Montag, 28. Februar 2011

Live is life

Heute nacht geträumt, dass ich im Gefängnis bin, jedoch mit den selben Angeboten wie in der Tagesklinik. Gruselig. Für mich fühlt sich so ein vorgegebener Plan auch an, wie ein Gefängnis. Weswegen ich oft ausbrach. Ich brauche die Freiheit und eine sehr lange Leine, sonst geh ich ein, wie eine Primel im schattigen Hinterhof. Irgendwo wird es schon eine Nische für mich geben, womit ich mein eigenes Geld verdienen kann... daran glaube ich ganz fest!

Morgen hat eine Bekannten nach einem Jahr Arbeitslosigkeit wieder ihren 1.Arbeitstag. Sie freut sich und meint:" Endlich wieder Struktur!"

So unterschiedlich sind eben die Menschen. Ich mach mir meine Struktur lieber selber und schau jetzt erstmal dem Nebel zu, während ich noch ein bisschen stricke, um später zur Bank und zum Einkauf spaziere. In meinem Tempo.

Immer wieder schön:

von Jorge Luis Borges

Wenn ich mein Leben noch einmal leben könnte,
im nächsten Leben würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen.
Ich würde nicht so perfekt sein wollen,
ich würde mich mehr entspannen,
ich wäre ein bischen verrückter, als ich es gewesen bin,
ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen,
ich würde nicht so gesund leben,
ich würde mehr riskieren,
würde mehr reisen,
Sonnenuntergänge betrachten,
mehr bergsteigen,
mehr in Flüssen schwimmen.

Ich war einer dieser klugen Menschen,
die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten;
freilich hatte ich auch Momente der Freude,
aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,
würde ich versuchen, nur mehr gute Augenblicke zu haben.
Falls du es noch nicht weisst,
aus diesen besteht nämlich das Leben.
Nur aus Augenblicken;
vergiss nicht den jetzigen.

Wenn ich noch einmal leben könnte,
würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen.
Und ich würde mehr mit Kindern spielen,
wenn ich das Leben noch vor mir hätte.
Aber sehen Sie ... ich bin 85 Jahre alt und weiss,
dass ich bald sterben werde...

Gestern gelesen:

SEI ganz einfach! Sei GANZ einfach! Sei ganz EINFACH!

Euch allen einen schönen Wochenstart!

Sonntag, 27. Februar 2011

Sonntagssong

Letztens bei einem sonnigen Spätnachmittagsspaziergang in wilder Natur, wurde mir klar, dass ich in mir ein riesengroßes tonnenschweres Schild habe, auf dem steht: DU DARFST NICHT...

und dann kommt die ewige Aufzählung was ich alles nicht darf. Mein Kurs in Selbstfürsorge, der vor gut 2 Jahren los ging, fing ganz klein an. z.B. dass ich mich wärmer anziehe, wenn mich friert oder ich die Heizung höher stelle!

Langsam..Stein für Stein..baue ich diese unnütze Schild wieder ab!

Dazu zählt: Was will ich denn machen? Nun, da wäre z.B. eine Hundeschlittentour. Gerne auch im Sommer, dann halt auf Rädern. Und siehe da. Der liebe Gott oder das Universum oder was/wer auch immer, sorgt dafür. So kam ich gestern auf eine Webseite die eben jenes anbietet und das sogar in einem Kostenrahmen den ich mir gut leisten kann. Auf einem Hof mitten im bayrischen Wald mit 50 Hunden! Jeah, da muss ich dieses Jahr hin :-)

In der Vergangenheit war ja nicht alles nur schlecht und übel. Es gab ja durchaus lichtvolle Momente und dazu zählt meine Discotheken-Club-Vergangenheit. Ich ging viel und gerne tanzen! Gestern schlenderte ich so über das Areal mit zig Clubs und Bars und Tanztempeln in denen ich mich vor gut 10 Jahren vergnügte.

Nur das es gestern Samstag mittag war und nicht wie früher Samstagnacht. Alles hell und verlassen. Leichte Wehmut überkam mich. Aber aufgewärmtes schmeckt meistens nicht sonderlich gut und wenn es am schönsten ist, soll man aufhören. Leider kann ich mich nicht an meinen letzten Clubbesuch erinnern.

Aber die schönen, lustigen, außergewöhnlichen, berührenden Erinnerungen werden immer in mir leben......

Hier der ideale Sonntagschillsong:




Samstag, 26. Februar 2011

Sonne, Stadt und Kunst

Heute war ich mit nem Kumpel unterwegs.
Wir sahen uns ja schon einige Wochen nicht mehr und mir war nach Kunst. Also haben wir beides verbunden. Naja Kunst war es dann nicht wirklich, denn wir landeten im Kartoffelmuseum :) Auch ganz witzig.

Wenn ich eh schon in Munich-town bin, kann ich auch gleich noch in den Laden X.
Dacht ich mir und tat es.
Ähm...ja. Samstagmittag, strahlender Sonnenschein, mitten in München.
Muß ich mehr dazu sagen?
Manchmal bin ich echt froh, so eine Riesin zu sein, sonst hätt ich noch mehr Angst unter Menschen, als eh schon.

Und jetzt bin ich total fertig. Wie sooft. Wie eigentlich immer. Ich weiß gar nicht mehr, wie sich das anfühlt: Ausgeschlafen, kraft-und energievoll zu sein.
Doch! Doch heute morgen fühlte ich es für 4 Minuten, dann war auch das wieder vorbei......

Als ich diese extremen Erschöpfungszustände letztens einer Bekannten erzählte, meinte sie:" Also wenn man dich so sieht, jung, hübsch korrekt, ausgewählt angezogen, höflich, lustig...kann man das kaum glauben und da is man schnell bei den Wörtern "faule Nuß-Sozialschmarotzer und was es nich alles gibt!"

Ja und wirklich, ich bin sehr froh, dass ich Menschen um mich habe, die mir glauben, worunter auch Ärzte fallen. denn Müdigkeit kann man nicht messen und meinen inneren Leidensdruck sieht man nicht.

Und morgen ist erstmal ein wunderschöner Regensonntag angesagt.
Ich freu mich sehr :-)
Jetzt aber erstmal ein Bier...ebenso nach wochenlanger Abstinenz.
Prost!

Freitag, 25. Februar 2011

Letztens...

mit einer Bekannten beim Spaziergang.

Wir biegen ab zum Kiosk, weil ich noch Tabak brauchte. Dort ist auch eine Lottoannahmestelle.

Ich:“ Hej spielen wir Lotto?“

Sie:“ Nö hab grad kein Geld!“

Ich:“ Eben drum ;) Komm ich geb n Kästchen aus!“

Also kreuzelten wir brav unsere sechs Zahlen an.

Tja wir hatten dann 2 Richtige. Bei 3 hätts immerhin noch 9,90€ gegeben.

Was hätte ich mit den 8 Millionen gemacht?

Nichts großes. Ich wär einfach froh, für den Rest meines Lebens versorgt zu sein. Tun können, was ich will.

Erstmal eine neue Unterkunft. Hier in der Gegend, vielleicht etwas weiter draußen. Ein Häuschen mit Garten (endlich nicht mehr mit Menschen die man eh nicht mag so eng zusammen wohnen). Und einem offenen Kamin.

Ein Auto, damit ich da draußen unabhängiger bin. Ein Hund. Eine Runde neuer Klamotten. Endlich schuldenfrei sein. Ein neues Bett. Eine Musikanlage mit Lautsprecher in jedem Raum. Mir ein Wohnmobil schnappen, einen guten Freund und allerbesten Reisegefährten anrufen und ab nach Schweden.

Ich würde weiterhin keine Armbanduhr tragen, keinen Fernseher wollen und ganz oft barfuß gehen, häufig mit dem Rad fahren und über Flohmärkte bummeln.

Sehr viel in die Berge fahren und einige Tage auf einer Hütte verbringen.

Mir eine helfende Einrichtung (für Mensch und/oder Tier) aussuchen und regelmäßig spenden.

Manche Dinge kann man nur bedingt mit Geld haben, die wertvollsten Dinge sind unbezahlbar.

Donnerstag, 24. Februar 2011

Gewaltfreie Kommunikation

...ist was schönes.

Ich hab mich damit zwar noch nicht so intensiv damit beschäftigt, aber was ich darüber weiß gefällt mir. Wir übten das auch in der Gesprächsgruppe unter Anleitung/Hilfe von 2 Therapeuten. Es geht darum von sich und seinem Empfinden zu sprechen, Ich-Botschaften zu verwenden, keine Verallgemeinerungen, keine Beschuldigungen zu benutzen.

Das ist nett. Und wer nett ist, kommt meist nicht allzuweit in dieser Welt. Das durfte schon Jesus erfahren. Und manchmal gibt es einfach Menschen und Situationen wo so ein weiches Geseier nichts hilft. Höchstens wird man noch für bescheuert gehalten, weil man so geschwollen daher labert.

Stell Dir vor, jemand drängelt sich an der Kasse vor. Ganz bewußt und mit Absicht. Ich sage in freundlichem Ton: „Grüß Gott, ich fühle mich gerade nicht von ihnen gesehen und ungerecht behandelt, ich wünsche mir von Ihnen, dass sie sich bitte auch hinten anstellen.“

Der wird mir einen Vogel zeigen und sagen: „ej is nich mein Problem!“

Manche kennen eben nur die andere Sprache: Also trete ich ihm ordentlich vors Schienbein (damit er mich wahrnimmt) und brülle ihn an(damit er mich hört): „Ej du Vollidiot stell dich gefälligst hinten an! Wär ja noch schöner wenn das jeder macht!“

Was aber nie verkehrt ist: Mit sich selbst gewaltfrei zu kommunizieren!

Ich wünsche Euch einen liebevollen Tag!

Mittwoch, 23. Februar 2011

Allerlei

Die Sonne scheint und diese hübsche Hyazinthe verströmt den passenden Frühlingsduft dazu. Heute genieße ich das!

Wenn "fühlen" von Gefühl kommt,
warum heißt es dann "denken" wenn es vom Gehirn kommt?
Müßte ja eigentlich "hirnen" heißen oder "Gedenk"...
Jaja schon klar: denken-Gedanke-entsteht im Gehirn.
Wo entsteht Gefühl?

Gestern stürmte ich auf eine Verkäuferin zu und fragte ob sie denn auch Verschlüße für Ketten haben.
Antwort:" Ja so viele, dass wir sie sogar verkaufen!"
AUS! STOP! Der is so uralt und vollkommen bescheuert (find ich), dass dies ein Kriterium für die nächste fiese und ewig lange Verkaufsschulung sein sollte!

Dafür an der Kasse erfahren, dass man in einem Kreativladen zum Schluß nicht "Und noch einen schönen Tag!" hört, sondern: "Viel Erfolg!" :-)

Ich muss mich jetzt krampfhaft vom Basteltisch losreißen und endlich mal was futtern! *seufz*

Außerdem hab ich freudig festgestellt, dass mein Vater anscheinend endlich kapiert hat, dass ich mein eigenes Leben leben möchte. Viel zu lange wurden meine Wünsche, Bedürfnisse, Bitten, Ideen usw. gnadenlos abgestempelt, noch nicht mal zu einem Kompromiß/Erklärung war er bereit.
Und nu? Ein lockeres:"Is okay!" Holla, die Waldfee, wurde aber auch mal Zeit.
Lieber Gott, bitte bitte laß es so bleiben! Danke.
Es lebt sich so viel entspannter und friedlicher und es ist ein schöneres Miteinander.

Dienstag, 22. Februar 2011

Geld ausgeben... is auch so ne Sache :)

Ich bin keine Bummeltante.
Sprich: Ich mag es nicht sonderlich mit ner Freundin loszuziehen und jeden Laden abzuklappern, nur um des schauen's wegen..ohne wirklich was kaufen zu wollen.
Wenn ich was will, weiß ich meistens wo ich das bekomme. Gehe los, kaufe, fertig.
Oder ich seh unterwegs etwas, was mir gefällt, überlege ob ich das gerade brauche und kaufe oder gehe weiter. Fertig.

Nun bin ich schon seit längerem auf der Suche nach neuen Schuhen.
Etwas sportlichere, aber nicht so sportlich, dass man gleich sieht, dass es ein Turnschuh ist und am besten schwarz.
Eine Mitpatientin aus der Klinik trug genau die und prompt hörte ich mich die berühmte Frauenfrage stellen: "Ei wo haste die denn her?"

So kam es, dass wir heute loszogen, eben jene Schuhe zu kaufen.
Und ICH fragte dann, ob wir nich noch den Klamottenladen nebendran stürmen wollen!
Wollte sie. Erfreulicherweise ergatterte ich eine hübsche Karobluse. Nicht so eine, dass man gleich sieht, dass es Karo ist :) Also etwas weiblich-verspielter.
Noch dazu, hieß es (wie auch bei meinen letzten Kleidungskäufen: Da kommt nochmal 20% Rabatt runter! Sehr gerne!)

Später saßen wir natürlich ratschend noch bei ihr und tranken Tee.
Schön wars! Und fast streßfrei.

Da ich ja noch ne Bahnkarte für den Rest des Monats hab, muss die ausgenutzt werden und ich tuckelte weiter. Zum Kreativladen. Himmel! Ich bin süchtig!
Diese Freudenräusche haben wahrscheinlich Männer im Handwerkermarkt.

Mit so vielen Tüten kam ich schon lang nicht mehr heim und fühle mich nun wie eine Neandertalerfrau, die auch mal nen Hasen erlegte und ihre Beute stolz ihrem Männlein zeigt.

Moment! Wo ist der Mann???????

Montag, 21. Februar 2011

Gefühle...is so eine Sache

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell Gefühle vergehen, wenn ich sie nicht unterdrücke, sondern wahrnehme, zulasse und fühle.
Wenn ich nicht dagegen ankämpfe.

Ich hab oft eine (unbewußte) Angst, dass diese Emotionen ewig dauern:
wenn ich mir meine Erschöpfung eingestehe und gut für mich sorge (dass ich dann nie mehr aufstehe, meine Wohnung vergammelt)
wenn ich wirklich losheule und nicht nur so paar Tränchen heraus lasse (dass ich nie mehr aufhöre zu schluchzen)
wenn ich Wut zulasse und sie mir nicht mit dem Verstand weg erklären will (dass ich tobe und Dinge tue, die ich gar nicht will)
...

Außerdem habe ich gelernt, dass ich Gefühle nicht haben darf. Nicht nur die "negativen" sondern auch für Spaß und Freude gab es Schläge.
Schon allein die Bewertung der Gefühle finde ich schädlich und versuche mir zu sagen:
Gefühle sind einfach.(Nicht gut, nicht schlecht, manchmal vielleicht unangenehm)
Alle Gefühle haben ihre Berechtigung.
Gefühle kommen und gehen.

Unsere Gesellschaft hängt sehr im Kopf fest und macht uns krank.
Denn die Gefühle sind ja trotzdem da. Nur werden sie unterdrückt.
Wir leben ja nicht mehr im Busch, sondern sind zivilisierte, kluge, erwachsene Menschen...(und haben deswegen auch so viele Zivilisationskrankheiten)

Ich habe oft den Eindruck, dass viele Menschen Gefühlsautisten sind (ich nehme mich da nicht aus). In der Abschlußrunde der Klinik wurden wir oft gefragt, welches Gefühl wir gerade haben. "Verboten" waren die Antworten wie: Geht schon. Gut. Schlecht.
Da waren viele viele Schweigeminuten dabei :-)

Es geht mir auch nicht darum, diese Gefühle immer auszuleben. Das ist ein anderer Schritt. Ich kann nicht jedesmal randalieren, wenn ich wütend bin.
Kinder leben noch ihre Gefühle aus, unverblümt und rein.
Erwachsene funken dazwischen mit faden Tröstungen, wegwischen, wegreden, übergehen, Ablenkungen...ect.

Ich werde zur Furie, wenn mir jemand so kommt. Weil ich das sehr lange erlebt habe.
Der 1.Schritt ist immer: annehmen: Ja ich fühle mich gerade....(und wenn es gerade geht, diese auch zu leben, zu lachen, zu weinen, zu stampfen, zu schreien...oft ist das unangebracht und sogar schädlich, aber es gibt genug Freiräume in denen man das tun darf)
und später kommt der 2.Schritt: Als Erwachsene drauf schauen. Was war mein Anteil daran, wie kann ich das nun lösen, den anderen auch verstehen....

Ich wünsche Euch allen einen gefühlvollen Tag!

Sonntag, 20. Februar 2011

Bild(er) am Sonntag

Bilder aus der Kunsttherapie

Morgenstimmung:

(ich freue mich schon riesig, wenn ich eines Sommermorgens wieder irgendwo in der Prärie bin und dem Sonnenaufgang zusehen kann! Mir gibt das sehr viel Kraft und Ruhe!)
Mein (inneres) Licht:
eine Zeit lang glimmte es nur noch, kurz vor dem erlöschen. Langsam wächst es wieder und wird heller und strahlender!

Lucie:
Eine Schildkröte. An diesem Tag wünschte ich mir die Behäbigkeit und Gelassenheit einer alten Schildkröte. Außerdem hätte ich so einen dicken Panzer als Schutz gebraucht, Da es um mich sehr grau war, wurde sie eben bunt. Nach dem malen ging es mir besser.
Kraft:
Auch dieser Tag war nicht einfach und ich wollte mit kräftigen, bunten Farben ein Bild malen, dass mir Kraft gibt und Geborgenheit zeigt.
JA zu mir:
Immer wieder schwer zu dieser Einstellung zu kommen. Aber auch das wird besser und bleibt länger.

Lebenskunst
Wenn es anders kommt,
als wir es uns gedacht haben,
dann kann auch das eine Einladung des Lebens sein,
es so zu nehmen, wie es kommt.
Mit Optimismus, einer Prise Humor und mit Gelassenheit.
(Jochen Mariss)

Samstag, 19. Februar 2011

Die Frau ohne Gedächtnis

Ich bin Matsch. Gestern abend wollte ich noch ein wenig aufräumen und einen Ring machen, doch mein Ohr fing das brummen an. Höchste Alarmstufe soll das heißen: Mach nix mehr! Hau dich ins Bett! Keine Geräusche! Nur schlafen und das viel..richtig viel! Ich kann mich heute nicht länger als 2 Stunden auf den Beinen halten. Obwohl ich diese immense Erschöpfung nun seit gut 3 Jahren habe, kann ich mich kaum damit anfreunden. Auch klar. Ich bin jung! Verdammte &%&$§"#*...!!!!!

Was ich kann: Mich ein kleines bißchen damit annehmen, dass es nun so ist und es das Beste ist, nix zu machen. Nicht abhärten wollen, nicht einfach so tun als wär nix, sondern immer wieder neu fragen: was geht? was nicht? Und wenn ich mich das 5.mal am Tag ins Bett lege, weil es nicht anders geht....

Wie sehr mein Hirn unter dem inneren Streß derzeit leidet, merke ich an folgenden Dingen:

  • jeden Morgen jault herzerweichend ein Hund irgendwo. Alle 3 Sekunden. Irgendwann kam ich aber doch ins grübeln..is das wirklich ein Hund? Eines Morgens kam ich drauf: Nö is es nicht! Es ist ein Gockel der da brav kräht. Vom Zirkus nebenan. Scheint schon ein etwas älteres Tier zu sein oder ich schon so naturentfremdet ;)

  • ich sitze in der Bahn,döse etwas vor mich hin, schrecke auf und sehe eine Haltestelle: Sofort spüre ich den Impuls in mir: Raus! Du musst raus! Neee..an welcher Haltestelle muss ich nochmal umsteigen? Ich weiß es nicht, gerate in Panik und dann wird mir klar: Ne erst in 4 Stationen is es soweit!

  • Ich steige aus der Bahn aus und gehe die Treppe runter Richtung U-Bahn, für einen Bruchteil der Sekunde weiß ich den Weg dorthin nicht mehr! Schreck! Ich bin verloren! Wo muss ich hin? Bis es mir wieder einfällt. Das ist gruselig!

  • Ich will einem Freund eine Antwort auf seine Mail schreiben. Ich logge mich ein und sehe eine Mail von ihm. AHA irgendwann in den letzten Stunden hab ich ihm wohl schon geantwortet und muss nachschauen WAS ich ihm denn schrieb. Zum Glück genau das, was ich auch jetzt gesagt hätte....

  • ich schalte abends im Bad die Heizung an, damit es morgens schön warm ist. Und laß das Licht an. Und wenn das Licht an ist, läuft auch die Lüftung. Super! Nix war warm.

Freitag, 18. Februar 2011

Abschied

So, dann wär das auch mal wieder erledigt.

Ich bin daheim! Allein! Meine Zeit gehört mir!
Ich muss nicht mehr die von fremden Menschen verbrauchte Luft atmen (jaa ich entwickel mich zu einem 1a Neurotiker!)
Mir tappen keine blöden Tussis vor die Nase, weil sie sich klein fühlen und es auch sind und ich nun mal über fast alle drüber schauen kann!
Ich kann wieder essen, wann ich will und nicht weil ich nun muss (egal wieviel Streß sich gerade in meinem Bauch gesammelt hat und ich eigentlich keinen Bissen runter bekomme)!
Ich freu mich sehr! Ne eigentlich noch nicht, erst morgen, wenn ich ausgeschlafen habe :-)

Und eigentlich dürfen sich die Leute an ihrem letzten Tag viel wünschen.
Rückmeldungen von der Gruppe, Gestaltung einer Therapiestunde, Spiele...
Ich wollte nix. Ich wollte so einen normalen Tag wie möglich.
Einfach aus dem Grund, weil mich nicht viel mit der Gruppe verbindet, dafür war die Zeit zu kurz. Das jetzt groß aufbauschen...nö.

Aber als ich aus dem Atelier kam, stand da was auf meinem Platz:
Ein Leuchtturm, ziemlich groß, den man noch anmalen kann und dann innen eine Kerze reinstellt. Davor eine süße Karte!
Wie lieb. NOCH ein Kreativprojekt *grins*

Ich geh mal werkeln :-)

Donnerstag, 17. Februar 2011

Vorletzter Tag

Heute fang ich von hinten an:

Ich kam heim und fand einen prall gefüllten Briefkasten:
- Meine 2. CD von Mila Mar (suuuuuuper!!!)
- Benachrichtigungszettel, dass meine Bestellung (vom Kreativ-Dealer) im Shop liegt und ich sie abholen kann (werd ich Samstag tun, wenn ich das jetzt in die Finger krieg bekomm ich keinen Schlaf mehr)
- Outdoozeitung (juppiieehh!!)

Naja Schlaf ist derzeit eh so ne Sache, deswegen war ich heute (mal wieder, oh Wunder) saumüde, kaputt, erschlagen. Menschen mit sehr feiner Wahrnehmung tun gut daran, sich wenig Hektik, Menschen, Terminen auszusetzen.

Dazwischen bekam ich eine tolle selbst gemachte Perlenkette geschenkt!! (woowwuihüpfgeilklasse!!!).
Hab ich ein Bild gemalt (ja Fotos gibts demnächst), dem ich eine Note von 2- geben würde, hätte ich mehr Zeit gehabt, wär es schöner geworden. Aber es gefällt mir auch so.
Hatte ich Abschlußgespräch mit meiner Einzeltherapeutin. Fühlte sich rund und stimmig an, wir lachten viel und war einfach sehr schön. Sie meinte, dass ich eine hohe Begabung hätte, um mich selbst zu therapieren. Ich glaub ich guckte etwas doof aus der Wäsche.
Logisch bin ich der Spezialist für mich, immerhin kenn ich mich schon 30 Jahre :-)
Und dann war ich noch bei der Bank, erledigte 2 Dinge und erfuhr 2 sehr erfreuliche Dinge!

Gibts bessere Tage?
Mit Sicherheit, aber ich fühl mich schon sehr reich heute! :-)
Und folgender Satz geistert mir heute dauernd durch den Kopf:

Sei DU selbst, denn alle anderen sind bereits vergeben!!! (von Oscar Wilde)

Memo an mich: Alle Gefühle haben ihre Berechtigung!

Mittwoch, 16. Februar 2011

AUS

Nach dem komischen Montag folgte der schwarze Dienstag.
Ne also solche Tage brauch ich nicht öfter und wünsche diese nur meinem ärgsten Feind. Jawoll!
Ich war nicht nur dünnhäutig, ich war quasi dabei mich aufzulösen. Immer wieder hatte ich ein Bild vor Augen: Etwas total zerfetztes, ausgefranzt, schlaff: Mein Nervenkostüm.
Mich durfte man nicht mal ansehen, geschweige denn anreden und das in einer Gruppentherapie!
Irgendwann beim xten Heulflash tappte ich ins Pflegezimmer und meinte, dass es jetzt das beste wäre heim zu fahren, denn mal ehrlich: Imagination und QuiGong helfen nun auch nicht mehr.
Also war ich um 14 Uhr zuhause. Schnappte mir ein Beruhigungsmittel für solche Notfälle und flog ins Bett.
Das nächste mal so richtig wach war ich dann gegen 5 Uhr morgens und staunte nicht schlecht, als ich meine Küche sah:
Irgendwann des nachts hatte ich wohl Hunger. Richtig Hunger und kochte mir Spaghetti Bolognese! Aber kein Tütenzeug. Nein, so eine richtige hausgemachte!
Und ich kann mich nur dumpf daran erinnern.
Solch einen Black-out hatte ich ja noch nie!
Sapperlott!

Da war mir klar: Schluß! Aus! Diesmal schadet mir die Klinik mehr, als dass sie mir helfen würde. Mir is das alles zuviel an Eindrücken, an Elend, an Menschen, an Terminen. Es ist nicht (mehr) meins.
Das verkündete ich dann auch gleich bei der Morgenanmeldung.
Die Pflegeschwester schloß die Tür, sah mich an und meinte:" Regenfrau, das haben wir gestern im Team auch so besprochen, nicht das wir sie loswerden wollen, aber dass es für sie wohl besser wäre. Sie quälen sich doch nur, sie haben sich schon richtig entschieden und wir stehen vollkommen hinter Ihnen!"

*uff*
Okay.
Freude auf nächster Woche: Nach meiner Zeit zu leben, meine Sachen tun, mir dann Menschen antun, wenn mir danach ist, weniger Input.
Ja es gibt durchaus krankhafte Dinge an mir und manches bin ich einfach.
Mein Charakter, meine Natur, mein Ich.

Montag, 14. Februar 2011

Komischer Montag

Also der Tag fing schon panisch an, ab 5h morgens war ich mit Panik und Herzrasen beschäftigt. 2 Stunden davor mit einem Alptraum, den es galt aus meinem Hirn zu vertreiben.
In der Klinik las ich 2 Termine für mich. Wie sich später heraus stellte, waren diese falsch. Das ärgerte mich sehr. Aber gut, kann vorkommen.

In der Einzeltherapie mein Bericht über die maßlose Erschöpfung, meine Alpträume, dass mir die Klinik gefällt aber mich zu sehr anstrengt und ich mich eher mehr schädige.
Blick von der Therapeutin.
Sie frägt:" Und warum tun Sie sich das an?" Neugierig, offen fragend, nicht vorwurfsvoll, eher mitfühlend.
"ist das hier Ihr persönliches Psychodschungelcamp?"
*schnief*
Tu ich mir da was an?
*lufthol*
"weil..ich..."
*taschentuch hol*
Warum tu ich mir das an?
Die Frage hämmert in meinem Hirn...
Weil ich ein Quadrat bin und lieber ein Kreis sein will?
Weil ich ein Mensch bin und lieber ein Roboter sein will?

"Wissen Sie, ich sehe wieviel Sie an sich arbeiten, viele Dinge aufnehmen und umsetzen, die wir Ihnen zeigen und Sie arbeiten hart...sehr hart an sich...das sehe ich und das sieht auch das Team so!"
Meint die gute Frau weiter.
Die Schleusen sind geöffnet. Freie Fahrt für die Tränen!

Tja...
Ich bin es nicht gewohnt, wenn mir jemand zeigt und sagt, dass ich mich quäle.
Dass jemand anderes zu mir STOP sagt und mich nicht weiter ins Verderben laufen lässt. Und keine sarkastischen Sachen losläßt. Und meine Leistung nicht noch mehr kritisiert, als ich es eh schon tue. Dass er/sie mir nicht das Gefühl gibt, dass ich ja eh nur ein Versager bin.
*uff*

Wieder eine neue Erfahrung.
Wieder was gelernt.
Und der Tag endet doch noch schön......

Sonntag, 13. Februar 2011

Sonntagssong

Heute morgen mit einer Ahnung eines Liedes aufgewacht.
Das ich dann natürlich ganz hören wollte.
Ich suchte und kramte, wurde immer hibbeliger, weil ich es nicht fand!
Langsam dämmerte mir, dass ich 2 Lieder im Hirn zusammen gemixt und von mir noch einige Töne dazu gedichtet habe.

Soviel zum Thema: Kreativität :-)
Ein Teil war von diesem Lied dabei:


Mila Mar mit ihrer genialen Stimme! Ich sah sie mal live und das war Gänsehaut pur. Da soll noch einer sagen Gothics sind eher tot als lebendig!
Heute zähle ich mich nicht mehr zu dieser Gruppe, aber manchmal hör ich solch Musik noch sehr sehr gerne!

Hier noch eine Kostprobe:


Gemütlichen Sonntag Euch allen!!!!!

Samstag, 12. Februar 2011

Was kostet es?

Mit Betrübnis und Enttäuschung ist heute mein Tag gespickt.
Ich kann gar nicht sagen, WIE erschöpft ich bin. Matt, schlapp, saft-und kraftlos.
Mir nun 4 Karotten zu raspeln übersteigt derzeit meine Reserven. Und das ist kein Witz. Auch wenn ich gerne mal ironisch bin.
Nein, mir ist es ernst. Sehr.

Ich könnt jetzt verzweifeln (da war ich schon mal) oder es annehmen (das bedarf noch etwas Übung) oder noch zig tausend andere Möglichkeiten ausprobieren, die viel Zeit und Geld kosten (vertrage ich irgend ein Lebensmittel nicht, wohne ich auf einer Wasserader, schädigt mich der Elektrosmog, soll ich mein Schlafzimmer aus feng-shui'schen Gründen umstellen..usw.)

Der Körper ist topfit (ok die Schilddrüse wird nochmal gecheckt) ich hab noch nicht mal eine klitzekleine Allergie, Top-Blutwerte, Idealgewicht, noch nichmal Schuppen (ja, das war nun ironisch, vielleicht ertrag ich es dann besser.)

Ich kann es schwer glauben, dass es wirklich von der Psyche kommt....

Deswegen habe ich heute beschlossen: ich werd nur noch 2 Wochen in der Klinik bleiben. Ich habe das Gefühl, der Preis ist zu hoch, dass ich mir damit noch mehr schade, wenn mich das so sehr anstrengt und fertig macht.

Ich habe sehr viel probiert, damit ich "normal" funktioniere, wie die meisten in meinem Alter. Ich gab mir sehr viel Mühe und gab immer mein bestes!
Mehr geht nicht. Und für mich, habe ich schon sehr viel in den letzten 4 Jahren erreicht. Ich glaube das wichtigste: Das ich Leben will! Suizidgedanken gab es nun über 12 Monate nicht mehr. Das ist halt mein Erfolg. Nicht sichtbar und auch nicht bezahlbar.
Leben, nicht nur irgendwie überleben!

Und dann sitze ich gestern so auf der Couch und die berühmte Zeitschrift mit den 4 großen Buchstaben lag herum. Die ja keiner liest, aber deren Behälter aus der Straße IMMER als erster leer ist. Natürlich witzelten wir in der Gruppe herum und nahmen die Überschriften aufs Korn.

Unser Machomann in der Runde, sagte dann:" Boah die Zeitung ist so auf Hartz4-Niveau!"
*pling* mein inneres Licht ging aus. Ich hatte keine Lust auf so eine niveaulose Diskussion. Da saß ein Abiturient, der sich die Süddeutsche wünschte.
Später las er selber die *BLÖD* ...sehr lange...ich vermute mal: wirklich jede Zeile und ich vermute auch: Dass er seine tolle Bildung, dass ja Hartz4'ler eh nur dumm und faul sind, auch daher hat.
Wer ist hier arm?????
Ein interessanter Text hierzu:
http://raumgewinner.blog.de/2011/02/08/arbeitsscheu-agentur-brandgefaehrlichen-implikationen-moderner-arbeitsmarktpolitik-10546480/

Freitag, 11. Februar 2011

Creative Chaos

...ist ausgebrochen!
Kennt Ihr das? Man wird überspült von neuen Ideen, man will sofort anfangen, die ganze Nacht durch, das Fieber ist ausgebrochen, der Flow ist da und man selbst mittendrin.
Ein geniales Gefühl, wär ich nicht so erschöpft, ich würd anfangen. Na mal sehn.

Es fing heute im freien Atelier an. Erst malte ich mein Bild mit Pastellkreide fertig, fing dann mit Ölkreiden eins an, was aber nicht so wurde, wie ich mir das dachte. Die Therapeutin schlug was vor, was sie selbst noch nicht ausprobierte.
Jo da bin ich dabei...nächsten Freitag.
Dann lagen da verschiedene Dinge zum basteln rum: Knöpfe, Nieten, Perlen, Drähte, Stoffreste..usw. Da durfte man sich frei bedienen und basteln. Und somit entsteht nun mein ganz persönlicher Glücksring!

Zuhause kramte ich meine Basteldinge raus: Wolle, alte Cd's, Jeans, Stoffe und mir fielen auf Anhieb 3 Sachen ein, die ich machen will und ein Acrylbild auf Leinwand möchte ich in der Klinik noch malen, die Skizze ist fertig.
Das fetzt!!!! ;-)

Und sonst so?
Wow, 2 Wochen sind schon wieder rum, 10 Kliniktage! Sapperlot!
Vormittags hätte ich mir am liebsten ein Schild umgehängt: Nicht anfassen! Bissig!
Ich war sooo geladen und wußte nicht warum. Natürlich fand ich kein Plätzchen für mich, wo nicht ständig jemand vorbei geht oder mit im Raum war. Puuuuhh!
Danach war ich völlig ko. Ich konnte nicht mal aufrecht gehen. Total fertig!

Doch es stand noch Ressourcengruppe an. *seufz*. Das wird meist spielerisch gestaltet, aber ich mit meinem hohen Leistungsanspruch kann das nicht locker nehmen. Man muss in dieser Stunde sehr aktiv sein. Und dann noch ein Gesellschaftspiel! IIIHHHHHHHHHH!!!!!!! Vor der ganzen Gruppe!
Aber hej ich hab mich so viele Sachen dort getraut, wie wahrscheinlich die letzten 4 Monate nicht und es war lustig! Aber sowas von! :-)

Der Start ins Wochenende ist perfekt!
Also..ich geh dann mal...malen, nähen, kleben......

Donnerstag, 10. Februar 2011

Oh mein Geliebter,

Du bist die Diktatur unserer Zeit

Du kennst keine Gefühle

Du bist erbarmungslos

penibel rechnest Du in Sekunden, Minuten und Stunden

Deine Sanftheit ist ein Witz

Du kontrollierst fast jeden

Du kennst keine Gnade

oh Du mein scheiß Wecker!

Muss ich noch dazu sagen, dass ich mich megatierisch aufs Wochenende freue????????????????????????????????????

Dafür hab ich heut Blümchen gekriegt! *seufz* Irgendwo sind diese ganzen netten Menschen ausgebrochen, anders kann ich es mir nicht erklären! :-)

Ehrlich: Ich bin ganz froh, dass ich heute nicht so nah am Wasser gebaut bin, (sondern eher in der weiten, dürren Prärie), denn wir durften heute Karten ziehen! Nein kein Esoscheiß..Sondern DAS hier:

http://www.lebenskarten.de/galerie-2?album=1&gallery=1
So schön gestaltet und so ansprechend und so wohltuend! Die will ich haben! Ich war davon sehr angenehm berührt.
Somit war es ein sehr schöner Tagesabschluß, den ich jetzt daheim erweitere, mit einem leckeren Essen und der Vorfreude....na Ihr wißt schon worauf ^^!

Mittwoch, 9. Februar 2011

Steter Tropfen...

...höhlt den Stein.
Das Wasser kommt so klein und hübsch und klar und unscheinbar daher und doch schafft es auf die Dauer, dass ein Loch im festen, harten Stein entsteht.
So seh ich das auch bei mir. In meiner Geschichte.
Wie tief sich falsche Überzeugungen und Einstellungen über mich und andere sich eingegraben haben !
Ich fühle, dass das derzeit wieder gerade gerückt wird, ins richtige Licht.
Veränderung, neue Sichtweisen, neue Verhaltensmuster werden erprobt und entdeckt!

Und müde bin ich, absolut erschöpft und auch da fällt mir ein Bild ein:
Wenn man ein Plastik-oder Metallteil nur lang genug hin und her bewegt, zeigt es Materialermüdung, bis es ganz kaputt geht.
So harmlose Dinge, wie das Wasser, nur lange genug erlebt, macht kaputt.
Zu lange habe ich zu viele Sachen mit mir herum getragen, für die ich nicht mal zuständig war.
Und so nach und nach geb ich jedem sein Päckchen wieder zurück.
Da! Haste wieder! Kümmer Dich selber drum! Is nich meins!
Ich spüre Erleichterung, Heiterkeit, Friede und mein krummer Rücken richtet sich Stück für Stück wieder auf!

Ich habe ein Recht auf mein eigenes Leben, mit allem was dazu gehört!

Meine soziale Phobie hat natürlich derzeit Hochkonjunktur!
Ständig Menschen um mich herum.
Es klappt aber schon besser, als bei meinem letzten Aufenthalt. Ich bin weniger nervös.
Und habe festgestellt: Wenn ich entspannt bin, kann ich viel besser mit Angriffen umgehen, habe ich mehr Energie für mich übrig. Sonst geht ja schon viel Kraft in die Abwehrhaltung verloren.
Noch ein Bild dazu: Ein hoher Mast der sich im Wind leicht bewegt und mitschwingt, bleibt eher heile, als ein fest einbetonierter, der bricht schneller.

Nun, dann verschwind ich mal mit all den Bildern in mein Bett und bitte darum, dass mein Unterbewußtsein mir hübsche, nette Träume daraus bastelt :-)

Dienstag, 8. Februar 2011

Menschlein wandle dich...

Menschen haben viele Seiten an sich.
Und viel zu lange bekam ich nur die schwarzen Seiten dieser Spezies zu spüren.
Das ändert sich. Vielleicht auch, weil ich es mehr zulasse und meine Mauern nicht mehr so hoch und breit sind.
Es gibt Fenstern in dieser Mauer, schön verziert und geschmückt.
Sie schließen gut, ich kann sie aber auch öffnen und frischen Wind und Licht in mein Innerstes lassen.

Ich bekam ein Geschenk und eine Einladung,
ich werde gefragt ob ich mitspielen will oder auch einen Kaffee möchte,
ich werde jubelnd und mit offenen Armen empfangen, so sehr war die Wiedersehensfreude einer Bekannten.
Man hört mir zu, man bietet mir Trost an, man interessiert sich für mich, man gibt sich Mühe meinen Namen richtig auszusprechen...

Ich sauge das alles auf, wie ein vertrockneter Schwamm
und fühle mich wie ein Schwan, der mal ein häßliches Entlein war.

Montag, 7. Februar 2011

Atmosphäre

Es ist ja nicht so, dass wir da in Therapie immer voller Ernst sind, weil das alles so wichtig ist und überhaupt.
Es tut einfach gut, mal alles auf die Schippe zu nehmen, zu übertreiben, sich selber voller Ironie zu geben und zu lachen. Lachen ist sowieso die beste Medizin.

Es entsteht Situationskomik und die mag ich eh am liebsten. Das kann man nicht erklären, das passiert und man lacht.
Wenn aber jemand in der Gruppe sagt: "Ich find das nicht lustig" oder "könnt ihr bitte aufhören damit Scherze zu machen, ich hab damit ein Problem" wird das sehr ernst genommen.

Genauso wenn jemand sagt:" können wir bitte das Thema wechseln" wird das meist ohne Kommentare hingenommen und keiner sagt: "was hast da nu, hab dich nicht so..." oder ähnliches.

Jeder hat eben andere belastenden Themen aufm Buckel und solche Grenzzeichen sind zu respektieren!!! (nicht nur in der Klinik, sondern auch im real life, aber...naja)

Ich saß dann heute in der Bahn, juhu der erste Tag der Woche ging toll über die Bühne, war gut und die neben mir fängt mit ihrer Mutter das reden an.
Heftig! Da gings um richtig üble Sachen und ich hatte keine Ahnung, was ich jetzt tun solle. Ohren zuhalten. Haha. Weggehen, ich wollte aber einen Sitzplatz behalten und da war keiner mehr. Musik...äh der mp3-Player ist gaaaanz unten!!!
Mmmhhhhhhhh.

Ok, also hab ich mir vorgestellt, wie ich mich zu ihr umdrehe und völlig ernst sage: "Entschuldigen Sie, könnten Sie bitte das Thema wechseln?!"
Und grinste vor mich hin und ab da war es nicht mehr ganz so schlimm.

Das nächste mal pack ich mein riesen großes STOPschild aus und halts ihr vor die Nase.... :-)
Man ej!

Sonntag, 6. Februar 2011

Eigensinn

Diese Woche bekam ich eine Rückmeldung, dass man bei mir schon eine rebellische Ader spürt.
Ja.
Und ich war oft von Menschen umgeben, die mir diese austreiben wollten, wahrscheinlich aus Angst oder aus Unwissenheit wie sie damit umgehen sollen.

Ich wollte dann was dazu malen. Denn mir ist diese innere Kraft sehr wichtig. Damit ich nicht untergehe und mich nicht unterdrücken lasse. Die Kraft zum weiter machen und mein Leben zu leben!
Also suchte ich nach weiteren Wörtern dafür, nach Symbolen. Rebellion, Revolution, Punk,Kriegsbeil...ne das war mir zu kriegerisch.

Denn es geht mir nicht drum hauptsache gegen irgend etwas zu sein.
Sondern zu mir zu stehn, FÜR mich etwas zu tun.
Dann fiel mir ein: Selbstbehauptung, Autonomie, das innere Licht, ja das trifft es schon eher.

Eigensinn ist ja eher verpönt: Der ist aber eigensinnig, stur, bockig. Ein Kauz, ein Sonderling, ein Quertreiber. Die Trotzphase der Kinder beschert den Eltern ein Grauen.
Ganz übel wird es dann, wenn der eigene Wille gebrochen wird/werden soll.
Dabei ist doch Eigensinn nur der eigene Sinn. Nach welchen Maßstäben will ich leben? Nur ich selbst kann mein eigener Richter sein.
Ich hör es schon tönen: Da bricht die Anarchie aus!

Ich will aber nicht in die Politik abschweifen.
Es geht um die kleinen Dinge, die ich so tun will, wie ich meine. Ohne den anderen zu schaden.
Wen stört es schon, wenn ich etwas mache woran ich Spaß habe, wo meine Lebenslust zu blühen beginnt? Ich glaube auch hier, dass damit manche nicht umgehen können und sei es nur aus Neid. Bitte, man solle sich doch anpassen, denn das haben wir schon immer so gemacht und das gehört sich nicht und was sollen denn die Leute denken!

"Meins" zu finden ist immer wieder Thema und wenn ich das für mich heraus gefunden habe, dass auch gegeben falls verteidigen. Das geht am besten mit viel Selbstvertrauen und der festen Überzeugung, dass man das schon richtig macht oder das für einen das richtige ist.
Zu sich selbst stehen.


Leben und leben lassen.

Samstag, 5. Februar 2011

Heute

Die letzten Wochen hab ich pö a pö meine Emailadresse geändert und mich bei zig Leuten/Newslettern/Firmen umgemeldet. Die nächsten 4 Jahre mach ich das nicht nochmal!!!

Aber Sicherheit geht nun mal vor und ich fühl mich nun wesentlich wohler!

Außerdem vermute ich mal, dass mir das Wochenende zur Erholung nicht reicht. Das weiß ich ja schon, dass ich immer sehr sehr viel Zeit für mich brauche und das Adrenalin und sonstige Action/Streßhormone der letzten Woche lassen sich nur langsam abbauen.

Ich hab gemerkt: Ich kann das annehmen. Es ist wie es ist. Und spätestens Frühlingsanfang hab ich wieder viel Zeit für mich. Jetzt heißt es halt: Arschbacken zusammen.

Was mach ich nun eigentlich so die ganze Woche ?

Um 6:30 trällert mein Wecker los und dann das übliche: Bad, Frühstück, im Tag ankommen, aus dem Haus gehen, Fahrt

Um 8:30 Tagesbeginn in der Klinik, meist eine kleine Runde entweder „wie es einem geht“, ein kleines Spiel, eine Geschichte....

Der Stundenplan der Woche:

1x Körperthera, 1x Kunstthera, 3x Einzelgespräch,2x Gesprächsgruppe (hier kann man sich Tips holen oder es werden Konflikte innerhalb gelöst),

je 1x: Qui-Gong, Visite, Imagination, Skills-Gruppe (wie geh ich mit Gefühlen um?), Ressourcengruppe (meist spielerisch: was hab ich denn so drauf?), organisatorische Gruppe (wer macht welchen Dienst), wer mag kann so noch ins Atelier und zu Feldenkrais.

Dazwischen Kontakt mit anderen Patienten, Schreibkram, Pause, Essen...

Gegen 14:30/15h heißt es dann: Abschlußrunde. Gemeinsam wird der Kliniktag beendet und auch hier eine kleine Runde, entweder: Was hab ich heute noch schönes vor? Wie geht es mir gerade? Was lasse ich an (Gedanken/Gefühlen) in der Klinik, Was hab ich heute gut gemacht....

Und dann geht der normale Alltag zuhause weiter.

Och klingt ja ganz nett? Jaaaaa, wenn man gesund ist, mag das fast wie eine nette, erholsame Kur klingen. Aber da diese Station spezialisiert auf Traumafolgestörungen ist, geht’s da oft hoch her.

Aber JETZT hab ich ja frei und geh mal im Bloggerland bissl stöbern :-)



Freitag, 4. Februar 2011

Kurs in Selbstbehauptung

Heute all meinen Mut zusammen gekratzt (die Wut half da etwas) ins Pflegezimmer marschiert und mal sinnbildlich aufn Tisch gehaun.
Mir stinkt was, ganz gehörig.

Und es war gut und richtig!
Früher wär ich stumm geblieben und in den Rückzug gegangen.
Heute nicht mehr.

Die Miss hörte sich das ruhig an, brachte es auf den Nenner und wir fanden eine gute Lösung.
Ich wurde verstanden und gelobt, dass ich meinen Mund aufgemacht habe!

Kurz darauf kam meine Therapeutin angerauscht, fand das ebenfalls gut und dass wir das am Montag genauer besprechen.
Is ok, ich nehm es nicht mit ins Wochenende. es bleibt in der Klinik.

Gute, schöne, neue Erfahrung!!!!

Und jetzt?
Wochenende!!!!! Pur! Menschenfreie Zone! Schlafen! Träumen! Zeit frei einteilen können! Lesen! Und mal sehn nach was mir sonst noch ist.

1. Woche geschafft.
Is gut gelaufen sag ich mal :-)

Donnerstag, 3. Februar 2011

Besser als gedacht!

Vor dem heutigen Tag schob ich heftige Angstwellen.
3 intensive Stunden hintereinander. OH MEIN GOTT!
Morgens war ich fleißig am dramatisieren: der Tag wird sowas von scheiße und ach und haste nich gehört.
Dann dachte ich mir: Nö! Stop! Dies wird ein guter Tag!
Tja..äh was soll ich sagen...er war erleichternd, schön, anstrengend, kreativ.

Mit Sonne und Lucie! Wer Lucie ist erzähl oder zeig ich vielleicht ein ander Mal.
Es ist kein Hund :-) (ihr dürft gerne raten *g*)

Und daheim die nächste Hürde:
Neue Hardware für meinen Pc. Neuer Anschluß usw.
Tja...äh was soll ich sagen...es hat alles wunderbar geklappt *freu*!!!!!!!

Und ich fand die Flatrate auch gleich!!!

Kunde: Ich habe den Karton jetzt mehrfach durchsucht. Es
ist auch alles drin, Router, Kabel, Bedienungsanleitung.
Aber diese Flatrate kann ich einfach nicht finden.
aus: kunden.ausderhoelle.de

Jetzt genieß ich meinen Feierabend noch ganz bewußt und erfreut!

Mittwoch, 2. Februar 2011

Alle guten Dinge sind 3

Der 3.Tag war heute ruhig, heißt: viel freie Zeit und wenige Therapie-Stunden.
Was aber nicht heißt, dass ich weniger angespannt bin. Nene so is das nicht.
Leider.
Aber ich bin zu lange von zu vielen Menschen umgeben und da werde ich tierisch gereizt!!!!!
Wahrscheinlich fühlt sich so ein Tiger im engen Käfig.
Booaahhhh......

Frage 1:
Was macht man auf dem Weg zu einer unangenehmen körperlichen Untersuchung?
.......
Genau, man nehme jemand mit, der dauernd rumblödelt und Witze macht.
Danke S. Du hast mich gerettet!

Frage 2:
Was ist ein Marillenetui?
Vielleicht is der auch schon uralt und nur ich kenn den nicht...
......
na?
Ein BH!
tztztz....

Frage 3:
Und heute noch so?
Am liebsten Bett, Bett, Bett....aber wie all days....Ihr wißt das ja schon.

*chhrrccchhhrrrchhhrr*

Ahso, nochwas...was wahrscheinlich 90% der Frauen hier nicht verstehen werden, es ist aber so:
Ich habe an Gewicht zugelegt UND ich freu mich wie Bolle drüber!!!!!!
Stolze 66 Kilo *heureka* bei 1,83m Größe
*selberaufschulterklopf*

Dienstag, 1. Februar 2011

Ich bin ein Schaf

und fahre jeden Morgen mit dem Viehtransporter...
so komm ich mir jedenfalls vor.
Hab ich schon gesagt, dass ich kein Pendlerfan bin?
JA so is das...

Heute gut gemacht:
Als ich im orangen Gefühlsbereich ankam, mir ein Stop eingelegt, eine Stunde sausen lassen und meinen Gedanken nachgehängt.
Früher hätt ich gedacht: Och geht schon noch (irgendwie) und wenn ich dann im knallroten Bereich angelangt wäre: mich dafür schimpfen, dass ich das nicht aushalte und ich Lusche usw...
JA so is das...

Und: Bauklötze gestaunt:
Mal wieder. Die Klinik enttäuscht mich nicht. Sowas von kompetente Fachleute!
Hab ich ne Sperre beantragt, damit keiner erfährt ob ich in genau der Klinik bin, sollte da jemand rumsuchen.
Hieß es: Wurde schon gemacht!
Hej die haben weiter gedacht! APPLAUS!!!!!!
Wunderbar.
Ich bin dankbar.

Und reif für einen Kinderkaffe und Couch und Dusche und Essen...so wie das eben is :-)