Mittwoch, 26. Januar 2011

Ich versteh dich (nicht)...

So *uff* heut der letzte Muss-Termin vor der Klinik.
Und wie sooft befiel mich am frühen Morgen die "ich-mag-nicht-Laune" einhergehend mit dem Wunsch weit ab der Zivilisation wahlweise am Meer oder in den Bergen in einer urigen Hütte zu hausen. Wo ich tun und lassen kann, was ich will.

Diese Phase hatte ich auch mal letztes Jahr in der Tagklinik. So saß ich da: bockig, mürrisch und hinter dicken Mauern. Meine liebe Therapeutin ließ sich davon gar nicht beirren und legte los. Ich, mit innerlich verdrehten Augen, ahnend dass jetzt bestimmt der moralisierende Zeigefinger kommt, dass das so nicht gehe und man müsse doch.
Weit gefehlt.

"Rückzug ist eine Möglichkeit, aber zu welchem Preis? Ich glaube, zu einem sehr hohen, dem der Einsamkeit. Rückzug ist das was Sie immer tun, sie konnten nicht anders handeln, das ist in Ordnung, sie können aber auch mal probieren im Kontakt sich abgrenzen und schützen.." ("hallo? wie soll das denn gehn???", fuhr ich sofort hoch! Daran sieht man, wie wenig Handlungsalternativen ich kannte).
Sie weiter:" wenn sie sich weiter zurück ziehen, berauben sie sich selbst der Möglichkeit neue, positive Erfahrungen zu erleben!"

Ha dachte ich höhnisch, wir tauschen mal unsere Leben, dann siehst was da los ist. Positive Erfahrungen...mit Menschen!!! Das ich nicht lache!!!
Grinste sie aber nur verschmitzt an und wir ließen das erstmal ruhen.

Diese Sätze hab ich nie vergessen und bin ihr dankbar, dass sie mir die andere Sichtweise auch gezeigt hat.

Also bin ich heut mutig los, erledigte meinen Kram, es verlief alles zu meiner Zufriedenheit und sitze nun wieder hier: Verschmitzt grinsend: Gut, dass ich das heute getan habe! Ich habe heute was geschafft und bin stolz darauf!

Während der Stunden war ich sehr froh über meinen reparierten Zahn. Fiel mir bewußt gar nicht auf, wie sehr das immer zog und pochte. Im ausblenden bin ich ja super.
Schickte nochmal ein DANKE an den Zahnarzt und wunderte mich da wiederum, wie viel die verstehen, wo man doch nur "hhhaaa...hhiii...gnnn...chhrrr" von sich geben kann, wenn man da mit weit aufgerissenem Maul liegt.

Wahrscheinlich gibts da im Studium nen extra Kurs: Wie entschlüssel ich die unverständliche Sprache meiner Patienten?

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