Samstag, 8. Januar 2011

So schnell kanns gehn...

da fläz ich nichts ahnend auf meiner Couch, freue mich, daß das neue Buch noch vor dem Wochenende angekommen ist, schlage es freudig auf, fange an zu lesen und lese und lese, bis ich Sätze lese, die mir die Luft rauben, mich in Angst und Panik versetzen und ich nicht mehr klar denken kann.

Das Buch ist von Konstantin Wecker: Die Kunst des Scheiterns.
Und er schreibt da über Kinder und Erziehung und von Psychoterror, damit die Kinder immer brav und folgsam sind und perfekt funktionieren. Wie Unmenschen. Wie Maschinen. Is ja auch bequemer so.

Ich lese meine Geschichte. So knallhart, schwarz auf weiß.
Die Nacht war dementsprechend. Aufgewühlt, unruhig, hellwach.
Ich starre in das schwarze Loch und es zieht und lockt mich, mich dem einfach hinzugeben. Mich fallen zu lassen.

Doch irgendwie schaffe ich es, mich gerade noch selber am Schopfe zu packen und weg zu ziehen.
In aller Frühe drehe ich eine Runde in der kühlen, regennassen Morgenluft. Noch vor dem Frühstück, einfach schnell anziehen und raus!

Ich sitz immer noch etwas verdattert am Boden und starre den Teppich an, den man mir unter den Füßen weggezogen hat. Mein Herz rast, ich kann kaum tief atmen, alles ist verspannt, ich schwitze.

Später kommt noch ein weiterer Spaziergang, ein längerer, um den Kopf wieder frei zu bekommen und die Anspannung abzulaufen.
Meine Wohnung heimelig machen, mit Kerzen und einer kuscheligen Decke, mich selbst so gut es geht versorgen, um mich kümmern.
Meine aufgeschreckten inneren Anteile beruhigen, ihnen Schutz geben und die Dinge um mich entfernen, die mir weiter Übelkeit einbringen.

Es ist jetzt endlich Schluß verdammt nochmal.
Der große Cut kommt.

Kommentare:

  1. Oh je, hört sich ja grausam an das buch. Aber irgendwie auch interressant... Sag mal bescheid ob es sich lohnt, und lass dich nicht erschüttern. Vielleicht ist das ja schlussendlich auch alles nur quatsch was der schreibt.

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  2. Nein nein, das Buch war nur der Auslöser...Wecker kann dafür gar nix. Und an und für sich is das Buch interessant, ich mag biographische Sachen, ein Blick zurück auf die wichtigsten Lebensbereiche und wie man das geschaukelt bekam oder eben nicht :)
    Auch seine Gedichte haben was (als Sänger find ich ihn grauenvoll).

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  3. Das Buch brauche ich auch. Es erinnert mich an mich und leider kommt es mir ein wenig bekannt vor - so als Mutter. Aber vielleicht rede ich es mir nur ein. Ich werde es kaufen...

    Und Dir, Du Liebe, wünsche ich einen regelmäßigen Herzschlag.

    Deine Tini

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  4. Also das was mich so umhaute is nur ne halbe Seite, er schreibt ja über sich und sein Leben, im Knast auf der Bühne seine Eltern usw. Nich das Du Dir zuviel erwartest.
    Aber bayrische Revoluzzer lesen sich immer recht gut ;)

    danke hab mich soweit wieder gefangen....
    Liebe Grüße!

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