Freitag, 28. Januar 2011

Mein Weg

Es gab ja auch Menschen, die mich auf meinem Weg unterstützten, mich begleiteten, mir Dinge sagten, mir selbstlos halfen.

Zum Beispiel Frau M. Eine Therapeutin. Die ich ca. alle 14 Tage besuchte, je nachdem wie mein Kontostand war, denn ich bezahlte sie selbst.

Der ganze Rahmen war schon mal anders als bei Kassentherapeuten:

Wir trafen uns in der Wohnung ihres Sohnes, die innen aussah wie eine urige Almhütte! Sehr entspannend und wohltuend, alles aus Holz, ein paar Fleckerlteppiche, ein riesen Kachelofen und spartanisch eingerichtet.

Wir duzten uns (würde ich heute nicht mehr machen, aber damals war es genau das richtige). Sie war wie eine gute Freundin für mich und doch professionell abgegrenzt.

Sie ermunterte mich zu malen und zwar so wie es mir gefiel. Ohne Zwänge, ohne Vorgaben, ohne Bewertung. Einfach los. Wie leicht mir das fiel, als ich erstmal die Berechtigung hatte, das zu tun wonach mir war! Und das erstmal nur auf Papier! Wie fühlte es sich an, wenn ich das auf mein weiteres Leben übertrage?

Es machte Spaß und voller Freude und Kreativität malte ich zuhause weiter. Oft nahm ich dann einige Bilder zum nächsten Termin mit und wir besprachen es.

Außerdem ließ sie mich „aufstellen“. Das ging so: Sie stellte eine Kiste mit Sand (oder ohne) vor mich und eine Tüte voller Figuren, sei es junge, alte Menschen, Tiere, Phantasiegestalten, Märchenfiguren. Und wenn was größeres zum Thema wurde, stellte ich auf. Was da zum Vorschein kam! Unglaublich. Teils rüttelte es mich ordentlich durch und teils bekräftige es nur das, was ich eh schon ahnte.

Durch das malen und aufstellen konnte mein Unterbewußtes reden und nicht mein Verstand. Ein großer Unterschied!

Irgendwann meinte sie auf meine Frage hin (ich weiß leider nicht mehr welche das war!): „Ja das ist bei schwer traumatisierten Frauen ganz normal!“ Ich kippte aus den Socken. Ich traumatisiert? Und wie, das is ganz normal? Wieder gab es Erschütterungen aber auch eine Ruhe. Und eine neue Orientierung, seitdem beschäftigte ich mich mit Trauma-Therapie. Ein Segen, wie sich heraus stellen sollte.

Irgendwann zog sie um, in eine andere Stadt, dort gab es nun einen richtigen Praxisraum. Die Fahrt mit der Bahn dauerte einfach über 2 Stunden. Aber das war es mir wert. So war das immer „mein Tag“. Die gemütliche Fahrt, die Stunde bei ihr, danach noch in dem umliegenden Wald und nahe am Fluß ein Spaziergang oder ein kleines Picknick um alles sacken zu lassen und dann wieder die Heimfahrt.

Jetzt habe ich leider das Geld nicht mehr dafür. Aber eins weiß ich: Wenn ich mir mal einen schönen Tag machen will, dann fahre ich zu ihr, genieße ihre ruhige und humorvolle, bayrische Art, bummel durch die Natur und laß es mir gut gehen. Sie hat definitiv einen Platz in meinem Herzen!!!

Kommentare:

  1. Ein Platz im Herzen gegen Geld, irgendwie kommt mir das komisch vor?!

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  2. :-) Nein es war für mich mehr als eine Therapeutin.
    Und warum darf man jemanden nicht mögen, den man auch bezahlt?

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  3. Ein schwarz/weiß Bild (also verschiedene Grautöne, wie bei einer Fotografie) mit einer Landschaft, wo ein Teil dann farbig ist.z.B. Sonne oder ein Baum.


    zb wie hier mein malblig ;) seite 5 name übergangsphase da sind zb viele grün töne, und dann der schwarze baum könnte mir das zb gut in schwarz grau weiss tönen vorstellen und dann zb einen baum in kräftigen rot gelb orange tönen ;)

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  4. http://rabenflugsgalerie.blogspot.com/

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  5. rot-gelb-orange sind natürlich absolut kraftvolle Farben :-) und würde mir sehr gut gefallen!

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  6. Schön, wie du das beschreibst! Ich vermute mal, diese Therapeutin wird sich auf deinen Besuch auch immer wieder gefreut haben.

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