche ich steif durch die Straßen, gehe schneller als es nötig wäre, schwitze, zittere und denk mir allen möglichen (ebenso unnötigen) Scheiß was jetzt die Leute wiederum über mich denken...

Und dann kommt Miss Unvernünftig in mir, die schreit: "Ej komm lass uns mit paar coolen Leuten in ne schnieke Villa einbrechen, eine Technoparty feiern, nackt in den Pool springen, in Rekordzeit die Bar aussaufen, wilden Sex haben und so tun, als ob es kein Morgen gäbe...."

OhGottohgottohgott!!!!!!!!

Revolte!!! (von Kalkbrenner)



Und jetzt sag mir mal bitte jemand: wer bin ich denn nun? Und was? Und überhaupt? Ich würd lieber nen Sack Flöhe hüten, als mein ganzes ICH unter einen Hut zu bringen.....

.....ich geh stricken

Dienstag, 15. März 2011

Be-WEG-ung




Eigentlich bin ich ein sehr sportlicher Mensch.
Das war schon immer so. Ich war dauernd draußen am toben und später als wir in die Kleinstadt zogen, war mein Radius in der Natur zwar eingeschränkt, aber ich fand meine Bewegungsnischen.

Heute saß ich dann so missgelaunt im Bett, wollte mich vom 1.Teil des Frühjahrsputzes erholen und dann gings rund: Herzrasen ohne Ende, als würde das Mammut höchst persönlich vor mir stehn. Aj...das nervt!

Ich weiß auch woher das kommt: Seit Wochen hock ich mir den Arsch platt und das Adrenalin kreist munter in mir herum, ohne Ventil.
Jetzt ist es so, dass sich die erhöhte Anspannung schlecht mit einer Depression verträgt. Das wär wie ein Elefant mit Stöckelschuhen.

*seufz* also machte ich böse Miene zum blöden Spiel: ohja juhu es ist warm!!
und schwang mich aufs Radl. Damit das einen Sinn hat, brachte ich es zum Doktor. Subba, auf diese Idee kamen noch 100 andere Menschen, sodaß ich mit der Bahn wieder heim fahren durfte.Und mein Rad erst in einigen Tagen wieder habe.....
Soviel zur Bewegung.

Bei der Hinfahrt, als ich vor lauter Anstrengung (dank Gegenwind) fast kotzen musste, dacht ich mir: "Mönsch Herzilein, was pumpste denn so, wenn ich mal ruhig im Bett fläze, hab mich doch letzten schon ausgepowert und genug bewegt!"
Herzilein schrie erbost zurück:" Ej Mädl das war einmal! EINMAL! Ich will das 2-4x die Woche! Dann geb ich auch wieder Ruhe!"
Ergebenst quälte ich mich den Berg hinauf.

Lagebericht

Zur Zeit gehts mir nicht wirklich gut.
Der Frühling geht mir lauwarm sonstwo vorbei. Das einzigste was mich daran freut ist, dass ich nun endlich die Heizung auslassen und dafür stundenlang die Fenster offen lassen kann!
Draußen wuselt alles und jeder herum, weiß gar nicht was die so wichtiges zu tun haben.
Ich jedenfalls freu mich schon auf Donnerstag, da solls regnen :-) Wobei ein bewölkter Himmel mir schon reichen würde.
Trotz der miesen Laune war ich gestern beim Mädlsabend und erfreue mich jedesmal über die schönen Gespräche und wie ich da Stück für Stück umlernen kann. Ich muss da nix überspielen, keine Rolle inszenieren, meine Maske bleibt zuhause.
Doch lieber meide ich (zur Zeit wieder extremer) die lieben Mitbürger... werkle zuhause vor mich hin und horche in mich hinein, was da gerade quer sitzt.

Je mehr ich mich so annehmen kann, wie ich eben bin, desto schneller vergeht das auch wieder.
Depressive Phasen kommen und gehen wieder (doch die Angst bleibt, dass es nun für immer so bleibt und NIE mehr besser wird....)

Montag, 14. März 2011

Klassentreffen No.2

Ich bin schwer zu finden, in der großen weiten Welt.

Aber irgendwie fand mich die hohle Nuss (ehemalige Mitschülerin) dann doch. Danke hiermit an meine freizügige Schwester! Blöde Kuh!

Was hab ich meine Mutter angebettelt, dass sie mich auf die Realschule lassen solle, damit ich von den komischen Vollidioten namens Mitschülern, die einen IQ einer Kaulquappe besitzen, erlöst werde. Diese Gnade wurde mir nicht zuteil. Und so feierte ich meinen qualifizierten Hauptschulabschluß doppelt: Natürlich bestanden und endlich diese gräßlichen Vollpfosten nicht mehr sehen und hören müssen!

Es holt mich ein: Gut 20 Jahre später. Wieder mal eine Einladung zum Klassentreffen. Mr. H. (ebenso ein Ehemaliger) schmeißt nun seine eigene Kneipe (wo das Desaster statt finden soll), in der er wohl selber sein bester Kunde ist.

Der Mailwechsel mit der hohlen Nuß ähnelte dem von Frl. Kapriziös.

http://fraeuleinkaprizioes.blogspot.com/2011/03/neue-geschichten-aus-facebookland-die.html

Nur dass meine Berufsvergangenheit nicht ganz so chic war. Dafür johlte ich bei den Zeilen:“Dafür bin ich nun glückliche Mama von 2 Kindern und auch der Papa lebt mit mir, auch wenn es lange gebraucht hat, bis es Klick machte!“

Macht nix Süße, Du hast schon immer bissl länger für alles gebraucht.

Ich bin ja der Meinung: Wenn schon scheitern, dann richtig. Deswegen gibt’s bei mir keine Karriere und keine Kinder.

Und auch dieses mal werde ich mich dem falschen Spiel enthalten, das so heißt: "Ja ich freue mich dich zu sehn und hör mir mal zu, zu was ich es im Leben gebracht habe!"

Lügen, rumbalzen, saufen...manches ändert sich eben nie.

Ich glänze daweil durch arrogante Abwesenheit.

Sonntag, 13. März 2011

Und dann...wollte ich einfach nur gehen

Depressionen begleiten mich schon ziemlich lange, so richtig ausgebrochen ist sie im Jugendalter und richtig benannt wurde sie dann erst 10 Jahre später. Seitdem versuche ich diese schrecklichen Phasen irgendwie zu überstehn.

Meine Anzeichen dazu kenne ich schon, mein persönliches Frühwarnsystem: wenn ich viel friere, viel Kaffee trinke und nur Süßkram futter und nix gar nix irgendwie Freude macht. Alles wird lustlos und widerwillig getan: essen (ohne Appetit), duschen, kurze Runde draußen drehn (bloß keine Menschen und bitte keine Sonne)keine Konzentration...alles ist dasselbe, grau, schwer und fad.

Dann kann es schon Momente geben, in denen man nicht mehr will. Der Banalität des Lebens entfliehen, dem Grauen ein Ende machen, dem Stumpfsinn entkommen. 3 mal war es soweit, dass ich freiwillig aus meinem kurzen Leben hüpfen wollte. Beim letzten Versuch saß ich nach dessem Scheitern mitten in der Nacht, irgendwo in Italien auf der taunassen Wiese, heulte und schrie abwechselnd, süffelte ein schales Dosenbier und dachte nun geht gleich die Welt unter. Zumindest meine. Meine ganz persönliche. Doch das Gegenteil passierte!

Erst gabs nen lauten Knall, der mich schnell wieder in die Realität holte und in meinem verqueren Hirn dachte ich, das auf mich geschossen werde. Also legte ich mich schnell ganz ins feuchte Gras nieder und sah nur den rabenschwarzen Himmel über mir. Kein Mond, keine Sterne, nur Leere, so leer wie es in mir drin war.

Noch ein Knall und ein bunter Feuerregen prasselte hernieder. Was zum Geier geht denn hier ab? Dann ging es Knall auf Fall: Viele Raketen und Böller flogen in den Himmel, boten mir einen kunterbunten Anblick, Explosionen über Explosionen, blau, grün, glitzernd flogen die Fünkchen wieder herunter.

Da will man sich klammheimlich und möglichst schnell aus dem Leben stehlen und gleich nebenan wird groß gefeiert! Das kann ja wieder nur mir passieren! Unglaublich! Gute 20 Minuten ging das bunte und laute Spektakel!

Danach war mir klar: Der liebe Gott kann mich noch nicht gebrauchen und die Engelchen feiern nun mein erneutes Überleben! Irgendwas muss ich also in dieser Welt noch tun oder sehen oder erleben. Es gibt einen Grund warum ich hier bin!

Diese Gedanken begleiten mich immer wieder und wenn es zu schwarz um mich herum wird, denke ich daran und verschiebe meinen Weggang noch ein Stückchen weiter...

Samstag, 12. März 2011

Luftveränderung

Für dieses Jahr habe ich mir unter anderem vorgenommen, mal wieder wegzufahren.
Das letzte Mal als ich unterwegs war, war im August 2009, was auch eher eine Überforderung war, denn kurz davor hatte ich meinen schrecklichen Zusammenbruch-Kündigungstrip.

Urlaub. Luftveränderung. Neues sehen, hören, riechen, schmecken.
So, da saß ich gestern und überlegte: Welcher Urlaubstyp bin ich denn?
Ich lerne mich ja sozusagen derzeit erst richtig kennen. Früher hab ich einfach funktioniert und re-agiert.

Als Kind fuhren wir höchstens zur Verwandtschaft (alle im selben Bundesland). Als Jugendliche ging es dann weiter...ins Ausland. Erst zaghaft nach Südtirol, weiter nach Ungarn oder Italien. Für mich war das schlimm. 2 Wochen fremde Umgebung, fremdes Essen, Sprach, Geld usw.
Landschulheimaufenthalte waren auch so ein Grauen...schreckliches Heimweh plagte mich.

Nun der lange und weite Reisender bin ich schon mal nicht. Auch Hotels sehen mich höchstens 1-2 Nächte. Wohler fühle ich mich in Ferienwohnungen oder Almhütten.

Alleine urlauben ist auch nicht so der Hit. Wollte mal mit ner Freundin im tiefsten deutschen Westen wellnessen, nachdem sie mich versetzt hatte, zog ich eben alleine los. Langweilig war das....

Da saß ich nun und faßte zusammen:
Alleine is nicht, also mit wem? Antwort: ?!?!?!
Weit und lange weg ist auch nicht! Antwort: Dann nur ein paar Tage!
Was will ich machen und wo soll es hingehen? Antwort: Scheiße, weiß ich doch auch nicht, man!
Aha.

Wie meinte eine in der Klinik, als wir unseren Platz so gestalten sollten, dass wir uns wohl fühlen: "Man, ist das anstrengend!"
Jau, die Zeiten wo einem gebratene Hendl ins offene Maul fliegen, sind vorbei.

Inzwischen kam mir noch ein alter Wunsch in den Sinn:
Eine Freundin hoch droben im Norden besuchen. Ein Tag Meer, ein Tag Stadt, 1-2 Tage so rumhängen, evtl. lange Spaziergänge unternehmen und wieder heim. Mir ein eigenes Zimmerchen suchen, weil ich den Rückzugsraum brauche und ich auch nicht immer bei der Freundin kleben möchte.
Ja das klingt gut und werde ich mal weiter planen :-)

Freitag, 11. März 2011

So einfach ist das nicht...

Eigentlich wollte ich ja gar nicht zu der ehemaligen Therapeutin.
Weil mein kleiner großer Boykottzwerg meinte, dass das ja viel zu einfach und schön wäre.
Und es darf nie einfach und schön und gut für mich sein.
Und dass da ja alle nach der Klinik hingehen (a-stimmt das nicht und b-das is auch so eine alte Stimme die nie das machen will, was der Großteil macht, sondern hauptsache was anderes, die gegen das Normale und Alltägliche ist)
So schauts aus...

Dabei ist das nur eine alte Stimme. Früher wurde mir oft sehr vorwurfsvoll eingeredet, dass ich immer den einfachsten Weg gehe und dass man das nicht darf.
So eine Scheiße. Heute stelle ich fest, dass das genau die Leute sagten, die es sich wirklich einfach machten: "Der Mann taugt nix mehr? Pff nehm ich mir eben nen neuen!"
Und warum darf es mir nicht gut dabei gehen? Auch so ein uraltes Märchen, dass man im Leben zu leiden hat, sonst ist es kein Leben...oder was auch immer.

Ich darf mir das größte Sahnestückchen nehmen, zulange hab ich unterm Tisch bei den Krümeln gelebt!
Wer sich mal auf die Suche nach einem guten Trauma-Therapeuten machte der EMDR anbietet und noch Arzt ist, weiß wie lange das dauern kann.

Ich freu mich wirklich sehr, dass ich da gestern angerufen habe. Dass ich einen Platz bekomme bei einer sehr kompetenten Frau, die viel Erfahrung hat und mit der ich mich auch auf menschlicher Ebene sehr gut verstehe.

Trauma-Therapie verläuft in 3 Phasen (die sich natürlich auch überlappen können): -Stabilisierung -Traumabearbeitung -Neuorientierung.
Gute Selbstfürsorge und Stabilisierung lernte ich im 1.Aufenthalt in der Tagesklinik. Nun kommt die ambulante Traumabearbeitung, um mich anschließend im Leben neu zu orientieren.

Ich hätte es gerne so, dass der ganze Mist dann abgeschlossen ist und ich neu und frisch ins Leben starte. Doch so einfach ist es nicht. Aber die Hoffnung stirbt eben zuletzt....

Donnerstag, 10. März 2011

Boykott

Irgend so ein fieser Zwerg in mir, boykottiert derzeit all meine Versuche wieder zu mir selbst zu finden. Bei mir an zu kommen. Mich wieder zu spüren.

Er labert mich voll, dass doch das noch getan werden müsse und jenes. Alles Ablenkungen!
Erfinderisch, süffisant und clever ist er ja und je mehr ich ihn rausschmeißen will, desto mehr verbeißt er sich und wettert und schimpft und grinst mich hämisch an.

Also gut, dann darf er eben bleiben, aber nach meinen Regeln.
Ich hab nun genug sinnloses Zeug rumgeräumt, getan und gemacht, mich dicht gemacht mit allen möglichen (legalen!) Mitteln.
Jetzt ist Schluß, jetzt bin ich dran. Dafür bekommt der Boykottzwerg morgen wieder paar Stunden in denen er herrschen darf.

Gesagt, getan und ich habe meine Therapeutin angerufen (was ich seit Tagen rumschiebe und "vergesse"). Meine ehemalige Thera aus der Klinik macht nämlich nun ambulante Therapie (juppie), nächsten Donnerstag hab ich einen Termin (jjjeaaahh), bis es allerdings richtig losgeht kann es noch 2-3 Monate dauern (egal, dafür weiß ich dann bei wem ich bin!).

Uff, also gut noch nen Kaffe noch ne Zigarette, der Zwerg meint, das will er nun als Belohnung haben.
Ächz, das verstehe wer will.....

Mittwoch, 9. März 2011

Sich selbst nicht so ernst nehmen...

Ich will in die Stadt fahren und beschließe mich mal wieder richtig hübsch zu machen, einfach so, weil mir danach ist. Und dazu gehört auch, dass ich mich schminke, was sonst eher selten passiert.

Kurz darauf stehe ich am Bahnsteig, ich steige in die S-Bahn ein und plötzlich fällt mir siedenheiß ein: Mönsch hab ich mir vorhin nicht wie wild die Augen gerieben und wo hängt nun die Wimperntusche? Scheiße wie sieht das nun aus? Natürlich habe ich keinen Spiegel dabei...der Horror eines Sozialphobikers, man könnte sich ja lächerlich machen!

Trotzdem lehne ich mich entspannt zurück, schaue aus dem Fenster, mit mir sind wenige Reisende unterwegs (was die Entspannung erklärt!) und während ich so träumend in die Landschaft gucke, fällt mir eine fiktive Geschichte dazu ein:

Ein etwas älterer Mann setzt sich mir gegenüber. Immer wieder guckt er irritiert und verwundert zu mir herüber, sagt aber nichts. An der 2. Station räuspert er sich, beugt sich leicht zu mir herüber und spricht:“ Äh entschuldigen sie junge Dame...aber..äh...sie haben sich an dem einen Auge ihre Schminke leicht verwischt!“

Ich befeuchte meinen Zeigefinger, rubbel damit am anderen Auge herum, schaue ihn groß an und meine:“ Und? Besser so?“

Dank meiner Phantasie sitze ich nun lächelnd in der Bahn und mir ist es scheiß egal wie ich herum laufe und was die Leute über mich denken....mit einem leisen ssccchhhhhfffftttt verabschiedet sich die Phobie und ich wünsche mir ein Nimmerwiedersehn!

Dienstag, 8. März 2011

Sitz Google!...Äh SUCH!

Mit folgenden Suchbegriffen fand man meinen Blog:

komplexe ptbs heilung durch Gott ---> jo, das wär ne Sache!

Heute ist ein neuer Tag ---> nur heute?

Bundeswehr ritule ---> ich vermute es waren Rituale gemeint. Naja da muss man seinen Mann stehen und darf nicht zimperlich sein!

Tropfen am Eimer ---> Hmmm ...kann vorkommen!

Soziale Angst, hochsensibel ---> kann das Leben enorm erschweren!

Depressionsbuch von frau geschrieben ---> ja gibt’s, hab ich auch schon mal gelesen. Eine Freundin und ich wollten mal darüber ein lustiges Buch schreiben...könnte schwer werden :)

hochsensibel fühle mich fremd in der welt ---> achja … s.o. Damit biste nicht allein!

Klassentreffen dick geworden ---> gleich an dem selben Tag? Oder erst neun Monate später?

Reponieren ohne Betäubung ---> AUA! Muss das sein? Das war mit Sicherheit kein Hochsensibler!


Außerdem schicke ich liebe Grüße nach Kenia, denn auch dort las jemand mein Geschwafel :)

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Und sonst so?

Ich war bis heute morgen grantig, depressiv abwechselnd auch mal aggressiv, hoffnungslos und konnt mich ganz einfach selbst nicht leiden. Widerlich!

Schwang meinen Arsch aber trotzdem hoch und latschte gestern zum Mädlsabend und das war gut. Wir waren zwar wenig, aber ich wurde abgelenkt, etwas belustigt und die Decke schwebte schon nicht mehr ganz so nah über meinem Haupt.

Alle hatten wir irgendwie miese Laune und schoben das aufs Wetter, Mond und Alpenföhn.

Was für mich nicht ganz stimmt, denn ich sollte mal wieder wirklich in mich horchen und schauen, was da denn so los ist. Ich mag aber nicht und lese lieber tausend Bücher oder lenk mich mit anderem Zeug ab, was mich wiederum frustriert.

Immerhin hab ich mir ein neues Buch aus der Reihe "Geschichten für die Kinderseele" geholt, diesmal gehts um Angst und hej...Angst ist immerhin mein 2.Vorname. Ein kleiner Anfang.

Vielleicht kann ich mich ja so mir selbst wieder annähern, stubs mich leicht von der Seite an und frag:" Und, was is bei Dir so los?"...........

Montag, 7. März 2011

Nicht wer wenig hat...

... sondern wer mehr haben will, ist arm.

Mit größter Freude las ich das Buch „Der Weltenwanderer“. Ein junger Mann beschrieb seine dreijährige Reise um die halbe Welt, die er zu Fuß zurück gelegt hat. Ich liebe solche Erfahrungsberichte von den etwas Seltsamen, nicht leicht Einordenbaren, Andersdenkenden, Ausbrechern des geraden Weges.

Er wollte die Menschen zum Nachdenken bringen, wie wir anders leben könnten, mit mehr Schutz für die Umwelt und den Menschen, denn alles hängt mit allem zusammen.

Wie wenig man doch zum Leben braucht!

Erschüttert stelle ich immer wieder fest, dass hier in dem kleinen Dorf am Rande Münchens kaum mehr jemand zu Fuß unterwegs ist! Dabei braucht man keine Stunde um es der Länge und Breite nach zu durchschreiten. So komme ich mir schon manchmal etwas komisch vor. Dabei ist das Auto das unnatürliche und nicht der Fußweg!

Immer wieder überprüfe ich mich selbst: Was und wieviel will ich konsumieren. Ich muss mich das fragen, denn a) muss ich alles mit meiner Körperkraft nach Hause schleppen und b) steht mir sehr wenig Geld zur Verfügung. Ich liebe aber diese Bewußtheit und sehe es auch als Chance mich und mein Verhalten zu hinterfragen. Hartz4 ist also nicht nur schlecht.

Als ich selbst noch viel mit dem Auto unterwegs war und einkaufen ging, landete da viel Schrott im Kofferraum. Ich musste es ja nicht selbst tragen und Geld war auch fast kein Thema.

Wie sieht es aus, wenn ich weniger einkaufe und in mich stopfe, aber das Wenige dafür regional, biologisch und fair gehandelt? Schätze ich da viel mehr das Stück Schokolade? Schmeckt der Apfel viel besser? Erfreue ich mich an den Nahrungsmitteln mehr? Ich werde es mehr und mehr testen und den Fokus darauf richten!

Und das tue ich schon immer wieder, nur habe ich leider festgestellt, dass es für mich sehr schwer ist konsequent dabei zu bleiben. Allein die Fülle in den Geschäften erschlägt mich jedesmal und doch nehm ich immer wieder was mit, was ich eigentlich nicht will.

Ich gebe nicht auf und probiere es immer wieder.

Wie oft hört man: „Ach das hat nur 4, 8, 20 Euro gekostet?“ Doch was ist der wahre Preis? Was bringt es mir, wenn das neu gekaufte Teil meine Wohnung zumüllt, mich ablenkt und ich es eigentlich gar nicht wirklich brauche? Nur um der Befriedigung willens, dass ich ein Schnäppchen ergattert habe?

Könnte man das Ganze nicht umdrehen? So wenig Müll wie möglich zu produzieren, um dann zu sagen: hej diese Woche wurde der Abfalleimer gar nicht wirklich voll? Gibt das auch Befriedigung? Ja sage ich und sogar eine die länger anhält und mich mehr erfüllt.

Kann ich eine Woche ohne Radio leben? Ohne Zeitschriften? Ohne Auto? Ohne Zucker....

Da sind die Möglichkeiten fast unbegrenzt und ist eine Überlegung wert, so kurz vor der Fastenzeit, die schon fast vergessen und ziemlich out in unserer modernen Gesellschaft ist.

Auch recht interessant:

http://konsum-los.de/momentaufnahme

Blog konsumlos

Sonntag, 6. März 2011

Weißt Du denn nicht...

wie das ist, wenn du in den Himmel kommst?

Ich muss raus. Ich muss an die Luft.

Es ist Samstagabend und ich will allein in der Natur wandeln und in Ruhe den Sonnenuntergang bestaunen.

Bald schon sitze ich hoch droben auf einem Hügel. Unter mir die vielen Dächer der Stadt, hier und da ein Menschlein dort ein paar Straßen, dann weite Felder.

Ich fühle mich wie Treibgut, das mal hier mal dorthin gespült wird. Ich fühle Sehnsucht. Ich will wieder Kind sein und mitten in einer Gemeinschaft draußen in der Natur spielen, laufen, Sein.

Der sensible Mensch leidet nicht aus diesem oder jenem Grunde, sondern ganz allein, weil nichts auf dieser Welt seine Sehnsucht stillen kann. Jean Paul Sartre.

Weltschmerz hat mich ergriffen. Der Geschmack der Melancholie liegt bitter auf der Zunge.

Ich stelle mir vor, wie es nun wäre mitten unter Menschen...nein das ist es auch nicht. Ich bin orientierungslos, Angst kommt hoch, ich weiß nicht wohin mit mir. Was ich will. Zweifel.

Schon wieder bin ich an diesem Punkt, ich verzweifle, wie oft hatte ich das schon durchgekaut, für mich abgehakt, aber es kommt und kommt immer wieder. Was will mir das sagen? Diese Sehnsucht nach einem natürlichen Leben? Lebe ich noch nicht in/mit meiner Bestimmung?

Ich weiß, dass das natürliche im Kreis läuft, der Kreislauf der Natur, aber muss es immer genauso gleich kommen?

Lange starre ich in die Abenddämmerung. Irgendwann kommt auf meinem tiefsten Inneren eine Stimme: „Vielleicht, meine Liebe, ist es nur die allmonatliche Hormonschwankung, die Phase geht vorbei, du musst heute nicht dein ganzes Leben planen und wichtige Entscheidungen treffen. Tue dir was Gutes!“

Genau, das ist es: Ich suchte mein Glück oder was auch immer schon wieder im Außen, dabei war das Leid in mir, denn ich war mit mir nicht mehr im Kontakt, das innere Gespräch war verstummt.

Langsam werde ich ruhiger. Solche Phasen kenne ich zu gut, sie sind schmerzhaft, traurig und belastend...aber ja: sie gehen auch wieder vorbei.

Und ich gehe weiter, langsam durch den Park, hinüber zum großen Haus. Dort stehe ich nochmal lange auf dem Dach. Die Sonne leuchtet in orangem Licht, ich atme tief ein und wieder aus, lasse alle Spannung aus meinem Körper weichen, gehe nach Haus vollgefüllt mit frischer Luft, hungrig und durchgefroren.

Nach einer heißen Dusche und leckerem Essen ist mir schon wieder etwas wohler ums Herz.

Ich danke meiner inneren Weisheit für die Worte, nehm mein inneres Kind auf den Arm und muss lächeln...


Samstag, 5. März 2011

Kunst

So, hier mal ein kleiner Ausschnitt, was ich die letzten Tage so angestellt habe.
Erstmal ein Kropfband:



Dann eine Tasche aus meiner roten Kordlieblingsjeans (in die ich nie mehr passe, hoffentlich, denn a) is es nun eh zu spät und b) war ich zu der Zeit extrem dünn, was ich nicht mehr sein will!
Die Kette links ist für den Schlüssel gedacht, damit ich nicht ewig suchen muss :)Noch eine kleine, feine Kette:
Noch eine Tasche, sozusagen eine Hosentasche-tasche...
ein Bild das symbolisieren soll, dass ein Herz brechen kann, aber auch wieder zusammen wachsen, wenn man auch die Narben und Bruchstellen noch sieht. (das grau drum herum ist Glitzer und der rote Knopf oben ein Wollknäuel)
Ein symbolisches Bild für meine innere Kraft, die ich brauche um mich gegen zuviel Anpassung, Manipulation und Unterdrückung zu wehren!
Alle guten Dinge sind 3:
Ein kleines Armband. Ich mag schwarz und silber bei Schmuck ;)
Ja die Fotos sind nicht die besten, aber dazu fehlt mir grad der Nerv es besser zu machen...

Freitag, 4. März 2011

Wenn man...

...in die Heimat fährt, dann hat man was zu erzählen :-)

1. Ich klingelte früh morgens den Herrn Papa ausm Bett um was zu fragen. Irgendwann meinte er: "Mönsch in deiner Leitung scheppert es aber..ah nun gehts wieder...is wohl was an der Leitung..immer wenn du dich bewegst..."
?!?!?
Ich:" Paapaaa...ich hab ein schnurloses Telefon!"
Ächz, wenn Eltern schwierig werden, is es die Pubertät.
Wenn Eltern älter werden, wirds schwierig für die Kinder.

2. Man sollte ERST den Bildschirm abmontieren und sich dann anziehen. So klebten bald an meiner schwarzen Jeans Staubfussel von 4 Jahren *hust*!!

3. Papa meint immer noch ich verhunger. Gut, ein voller Kühlschrank und ein gefüllter Geldbeutel hat ja auch was...Wochenend ich kooommmee!!!

4. Sobald man in der Bahn mit dem Neben/Gegenübernachbarn ins Gespräch kommt und sich als "Einheimische" outet, wird man begutachtet, belagert und befragt, als ob man eigentlich ins Heimatmuseum gehöre. War trotzdem lustig!

5. Es ist auch wieder schön in der selbst gewählten Heimat anzukommen und aus dem Briefkasten die Lieblingszeitschrift zu fischen!

6. Achso ich muss Herrn Papa noch anrufen, dass ich gut zuhause angekommen bin..*seufz* tja das gehört sich so, das haben wir schon immer so gemacht :-)

7. Nun red ich die nächsten 4 Tage wieder mein tiefsten derbstes bayrisch...

Im Moment bin ich mit der Welt vereint und höchst zufrieden und mein neuer großer Bildschirm nickt bestätigend dazu!

Donnerstag, 3. März 2011

Auszeit

So, da war es mal wieder: Ausgenockt bis zum geht nicht mehr...
Montagabend beim Mädlstreff spürte ich schon die Übelkeit. Dienstag war ich gut im verdrängen, bis es mich abends total erwischte: Fieber, Kopfweh, weiter Übelkeit, müde, müde,müde....
Also mit Medizin um 18 Uhr ins Bett. Dort mehr oder weniger bis heute früh geblieben.
Immer wenn ich was tun wollte, was ruhiges, wie lesen oder stricken oder duschen, kam der nächste Fieberschub.
Klares Signal meines Körpers: Hej ich bin noch in der Erholungsphase, nix gibts!
Also wieder ins Bett, ohne Buch, ohne Musik, ohne Sonnenschein. Nur liegen und atmen. Alle Reize ausblenden und viel Wasser trinkend.

Heute morgen dann einigermaßen erholt aufgewacht mit Lust auf eine heiße Dusche und frischer Luft, sowie auf ein herzhaftes Frühstück!
Die Kraft ist wieder da, aber ich muss noch sehr aufpassen, um mich nicht gleich wieder zu übernehmen.

Denn morgen gehts zur Luftveränderung in die Berge, wenn auch nur für paar Stunden, aber ich freu mich total! :-)

Dienstag, 1. März 2011

Menschenallergie

Auslöser sind zu viele Menschen in zu kurzer Zeit, dabei ist es egal ob man jene kennt und mag oder eben nicht.

Allein der Seh-und Hörkontakt von Menschen, kann zu unangenehmen Beschwerden führen.

Extreme Vorsicht ist bei Berührungen des Auslösers geboten! Unangekündigter Hautkontakt (vor allem von fremden Menschen) kann zur sofortigen Lähmung führen!!!

Die Allergie zeigt sich in verschiedenen, sich steigernden Schweregrade:

1 leichte Allergiereaktion:

Symptome: Gereiztheit, Sarkasmus, innere Anspannung

2 ausgeprägte Allergiereaktion:

Symptome: Schweißausbruch, Herzrasen, Zittrigkeit, Hass, Luftnot, Tunnelblick, starke Übelkeit, Schwindel

3 Anaphylaktischer Schock mit extremer innerer und äußerer Anspannung sowie Hyperventilation

4 vitales Organgversagen (Atem-und Kreislaufstillstand) oder Amoklauf

Gegenmaßnahme:

Wenn zuviel Mensch konsumiert worden ist und es einem schon dreckig geht, hilft am besten sofortiges Alleinsein in geschützter Umgebung. Sei es ganz früh morgens allein auf weiter Flur spazieren zu gehen oder bewaffnet mit Musik in den Ohren und starrer Blick auf den See verweilend. Zuhause gilt: keine weiteren Besucher einlassen, sowie sämtliche Telefone ausstellen und die Rolläden/Vorhänge geschlossen zu halten.

Nach wenigen Stunden, oft aber Tage ohne irgendeinen Menschenkontakt müßte sich eine Besserung einstellen. Sollte dies nicht der Fall sein, hilft nur eine Auswanderung nach Grönland oder eine abgelegene Hütte hoch droben in den Bergen. Da sich leider auch hier immer wieder Menschen verirren, sollte man als Vorsichtsmaßnahme ein gut sichtbares Schild mit der Warnung: Vorsicht bissiger Mensch aufstellen!

Sollte ein Menschenkontakt unumgänglich sein, haben sich folgende Verhaltensweisen als hilfreich erwiesen: Machen Sie ein Gesicht wie 3 Tage Regenwetter: Nach unten hängende Mundwinkel, böser Blick mit zusammen gezogenen Augenbrauen. Auf gar keinen Fall lächeln! Auch wird ,nicht mehr als das allernötigste zu reden ,wärmstens empfohlen!

Des weiteren gilt für die Zukunft, nur mit ausgewählten Menschen und das auch nur kurz Kontakt zu halten! Besondere Vorsicht ist zu genießen bei den Menschen aus der Gattung: Werbung, Unhygiene, Drogen...(Liste unvollständig)

Eine Sensibilisierung in der man sich schrittweise immer mehr und öfter dem Auslöser Mensch zumutet, ist in 99,9% NICHT hilfreich! Also sparen Sie sich den Streß!

Fragen Sie nicht Ihren Arzt oder Apotheker (sind ja auch Menschen)!

:-)