Freitag, 29. Oktober 2010

Altersregression

Hallo, ich bin Regenfrau und heute 14 Jahre alt und so verhalte ich mich auch: ich bin rotzig, trotzig und bockig.

Ich hätte gute Lust mich zu besaufen und dann mit 200 Sachen über die Autobahn zu fliegen.

Zum Glück habe ich kein Auto. Und ich weiß auch so, dass mir so eine Aktion nix bringt.

Das weiß ich aus Erfahrung.

Vor Jahren bin ich mal an nen See gefahren, drehte die Musikanlage so richtig auf, dass es nur so schepperte, sah auf den See und …

...betrank mich.

Richtig übel.

Dann wurde es Abend, dann Nacht und kälter.

Also wollte ich aus dem Kofferraum eine Decke holen.

Auf dem Rückweg zum Fahrersitz brauchte ich ne Pause (war ja auchn weiter Weg *g*), sank in die Knie und lehnte mich an den Hinterreifen und schlief ein. So sturz betrunken war ich. Ich weiß nicht wie lange ich in diesem komaähnlichen Schlaf verweilte.

Nach dem Aufwachen war es finstere Nacht und ich halb erfroren. Ich gönnte mir noch eine Dose Whisky-Cola und beschloß: Heimzufahren.

Mein Heim lag 180km entfernt und ich weiß bis heute nicht, wie ich das mit meinem Promillepegel und fast ohne Sprit unfallfrei schaffte. Wahrscheinlich zuckelte ich mit 40km/h auf der Standspur.

Noch wahrscheinlicher ist allerdings, dass sämtliche Schutzengel Überstunden schoben.

Ich bin ihnen wirklich sehr sehr dankbar.

Kaum hatte ich dann im heimischen Bett meinen Rausch ausgeschlafen, wollte mich gerade in ein Schaumbad sinken lassen...als es an der Tür klingelte...

und die Polizei vor mir stand. Dein Freund und Helfer. Nunja...ganz so war es dann auch wieder nicht.

Nein, all das erspare ich mir heute, lege mich ins Bett ohne Rausch, aber mit dem Buch: Von der Nutzlosigkeit erwachsen zu werden.

Jawoll.

Goodbye cruel world.

Kommentare:

  1. Toll, und dann ? Führerschein weg ? oder wieso standen die da ?

    Solche Phasen hat man und da sollte man nicht alleine durch. Aber gut ich bin da ja nicht anders. grrr
    Also mal nen dicken lieben gute laune gruss zu dir

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  2. Nö, ich erfuhr da erst, dass ich als vermisst galt. Und als mein Auto wieder vor der Tür stand, wollten die dann doch wissen, was so los war.

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  3. ja, manchmal sehnt man sich halt einfach danach, von dieser Welt einen Augenblick lang nichts zu spüren...
    Zum Glück gehen diese Phasen vorüber, auch wenn man sich nicht wegdröhnt.

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  4. Liebe Regenfrau,

    ich habe mal Deine aktuellsten Einträge gelesen. Ich nehme bei Dir eine gewisse Härte wahr, gegen Dich selbst und gegen andere. Aber auch Humor, und zwar im Sinne von Selbstironie, Du kannst über Dich selber lachen. Das ist gut. Ich kenne es von mir selber: wenn ich in Depression und Selbstmitleid versunken bin, dann bin ich auf dem Weg der Besserung, sobald ich zur Selbstironie durchgedrungen bin. Es ist (im Rückblick) manchmal urkomisch, was man alles anstellt, um nicht die Wahrheit ertragen zu müssen. Aber die Wahrheit ist immer besser als die Lüge, nicht wahr?

    Tu Dir selber nichts an, das hast Du nicht verdient. Und wenn Du aggressiv gegen andere bist, z.B. mit Worten, dann beschimpfst Du eigentlich Dich selber, ist Dir das bewußt?

    Ich kann nicht direkt erkennen, ob Du Dich für einen spirituellen Weg interessierst. Bist Du eine Sucherin? Kennst Du die Texte von Gerd-Lothar Reschke über moderne Schamanen? Schau mal hier, ob Dich das anspricht:

    http://www.schamanenschule.de/glr_schamane_inh.htm

    Insbesondere den Text zur „Schamanenkrankheit“. Ich könnte mir vorstellen, daß das für Dich paßt. Falls ja, würde ich Dir ein Buch von ihm empfehlen, damit fing bei mir vor einem Jahr vieles an: „Schamane in Deutschland, Band I, Wirkgilde“. Das ist ein Grundlagenbuch für einen modernen schamanischen Weg, es geht da u.a. um Entwicklung von Achtsamkeit, auf der Suche nach dem Selbst (oder nach "Erleuchtung"). Ich habe es als Arbeitsbuch genutzt, viele Anregungen aufgegriffen und selber mit meiner Achtsamkeit experimentiert. Das ist spannend!

    Liebe Grüße,
    Louise

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  5. Sorry, falscher Begriff: statt Achtsamkeit sollte es Aufmerksamkeit heißen. Das liegt aber nahe beieinander.

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  6. Achja mein Selbsthass is mir nix neues :)
    Und Selbstironie heißt für mich nicht unbedingt Besserung, sondern vielleicht eher: Lieber drüber (hinweg) lachen, als wirklich den Schmerz zu fühlen.

    Mit spirituelle Sachen bin ich sehr vorsichtig geworden, werd aber mal beizeiten den Link anschauen.

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