Freitag, 1. Oktober 2010

Bonjour

Wer das Buch "Hotel Pastis" liest, sollte sich nicht gerade mit einer Diät befassen oder sich in einer Alkoholabstinenzphase befinden.
Denn man liest dauernd von irgendwelche sagenhaften Schlemmereien kombiniert mit genußvollem Trinken hochprozentiger Gesöffe.
Auch mich packte diese Lust und ich köchelte am Abend mir eine deftige Hackfleisch-Kartoffel-Paprika-Pfanne und dazu konsumierte ich 2 Gläser leckeren Rotweins.

Da die Handlung des Buches zur Hälfte in Frankreich stattfindet, befindet sich im Anhang ein Glossar mit der Übersetzung einiger eingestreuten französischen Sätze oder Redewendungen.
Und ich finde: Auf französisch fluchen, klingt wie eine Liebeserklärung!

So sehr wie ich mein Abendessen genoß, so genoß ich es auch die fremdländischen Laute auf meiner Zunge zergehen zu lassen. Einem Franzosen hätte es wahrscheinlich vor Grauen die Zehennägel aufgebogen. Aber mir hörte nur eine Stechmücke zu, die ich versuchte nebenbei zu erschlagen.

Und erinnerte mich an meine beiden Frankreichaufenthalte.
Einmal 4 Tage Paris, das war insofern langweilig, weil es einen vorgegebenen Plan gab an Besichtigungs – und Touristenrumschieberei.
Um ein wenig Abenteuer zu erleben, stibitzen wir uns in einem großen Kaufhaus auf dessen Dach, durch eine dünne offene Tür und standen hoch oben über Paris auf dem Dach, um den Sonnenuntergang zu sehn. Höchst romantisch, leider waren mit mir nur 3 Damen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren dabei. Nunja es war eine gewonnene Reise von einem Kreuzworträtsel, was will man da schon erwarten.

Natürlich ging es auch ins Disneyland und am eindrucksvollsten fand ich ja echt die ewig langen Warteschlangen. Da geht man um eine Kurve und sieht 5 weitere Kurven voller wartender Menschen und das mindestens 3x hintereinander.
Als ich dann kurz vorm Ziel war, sprich in einen Wagen einsteigen durfte, erfasste mich das Grauen: Es war ein Looping mit dabei.
Ok, auch das überlebte ich.

5 Jahre später fand ich in einer Sporttasche noch einen unentwickelten Film aus dieser Zeit.
Welch ein Spaß! Entgeht einem ja heute dank Digitalcamera.

Mein 2.Aufenthalt in französischen Lande war dann richtig Urlaub.
Naja so halb.
Erst landeten wir bei einem schrägen psychotischen Deutschen in der Dachkammer, weil wir zu lange umhergeirrt waren, mitten in der Pampa und kein Hotel mehr fanden.
So ein dreckiges Loch sah ich noch nie, weder davor noch danach und als wir am nächsten Tag endlich im Hotel eincheckten und ein Frühstück neben dem Swimmingpool genossen, rätselten wir, warum jener Deutsche an seinem Tisch eingeschraubte Ösen und Haken hatte.
Wahrscheinlich ein Masochist. Oder Sadist.

Später landeten wir in einem typisch französischen Dorf und lernten einen typischen Franzosen kennen: Ein arroganter Schnösel. Ein Kellner, der wohl mit Absicht nicht verstehen wollte, dass wir das Steak ganz durch wünschten und eben nicht halb blutig wie wir es dann bekamen. Is ja auch egal, hat ja nur 70 Eier gekostet, für das, dass ich a) nur die Pommes aß und b) danach immer noch Hunger hatte.

Dafür fanden wir kurz darauf eine nette kleine Pizzeria und die hatten das sehr leckere belgische Bier (jaaa noch besser als das bayrische).

Und ich sah Flamingos. Wild. Frei. Echt.
Is ja auch was.

In diesem Sinne:
Au revoir

(PS: Was war denn gestern los, irgend eine günstige kommunikative Gestirnkonstellation? Erst rief Freundin A an, um zu plaudern, dann Freundin B die grad auf gut deutsch in der Scheiße steckt, dann kamen noch SMS von Lebensphasenflirts, die sich aus der Versenkung mal wieder meldeten....
Live von der Telekommunikationszentrale Süddeutschland...zurück ins Studio)

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