Montag, 20. Dezember 2010

Mein innerer Roboter...

ist derzeit wieder sehr aktiv.

Das geht schon ins zwanghafte. z.B. Ich esse zu mittag, weil es 12 Uhr ist, nicht weil ich Hunger habe. Ich rauche oder lese, obwohl ich müde bin.

Mich zu spüren: was brauche ich jetzt? Was will ich jetzt? Ist meine derzeitige Hauptaufgabe. Das geht nur in ganz kleinen Schritten. Es ist ein Weg der Langsamkeit und Achtsamkeit. Ein Stop-und schau/fühl-System und nicht gleich wieder reagieren.

Zu schnell bin ich im „was ich tun müßte/sollte“ oder was andere von mir erwarten. Hauptsache irgendwas tun. Mich hinsetzen und spüren, nach was mir nun ist, ist für mich schwer. Sehr schwer. (Die Hintergründe sind für mich klar, warum das so ist, aber ich möchte im Heute bleiben, denn nun darf und kann ich es anders machen)

Deswegen ist mein Telefon meistens auf lautlos. Irgendwann seh ich, dass jemand angerufen hat und ich habe genug Zeit zu entscheiden, ob ich jetzt überhaupt reden will und ob mit diesem Menschen.

Zu schnell verzettel ich mich in tausend Aktivitäten. Lenke mich ab, mache mich dicht.

Irgendwann werde ich gereizt, aggressiv, fühle mich unwohl, durch den inneren Streß atme ich nicht tief genug, daraufhin meldet sich dann mein brummendes Ohr. Das ist für mich das Zeichen:STOP!

Und dann schauen, was ist nun dran: Malen? Musik? Wenn ja, welche? Kontakt zu Menschen? Schreiben, was gerade um mich/in mir los ist? Aufräumen? Spazieren gehen? Lesen? Ausruhen? Ist mir kalt? Habe ich Hunger? Wenn ja, auf was? Spüren, was für mich jetzt wichtig und richtig ist.

Diese Schritte sieht man im Außen kaum und viele Menschen um mich werden ungeduldig: ich müßte doch und sollte ja...den Druck mach ich mich schon selber auch und ich kann es sehr schlecht aushalten, wenn nur das kleinste geht und ich nicht stramm funktioniere. Ich vergleiche mich zuviel mit den anderen und werte mich gnadenlos ab, was mir weiteren Streß bedeutet.

Bei mir geht das nicht automatisch. Ich darf es nun aber lernen, mit Rückfällen, mit viel Geduld und Zeit. Und manchmal...manchmal gelingt es mir sogar, mich selbst für längere Zeit zu spüren. Dann geht es mir bestens :-)

Kommentare:

  1. hallo,
    bin heute zufällig in deinen blog gestolpert- und fühle mich hier wie zu hause...wir stehen scheinbar an sehr ähnlichen punkten- und vieles was ich hier bei dir lese...kenne ich ganz genauso. ich freue mich sehr- deinen blog gefunden zu haben...lese auch gerne in den ganzen kreativblogs...aber hier bei dir - spüre ich mich auch selber ....!
    liebe grüße
    sabine

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  2. Klingt ja immer irgendwie paradox, dass es harte Arbeit ist auf sich selbst zu hören, sich selbst zu spüren :) - und wie lange hab ich gebraucht das auch wirklich als "Arbeit" anzusehen und mir zuzugestehen, dass es anstrengend ist und ich müde bin, weil ich eben hart (an mir) gearbeitet habe.

    Es ist schön dass du immer mehr zu dir findest - dich immer mehr spüren kannst, dich auch immer wieder findest - und wenn ich das so lese, spüre ich dieses mollig warme Gefühl in mir drin, das da ist, wenn ich mich spüren kann - kennst du das?

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  3. Hallo Sabine, na dann ein herzliches Willkommen, mögest Du Dich lange hier wohl fühlen ;)

    Ja Ilana, so ist es, dass es mich manchmal mehr Kraft kostet etwas NICHT zu tun, als es zu tun, der Antreiber is sehr stark.
    Wenn ich bei mir bin, merke ich das ja an dem warmen Gefühl, an der Ruhe in mir und an wunderschönen nächtlichen Träumen :)
    Ich hab sozusagen jahrelang ohne mich gelebt...seltsam.
    Aber wir sind auf dem Weg!!! :-)

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