Freitag, 26. November 2010

Exjob

Wie ja schon mal erwähnt, liebte ich meinen Fahrjob. Heiß und innig!

Das wußte natürlich auch meine Chefin und wollte mir was gutes tun:

Ich könne eine Zusatztour von ihr übernehmen, immer donnerstags, ein Stammkunde vom Flughafen in sein Hotel. Drei Fliegen mit einer Klatsche: Mehr Geld, mehr Fun und ein hübscher, netter, junger, reicher Mann. „Da könnt doch was laufen!“ murmelte meine Chefin. Große Lust hatte ich aber keine, ich hasse es, nach einem Termin noch 4 Std. Zeit rumzubringen, um dann nochmal zu starten.

Gegenargument meiner Chefin:“ Fahr einmal, schau ihn dir an und dann sehn wir weiter.“ Damit sie mich in Ruhe ließ, ließ ich mich drauf ein.

Es war ein Fehler.

Der Mann hatte einen... tja...äh merkwürdigen Namen: Sprach man ihn in englisch aus und übersetzte das auf deutsch, kam: Versager/Verlierer dabei raus. „So und damit du den Kerl findest, schreibste den Namen ganz groß auf ein Blatt und wartest in der Ankunftshalle auf ihn, das machen alle Hotels so.“

Na klar......

Ich bin aber kein Hotel und werde mich mit Sicherheit nicht mit einem riesen Schild auf dem Verlierer steht, in eine riesen Flughafenhalle stellen! Veralbern kann ich mich selber....Geht’s noch?

Es ging und zum Glück fand mich jener Mann, bevor ich das Schild auch nur aus dem Auto holen konnte. Glück gehabt.

Also fuhren wir, ich war stumm wie man nur stumm sein kann, weil ich so aufgeregt war und überhaupt und achja der Auspuff war hin und röhrte ziemlich laut, was mir megapeinlich war. Der Mann gab sich wirklich Mühe und mir war nicht mehr zu helfen.

Vor dem Zielobjekt, stieg ich also aus, öffnete den Kofferraum und reicher-junger-netter Mann überreicht mir 3 Zeitschriften „ach hab ich ihnen mitgebracht, dachte mir vielleicht gefällts ihnen!“ Ich mümmelte nur was von: „Ich les keine Frauenzeitschriften!“

Oh Herr, lass Hirn vom Himmel fallen.

Also, mit noch schlechterer Laune wieder zurück gen Heimat. Auf der Autobahn rief ich meine Chefin an und teilte ihr mit:“ Auftrag erledigt, Kunde wohlbehalten am Zielobjekt!“

Sie plärrt:“ Was schoooooon? Seid ihr nich noch was trinken gegangen???“

NEIN!

Völlig geknickt zuhause angekommen, guckte ich mal bei Mr.Google wo ich den Herrn denn eigentlich abgeliefert habe.

oh..... Oh!! OOHHH!!! Wie soll ich sagen...hmmm..also: In ein Etablissement in dem Frauen definitiv nix zu suchen haben. Höchstens als Putzfrau.

Ich würd sagen: Volltreffer! Habs ja gleich gesagt. Auch da sah meine Chefin endlich ein, dass es keinen Sinn mehr hat, den zu fahren. Dies tat sie ab sofort dann wieder selber.

Kommentare:

  1. ;)

    Wie das Leben manchmal so läuft...
    Wofür das gut ist, weiß man meistens erst hinterher.

    Ich hoffe, du nimmst mir nicht übel, dass ich kräftig grinsen musste - schließlich liegt das zu einem großen Teil an der flotten Schreibe.

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  2. Geile Story! *lach* Wärste mal mit dem einen trinken gegangen, vielleicht wäre er ja dann nicht mehr ins Frauen-als-Putzfrau-Etablissement gegangen und hätte sich unsterblich in Dich verliebt. Ja, right. :-)

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  3. @ deepseadiver: Keine Sorge, heut kann ich auch drüber lachen und denk sogar gern dran ;)

    @Me ich weiß nicht wie schwer es ist, einen Homosexuellen umzupolen und ich glaub, ich wills auch gar nich ausprobieren ^^ :-)

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