Donnerstag, 20. Januar 2011

Zeit der Langsamkeit

So kurz vor der Klinik möchte ich mich mehr in Achtsamkeit üben. Konzentriert und entspannt die Dinge machen, die noch so anstehen. In mich horchen. Mich sammeln und weniger zerstreuen.

Dazu lese ich das Buch Gelassenwerden aus dem Herder-Verlag. Dies begleitet mich schon ziemlich lange, denn ich finde dort kleine Geschichten, Gedichte, Briefe, Auszüge aus anderen Büchern, so dass ich einfach aufschlagen und lesen kann, kreuz und quer.

Thoreau, Seneca, Thitch Nhat Hanh, Lao-Tse, Eknath Easwaran, Rilke und viele mehr kommen zu Wort. Oder ein Auszug aus „Momo“ oder aus der Bibel oder eines jüdischen Gebetes.

Es wird geschrieben über Langsamkeit, Sein statt Haben, Gegenwart erfahren und leben, über die Stille, über den Umgang mit sich selbst, über die Vergänglichkeit und den Tod. Über Geduld und Meditation.

Auf was kommt es an im Leben? Jage und treibe ich mich nur so durch die Tage? Wie geht das „rechte“ Leben?

Dies Büchlein bringt mich oft wieder zurück auf den Boden, zu mehr Ruhe und Freundlichkeit. Es liest sich einfach und verständlich, es regt zum nachdenken und zum schmunzeln an.

Ich werde also, um mich herum viele freie Flächen schaffen und was ich nicht erledigen will, wird weggeräumt.

Ich werde mich in einer Gehmeditation üben.

Ich werde essen, wenn ich esse und ruhen, wenn ich ruhe und nicht, wenn ich sitze schon wieder aufspringen, wenn ich abspüle in Gedanken schon wieder weiter galoppieren.

Ich werde öfters am Tag einfach nichts machen, nur atmen.

Ich möchte mich nicht hetzen, denn dazu habe ich gar keine Zeit :-)

Und dies alles klappt natürlich noch viel besser, wenn man die Stromabrechnung vom letzten Jahr bekommt und erfährt, dass man noch knapp 10€ raus bekommt. Lieber das, als 10€ nachzahlen.

Und ich hatte echt Bedenken, weil ich dieses Jahr nur zuhause war, nicht arbeiten, nicht paar Wochen in der Welt umher gegondelt oder sonstiges.

Alles ist gut. :-)

Kommentare:

  1. Ja, sehr schön, Meditation und die Übung von Achtsamkeit auch bei alltäglichen Verrichtungen wird Dir bestimmt guttun.

    Ich meditiere immer auf dem Weg von und zur Arbeit, denn sonst finde ich keine Zeit dafür.

    Es ist sehr hilfreich, um herauszufinden, was in mir aktuell wirklich los ist, und was vielleicht nochmal betrachtet und verarbeitet werden will.

    Wenn Du schreibst "Alles ist gut", dann kennst Du es vermutlich auch: dieses innere Lächeln, der stille Frieden, der während oder nach der Meditation oft aufscheint (nicht immer).

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  2. Jepp so ist es.
    Vor allem vertragen meine Nerven gerade keinen weiteren Input mehr :-/

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