Montag, 31. Januar 2011

First Day!

Was? Es ist erst Montag?
Also mal ehrlich: Ich fühl mich wochenendreif *ööffzzz*

Wie wars?
Anstrengend!
Warum?
Viele neue Eindrücke, Gefühle, Situationen.
Was haste gut gemacht?
Klar Stellung bezogen, was NICHT mein Therapieziel ist und das auch noch vorm Chefarzt! Da kann der nen Kopfstand machen und mit dem Arsch wackeln!
Ich werd halt nie ein Freund von Menschenmassen und auch nicht der Gruppen/Cliquenfreund und ich mag schon gar keine Spiele oder Wettkämpfe und es ist nicht alles krank an mir. Und ich darf so sein, wie ich bin.
Ich bin wegen 2 ganz konkreten Dingen dort und basta.
(ich erkenn mich selbst kaum *kicher*)

Es hat sich auch heraus gestellt, dass es keine lange Therapie wird. Ehrlich gesagt, hat sich die Therapeutin gewundert, was ich hier will, nachdem ich letztes Jahr so gut gewuppt hab, ohne therapeutische Begleitung.*vorStolznochnenMetergrößerwerd*

Was ist schwierig?
- Es gibt noch keinen extra Ruheraum. Meine Fluchttendenzen lassen sich also erstmal nur so erfüllen, dass ich ganz aus dem Haus gehe. Toll bei diesem Dauerfrost, aber ej wozu hab ich mir nen neuen Wintermantel gekauft :-)
- Tja und dass das ganze mitten in einer grooooßen Klinik ist, sprich ich seh dauernd Menschen im Rollstuhl, mit Infusionen, Gipsen, Krücken oder direkt vorm Raucherplatz ist auch der Sanitätsanfahrtsweg, das haut mich etwas aus den Socken....

Was ist schön?
Viele angenehme Neuerungen!

Auf was freust du dich heute noch?
Auf 2 neue Hundebücher (so zum ablenken und durchblättern), meine Couch, ein leckeres Essen und eine heiße Dusche!!!!!!!

Sonntag, 30. Januar 2011

Auf eigenen Füßen stehn

Tja älter wird man von alleine, erwachsen nicht.
Und das ist immer wieder Thema bei mir: Ich selbst werden, Ablösung vom inneren und äußeren Elternhaus, Abgrenzung, meine Ideen, Werte, Bedürfnisse für mein Leben finden, Verantwortung für eben jenes zu übernehmen.

Es ist ein längerer Prozeß und mir scheint er kommt wellenartig. Das eigene Selbst finden, eine zweite Geburt, auch mit Wehen verbunden.

Ich will was anderes als meine Familie und es ist schwierig, mich nicht wieder in deren Boot ziehen zu lassen. Ich soll doch bitte weiter brav mitspielen, sonst kommt doch das ganze Mobile aus dem Gleichgewicht.

Is aber nicht.
Jedenfalls spüre ich seit einigen Tagen ganz konkret in meinen Füßen ein neues (Lebens-?)Gefühl! Früher hatte ich kaum Gefühl in den Sohlen, eher so als würde ich 3cm über den Boden schweben. Und die Übung mich in den Boden sinken zu lassen und ganz schwer zu machen, ging gar nicht.

Nun ist es so, dass ich einen viel besseren Kontakt zum Boden habe, fester, standfester bin, dadurch geh ich automatisch viel aufrechter.
Ich hab auch ganz oft das Bedürfnis sie einzucremen, zu massieren, zu pflegen, zu wärmen und ihnen neue Reize zu geben z.B. rolle ich meine Sohlen ganz oft über den Igelball/Massageball, mal soft, mal ganz hart. Ich strecke und dehne den ganzen Fuß mehr und sämtliche Verspannungen knacken aus dem Gebälk.

Ich fühl mich einheitlicher, mehr als Ganzes
und gehe mutig meinen Weg!

Samstag, 29. Januar 2011

Let's go!

So, am Montag geht looooos *zitter*...

und ich hab keine Lust meine Ängste ernst zu nehmen,

deswegen habe ich beschloßen, dass ich

  • oft zu spät kommen werde, Gläser und Tassen immer umwerfe, mich beim reden verschlucke und knallrot anlaufe, mir ein lauter, knallender Wind entfleucht, ich vom Stuhl falle, den totalen Stuß daher rede, mit Mundgeruch und fettigen Haaren erscheine, 2 verschiedene Socken trage, eine Übung nicht kapiere und 10x nachfragen, meine Termine vergessen...

kurz und gut: all die Träume eines Sozialphobikers werden wahr!

Aber so im Große und Ganzen bin ich recht entspannt. Das kenn ich schon von mir: Bei sämtlichen Prüfungen waren um mich herum alle Menschen furchtbar hibbelig und als es losging waren die die Ruhe in Person. Bei mir ist es genau andersrum. Wär ja auch gelacht, wenn bei mir einmal irgendwas normal abläuft.

Oder Montags, die große Visite: Da sitzen alle Ärzte, Therapeuten, Praktikanten und reden über dich, dann musste mit reinkommen und auch bissl was schlaues von dir geben. Die ganze Truppe zitterte und bangte. Und ich? Ich die größte Null in Sachen Sozialkompetenz ging völlig gelassen da rein und genauso wieder raus.

Und nachdem während der Klinikzeit alles für mich erlaubt ist, was es sonst nicht gibt, aus Kosten- oder Umweltschutzgründen, darf auch die nächsten Tage/Wochen meine Geschirrspülmaschine laufen. Sonst schluckt und sammelt die brav meine Pfandflaschen. Heute also Testlauf. Nach vielen Stoßgebeten und etwas rumfummeln am Wasseranschluß läuft sie. Nur ganz traue ich der Technik nicht und laufe alle 5 Minuten in die Küche und schaue und horche.

Ok, vielleicht bin ich doch ein bissl nervöser als ich dachte :-)

Freitag, 28. Januar 2011

Mein Weg

Es gab ja auch Menschen, die mich auf meinem Weg unterstützten, mich begleiteten, mir Dinge sagten, mir selbstlos halfen.

Zum Beispiel Frau M. Eine Therapeutin. Die ich ca. alle 14 Tage besuchte, je nachdem wie mein Kontostand war, denn ich bezahlte sie selbst.

Der ganze Rahmen war schon mal anders als bei Kassentherapeuten:

Wir trafen uns in der Wohnung ihres Sohnes, die innen aussah wie eine urige Almhütte! Sehr entspannend und wohltuend, alles aus Holz, ein paar Fleckerlteppiche, ein riesen Kachelofen und spartanisch eingerichtet.

Wir duzten uns (würde ich heute nicht mehr machen, aber damals war es genau das richtige). Sie war wie eine gute Freundin für mich und doch professionell abgegrenzt.

Sie ermunterte mich zu malen und zwar so wie es mir gefiel. Ohne Zwänge, ohne Vorgaben, ohne Bewertung. Einfach los. Wie leicht mir das fiel, als ich erstmal die Berechtigung hatte, das zu tun wonach mir war! Und das erstmal nur auf Papier! Wie fühlte es sich an, wenn ich das auf mein weiteres Leben übertrage?

Es machte Spaß und voller Freude und Kreativität malte ich zuhause weiter. Oft nahm ich dann einige Bilder zum nächsten Termin mit und wir besprachen es.

Außerdem ließ sie mich „aufstellen“. Das ging so: Sie stellte eine Kiste mit Sand (oder ohne) vor mich und eine Tüte voller Figuren, sei es junge, alte Menschen, Tiere, Phantasiegestalten, Märchenfiguren. Und wenn was größeres zum Thema wurde, stellte ich auf. Was da zum Vorschein kam! Unglaublich. Teils rüttelte es mich ordentlich durch und teils bekräftige es nur das, was ich eh schon ahnte.

Durch das malen und aufstellen konnte mein Unterbewußtes reden und nicht mein Verstand. Ein großer Unterschied!

Irgendwann meinte sie auf meine Frage hin (ich weiß leider nicht mehr welche das war!): „Ja das ist bei schwer traumatisierten Frauen ganz normal!“ Ich kippte aus den Socken. Ich traumatisiert? Und wie, das is ganz normal? Wieder gab es Erschütterungen aber auch eine Ruhe. Und eine neue Orientierung, seitdem beschäftigte ich mich mit Trauma-Therapie. Ein Segen, wie sich heraus stellen sollte.

Irgendwann zog sie um, in eine andere Stadt, dort gab es nun einen richtigen Praxisraum. Die Fahrt mit der Bahn dauerte einfach über 2 Stunden. Aber das war es mir wert. So war das immer „mein Tag“. Die gemütliche Fahrt, die Stunde bei ihr, danach noch in dem umliegenden Wald und nahe am Fluß ein Spaziergang oder ein kleines Picknick um alles sacken zu lassen und dann wieder die Heimfahrt.

Jetzt habe ich leider das Geld nicht mehr dafür. Aber eins weiß ich: Wenn ich mir mal einen schönen Tag machen will, dann fahre ich zu ihr, genieße ihre ruhige und humorvolle, bayrische Art, bummel durch die Natur und laß es mir gut gehen. Sie hat definitiv einen Platz in meinem Herzen!!!

Donnerstag, 27. Januar 2011

Wie du mir...

Eine kleine Vorgeschichte.

Als ich noch die Schulkinder fuhr, war da ein Mädl dabei, das ich abends immer heim fuhr.

12 Jahre alt, sehbehindert, körperlich teils gelähmt und unglaublich hibbelig, aufgedreht und keine Minute still. Sie konnte einem wirklich den letzten Nerv rauben. Ich wußte aber auch ihre Hintergründe: Alleinerziehende Alkoholikerin mit psychotischen Zeiten als Mutter. Und dann ein behindertes Kind. Ich glaub eine noch ungünstigere Konstellation geht gar nicht mehr. Weil mir das alles aus meiner eigenen Kindheit bekannt vorkam, konnte ich das Mädl gut verstehn. Wie sie da so saß um Aufmerksamkeit heischend, emotional und sozial ziemlich verwahrlost.

Zur Beruhigung bekam sie erstmal einen Knautsch-Knet-Gummiball. Das gefiel ihr sehr gut. Des weiteren gab es 5 Schweigeminuten (auch für meine Nerven) aber ich sah auch, dass sie sich nach solchen Regeln sehnte, sie mit Freude aufgriff, nun wußte sie was sie durfte, was nicht. Es gab ihr Halt und Sicherheit. Dazu zählte auch, dass sie nur auf den Beifahrersitz darf, wenn sie einigermaßen ruhig ist. Nicht als Strafe, sondern a) zur Sicherheit (dass sie mir ins Lenkrad griff war gar nicht so unrealistisch) und b) damit sie selber mal ein bisschen zur Ruhe kommen kann.

Des weiteren fand sie es unglaublich toll, wenn sie mir sagen durfte, wie/wohin ich zu fahren habe.

Und das war eine verdammt lange Strecke, denn vor ihr mußte ich noch 5 weitere Kinder quer durch München kutschieren und daheim absetzen.

Traurigerweise wurde mir klar, wie sehr sie die Verantwortung für andere übernahm. Wie sehr sie Sachen mit trug, für die sie gar nicht zuständig war. Ohh auch das kannte ich sehr gut. Ich erklärte ihr also (als wir alleine im Auto waren), dass sie sich ganz entspannt zurück lehnen dürfe, ich wisse den Weg sehr gut, sie muss nicht drauf achten. Ich bringe sie sicher und heil und pünktlich nach Hause! Ab da sah ich sie des öfteren einfach verträumt aus dem Fenster gucken. Und genau DAS sollte sie auch machen!

Natürlich lachten wir viel, ich war aber auch konsequent, wenn es zu bunt wurde. Nach einiger Zeit kamen wir gut miteinander aus und sobald sie mich sah, schrie sie auf, humpelte zu mir her und umklammerte mich, als wär ich das letzte Stück Holz im weiten Meer. Alle Kollegen verdrehten die Augen, ließen mich wissen, dass sie froh waren, das Gör nicht zu haben (was natürlich das Gör auch merkte)..und irgendwann teils aus blödeln, teils aus Ernst fand sie einen neuen Spitznamen für mich: Mama!

Es war mir klar, dass sie sich nach einer anwesenden, spiegelnden, ermunternden, tröstenden Mutter sehnte. Also sagte ich nichts dazu. Und war ab sofort eine Mama, ohne je eine Schwangerschaft oder Geburt erlebt zu haben. Nunja :)

Natürlich bekam das auch Kollege O. mit. O. witzelte immer rum, ließ verletzende Spitzen los und ach alles doch nur aus Spaß. Jedem das seine. Bis er auch Mama zu mir sagte. Haha, sehr lustig. Ich bat ihn normal, dass er mich nicht so nennen braucht, ich das nicht will, ich ignorierte ihn, ich blaffte ihn an...half alles nichts, stachelte ihn nur noch mehr an, mich zu necken.

Bis wir wieder mal an einem Parkplatz standen. Und er:“ Na Mama, dann werd ich mal ein Stück vorfahren, damit du nachher gleich weg kannst!“ Ich zog den Schulranzen aus dem Kofferraum, sah ihn an, meinte:“Is recht Opa, mach das mal!“ haute den Deckel zu, nahm das Kind an die Hand und marschierte los. Ach ne, zuvor sah ich ihm natürlich noch ins Gesicht und da sah ich: Einen verdutzten, verwirrten Ausdruck mit herunter hängendem Unterkiefer! Ha! Nach ein paar Metern rief er mir fast beleidigt nach:“ Aber ich bin doch noch gar kein Opa!“

Ahja? Ich drehte mich wieder um und meinte:“ Siehste, und ich bin keine Mama!“

Die Moral von der Geschicht?

Er nannte mich seitdem keine Mama mehr, niemals nicht!

Was aus dem Mädl wurde? Nun, erstmal flog ich hochkantig raus (aus anderen Gründen),Chefin Nr.1 machte blöde Spiele, die ich nicht mitspielte. Da die Oberchefin mich aber nicht verlieren wollte, bekam ich Aushilfs-oder Krankenfahrten, also Springerin. So sah ich sie weiterhin ab und zu. Unser Begrüßungsritual wurde schief beäugt, aber ej uns doch wurscht, was die Leute denken.

Irgendwann stand eben Oberchefin vor mir, mit Tränen in den Augen, ich dacht mir: oh scheiße, jetzt kommt nix gutes. Sie gab mir wortlos einen Zettel. Ich las ihn und hatte dann auch Tränen in den Augen, denn: Das Mädl schrieb meiner Oberchefin einen herzzerreißenden Brief, dass sie mich unbedingt wieder einstellen müsse und das Chefin Nr.1 ja sowieso total blöd sei und ihr neuer Fahrer auch scheiße sei.

Das Mädl konnte ich nicht mehr fahren, die Tour war futsch, aber ich bekam eine andere, an derselben Schule und so sah ich mein Mädl weiter jeden Tag und diese Freude und das was wir erlebt haben, werde ich nie vergessen.

Mittwoch, 26. Januar 2011

Ich versteh dich (nicht)...

So *uff* heut der letzte Muss-Termin vor der Klinik.
Und wie sooft befiel mich am frühen Morgen die "ich-mag-nicht-Laune" einhergehend mit dem Wunsch weit ab der Zivilisation wahlweise am Meer oder in den Bergen in einer urigen Hütte zu hausen. Wo ich tun und lassen kann, was ich will.

Diese Phase hatte ich auch mal letztes Jahr in der Tagklinik. So saß ich da: bockig, mürrisch und hinter dicken Mauern. Meine liebe Therapeutin ließ sich davon gar nicht beirren und legte los. Ich, mit innerlich verdrehten Augen, ahnend dass jetzt bestimmt der moralisierende Zeigefinger kommt, dass das so nicht gehe und man müsse doch.
Weit gefehlt.

"Rückzug ist eine Möglichkeit, aber zu welchem Preis? Ich glaube, zu einem sehr hohen, dem der Einsamkeit. Rückzug ist das was Sie immer tun, sie konnten nicht anders handeln, das ist in Ordnung, sie können aber auch mal probieren im Kontakt sich abgrenzen und schützen.." ("hallo? wie soll das denn gehn???", fuhr ich sofort hoch! Daran sieht man, wie wenig Handlungsalternativen ich kannte).
Sie weiter:" wenn sie sich weiter zurück ziehen, berauben sie sich selbst der Möglichkeit neue, positive Erfahrungen zu erleben!"

Ha dachte ich höhnisch, wir tauschen mal unsere Leben, dann siehst was da los ist. Positive Erfahrungen...mit Menschen!!! Das ich nicht lache!!!
Grinste sie aber nur verschmitzt an und wir ließen das erstmal ruhen.

Diese Sätze hab ich nie vergessen und bin ihr dankbar, dass sie mir die andere Sichtweise auch gezeigt hat.

Also bin ich heut mutig los, erledigte meinen Kram, es verlief alles zu meiner Zufriedenheit und sitze nun wieder hier: Verschmitzt grinsend: Gut, dass ich das heute getan habe! Ich habe heute was geschafft und bin stolz darauf!

Während der Stunden war ich sehr froh über meinen reparierten Zahn. Fiel mir bewußt gar nicht auf, wie sehr das immer zog und pochte. Im ausblenden bin ich ja super.
Schickte nochmal ein DANKE an den Zahnarzt und wunderte mich da wiederum, wie viel die verstehen, wo man doch nur "hhhaaa...hhiii...gnnn...chhrrr" von sich geben kann, wenn man da mit weit aufgerissenem Maul liegt.

Wahrscheinlich gibts da im Studium nen extra Kurs: Wie entschlüssel ich die unverständliche Sprache meiner Patienten?

Dienstag, 25. Januar 2011

Men in white

Ich kannte mal nen schnieke Zahnarzt, ich nenn ihn mal Marco.

Damals verdiente ich mein Geld noch vor der Kamera, wechselte aber langsam hinter die Kamera und suchte ein Model oder einfach nen Menschen der Fotos von sich braucht. Gegen reine Materialkosten (damals analoge Fotografie).

ER meldete sich. Wir trafen uns zum Brunch und zur weiteren Besprechung, was er sich so vorstelle, was ich zu bieten habe usw.

Er war spät dran und als er kam, war das ein filmreifer Auftritt: Eine Schrottkarre schoß mit röhrenden Auspuff um die Ecke, parkte schief und ein gigantischer blonder Wuschelkopf stieg aus!

Ein Schussel ohne gleichen, denn das ging so weiter: mal warf er den Zucker um, dann entbrannte zufällig neben ihm der ganze Adventskranz, er stolperte und verschluckte sich, was er anfassen wollte zerbrach..usw. Nee was hab ich mit dem gelacht!

Das Shooting war dann erste Sahne! Ich durfte in das Studio eines Freundes und los gings. Der Herr hatte vom Matrosenanzug bis zur durchlöcherten, verwaschenen Jeans (passend zum Six-Pack-Bauch!!) Reitstiefel und Hose, Hüte, Warnweste alles mögliche dabei. Und er agierte vor der Linse wie ein Profimodel, ich glaubte ihm nicht, dass er das zum ersten Mal machte!

War ich nicht mit meiner Kamera beschäftigt bog ich mich vor lachen! Der Kerl hatte es echt drauf!

Das lachen ging weiter, als wir uns wieder zur Fotobesichtigung trafen. Diesmal in einer urigen Kneipe und wir unterhielten die ganze anwesende Mannschaft. Marco war vom Ergebnis begeistert!

Ich war gern mit ihm zusammen und er mit mir anscheinend auch, denn kurz darauf fragte er mich ob ich mit fahren will. Er müsse geschäftlich nach Italien, 2 Tage. Gerne doch! Diesmal kam er mit einem schnittigen Sportwagen um die Ecke gebraust und los gings. (wär ich nicht gar so naiv gewesen, hätte mir schon dämmern können, dass er eigentlich ganz was anderes will: Sex! Aber wie ich später erfuhr, braucht es da bei mir wohl härtere Ansagen).

Also brausten wir gen Italia. Verfuhren uns (Navi gabs keins) und landeten in einem Hotel, dass mal ein Schloß war und wir waren die einzigsten Gäste! Irgendwo tief im Wald. Urromantisch, sauteuer (ging auf seine Rechnung, wie eigentlich alles während unserer Zeit) und überhaupt sehr nobel. Wir hatten unseren Spaß (nein keinen Sex) aßen fürstlich zu Abend und legten uns brav nebeneinander ins Bett, ohne irgendwelche Anstalten.(was dann seine schlechte Laune am nächsten Tag erklären würde) Irgendwie schade, denn: es war arschkalt! Diese miesen dünnen Decken in Italien, als ob es da immer 30 Grad hätte! Also schlief ich nicht und kam gar nicht auf die Idee mich an ihn zu kuscheln. Gegen 3 Uhr morgens hatte ich die Schnauze voll, verdrückte mich ins Badezimmer und ließ mich in die heiße Badewanne sinken.



Später wurde ich mit den Worten geweckt: „Boah irgendein Arsch ließ heut nacht ewig das Wasser laufen, da kann doch kein Mensch schlafen!“ Männer mit Sorgen am Morgen ..ohje. Und ich Dussel sagte auch noch:“ Äh das war ich, mich fror so!“ Anstatt fröhlich mit einzustimmen: „Aber echt, so ein Depp und ich dachte wir wären die einzigsten Gäste!“

Er verschmähte das überaus reichhaltige Frühstücksbuffett. 2. Minuspunkt für den Herrn.

Kurz vor seinem Termin warf er mir seine Autoschlüssel zu (alle Minuspunkte wurden sofort wieder gestrichen!) „da, vergnüg dich damit!“ Ich verzichtete aber. Fremdes Auto mit viel PS, italienische Stadt...neneee. Schnappte mir meine Kamera und zog zu Fuß los. Sein Geschäftspartner drückte mir noch einen Stadtplan in die Hand, wie nett. Ich marschierte so dahin und dorthin und...landete im übelsten Drogenviertel. Als ich das später kurz erwähnte, war das dem Kumpel von Marco so peinlich, dass er am liebsten im Boden versunken wäre, er hätte mich ja warnen können. Ja hätte...

Aber alles gut überstanden, auch die überaus haarsträubende Heimfahrt.

Kurz darauf eine SMS von ihm. Mit einem unmoralischen Angebot :) Ich sagte ja bereits: ich brauch klare Ansagen und nicht irgendwelche Spielchen. Ich antwortete dreckig zurück und am nächsten Abend traf ich ihn in seiner Villa. Und sogleich auch in seinem Pool, mit Champagner.

Mensch Junge, das hätteste auch eher haben können, aber ne da muss ja erst n Shooting her, dann ins Wellnessbad, dann nach Italien. Wer ist hier umständlich?

Na sieh mal einer an, ein äußerst schüchterner, schusseliger, humorvoller, lockerer Zahnarzt mit einem hübschen Aussehen. Wär ne gute Partie gewesen. Hätte er nicht 2 Dinge an sich gehabt, die ich absolut nicht leiden kann: Unpünktlichkeit und ein Alkoholproblem!

Irgendwann hatte ich ne Arbeitskollegin, die schwärmte mir vor: „Ach gestern hab ich nen tollen Typ kennengelernt! Und der bräuchte noch ne Assistenz, da würd ich viel mehr verdienen als hier!“

Sie erzählte und sülzte so vor sich hin, bis ich sie unterbrach: „WO haste denn den aufgegabelt?“

„Im K***!!“ (dem berüchtigen Lack-und Leder-Swingerclub) mein zweifelnder Gesichtsausdruck juckte die überhaupt nicht und so fragte ich aus Langeweile weiter und kam langsam aber sich drauf, wer das sein könnte.“Und was macht dein Held so?“ „Er ist ZAAAHNARZTT!“

Aha, da war er wieder, der liebe Marco. Ich bestellte liebe Grüße und übersah nun ihren zweifelnden Gesichtsausdruck.

Warum ich das alles erzähle?

Ich war heut beim Zahndoc, leider nicht bei ihm im Pool oder Bett, sonder da wo man hingehört: Auf den Behandlungsstuhl. Und tatsächlich wurde der Horror eines jeden Patienten wahr: Trotz Spritze tat es sauweh! Das kenne ich, das hatte ich schon mal, was den Doc mehr erstaunte als mich. Macht ja nix, ich hab ja die Schmerzen. Bei mir geht nie was normal, immer anders, immer komplizierter...ach mensch.

Dafür hab ich es nun hinter mir und der Riß im Backenzahn is gekittet. Dürfte heute aber noch fleißig rumoren, war die nette Voraussicht des Herrn in weiß.

Und deswegen mach ich heute: Nix mehr! Ah doch, mit Tee und Räucherstäbchen einen Tatsachenbericht über eine Auswanderung nach Kanada mit Huskys lesen. Denn das paßt ja wie die Füllung in meinen Zahn: Gestern kam ich meinem Traum: einen eigenen Hund zu haben, ein kleines Stückchen näher...und das freut mich wie blöd :-)

Montag, 24. Januar 2011

Allerlei

1. Es schneit!!! Und es soll den ganzen Tag und morgen und übermorgen weiter schneien!!! Mich freut das!
Meine Bronchien und mein zerrüttetes Nervensystem mögen die klare, kalte Luft! Ich fühl mich sicherer und wohler, wenn ich mehr Schutz in Form von dicker Kleidung um mich habe!
Die Landschaft sieht schöner aus!
Und: So freu ich mich viel mehr auf den Frühling, als wenn es jetzt schon 11 Grad und Sonnenschein wäre.

2. Mein großer Berg schmilzt langsam. Ich bin gut in der Zeit und das allerwichtigste habe ich gemacht.

3. Ich muss demnächst wieder dringend ein Finanzhaushaltsbuch führen. Wo geht das ganze Geld denn hin? Schwupp weg war es ;-/
Trotz allem, auch hier lieg ich noch im grünen Bereich, nicht so ein Chaos wie früher.

4. Ich freu mich auf den Mädelsabend, heut für mich das letzte Mal für ein paar Wochen, werd mich da erst wieder nach der Klinik sehen lassen. Wird mir sonst zuviel.

Stell Dir vor, es gäbe kein Himmelreich.
Es ist leicht, wenn du es versuchst.
Keine Hölle unter uns,
über uns nur der Himmel.
Stell Dir vor, alle Menschen lebten für den heutigen Tag.
Stell Dir vor, es gäbe keine Länder mehr.
Das ist nicht schwer.
Nichts, wofür man töten oder sterben müsste,
und auch keine Religion.
Stell Dir vor, alle Menschen verbrächten ihr Leben in Frieden.
Du magst sagen, ich sei ein Träumer,
aber ich bin nicht der Einzige.
Ich hoffe, eines Tages schließt du dich uns an,
und die Welt wird einig sein.
Stell Dir vor, es gäbe keinen Besitz,
ich frage mich, ob du das kannst.
Kein Grund für Gier und Hunger,
alle Menschen wären Brüder.
Stell Dir vor, alle Menschen teilen sich die Welt.
Du magst sagen, ich sei ein Träumer,
aber ich bin nicht der Einzige.
Ich hoffe, eines Tages schließt Du Dich uns an,
und die Welt wird in Einigkeit leben.
--John Lennon Imagine--

Sonntag, 23. Januar 2011

Mein Leben leben

Meine Familie ist krankhaft narzißtisch.
Für die einen war ich das ideale Werkzeug um ihre Bedürfnisse zu befriedigen, für die anderen die Erweiterung ihres Selbst.
Jegliche Wünsche, Gefühle, Willen die nicht in die Augen des Narzißten passten, wurden scharf kritisiert, gemieden, verdrängt, überredet.
Jegliche Ablösung von solchen Energievampiren ist eine Bedrohung für diese und werden ebenso heftigst sanktioniert.
Dann wird manipuliert und verführt. Sei es mit Schmeichelei oder Geldgeschenken!
Dazwischen werden willkürlich Demütigungen, Beleidigungen, falsches Lob..ect. verteilt.
Eine eigenständige Person wird nicht gewünscht und schon gar nicht als solche gesehen!

Nach jeder Begegnung war ich wieder destabilisiert und verwirrt.
Man geht nie als Gewinner hervor, man wird benutzt und ausgespuckt.
Entweder man ist psychisch sehr stark, um diesem Spiel standhalten zu können oder man läuft weg..man läuft im wahrsten Sinne um sein Leben.

Solche Menschen können dich in den Suizid treiben. Und dann stehen sie genüßlich da und sagen: "Siehste wir haben ja schon immer gewußt, das die spinnt."
Es sind unsichtbare Spielchen. Verletzungen der Seele.
Und ich lasse so nicht mehr mit mir umgehen. Das bin ich mir inzwischen wert.

Erst in den letzten Monaten habe ich verstanden und erkannt, was da eigentlich immer abging.
Mobbing in der eigenen Familie.
Ich dachte ja, das sei normal, hatte ich ja nie etwas anderes kennen gelernt.


Ich steige aus, aus diesem perfiden, zerstörerischem Spiel. Sollen sie sich doch gegenseitig zerfleischen.
Zu 2/3 habe ich den Absprung geschafft, den letzten Teil werde ich mit Hilfe der Klinik in Angriff nehmen. Da es der schwerste ist. Und ich mit heftigem Gegenwind rechnen muss.

Aber es fühlt sich richtig an. Stimmig in mir.
Weiter ICH zu werden. Mein Leben zu leben. Erspüren, was ich will und nicht was für den anderen gut wäre.
Es fühlt sich nach Freiheit an.
Und ich freue mich schon sehr :-)

Und NEIN sie haben es nicht gut gemeint, die sind so unreflektiert wie ein blinder Spiegel! Es ist ein Märchen zu glauben, dass alle Eltern ihre Kinder lieben, manche können gar nichts lieben noch nicht mal achten und respektieren!

Samstag, 22. Januar 2011

Online? oder Ohne Leine?

Tja, da war dann gestern die Internetverbindung futsch.
Meine liebe höhere Macht wollte mir sicher nur bei meinen Besinnungstagen helfen...is recht, den Wink mit dem ganzen Zaun hab ich verstanden!

Nach 2 Std. rief ich doch mal bei meinem Anbieter an.
Der Jüngling von der Technikabteilung blätterte so durch seinen Pc und meinte dann: "Tja liebe Frau Regenfrau, da ist in der Tat in ihrem Gebiet eine Störung, aber es wird schon mit Hochdruck dran gearbeitet, es tut mir leid!"

Ich glaubte ihm nicht.
1. wußte er nicht, WAS für eine Störung da sei, aber anscheinend wußte er, dass da schon mit HOCHDRUCK dran gearbeitet wurde. Is klar...
Er kann ja schlecht sagen: "Nö also unsere Techniker sind schon im Wochenende, da müssen se bis Montag warten!"
Das gäbe nen Satz heißer Ohren! Aber nicht von mir. Ich gehöre nämlich nicht zu den Perversen, die bezahlen (99Cent pro Minute!!) um andere beschimpfen zu dürfen. Das überlaß ich mal gern den S/M-Leuten *zwinker*
2. leide ich ja unter krankhaftem Mißtrauen und vermutete mal, dass er das einfach so sagte, damit er Ruhe vor mir hatte....

Also ging ich früh zu Bette, ließ die Wärmflasche vom Nacken, in die Lendenwirbelsäule wandern und weiter über den Bauch bis zu den Füßen.
Schrieb Tagebuch, dachte über dies und jenes nach, las noch etwas und löschte um 21 Uhr das Licht.
So durchgewärmt und entspannt schnarchte ich auch mal wieder die Nacht durch...jucheeeeee!

Heut morgen hatte ich so gar keine Lust zu testen ob das Internet wieder so gnädig ist, bei mir zu sein, zog mich warm an und stapfte erstmal eine Stunde durch die wirbelnden Schneeflocken. Wie schööön!

Als ich allerdings beim Tier-Schrebergarten vorbei kam, dachte ich mir schon bei dem Gekrächze vom Gockel: Hej du Federvieh, das üb mal noch ein wenig! :)
So und nu?
Kramte mal wieder Blatt und Stifte raus, malte und bastelte und *pling* siehe da, ich bin auch wieder online!

Danke ihr braven Techniker, dass ihr trotz gestrigem Kneipenabend (vermute ich mal) nun mit Brummschädel etwas an den Kabeln gefummelt habt, damit das wieder so funktioniert, wie man das haben will!!!

Freitag, 21. Januar 2011

Der Berg wird größer

Meine Nächte sind derzeit nicht gerade erholsam.
Mein Schlaf ist sehr leicht, so dass ich die meisten Träume gut (zu gut!) mitbekomme und die sind ziemlich übel.
Außerdem wache ich 1-2x auf, wegen Hunger, egal wieviel ich abends esse.
Sehr nervig.
Gegen 8 bin ich dann vollends wach...
...und völlig zerschlagen. Jede Bewegung, jeder Schritt ist ein enormer Kraftaufwand!

Ich muss nächste Woche aber noch einiges vorbereiten
- viel einkaufen, damit ich so wenig Haushalt wie möglich machen muss.
- Großputz, aus demselben Grund
- Blutabnahme und EKG, Streßfaktor hoch5
- und so wie es jetzt aussieht auch noch ein Zahnarzttermin. Ebenso streßig!
Na merci!

In solchen Zeiten würd ich mich ja am liebsten unter der Decke verstecken: Mich sieht man nicht und somit seh ich meine ganzen Aufgaben auch nicht.
Kindlicher Glaube.
Ich würd am liebsten alles absagen. Nur, dass mir damit auch überhaupt nicht geholfen wäre.

Wie dann?
Langsam machen. Eins nach dem anderen. Dinge die nicht sooo dringend/wichtig sind wegfallen lassen. Ich muss nicht perfekt sein.
So gut es geht gut für mich sorgen.

Ok, dann los:
Einatmen, ausatmen und gleich nochmal ausatmen (bei zuviel Angst atmet man/ich immer zuviel ein) Zahnarzttermin ausmachen, einen Tee trinken, Papierkram erledigen und dann seh ich mal weiter.

Donnerstag, 20. Januar 2011

Zeit der Langsamkeit

So kurz vor der Klinik möchte ich mich mehr in Achtsamkeit üben. Konzentriert und entspannt die Dinge machen, die noch so anstehen. In mich horchen. Mich sammeln und weniger zerstreuen.

Dazu lese ich das Buch Gelassenwerden aus dem Herder-Verlag. Dies begleitet mich schon ziemlich lange, denn ich finde dort kleine Geschichten, Gedichte, Briefe, Auszüge aus anderen Büchern, so dass ich einfach aufschlagen und lesen kann, kreuz und quer.

Thoreau, Seneca, Thitch Nhat Hanh, Lao-Tse, Eknath Easwaran, Rilke und viele mehr kommen zu Wort. Oder ein Auszug aus „Momo“ oder aus der Bibel oder eines jüdischen Gebetes.

Es wird geschrieben über Langsamkeit, Sein statt Haben, Gegenwart erfahren und leben, über die Stille, über den Umgang mit sich selbst, über die Vergänglichkeit und den Tod. Über Geduld und Meditation.

Auf was kommt es an im Leben? Jage und treibe ich mich nur so durch die Tage? Wie geht das „rechte“ Leben?

Dies Büchlein bringt mich oft wieder zurück auf den Boden, zu mehr Ruhe und Freundlichkeit. Es liest sich einfach und verständlich, es regt zum nachdenken und zum schmunzeln an.

Ich werde also, um mich herum viele freie Flächen schaffen und was ich nicht erledigen will, wird weggeräumt.

Ich werde mich in einer Gehmeditation üben.

Ich werde essen, wenn ich esse und ruhen, wenn ich ruhe und nicht, wenn ich sitze schon wieder aufspringen, wenn ich abspüle in Gedanken schon wieder weiter galoppieren.

Ich werde öfters am Tag einfach nichts machen, nur atmen.

Ich möchte mich nicht hetzen, denn dazu habe ich gar keine Zeit :-)

Und dies alles klappt natürlich noch viel besser, wenn man die Stromabrechnung vom letzten Jahr bekommt und erfährt, dass man noch knapp 10€ raus bekommt. Lieber das, als 10€ nachzahlen.

Und ich hatte echt Bedenken, weil ich dieses Jahr nur zuhause war, nicht arbeiten, nicht paar Wochen in der Welt umher gegondelt oder sonstiges.

Alles ist gut. :-)

Mittwoch, 19. Januar 2011

Wahre Freunde

Also Freund Nr.1 sah meine Absage zu dem Tagesausflug gelassen und meinte: Wollen wir dann was kleines in der Stadt machen?
Jo wollen wir.
So gingen wir heute planschen, ich schwamm paar Bahnen und dann dümpelten wir nur im Warmwassersprudelbecken herum. Welch Genuß! So herrlich entspannt wie jetzt, war ich ja schon ewig nicht mehr!

Aber davor! Eine wahre Sintflut von Panikgefühlen kam daher:
- Frage: Wär das heute wirklich gut? Ich war sehr müde und wußte nicht, ob mich das dann aus der Bahn haut. Oder ist es eine Angst der ich zuviel Raum gebe?
- ich wollte davor noch ein Gebäude suchen und natürlich finden und dann von dort zum (für mich fremden Hallenbad). Sprich: Eine fremde Strecke fahren.

So, ich bewege mich seit über 10 Jahren per Bus,Bahn,Auto,Fuß durch München, ich kenn mich sehr gut aus, ich fand bis jetzt alles, ich kann sehen, lesen, Leute fragen, ich habe einen sehr guten Orientierungssinn, ich hatte mir genug Zeit eingeplant. Es gehörte mal zu meinem Job fast täglich neue Straßen, neue Städte, neue Hausnr. zu finden.
ICH KANN DAS! Warum zum Geier kann ich nicht auf diese Erfahrungswerte bauen und locker bleiben? Das erklär mir mal einer.

Natürlich fand ich alles und war überpünktlich! Liebes Gehirn, lern das doch mal und schick nicht gleich völlig unnütz solche Alarmlichter los, das kostet wahnsinnig viel Kraft!!!!!!

Und der Freund ist ein wahrer Freund. Nimmt meine Grenzen ernst, bleibt bei sich und klebt nicht an mir wie ein Superkleber (weder körperlich noch emotional). Er tat mal dies und ich jenes. Sehr angenehm und solch neue Erfahrungen helfen auch hier meinem Gehirn beim umlernen: Du kannst dich entspannen und dadurch ganz gut für dich sorgen und dich abgrenzen.

Ich bin froh, dass ich heute unterschieden habe, ob es eine wirkliche Angst/Überforderung ist oder nur falscher Alarm.
Und das ich erfahren habe: Es gibt Menschen die respektieren mein *nein-will nicht* ohne blöden Kommentar, ohne Liebes(Aufmerksamkeits)entzug oder sonstiges.

Ein schöner Tag!

Dienstag, 18. Januar 2011

Allerlei

L wie Sex..äh natürlich Liebe:

Die letzten Tage waren sonnig und wärmer, die Vögel trällern schon mal als Übung ihre Frühlingslieder und die meisten Menschlein sind wieder öfter draußen.
So auch mein sexy Neunachbarmann. Endlich bekam ich den mal wieder zu Gesicht :-)
Seine Klamotten find ich ulkig, null modisch, eher aus den bunten 80ern. Irgendwie sympathisch, wenn jemand nicht so rum rennt, wie 80% der Leute.

Der is kein Banker und der macht sich aus Geld nix (vielleicht weil er soviel hat?) Ich tipp eher auf Tierarzt oder irgendwas aus dem Bio-Ökobereich. Ohne dass er jetzt wie Jesus No.2 aussieht!
Ach, der könnt mich schon hin und wieder in meinem Bettchen besuchen...*hüstel*...
oder? Ne ich bescheiß mich grad selbst, ich will auch, dass er meinen Müll wegbringt, mit mir im Garten sitzt, seine Schulter anbietet, wenn meine Seelenwellen mal wieder zu hoch schlagen, mich öfter so schelmisch angrinsen, als nur vor dem Briefkasten...und überhaupt *seeeeuufzz*

A wie Award...dazu komm ich gleich, aber erstmal:
A wie Alzheimer:
Da klingelt der lustige Paketboy und wir frotzeln wie üblich etwas rum, ich linse auf das Paket, lese den Absender, weiß, dass ich da vor kurzem was bestellt habe und weiß beim besten Willen nicht mehr WAS!
Hmmmmmmmm...Gehirn, ich glaub du steckst noch im Puzzle.
Also hatte ich gleich nochmal Weihnachten.
Es war natürlich mein sehnlichst gewünschter Hundertwasser-Kalender! *freu* *hüpf* sehr schön isser!!!

So und dann zum Award:
Meinen allerersten! (und bitte auch einzigsten)
von Frau Kapriziös! http://fraeuleinkaprizioes.blogspot.com/ *knicks* und DANKE!!!!! :-)

Und ich geb ihn weiter an:
- Deepseadiver
http://mitch-p.blogspot.com/

- Schmedderling
http://schmedderling.blogspot.com/

- Xpentesileas
http://xpentesileaskleinewelt.blogspot.com/

Erstelle einen Post, indem du das Liebster-Blog-Bild postest & die Anleitung reinkopierst (= der Text den du gerade liest). Außerdem solltest du zum Blog der Person verlinken, die dir den Award verliehen hat & sie per Kommentar in ihrem Blog informieren, dass du den Award annimmst & ihr den Link deines Award Posts da lassen. Danach überlegst du dir 3- 5 Lieblingsblogs, die du ebenfalls in deinem Post verlinkst; die Besitzer jeweils per Kommentar - Funktion informierst, dass sie getaggt wurden und hier ebenfalls den Link des Posts angibst, in dem die Erklärung steht..

Montag, 17. Januar 2011

Isch 'abe fertig


Soooooo, das Puzzle ist fertig, genau eine Woche hab ich dafür gebraucht.

Und ich habe festgestellt, es ist ein ganz guter Lebenslehrer:
- Selbstdisziplin ist eine feine Sache ("heute ist puzzlefreier Tag")
- wenn man in einem schwierigen Teil festhängt, dann hilft es oft, bei einem leichten Teil weiter zu machen und irgendwie ergibt sich der Rest von fast allein.
- immer wieder mal kleine Pausen, hilft den Blick wieder frei zu bekommen ("äh is das jetzt schmutziges lila oder rosa?")
- wenn man bei seiner Arbeit ein Ergebnis sieht, machts gleich doppelt soviel Spaß!
- nur um des puzzelns wegen, werde ich nicht puzzeln, sondern wenn dann will ich auch etwas länger was vom Ergebnis haben (auf einige Lebensbereiche übertragbar)
- zuviel Ordnung/Systeme können auch verwirren, ein wenig Chaos ist lustiger!
- Ausgleich ist ganz wichtig, zur vielen Konzentration die Abwechslung schaffen und etwas tun, wofür man weniger Konzentration braucht (Haushalt). Nach dem rumsitzen, will der Körper sich auch mal wieder bewegen und strecken. Die Augen wollen sich mal schließen und die Ohren dafür was zu hören...usw.
- gestalte deine Umgebung so, wie du es brauchst (hier: großer Tisch, sehr gute Beleuchtung)

Das Bild hat für mich auch Symbolcharakter. Der Titel lautet: Columbus. Also auf in eine neue Welt! Die alte Welt ist aus gedeckten Farben und in der neuen gibt es grellere Farbtupfer. Das Schiff natürlich: unterwegs sein (nicht nur im ursprünglichen Sinne, sondern auch seelischen auf neuen Wegen).
Und überhaupt, das Wasser mit dem Schiff paßt einfach gut zu meinem Leuchtturm :)

Jetzt muss ich nur noch eine Möglichkeit finden, das hübsche Bild an die Wand zu bekommen....

Sonntag, 16. Januar 2011

Mix me

Es gibt da so Mischungen, die sind gar nicht gut.

Zum Beispiel Alkohol und Handy/email. Ich glaub ich schaff es nie, wenn ich Alkohol getrunken habe, die Pfoten von den oben genannten Dingen zu lassen.
Ich muss nicht viel trinken und tue ich auch selten, aber wenn, dann werd ich sentimental und denke an die "gute alte Zeit" die gar nicht so gut war, aber die Realitätsüberprüfung ist ab o,5 Promille ja auch im Eimer....Und mein lieber Ex wird sich wundern, warum ich ihm auf einmal schreibe...

Oder den ganzen Tag in der Bude hocken und geistig arbeiten. Auch nicht gut, ich bin fast jeden Tag draußen, beweg mich und krieg frische Luft und wenn ich das nicht tue, bekomm ich die Rechnung: Eine schlaflose Nacht.

Es gibt aber auch gute Mischungen: z.B. ein strahlend sonniger Morgen, nach gefühlten Jahren der Dunkelheit mit viel Nebel. Und dann aus dem Bett hüpfen, schnell was überwerfen und erstmal raus. Einen kleinen Spaziergang, gerne auch zum Bäcker, um sich dann mit leckerern Körnersemmeln und frischem Kaffe frohgemut dem Tag zu widmen, in dem ich wieder Lust habe, was mit Menschen zu tun.
Langsam krabbel ich aus meinem Loch raus und so werd ich mich später mal in die Telefonleitung hängen.

Aber die eine Woche absoluter Ruhe in fast vollständiger Isolation tat mir auch gut. Für irgendwas war es sicher wichtig.

Happy day Euch allen da draußen! :)

Samstag, 15. Januar 2011

Du bist nicht allein...

Wenn man jahrelang für niemanden wichtig war und nur wie der letzte Dreck behandelt wurde, ist man schon leicht verwirrt, wenn auf einmal Menschen in dein Leben treten und etwas mit dir zu tun haben wollen. Zeit mit dir verbringen wollen. Die Gesellschaft mit dir genießen.

Es hagelt hier nur so Einladungen.

Einmal zu einer Freundin. Die besucht im Allgäu ihren Freund. Und sie ist eine der wenigen Damen , die sich auch für ihre Freundinnen interessiert, obwohl sie bis über beide Ohren verknallt ist. Wir trafen uns dort schon letztes Jahr im Herbst. Es war wunderschön!

Dann ein ehemaliger Kollege: in die österreichischen Alpen zu einem Ballontreffen! Wann sieht man sowas schon mal, so ganz nah? Die kuriosesten Luftschiffe auf einem Platz? Mitten in den Bergen! Mit einem lieben Menschen, der sich ein Auto leiht, damit wir es bequem haben!

Und dann noch ein Spezl, will mit mir nach Niederbayern zu einer sehr interessanten Ausstellung, mit Modeschau und allem drum und dran. Hat man auch nicht alle Tage. Ebenso ein netter Tagesausflug!

Und ich? Ich kann nicht. Muss alles schweren Herzens absagen. So kurz vor der Tagesklinik ist mir das nicht möglich und erst recht nicht während der Zeit und kurz danach auch nicht. Alles zu aufwühlend. Selbst wenn es etwas positives ist, es kostet mich unheimlich viel Kraft. Es macht mir Angst und ich bin sehr unsicher.

Wieviele Absagen können Freunde verkraften?

Herrgott, ich will doch so gerne dabei sein, mal rauskommen, was anderes sehn, Spaß haben, neues erleben!

Wie zum Geier soll ich meinen Zustand annehmen? Ohne verbittert zu werden? Ich kenn mich doch ganz anders: Offen, neugierig, mutig, neues wagend, unterwegs seiend...

Verdammte Scheiße....

Freitag, 14. Januar 2011

Trauma-Therapie

Bald geht’s wieder in die Tagesklinik. Es ist eine Trauma-Ambulanz. Schonende Traumatherapie heißt es da und weil a) soviel Bedarf dafür ist und b) es nur 10 Plätze gibt, heißt es: 3 Monate Wartezeit. Aber auf die kam es mir auch nicht mehr an.

Dort war ich vor einem Jahr schon einmal von Nov.-März. Dieser Aufenthalt tat mir sehr gut, die Ärtzte, Therapeuten, Pflegeleute sind auf dem neusten Stand der Trauma-Forschung und hat sich auf die Stabilisierung und Ressourcenförderung spezialisiert.

Ich erinnere mich an sehr gute Unterstützung, an mitfühlende Worte: „ja es gibt so Tage an denen ist man einfach zermürbt!“, an heilsame Begegnungen mit Menschen, auch an viel lachen und rumalbern dürfen und an die Auf- und Erklärung was mit mir los ist.

Die Kreativ-und Körpertherapieangebote sog ich regelrecht auf. Weg vom Kopf und Verstand, hin zum Gefühl. Daraus entstand mein Leuchtturm. Vorher hatte ich eher gemalt, mit Farben und Formen gespielt und dann saß ich eines Tages da und zeichnete meinen Leuchtturm, mit allen Schattierungen und Perspektiven als hätte ich noch nie etwas anderes gemacht. Alle staunten, ich am meisten. Meine Freude war riesengroß!

Ich durfte so sein wie ich bin, mal panisch aus dem Gruppenraum rennend, heulend vor dem Pflegezimmer, um Notfallgespräch bittend, mal zuhause bleibend, als spielendes Kind und bockige Jugendliche. Die Extrawurst meiner Therapeutin (nicht mitessen zu müssen) konnte ich nur sehr schwer annehmen.

Es wird eine heftige Umstellung: Von null auf 100. Jetzt kann ich mir den Tag frei einteilen, meide zuviele Menschen, kann tun was ich will. Und dann: 9 Std. außer Haus, ständig unter Menschen und ein straffes Programm. Nunja, immer langsam mit den Pferden :)

Ich bin gespannt, wie mein 2.Intervall dort wird.

Ahhh und vielleicht ist deswegen mein Körper und meine Seele so in heller Aufruhr, dass ich deswegen irre Kopfschmerzen, Herzrasen, Magenkrämpfe und erhöhte Temperatur habe! Mein lieber Körper, meine liebe Seele, es ist noch über 2 Wochen hin, zum Antrittstermin, ganz ruhig, wir haben noch Zeit und ihr wißt, dass man da sehr nett mit euch umgeht und zur Not gehen wir wieder heim, wir sind dort frei und nicht in einem Gefängnis...

Ich glaub ich muss da heut noch mehr Beruhigung und Entspannung rein bekommen. Sonst bin ich in 2 Wochen völliger Matsch.



Wer sich bewegt, bewegt etwas.

Wer sitzen bleibt, kann der Welt höchstens Arschabdrücke hinterlassen!

(frei nach mir)

Donnerstag, 13. Januar 2011

Und sonst so?

Eigentlich müßte ich grad wichtige Dinge machen.
Uneigentlich auch.
Hab aber keine Lust.
Also trödel ich weiter.

Ich will zur Zeit keinen sehen und hören. Das ist irgendwie interessant, weil ich es so deutlich wie derzeit selten spüre.
Weder aus irgendeinem Groll noch aus Depressivität, ne is einfach so, dass ich mir selber genüge.

Und dann klingelts.
Postbote.
Päckchen.
Wooooow, sagenhaft im November bestellt und schoooooon isses da! tztztz...
Und natürlich paßt das Teil nicht.
Schnauze voll.

Und überhaupt, hätt ich heute keinen Fortschritt beim Puzzle gehabt, ich hätt das Ding aus dem Fenster geworfen...
aber es liegt brav hier weiter rum :-) und wächst.

Außerdem wird das heut irgendwie gar nicht richtig hell draußen.
Festtagsbeleuchtung hallo!
Und Regen in Massen!!! :-) Zum Glück bin ich Regenliebhaberin!

So und jetzt zur Bücherei und dann ein Käffchen ..morgen is ja auch noch ein Tag...für die wichtigen Dinge.

Ich fand noch was, von dem R. Walser:
Man sah es den Wegen am Abendlicht an, dass es Heimwege waren.
Für mich ist ja Heimat immer wieder Thema, vielleicht gefällt mir der Satz deswegen so gut und kommt meine Sehnsucht umso mehr herauf.

Mittwoch, 12. Januar 2011

Indische Wortspiele

Also meine Pickelzeit ist doch schon ne weile her... doch *oh schreck* es hat sich mal wieder einer zu mir verirrt.
Zwischen den Augen. Mitten auf der Stirn. Ej bin ich Inderin oder was???
Und da ich meine Pfoten nicht lassen kann, hab ich da fleißig dran rum geknibbelt, so dass er auch wirklich schön rot leuchtet.

Weiß jemand was das bedeutet? Also nicht mein Pickel, sondern der Punkt bei den Indern?

Nuja, trotzdem wagte ich mich ins Dorf und traf eine Bekannte.
Wir ratschen so und tauschen aus, wie es uns geht.
Sie:" Nö zur Zeit is alles scheiße, mir gehts mies!"
Ich:" Oh, ja siehst auch n bisschen nass um die Blase aus!"

Ähhhh STOP! Natürlich blass um die Nase!
Nach dem Lachflash hatten wir beide eine gesündere Gesichtsfarbe. Na bitte, geht doch.

Ich schlenderte also weiter, mein Clown im Sprachzentrum lief zur Hochform auf und fabuliert, während ich einer emsigen Amsel zusehe: Vor Freude astete ich von hüpf zu hüpf...

Jetzt kann ich mir nur noch schwer das lachen verkneifen und da mir so viele Leute entgegen kommen, werden eben alle fröhlich angegrinst!
Mein Beitrag zur Weltverbesserung!

Nu brauch ich aber erstmal ne Tanne Kee. SO!

Dienstag, 11. Januar 2011

Neues Hobby

Sylvester wurd ich angesteckt.
Vom Puzzle-Fieber!
Es hat mich gepackt.
Und gestern kam dann mein erstes großes Puzzle.
Bunt und mit einem tollen Motiv.
Ich hab lange suchen dürfen, denn die meisten sind ja zu 2/3 nur mit einer Farbe.

Also Tisch leer gefegt, 1000 bunte Teilchen ausgeschüttet, sortiert und ganz in mein Tun versunken. Göttlich! Schon lange nicht mehr gehabt.
Wieder eine ideale Beschäftigung, für so eine Eigenbrötlerdame wie mir.

Ich dachte immer, ich bin für so etwas zu ungeduldig.
Stimmt überhaupt nicht.
Sagenhaft, wenn man sich selbst immer mehr und immer besser kennen lernt.

Ich hab es genossen, das rumwühlen, schauen, probieren, ui paßt oder shit paßt nicht.
Vor dem Mädelsabend wollt ich den Rand fertig bekommen
und es sah gut aus...fast fertig, nochmal auf den Karton geguckt..ah das kommt oben hin, das unten, klick und klack und gedacht: Morgen muss ich aus dem Keller eine große Unterlage holen.

Dann war der Rahmen fertig *freu*...toll sieht das aus...viele kleine Erfolgserlebnisse...hm, hatte ich ja auch schon länger nicht mehr...
aber äh...was ist das?

Warum liegen da noch 7 Randteile vor mir???? *kicher* das schaff auch nur ich..öh..hm...geguckt, gegrübelt, probiert...
ha wär ja gelacht, wenn ich die nicht noch irgendwo unterbringen würd.
Natürlich, hab ich das.

Und jetzt? Jetzt müßte ich Bude mal wieder auf Vordermann bringen, einkaufen, mich auf Vordermann bringen...
aaaaaaaaber..es zieht..es zieht mich so sehr...zu den vielen bunten Teilchen :-)

Montag, 10. Januar 2011

Heute

Heute bin ich irgendwie unschlüssig mit mir selbst. Weiß nicht so recht, was ich heute machen will. Weiß nicht, ob ich heut abend zur Mädelsrunde will. Weiß nur, dass mich Kopfschmerzen und Übelkeit begleiten. Und Robert Walser. Werd wohl ein Zwiegespräch mit meinem Tagebuch halten, während es draußen mal wieder grau, weiß, naß und kalt ist. Soll mir recht sein.


Den Weg? Als wenn es noch einen Weg gäbe! Man geht so, und indem man geht, hofft man, dass man auf dem rechten Weg sei.

Robert Walser

*******************************

Es schneit, es schneit, bedeckt die Erde

mit weißer Beschwerde, so weit, so weit.

Es taumelt so weh hinunter vom Himmel

das Flockengewimmel, das Schnee, der Schnee.

Das gibt dir, ach, eine Ruh', eine Weite,

die weißverschneite Welt macht mich schwach.

So dass erst klein, dann groß mein Sehnen

sich drängt zu Tränen in mich hinein.

Robert Walser

Sonntag, 9. Januar 2011

Hallo neuer Tag!

So, da liegst du also vor mir, scheinbar frisch und unberührt.
Aber dein Bruder, der Gestern, steckt mir noch etwas in den Knochen.
Ich hab zwar etwas gemalt, einige Körperübungen gemacht, frische Luft in mich geschaufelt und erst als mir fast die Augen im sitzen zufielen, ging ich ins Bett.

Doch schlafen konnt ich nicht. Mein Herz übte weiter Purzelbäume, ach mein gesamter Körper war immer noch in Alarmstimmung. So gönnte ich mir mein kleines Zaubermittel. Etwas widerwillig. Ich wollte aber nur, dass der Spuk endlich vorbei ist.

Dann las ich noch etwas in meinem Lieblingsbuch, das von Kerewin handelt, einer menschenmeidenden jungen Frau, mit viel Geld, die in einem Turm nahe am Meer Neuseelands wohnt. Die Zeit vertreibt sie sich mit der Malerei, Gitarre spielen, fischen und zuviel Wein Bier, Whisky. Doch Simon taucht auf, ein kleiner stummer Junge, schlau und hinterhältig, seelisch schwer verwundet und sein Pflegevater Joe der ihn allein groß zieht, im Grunde ein netter Kerl, ist aber total überfordert.

Ich versinke in den Geschichten der drei Außenseiter, die Beschreibung der Gefühle und Gedanken auch der Landschaft. Manchmal ist alles schräg und verwirrend, alles kantig und keine heile Welt. Alle sind in sich zurück gezogen, doch immer mehr öffnet sich der ein oder andere. Sagenhaft.

Und was ich mit dir, lieber Tag, heute anfangen soll, weiß ich noch nicht so recht. Heute bist du ja von der ruhigeren Sorte und ich bete, dass sich das auf meine aufgewühlte Seele überträgt.
Vielleicht setz ich mich ins Bett und schau zu, wie du dein Spielzeug, die Sonne, heraus kramst. Die dann vielleicht wieder verschwindet, damit du tolle Wolkenbilder malen kannst.

Ich werd schon was finden.

Lieber Tag, ich wünsche dir eine gute Zeit!

Samstag, 8. Januar 2011

So schnell kanns gehn...

da fläz ich nichts ahnend auf meiner Couch, freue mich, daß das neue Buch noch vor dem Wochenende angekommen ist, schlage es freudig auf, fange an zu lesen und lese und lese, bis ich Sätze lese, die mir die Luft rauben, mich in Angst und Panik versetzen und ich nicht mehr klar denken kann.

Das Buch ist von Konstantin Wecker: Die Kunst des Scheiterns.
Und er schreibt da über Kinder und Erziehung und von Psychoterror, damit die Kinder immer brav und folgsam sind und perfekt funktionieren. Wie Unmenschen. Wie Maschinen. Is ja auch bequemer so.

Ich lese meine Geschichte. So knallhart, schwarz auf weiß.
Die Nacht war dementsprechend. Aufgewühlt, unruhig, hellwach.
Ich starre in das schwarze Loch und es zieht und lockt mich, mich dem einfach hinzugeben. Mich fallen zu lassen.

Doch irgendwie schaffe ich es, mich gerade noch selber am Schopfe zu packen und weg zu ziehen.
In aller Frühe drehe ich eine Runde in der kühlen, regennassen Morgenluft. Noch vor dem Frühstück, einfach schnell anziehen und raus!

Ich sitz immer noch etwas verdattert am Boden und starre den Teppich an, den man mir unter den Füßen weggezogen hat. Mein Herz rast, ich kann kaum tief atmen, alles ist verspannt, ich schwitze.

Später kommt noch ein weiterer Spaziergang, ein längerer, um den Kopf wieder frei zu bekommen und die Anspannung abzulaufen.
Meine Wohnung heimelig machen, mit Kerzen und einer kuscheligen Decke, mich selbst so gut es geht versorgen, um mich kümmern.
Meine aufgeschreckten inneren Anteile beruhigen, ihnen Schutz geben und die Dinge um mich entfernen, die mir weiter Übelkeit einbringen.

Es ist jetzt endlich Schluß verdammt nochmal.
Der große Cut kommt.

Freitag, 7. Januar 2011

Ich fühle mich derzeit wie so eine alte, verschrobene Frau, die im Wald lebt und sich kaum blicken läßt. Über die die Leute reden, lästern, munkeln, weil ihnen das komisch und unnormal vorkommt.
Und ich hätte nichts dagegen.

Ich fühle mich auch wie weiches Wachs, kaum Muskelspannung, alles biegsam und locker.
Ich weiß nicht, ob einfach mein Parasympathikus mal wieder angesprungen ist, denn manchmal fühlt sich totale Entspannung auch an, wie totale Erschöpfung.
Vielleicht ist es auch mal wieder der Anfang einer depressiven Phase.
Es ist mir wurscht.

Fakt ist: Ich bin dankbar für diese Ruhe, für diese Langsamkeit, diese Abschottung. Ich brauche wenig Input, wahrscheinlich weil ich soviel in mir trage.
Es fühlt sich auch an wie eine Gnade, von wem auch immer.
Sonst ist da immer eine große nervöse Anspannung in mir, ein Aufruhr und Gewühle, wie ein emmsiges Bienenvolk.

Ich verstehe jeden Schmerzpatienten, der unter chronischen Schmerzen leidet und dann einmal paar Tage schmerzfrei ist. So ein Geschenk! So eine Wohltat!

Aufatmen.
Ausatmen.
Vorhin dachte ich mir: das könnt jetzt immer so sein. Und prompt kam eine Einladung von einem lieben Freund zu einem Ausflug. Der sich sehr schön anhört. Da wurde mir wieder bewußt: Da draußen ist das Leben und ich will dabei sein und mitfahren und Spaß haben, schöne Berge fotografieren...

aber derzeit für mich unmöglich.
Und das tut dann auch sehr weh.....

Donnerstag, 6. Januar 2011

Besinnung

Mir scheint, da kommt noch so eine kleine Nachgeburt von Weihnachten:

Innerlich völlig ruhig, vertrödel ich so meine Tage, ohne irgend einen Fluchtimpuls oder Aktionismusrennerei.
Keine Lust auf äußerliche Kontakte. Ich hab wieder Kontakt mit mir selbst und da ist allerhand los. Klare, schöne, aufwühlende Träume hab ich des nachts, ich spüre Wünsche, Sehnsüchte und Bedürfnisse, ich bin sehr sehr müde und brauche viele Pausen, mein Bauch (und/oder meine Seele) verdaut und verdaut...
Der PC interessiert mich nicht mehr soviel wie sonst, also bleibt er aus. Musik läuft auch keine.
Ich und Ich.

Ich kämpfe nicht mehr mit mir, ich lasse mich. Einfach nur schauen, atmen, schreiben, fühlen....

Dienstag, 4. Januar 2011

Auf Ziele zielen

Langsam glaub ich, hab ich mich wieder etwas erholt, fühle mich fit und ausgeruht.
*ironiean* hat ja nur 3 Tage gedauert *ironieaus*...

und dann saß ich so da und dacht mir: also paar ganz konkrete Ziele für 2011 brauch ich schon noch. Nahm mir Stift und Block und legte los: Meine Wünsche und Ziele in den wichtigsten Lebensbereichen.
Ich starrte die paar Punkte an: "Naja viel is das ja mal nicht!" grübelte weiter, was ich noch machen könnte (immer höher, immer weiter, immer besser!), da mir aber nichts mehr gescheites einfiel, nahm ich mein *Meditationen für jeden Tag* zur Hand, blätterte zum heutigen Datum und da steht:

Jeden Tag ein kleines bisschen zu tun kann viel erfolgreicher sein, als Wochen und Monate nichts zu tun, was dann von hektischen Versuchen abgelöst wird, grundlegende Veränderungen über Nacht herbei zu führen.


Bingo. So hab ich es früher immer gemacht. Ich erwartete immer den großen Knall, der mich und mein Leben verändern sollte. Bei manchen Menschen passiert das auch, ich scheine nicht dazu zu gehören. Macht nichts, kann ja nicht jeden Tag Sylvester sein.

Ich gucke nochmal auf das letzte Jahr: Stimmt, da tat ich viele kleine Schritte und kam da wesentlich weiter, als mit meinem Hau-Ruck-Verfahren.
Kleine Brötchen schmecken eben auch und sind genauso nahrhaft.

Ich greife nach dem Ziele - 2011- Zettel, finde nun, dass da genug drauf steht, denn 1. kommen immer noch unvorhergesehene Dinge dazu und 2. lieber ein kleiner Erfolg, als das große Heulen.
Und entlasse hiermit meine Überforderungstendenzen.
Braucht doch kein Mensch.....

Was ich in diesem noch ganz frischen, unbefleckten, reinen, neuem Jahr so gar nicht leiden kann, sind diese unsäglichen Katastrophenmeldungen in den Medien. Ich scheine da langsam echt allergisch drauf zu reagieren. Das bisschen was mir im Radio entgegen sabbert, reicht mir schon.

Deswegen gibts hier nun
http://meldestellefuergluecksmomente.at/

Eure Glücksmomentesammlerin.
(z.B. 1.: den wunderbaren, intensiven Austausch mit den Mädels gestern abend in einem Glashaus mit gaaanz vielen Kerzen und einem Kaminfeuerchen. Super!!!!)

Montag, 3. Januar 2011

Hartz4

Das tolle, wenn man wenig Geld hat, ist für mich: Ich freu mich über Geschenke viel mehr.
Und ich freu mich ebenso, wenn ich irgendwo Geld einsparen kann: z.B. heute, endlich mal den Tarif (für Tel. und Internet) gewechselt, beim selben Anbieter. Macht auch wieder 10 Euronen im Monat. Oder das Schreiben, dass ich nun nicht mehr selbst die Zuzahlung für die Krankenkasse bezahlen muss. Wieder 8 Euronen. *hüpf*.

Ich schätze alles viel mehr, als damals mit Auto und Vollzeitjobgehalt.
Ich werde kreativer: wo krieg ich das, was ich brauche, so günstig wie möglich. Also tausche ich viel, besuche die Bücherei, schneid mir meine Haare selbst, stopf mir Zigaretten selber (ich hab ja die Zeit), fahr mit dem Rad so weit als möglich, um dann mit der Bahn das günstigere Ticket nehmen zu können, bastel mir aus ausgedienten Klamotten was neues, liebe Flohmärkte...usw.

Mir macht das Spaß. Ich fühle da keine Scham, weil ich das machen muss, wegen zuwenig Geld.

Und dann, wenn ich mir wie (ebenso) heute einen langen, klitzekleinen Wunsch erfüllen kann, erfreu ich mich viel länger an den Dingen und das in einer Intensität wie eine sechsjährige an Weihnachten:

Einen Hundertwasser-Wandkalender!!!!!! *jippieh*

Sonntag, 2. Januar 2011

Annahme

So und das neue Jahr macht munter weiter mit den Übungen, Lektionen, was auch immer:

1. Ich bin immer noch vollkommen matschig. Die totale Erschöpfung. War kurz draußen, mußte aber bald wieder umdrehen wegen Wackelpudding in den Knien. Also doch wieder ins warme Bett *seufz*. Hunger gibts keinen, Konzentration ist noch im Urlaub...

2. Außerdem durfte ich feststellen, dass ich doch leichte paranoide Züge habe. *ohweh*....

3. Ich kann ziemlich eklig werden, wenn es um meine Dinge geht, vor allem in meiner Wohnung. Ich merke, wie viel Schutz ich da einfach brauche. Vorsatz: Noch klarer ansprechen, wenn mir was komisch vorkommt. Mich abgrenzen und auch den anderen in seine Schranken weisen *ach*....
Ich weiß schon, woher das kommt, soll jetzt auch keine Ausrede sein, sondern einfach damit ich mich besser verstehe und nicht gleich verurteile.

Es ist, wie es ist.
Punkt.

Samstag, 1. Januar 2011

Ein voller Erfolg!

Schön wars!!!

Sehr lustig und anregend.
Mit Lieder raten, puzzeln, musizieren, zuviel Essen, lachen, nachdenken, jonglieren, spielen...
Und einer hübschen Überraschung. Nun liegt endlich das Buch in meinen Händen:"Wer bin ich? Und wenn ja--wieviele?"
Man muss nur sagen, was man sich wünscht, dann ist die Chance höher, dass man es auch bekommt.

Ach, das Leben kann so einfach sein.