Freitag, 14. Januar 2011

Trauma-Therapie

Bald geht’s wieder in die Tagesklinik. Es ist eine Trauma-Ambulanz. Schonende Traumatherapie heißt es da und weil a) soviel Bedarf dafür ist und b) es nur 10 Plätze gibt, heißt es: 3 Monate Wartezeit. Aber auf die kam es mir auch nicht mehr an.

Dort war ich vor einem Jahr schon einmal von Nov.-März. Dieser Aufenthalt tat mir sehr gut, die Ärtzte, Therapeuten, Pflegeleute sind auf dem neusten Stand der Trauma-Forschung und hat sich auf die Stabilisierung und Ressourcenförderung spezialisiert.

Ich erinnere mich an sehr gute Unterstützung, an mitfühlende Worte: „ja es gibt so Tage an denen ist man einfach zermürbt!“, an heilsame Begegnungen mit Menschen, auch an viel lachen und rumalbern dürfen und an die Auf- und Erklärung was mit mir los ist.

Die Kreativ-und Körpertherapieangebote sog ich regelrecht auf. Weg vom Kopf und Verstand, hin zum Gefühl. Daraus entstand mein Leuchtturm. Vorher hatte ich eher gemalt, mit Farben und Formen gespielt und dann saß ich eines Tages da und zeichnete meinen Leuchtturm, mit allen Schattierungen und Perspektiven als hätte ich noch nie etwas anderes gemacht. Alle staunten, ich am meisten. Meine Freude war riesengroß!

Ich durfte so sein wie ich bin, mal panisch aus dem Gruppenraum rennend, heulend vor dem Pflegezimmer, um Notfallgespräch bittend, mal zuhause bleibend, als spielendes Kind und bockige Jugendliche. Die Extrawurst meiner Therapeutin (nicht mitessen zu müssen) konnte ich nur sehr schwer annehmen.

Es wird eine heftige Umstellung: Von null auf 100. Jetzt kann ich mir den Tag frei einteilen, meide zuviele Menschen, kann tun was ich will. Und dann: 9 Std. außer Haus, ständig unter Menschen und ein straffes Programm. Nunja, immer langsam mit den Pferden :)

Ich bin gespannt, wie mein 2.Intervall dort wird.

Ahhh und vielleicht ist deswegen mein Körper und meine Seele so in heller Aufruhr, dass ich deswegen irre Kopfschmerzen, Herzrasen, Magenkrämpfe und erhöhte Temperatur habe! Mein lieber Körper, meine liebe Seele, es ist noch über 2 Wochen hin, zum Antrittstermin, ganz ruhig, wir haben noch Zeit und ihr wißt, dass man da sehr nett mit euch umgeht und zur Not gehen wir wieder heim, wir sind dort frei und nicht in einem Gefängnis...

Ich glaub ich muss da heut noch mehr Beruhigung und Entspannung rein bekommen. Sonst bin ich in 2 Wochen völliger Matsch.



Wer sich bewegt, bewegt etwas.

Wer sitzen bleibt, kann der Welt höchstens Arschabdrücke hinterlassen!

(frei nach mir)

Kommentare:

  1. Ganz klar, die Angst vor "in der Seele bohren".
    Da würd´ ich auch bibbern.
    Aber wenn man dran ist, tut es so gut.

    Deine Tini

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  2. Klingt toll. Und als wenn sie dir Zeit lassen, genau soweit zu gehen, wie du möchtest. Also dich nicht drängen sondern nur auf deinem eigenen Weg unterstützen. Sicher schön :).

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  3. @ Schmedderling, soviel wird da gar nicht gebohrt, das soll man erst, wenn man mit den aufkommenden Gefühlen recht gut umgehen kann. Für mich is es eher schwierig ständig unter Menschen zu sein: Is wieder einer dabei der meine Grenzen überlatscht, mich für sich benutzt, ect...

    @ Tina, das stimmt, da wird kein Erfolgsbuch geführt und auch kein Druck, dass man möglichst gesund da wieder rausmarschiert. Den Druck mach ich mir schon selber und das Team bremst da einen auch, wenn sie meinen man übernimmt sich mal wieder.
    Ich durfte da auch mal ne Runde im Park drehn, weil alles mögliche hoch kam...oder den wöchentl.Körpercheck (für mich sehr schwer) auslassen.
    Ja ich bin froh, dass es das hier gibt, denn stationär geht derzeit überhaupt nicht.

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  4. Liebe Regenfrau,
    Körper und Seele ahnen wohl, das da für bewegte Wochen und Monate anrollen. Ich wünsche Ihnen alles, alles, alles (!) Gute für die kommende Zeit.
    (Als heute Morgen Regen und Wind durch die Wipfel der himmelhohen Bäume rauschten, da musste ich an Sie denken, ist das nicht kurios?)

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  5. Liebe Frau Dezemberhimmel,
    ja, da ich alles schon kenne, weiß ich was für eine anstrengende Zeit auf mich zukommt. Das stimmt.
    Vielen Dank für die Wünsche :-)
    Regen ja, Wind nein den mag ich nicht, das sieht immer so bescheuert aus, wenn man mit seinem Schirm gegen einen unsichtbaren Gegner kämpft ;)
    Aber das Bild find ich toll...mit den hohen Bäumen..sehr schön!
    Liebe Grüße

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  6. Liebe Regenfrau,

    ich wünsche Dir alles Gute für Deine Therapie-Zeit. Sei offen für neues, aber mache nichts mit, was Dir völlig widerstrebt. Du bist selbst für Dich verantwortlich. Niemand kann so gut in Dich hineinschauen wie Du selbst.

    Viel Glück!
    Louise

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  7. Danke liebe Louise! Ich werd (hoffentlich) dran denken :-)

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  8. Liebe Regenfrau,

    Dir alles Gute dabei,da haben wir wohl einen ähnlichen Weg vor uns. Werde öfter hier vorbei kommen.

    Übbrigens toller Spruch: "wer sich bewegt, bewegt was.

    Lass es Dir gut gehen

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  9. Herzlich Willkommen angstfrei-leben (ach welch schöner Name und welch wünschenswertes Ziel!)
    :-)
    Jau wir packen den Weg schon!

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