Dienstag, 21. Dezember 2010

Minimalismus

Als Familienpflegerin, Babysitterin oder schlicht als Putzfrau sah ich viele verschiedene Haushalte und meist war ich in der gehobenen Schicht unterwegs, die die etwas mehr Asche machen, als der Durchschnitt.

Und eins fiel mir dabei auf: Die Räume waren eher karg eingerichtet (das wenige dafür in sehr guter Qualität), es war übersichtlich, hell und geräumig. Ich frage mich, ob das deren Erfolgsrezept ist: Die Energie bündeln, auf das was einem wirklich wichtig ist (in jenem Fall z.B. viel Geld verdienen), sich nicht verzetteln, sich nicht verlieren.

Ich brauche viel Klarheit und Ordnung um mich herum, zu viele Gegenstände machen mich unruhig. Ich liebe es auszumisten, zu sortieren, zu ordnen, aufzuräumen.

Ich sah aber auch mal das andere Extrem: Ein Messie. Diese Frau sammelte und hortete wirklich alles, leider auch Tiere. Das Haus war so voll, dass man selbst von außen sah, dass an den Fenster alles bis zur Decke gestapelt war. Der Garten war voll, ebenso das Nebengebäude, alles mit Kram, Ramsch, Müll, Eimer, Leinen, Papier, Lebensmittel, Tüten, Kleidung, Werkzeug usw. alles wild durcheinander.

Manchmal wünsche ich mir, dass ich nur das aller notwendigste um mich herum besitze. Und muss dann aufpassen, dass ich in meinem Asketenwahn nicht zuviel wegwerfe. Denn ein wenig gemütlich soll es schon noch bleiben, etwas Luxus darf auch sein und Dinge, die das Leben einfach erleichtern will ich mir auch nicht vorenthalten.

Aber wenn ich mal wieder nicht einschlafen kann, dann geh ich in Gedanken in das "Messiehaus" und räum auf, sortiere, mache sauber...das beruhigt mich so sehr, dass ich *schwupp* auch schon eingeschlafen bin :-)

Wer darüber noch mehr lesen will oder sich einfach ein bißchen Inspiration holen möchte :
http://www.52wege.de/

Kommentare:

  1. Da kann ich dir die Hand reichen: Für mich ist es auch eher ablenkend, wenn zuviel Kram um mich ist.
    Es gibt Räume in unserem Haus, die sehr leer wirken. Unser Tanzraum zum Beispiel, hat nicht mal Bilder an der Wand. Doch der Raum wird sehr schnell voll: Mit inneren Bildern, mit Leben, mit Tanz. Kreativität beginnt für mich in der Stille und - im leeren Raum.
    Andererseits gibt es auch Menschen, die diese Leere nur schick finden und sie zelebrieren, damit ihre Designermöbel besser zur Geltung kommen. Kommt eben auch immer drauf an, welche Leere man meint :-)

    AntwortenLöschen
  2. Ich hab da noch einen Raum, der gerne mal aufgeräumt werden muss, komm doch mal vorbei!

    AntwortenLöschen
  3. ...das geht mir haargenauso wie dir....ich hab auch immer das gefühl dieser ganze ballast zieht mich runter- und die vorstellung- ich müsse umziehen- und hätte soviel zeug- erschreckend...
    lg sabine

    AntwortenLöschen
  4. Ach so einen gänzlich leeren Rum, den wünsch ich mir...aber ich brauch ja nix zu den Mieten in München sagen.....

    Ja Tilli, wenn ich eh am Meer bin kann ich auch bei Dir mal bissl räumen ^^

    Ach das Zeug hinterte mich nie daran sehr oft umzuziehen.
    es is gar nich so leicht das Zeug loszuwerden, selbst als ich es verschenken wollte ging da kaum was...ich will doch wenigstens meinen Keller leer haben...

    AntwortenLöschen
  5. Oh, die Seite (Link) kenne ich auch. :D

    AntwortenLöschen
  6. In "Leere" fühle ich mich absolut unwohl. Ich brauch mein persönliches pulsierendes Leben um mich herum. Jeder Teil meiner bunten Wohnung ist Ausdruck meiner Persönlichkeit und schenkt mir Freude und Kraft. Mit diesem Minimalismus-Trend kann ich überhaupt nichts anfangen. Freunde von mir leben auch so. Ein Tisch, ein Bett, ein Stuhl, weiße Wände, kaum Bilder. Mir fehlt in diesen Wohnungen immer das Leben. Wenn ich mich wie in einem Wohnhauskatalog fühlen will, kann ich auch zu Ikea gehen :-)

    AntwortenLöschen
  7. Ja ich glaube auf Dauer kann ich so auch nicht leben, deswegen sieht auch meine Bude noch *normal* aus. Aber so ein leeres Wochenendhäuschen wo ich mich hinflüchten kann, wenns mir mal wieder zuviel wird, das wärs :)

    AntwortenLöschen