Samstag, 9. Oktober 2010

Loslassen

Auf dem Weg zu sich selbst,
lässt man manches hinter sich...
sei es Klamotten, alte Überzeugungen, Zweifel, Menschen, Ängste
oder eben
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die eigenen Eltern...



Kommentare:

  1. Dagegen ist nichts zu sagen! Jede/r darf seine Eltern hinter sich lassen, wenn sie einem nicht guttun, denn dazu sind sie da. Wenn sie das nicht können, sind es keine Eltern.

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  2. Eltern - schwieriges Thema!
    Ich habe so ca. 2mal im Monat mit meinen Eltern zu tun. Und denke jedesmal: wenn das nicht meine Eltern wären, gehörten sie zu den Leuten, mit denen ich mich freiwillig nicht abgeben würde. Hoffe, mein Sohn denkt später nicht so!!!

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  3. Ich denke man sollte den Kontakt mit seinen Eltern nicht abbrechen. Kontaktabbruch ist das Gegenteil von Loslassen. Versuche zu akzeptieren, wie sie sind und dass sie niemals so sein werden, wie du sie haben willst.. und du niemals wie sie dich haben wollen. Versuch sie einfach zu verstehen und ihr Anderssein als spannende Herausforderung zu sehen, wie du es bei anderen Menschen auch tust. Es ist schwer.

    Mit seinen Eltern verfällt man immer in die Kind-Rolle und reagiert dann wie ein Kind. Ich sage mir immer: früher war das schlimm, ich war ein Kind und abhängig. Heute bin ich kein Kind mehr und es ist nicht mehr schlimm, ich habe viele Möglichkeiten, Fähigkeiten und Alternativen. Aber oft sind die Reaktions- und Kommunikationskreise so festgefahren, dass man die Alternativen nicht wahrnimmt. Aber sie zu durchbrechen und sich mal ganz anders und erwachsen zu verhalten, ist den Versuch auf jeden Fall wert.

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  4. Tja in manchen Köpfen ist eben das 4.Gebot: "Du sollst Deine Eltern ehren", zu fest verankert.
    Keine weitere Diskussion.

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  5. Bei dem Lied musste ich weinen.
    Ich denke da wie Juliane.

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  6. @Tina: und was machst du wenn die Eltern nicht mitspielen? Sie dir das Leben schwer machen, nicht zu einem Gespräch bereit oder irgendwas zu ändern? Soll ich mich dann damit abfinden, dass sie mich ewig gängeln lassen?

    Erwachsen sein heißt da auf sich selbst zu achten - und die Kontakte, die einem schaden - zu begrenzen oder zu beenden.

    Manchmal ist der Kontaktabbruch der einzige Weg um erwachsen werden zu können - grade bei Eltern, die für ihr Kind ja die eine best. Rolle vorgesehen haben und wehe man spielt da nicht mit, weil man gar erwachsen werden will und sein eigenes Leben leben.

    Und das 4. Gebot geht ja weiter: kurz zusammengefasst: Du sollst Vater und Mutter ehren, auf dass es dir wohlergehe (ging damals ja auch darum dass die Kinder die Rente für die Eltern waren und daher das Land übernahmen)

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  7. @ Alina

    Nein, also mit ehren hat das gar nichts und überhaupt nichts zu tun. Ich hatte schon immer ein furchtbares Verhältnis zu meiner Mutter... ich hab noch nie versucht, sie zu ehren.

    Das ist ja auch nur meine Meinung.

    Ich denke, dass den Kontakt abzubrechen oft ein Weg ist, sich lebenslang an seine Eltern zu binden, weil diese ungelösten Konflikte immer weiter in einem bleiben und man sie immer mit trägt. Natürlich würde es uns besser tun, wenn unsere Eltern so wären wie wir sie haben wollen, uns unterstützen, unseren eigenen Weg zu gehen und für uns da sind, wenn wir dabei Hilfe brauchen. Ich denke, dass es für MICH wichtig ist, den Kontakt nicht abzubrechen. Also nicht als Ehrung, sondern um mich zu lösen.

    Es sind meist sehr unterschiedliche Werte, die da aufeinanderprallen. Aber als Erwachsener kann man die Eltern sein lassen wie sie sind und lernen, sie zu verstehen. Indem man ganz langsam Vertrauen aufbaut, sie nicht überfordert und z.B. Sachen fragt wie: was waren denn deine Ziele im Leben? Wolltest du diesen oder jenen Beruf ergreifen? Hast du viel aufgegeben, um es deinen Eltern recht zu machen? Wie war dein Verhältnis zu Grossvater, Grossmutter? Geht es dir gut, wie du jetzt lebst?

    Dafür muss man sich ganz langsam und ohne Vorwürfe einander nähern. Mal ganz anders an die Sache rangehen als das übliche.. wo man automatisch in die Kinderrolle hineinfällt und sich der immer gleiche Zyklus wiederholt. Und Abwehrreaktionen mit einplanen und bei seinem Weg bleiben und sich nicht aus der Ruhe bringen lassen oder sich provozieren lassen. Also immer bei sich bleiben und seine Meinung vertreten, ohne den anderen anzugreifen.

    Ich empfehle da das Buch "Zärtliches Tempo" von Harriet G. Lerner. Es sind sehr sehr viele Fallbeispiele in dem Buch, unter anderem z.B. wie man mit psychisch kranken oder Familienangehörigen mit Alkoholproblemen in Kontakt bleibt und trotzdem bei sich bleibt. Eben eine Art, ganz anders zu reagieren als gewohnt und das Gegenteil von sich gängeln lassen, Erwartungen erfüllen und von außen aufgedrückten Geboten folgen. Ich kann das hier nicht in wenigen Worten gut erklären und es ist eine lebenslange Aufgabe...aber es hat rein gar nichts zu tun mit liebes Kind sein.

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