Sonntag, 10. Oktober 2010

Sonntagsausflug

5:26 zeigt mein Wecker
und ich fühle mich wach und fit,
allerdings habe ich das dringende Bedürfnis meine Wohnung sofort zu verlassen.
Manchmal habe ich solche Anwandlungen.

Ich packe mich warm ein,
brühe noch einen Tee auf,
schnapp mir meinen Rucksack

und radel los.
Es ist noch stockfinstere Nacht.
Kein Vogel zwitschert,
ein Auto kommt mir entgegen,
dumpf leuchten die Straßenlaternen.

Ich fahre erstmal ums Dorf herum,
damit mir wärmer wird,
ist das ein Laubhaufen oder ein Igel?
Sitzt da einer? Ach ne is ein Müllkorb.
Was raschelt da? Ah ein Blatt ist herunter gefallen.

Ich kurve durch den kleinen Park,
dort gibt es einen kleinen Hügel und oben sind Steinklötze zum hinsetzen.
Mein Platz.

Im fernen Osten erkennt man vage den ersten Lichthauch.
Ich sitze und atme, schlürf meinen Tee und fühle mich das erste mal seit Tagen..
...wieder ruhig.

Alle Anspannung in mir ist weg, das Gedankenkarussell steht still,
ich sehe die Sterne, eine Katze schleicht an mir vorbei,
hier blinkt ein Flugzeug hoch droben, da rattert weit entfernt ein Güterwagon,
trotzdem fühle ich Frieden, in mir, um mich.

Ich frage mich, ob die Menschen die am Meer oder in der Wüste leben,
gelassener sind.
Auch ich sehe in die Ferne, hoch über den Dächern der Stadt,
ewig kann man einfach so dasitzen und schauen. Wie eine Meditation.

Immer klarer werden die Umrisse, hier ein Baum, da ein Kran.
Bald werden die ersten Joggern, Semmelholer und Gassigeher auftauchen.
Ich bin inzwischen so richtig durchgefroren und mache mich auf den Heimweg.

Der Kies unter meinen Rädern knirscht,
Feuchtigkeit durchdringt meine Kleidung,
die letzten Sterne verblassen.

Zuhause genieße ich die heiße Dusche
und einen Kaffe,
ich fühle mich erfrischt und wieder in meinem Körper zuhause
und das war der Sinn der Aktion.

Wenn du immer wieder das tust,

was du immer schon getan hast,

dann wirst du immer wieder das bekommen,

was du immer schon bekommen hast.

Wenn du etwas anderes haben willst,

mußt du etwas anderes tun.

Und wenn das, was du tust, dich nicht weiterbringt, dann tu etwas

völlig anderes - statt mehr vom gleichen Falschen!


- Paul Watzlawick -

Kommentare:

  1. oh, das liesst sich gemütlich, entspannend, friedlich... schön und der Sonnspruch ist sowas von wahr :-9
    Schön wenn man das macht , was das Herz möchte ;-)
    wünsche Dir einen wunderschönen Sonntag

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  2. Ich habe eine Bekannte, die ist wirklich damals zum meditieren in die Wüste gefahren. Sie meinte, sie hat noch nie so etwas Tolles erlebt.
    Es war still, so still, nicht vorstellbar.

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  3. wirklich still wirds bei mir wohl nie, dank tinitus *seufz*......
    aber ne Erfahrung wärs es wert, fehlt nur noch das nötige Kleingeld dazu...

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  4. Mensch du, musste beim Lesen wirklich schmunzeln :) Konnte es mitfühlen!

    So gings mir oft auf Rucksacktouren - irgendwie raus sein aus allem Trott, keinen Menschen treffen (und wenn doch, ists was Besonderes), und eben das Gedankenkarussell anhalten...

    Liebe Grüße,
    Juli

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  5. Ja ich hätt das auch gern öfter ^^ :-)

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