Montag, 21. Februar 2011

Gefühle...is so eine Sache

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell Gefühle vergehen, wenn ich sie nicht unterdrücke, sondern wahrnehme, zulasse und fühle.
Wenn ich nicht dagegen ankämpfe.

Ich hab oft eine (unbewußte) Angst, dass diese Emotionen ewig dauern:
wenn ich mir meine Erschöpfung eingestehe und gut für mich sorge (dass ich dann nie mehr aufstehe, meine Wohnung vergammelt)
wenn ich wirklich losheule und nicht nur so paar Tränchen heraus lasse (dass ich nie mehr aufhöre zu schluchzen)
wenn ich Wut zulasse und sie mir nicht mit dem Verstand weg erklären will (dass ich tobe und Dinge tue, die ich gar nicht will)
...

Außerdem habe ich gelernt, dass ich Gefühle nicht haben darf. Nicht nur die "negativen" sondern auch für Spaß und Freude gab es Schläge.
Schon allein die Bewertung der Gefühle finde ich schädlich und versuche mir zu sagen:
Gefühle sind einfach.(Nicht gut, nicht schlecht, manchmal vielleicht unangenehm)
Alle Gefühle haben ihre Berechtigung.
Gefühle kommen und gehen.

Unsere Gesellschaft hängt sehr im Kopf fest und macht uns krank.
Denn die Gefühle sind ja trotzdem da. Nur werden sie unterdrückt.
Wir leben ja nicht mehr im Busch, sondern sind zivilisierte, kluge, erwachsene Menschen...(und haben deswegen auch so viele Zivilisationskrankheiten)

Ich habe oft den Eindruck, dass viele Menschen Gefühlsautisten sind (ich nehme mich da nicht aus). In der Abschlußrunde der Klinik wurden wir oft gefragt, welches Gefühl wir gerade haben. "Verboten" waren die Antworten wie: Geht schon. Gut. Schlecht.
Da waren viele viele Schweigeminuten dabei :-)

Es geht mir auch nicht darum, diese Gefühle immer auszuleben. Das ist ein anderer Schritt. Ich kann nicht jedesmal randalieren, wenn ich wütend bin.
Kinder leben noch ihre Gefühle aus, unverblümt und rein.
Erwachsene funken dazwischen mit faden Tröstungen, wegwischen, wegreden, übergehen, Ablenkungen...ect.

Ich werde zur Furie, wenn mir jemand so kommt. Weil ich das sehr lange erlebt habe.
Der 1.Schritt ist immer: annehmen: Ja ich fühle mich gerade....(und wenn es gerade geht, diese auch zu leben, zu lachen, zu weinen, zu stampfen, zu schreien...oft ist das unangebracht und sogar schädlich, aber es gibt genug Freiräume in denen man das tun darf)
und später kommt der 2.Schritt: Als Erwachsene drauf schauen. Was war mein Anteil daran, wie kann ich das nun lösen, den anderen auch verstehen....

Ich wünsche Euch allen einen gefühlvollen Tag!

Kommentare:

  1. Ich glaube, es ist wichtig, unterscheiden zu können zwischen Emotionen und Gefühlen. Das können viele Menschen nicht. Wie das geht? Gefühle sitzen im Herzen, Emotionen im Bauch. Weshalb ich behaupte, es gibt kein Bauchgefühl! Die Emotionen sind das, woran wir zu "arbeiten" haben, die Gefühle hingegen sind in direkter Verbindung zur Seele, absolut authentisch.
    Dies ist nur ein Erfahrungswert, hat keinen wissenschaftlichen Anspruch:-)
    Dein Weg geht wohl durch den Dschungel der Emotionen zum Garten der Gefühle. Und das ist genau der richtige Weg. Ich lese gern in deinem "Dschungelbuch".

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  2. Ja, die Sache mit den Gefühlen ist nicht ganz so einfach, als Gefühlsmensch. Stolpere leider auch sehr häufig darüber. Meist dann wenn ich denke: Endlich bist du mal wieder gut drauf...

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  3. @Regenfrau: die Gesellschaft enpfinde ich teilweise nicht nur zu kopflastig, sondern auch viel zu schnell. Wir jagen alle irgendwas hinterher und am Ende ist das Leben plötzlich vorbei, ohne wirklich gelebt zu sein.

    @Lebenskünstler: das würde sogar so hinkommen. Man sagt ja auch z.B. "ein Gefühl für etw. entwickeln". Ich finde,ein Gefühl ist auch etwas "erarbeitetes", was wir lernen und aber auch verfeinern können.
    Die Emotionen überfallen eher einen. Und genause wie sie gekommen, können sie auch schon gegangen sein.

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  4. Tja da hab ich den Unterschied auch noch nicht so raus...is eh alles so verzwickt :)
    Liebe Lebenskünstler Dir wünsch ich erstmal eine schöne blogfreie Zeit :)

    Tja Frau Fabelhaft so is das...hinfallen, aufstehen, stolpern, hinfallen...

    Jaaaaaaaa zu schnell, das empfinde ich auch so. Furchtbar.
    Aber man muss ja nich alles mitmachen ;)

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  5. Gefühle...ich finde es toll, wenn Menschen sie fühlen und ausleben können.Gratuliere zum Fortschritt !

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  6. O ja, das ist spannend mit den Gefühlen. Ich erlebe es ähnlich wie du.

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