Sonntag, 31. Oktober 2010

Sonntagserkenntnis

Manchmal ist es einfach besser,
sein Leben zu leben und seine Träume zu träumen.

Jedes Ding an seinen Platz,
sowie der Schuster bei seinen Leisten bleiben sollte.

Samstag, 30. Oktober 2010

Gefühlsachterbahn

Stimmungsschwankungen sind doch was Tolles!
Was ich gestern gothicdepressiv und mies gelaunt war, war ich heute das Gegenteil: Völlig aufgedreht, laut, albern und kindisch.

Das Ganze wurde noch gesteigert durch:
1. Ein 3D Kinderfilm und neee was haben wir uns weggelacht mit der ulkigen Brille, das Kinopersonal hatte auch ihren Spaß, die wurden nämlich einfach in unsere Blödeleien mit aufgenommen

2. 2 Flaschen Bier...Alkohol und seine Wirkung...ahje

und 3. Ein Care-paket samt neuen Handy.
Das war sozusagen Weihnachten und Geburtstag in einem.

Inzwischen fühl ich mich wie dreimal durchgewalkt, geschüttelt und geföhnt.
Ich vertrag halt auch nicht mehr soviel :-)
Der tote Punkt ist schon lange überschritten und wäre ich ein Kleinkind, meine Eltern würden sich wünschen ein Kondom benutzt zu haben.
Leider kann ich hier keinen nerven..außer mich selbst...was jetzt auch nich so der Bringer ist...

so hör ich lieber bescheuerte Lieder


und freue mich einfach
auf
einen
ruhigen
Sonntag...mitten in meiner Gefühlsmitte...sozusagen...

Freitag, 29. Oktober 2010

Altersregression

Hallo, ich bin Regenfrau und heute 14 Jahre alt und so verhalte ich mich auch: ich bin rotzig, trotzig und bockig.

Ich hätte gute Lust mich zu besaufen und dann mit 200 Sachen über die Autobahn zu fliegen.

Zum Glück habe ich kein Auto. Und ich weiß auch so, dass mir so eine Aktion nix bringt.

Das weiß ich aus Erfahrung.

Vor Jahren bin ich mal an nen See gefahren, drehte die Musikanlage so richtig auf, dass es nur so schepperte, sah auf den See und …

...betrank mich.

Richtig übel.

Dann wurde es Abend, dann Nacht und kälter.

Also wollte ich aus dem Kofferraum eine Decke holen.

Auf dem Rückweg zum Fahrersitz brauchte ich ne Pause (war ja auchn weiter Weg *g*), sank in die Knie und lehnte mich an den Hinterreifen und schlief ein. So sturz betrunken war ich. Ich weiß nicht wie lange ich in diesem komaähnlichen Schlaf verweilte.

Nach dem Aufwachen war es finstere Nacht und ich halb erfroren. Ich gönnte mir noch eine Dose Whisky-Cola und beschloß: Heimzufahren.

Mein Heim lag 180km entfernt und ich weiß bis heute nicht, wie ich das mit meinem Promillepegel und fast ohne Sprit unfallfrei schaffte. Wahrscheinlich zuckelte ich mit 40km/h auf der Standspur.

Noch wahrscheinlicher ist allerdings, dass sämtliche Schutzengel Überstunden schoben.

Ich bin ihnen wirklich sehr sehr dankbar.

Kaum hatte ich dann im heimischen Bett meinen Rausch ausgeschlafen, wollte mich gerade in ein Schaumbad sinken lassen...als es an der Tür klingelte...

und die Polizei vor mir stand. Dein Freund und Helfer. Nunja...ganz so war es dann auch wieder nicht.

Nein, all das erspare ich mir heute, lege mich ins Bett ohne Rausch, aber mit dem Buch: Von der Nutzlosigkeit erwachsen zu werden.

Jawoll.

Goodbye cruel world.

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Ich, Strohfeuermensch

Tja das lodernde Feuer (http://regenfrau.blogspot.com/2010/10/feuer-und-flamme.html) weicht einem kleinen Licht.

Dem Licht der Erkenntnis.

Und das tut weh.
Das ist richtig scheiße.

Einerseits.
Andererseits hat es natürlich was gutes: Ich habe, bevor ich mich im größten Schlamassel befinde, erkannt, dass mein Vorhaben nix gutes wäre.
Selbstschädigung in glitzerndes Papier verpackt.
Schön anzusehn, nur der Inhalt ist Schrott.

Das wahre Leben hat mich wieder.

Früher war es sicherlich notwendig meine Gefühle abzuspalten.
Inzwischen habe ich aber einen anderen Weg eingeschlagen,
der da heißt: Augen auf und durch.
Und nicht mehr: Augen zu, nix mehr hören und schon gar nicht fühlen.

Selbst wenn ich es wollen würde:
Ich kanns nicht mehr. Ich kann mir nix mehr vorlügen und so tun, als wisse ich von nichts.
Spätestens die Träume in der Nacht bringen mir die wahren Gefühle, die ich in den Träumen des Tages, nicht spüren wollte. Und das so eindringlich und vehement, dass ich davon aufwache.

Tja.
Ich landete mal wieder auf meiner altbekannten Autobahn
und kam von meinem kleinen Waldwegchen ab.

Zurück zum Start.
Samt Traurigkeit und Schmerz.
That's life.

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Aaachtuuung!

Meine sehr verehrten liebe Leserinnen und Leser,

sollte Ihnen heute ein Loch in der Luft begegnen,

das war ich.

Ich hab gestern massenhaft Löcher in die Luft gestarrt.

Schön wars! Also: Passen Sie gut auf sich auf :-)

Dienstag, 26. Oktober 2010

So ein Tag...

Da dachte ich mir letztens:
Ach bestellste für 2 Wochen gratis die Tageszeitung, damit ich nicht ganz hinter dem Mond lebe.

Es war ein Fehler.

Ich könnte gut und gerne, wie eh und je auf Nachrichten verzichten.
Schon Wahnsinn wie jeden Tag diese riesen Seiten vollgestopft werden müssen.
Da liest man, dass das Nachbardorf den Maibaum verhängt hat, als Protestaktion und wie die neue Skateranlage eingeweiht wurde *gäähn*.
Inzwischen überflieg ich nur noch die Schlagzeilen, rechne das Alter der verstorbenen Mitbürger aus und linse mal aufs Wetter. Das reicht.

Das zweite Problem: Ich kann jetzt massenweise Stapel an Papier zum Container wuchten.
Das nahm ich heute in Angriff.
Gehe aus der Tür und treffe zwei Damen die lautstark diskutieren:
"Was haben die bloß, die wollen mehr Geld, wir haben doch genug!"
Einerseits stimme ich ihr zu, wir leben wirklich noch gut.
Andererseits kann ich die Streiks und Proteste verstehen, wenn es um mehr Geld geht. Man will ja auch anständig bezahlt werden für seine Leistung und die Zeiten als der Mann allein für seine Familie sorgte sind ja auch schon alte Geschichten.

Auf dem Heimweg halte ich meinem Untermieter die Tür auf.
Er ist über 80 Jahre alt, körperlich und geistig absolut fit.
Doch für seine Generation ist es ungewöhnlich, wenn junge Menschen tagsüber ihren Müll wegbringen.
Jedesmal fragt er mich: " Ah sind sie auf den Weg ins Geschäft?"
Jedesmal meine Antwort:" Nönö."
Heute war er aber gesprächslustiger als sonst, denn er legt nach: "Ach gell, sie machen Nachtdienst, Sie sind doch Ärztin!"

Das freut mich natürlich, dass man mich für eine Ärztin hält und nicht für einen faulen Arbeitslosen, womöglich noch so ein Hartz4-Gesocks :-)))
Andererseits frage ich mich aber auch: Seh ich sooooooo übernächtigt aus?

Ich finde nicht, mache mir aber vorsichtshalber noch einen Kaffee und blättere...
...in der aktuellen, frisch angekommenen, quasi noch warmen...
Tageszeitung......

Montag, 25. Oktober 2010

Andere Sichtweise

Ich habe mich lange darüber gegrämt, dass es damals als ich 12 war, nicht nach meinem Wunsch ging.

Heute habe ich festgestellt: Wer weiß wozu es gut war, vielleicht wurde mir dadurch schlimmeres erspart.

Ich kann den Groll loslassen.

Sonntag, 24. Oktober 2010

Lenor-Seelen

Es gibt Menschen, die sind ständig und immer gut gelaunt...

...und zuckersüß.

Immer (falsch) grinsend, mit einem halben Herzinfarkt fragen sie, ob das denn wirklich sein hat müssen, wenn man eine Fliege zerklatscht hat und fast heulen, wenn ihnen ein künstlich angeklebter Nagel abbricht, die es nicht ertragen, wenn man miese Laune hat und ihnen das auch zeigt.

Harmoniesüchtige Waschlappen.

Die klingen als ob sie zuviel Lenor geschluckt haben: so weich gespült.

Die um einen herum schleimen und besänftigen wollen.

Ich krieg da die Krise. Vor allem, wenn ich mich nicht aus deren Dunstkreis bewegen kann.

z.B. auf einer Arbeitsstelle.

Da gab es so eine Frau, nennen wir sie Irmgard.

Jeden Morgen/Mittag/Nachmittag/Abend hörte man sie nur süßlich rumsabbeln, vornehmlich mit abgespreizten kleinem Finger und gespitzten Lippen.

Ein Schwuler könnts nicht besser.

Ich bin nicht gewalttätig, aber da juckts mich dann schon in den Fingern.



Irgendwann kam sie mit einem blöden Spruch.

Ich holte gerade Luft, lief schon lilablaßblau an und wollte gerade lospoltern, als sie mir sofort beruhigend auf die Schulter tippelte, mich schief angrinste und zuckerlieb säuselte: „Relax!“

Ich implodierte.

Dann explodierte ich:

Ich stand so ruppig auf, dass der Stuhl nach hinten flog und brüllte wie von Sinnen:“ Weißt du was, du eklige Kackbratze, ich r*e*l*a*x wann ICH will!!!“

(ich glaub ich war da schon so überreizt, denn "dank" meiner Sozialphobie kommen solche Gespräche eher selten vor)

Sie, ganz die Coole: „Ach Süße, reg dich doch nich so auf!“

Mir bogen sich lautstark die Zehennägel nach oben.

Bevor schlimmeres passieren konnte, ging ein anderes Weibchen zwischen uns.

Und das war gut so.


Später nannte sie mich mal: Meine Liebe.

Worauf ich sie fragte, wo sie denn heute ihr Tüdü-Röckchen gelassen hätte.

Verstand sie nicht.


Bei so einem Getue verkleben sich meine Ohren allein vom zuhören,

mir poltern die Wörter wie „scheiße, Arsch lecken und Wichser“ nur so heraus, weil ich weiß, dass sie bei jedem dieser Schimpfwörter Ausschlag bekommt,

ich bekomme Mordphantasien

und Brechreiz,

ich muss meine Augen starr auf ein entferntes Objekt richten, damit sie nicht immer nach oben rollen, sonst schiel ich irgendwann

und immer tief ausatmen und mir vorbeten:

Ja es gibt solche widerlichen Schleimbeutel, ich kann das nicht ändern...einatmen...ausatmen...

Samstag, 23. Oktober 2010

Vom Leben gelernt:

Viele glauben an den lieben Gott,

aber nicht an sich selbst.


Abwarten, ist nicht die schlechteste Strategie.


Nicht die Zeit heilt alle Wunden, sondern die Liebe.


Es ist nicht alles Gold was glänzt

und nicht alles Schokolade was braun ist.


Psychater behandeln die Symptome,

aber nicht die Ursache.


Auch Gesichtszüge haben manchmal Verspätung.


Menschen sind auch nur Tiere.


Man muss klar sagen was man will, sonst bekommt man es nie.

.

.

.


Freitag, 22. Oktober 2010

Feuer und Flamme

Eigentlich müßte ich ein Schild tragen: Vorsicht leicht entflammbar.
Ich kann mich sehr schnell für Ideen, Jobs, Lebensentwürfe, Männer und was es sonst noch gibt, begeistern.

Ich bin dann wirklich fern jeglicher Realität und schwebe auf rosa Wolken.
Mir wurden schon mal manische Züge angedichtet. Von mir aus.
Früher hab ich in dieser Euphorie allerhand angestellt,
bis mich die Wirklichkeit wieder einholte...
...und ich heulend und jammernd auf der Nase lag und mich mühsam wieder aufrappelte.

Aber ich lern ja dazu
oder werd erwachsener, what ever.
Seit Tagen schwebe ich wieder, ich bin im Fieber, ich phantasier und male mir alles in wunderschönen Bildern aus, wie es werden könnte.
Nun ist es aber anders: Ich weiß, dass es auch eine andere Seite der Medaille gibt. Ich lauf nicht gleich wieder los. Ich überstürze nichts mehr und erzähle auch nicht jedem davon.

Sondern:
Lasse alles erstmal so, wie es ist.
Informiere mich.
Lasse mir Zeit.
Erzähle nur Leuten davon, deren Meinung mir wichtig ist und von denen ich weiß, dass sie mir wohlgesonnen, offen und ehrlich sind.
Überlege und fühle in mich:
Ist es ein altes Muster oder könnte es wirklich so sein.
Wenn überhaupt wär das alles erst ab nächstes Jahr, so ab Mai spruchreif.

Bis dahin kann noch viel passieren.
Bis dahin kann ich alles auf Tauglichkeit und Umsetzung abklopfen.
Aber vorerst gönne ich mir noch ein wenig Schwebezustand und die Welt umarmen wollen, vor Glückseligkeit.

Der Rest kommt eh von ganz allein.

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Hartz4

Und wenn ich scho nmal bei dem Thema bin,
mach ich da gleich weiter.

Letztens fühlte ich mich tatsächlich peinlich berührt.
Das war so:
Ich traf eine Bekannte, wir hatten mal kurz miteinander zu tun und sie bekam meinen Weg von Zusammenbruch, Krankheit und Arbeitslosigkeit entfernt mit.
Nun trafen wir uns in einem Supermarkt, aber nicht im Billigdicounter, sondern in einem teueren. Bei manchen Sachen will ich einfach gute Qualität und gebe dafür auch gerne mehr Geld aus.

Wir quatschten also über dies und jenes.
Sie dann: Arbeiten Sie denn wieder?
Ich: Nein und bis nächstens Frühjahr wird sich da auch erstmal nichts ändern
Sie: Aber...also..äh..dass Sie dann HIER einkaufen?

Ich konnte nur noch den Mund aufmachen,
heraus kam aber nix.
Ich war perplex. Fand das auch irgendwie anmaßend von ihr.
Soll ich ihr nun erklären, wie ich mit meinem Geld umgehe?
Dass ich nicht jeden Tag nur Nudeln mit Ketchup esse?
*vogelzeig* soweit kommts noch.

Ich war noch nie bei der "Tafel". Das bring ich nicht fertig.
Solange es noch ohne geht, gehts ohne.
Ich wollte schon lange einfach mal vorbei fahren, um mal zu gucken (wieviele Leute, welche Leute usw.) Aber ich "vergesse" es immer wieder.
Klar könnte ich das in Anspruch nehmen,
und von dem gesparten Geld vielleicht mal wieder ins Kino oder so.
Aber da ist die Scham doch zu groß und die Angst irgendwer könnte denken oder sagen: ej was machtn die hier, schmarotzt sich durch...

Eben weil man meine Krankheit und wenige Belastungsfähigkeit ja nicht sieht.
Ich esse wenig Fleisch, aber das was ich esse, hole ich mir gerne vom Landmarkt: das is bio und aus der Region. Und so schmeckt es auch: Gut!
Und nicht das blasse, faserige Etwas vom Billigsupermarkt.

Diesen Monat hab ich mir auch endlich mal einen neuen, langen Wintermantel gekauft. Die alte Jacke kann ich nicht mehr sehn und ist mir auch zu kurz für wirklich kalte Tage.
Und so wie es aussieht, bleibt sogar noch etwas Geld übrig, um vielleicht doch noch ins Kino zu gehn.

Ich kann mich also ausgewogen ernähren, warm einkleiden, hab ein Dach über den Kopf und hin und wieder Möglichkeiten für einen kleinen extra Genuß.
Logisch große Sprünge sind nicht drin. Ich muss mir sehr genau überlegen, was ich wirklich brauche und wie ich das bekomme, mit etwas Phantasie kommt man da aber recht weit.

Vielleicht bin ich aber auch einfach eine Alchimistin
die aus Scheiße Geld macht :-))
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Nachtrag:
Heute kam das Paket.
Ich freut mich schon wie Olle, weil das nur mein Wintermantel sein konnte.
Wars aber nicht.
Sondern voll mit Kinderkleidung, Lieferung für nen Drogeriemarkt.
Kann ja mal passieren, nicht Frauentausch, sondern Paketetausch.
Nur: Bis das die Schrummsnudel an der Kundenservicehotline mal kapiert hatte...
Herr, haste nochn Stückchen Hirn irgendwo liegen????

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Schöne neue Welt

Manchmal kann es ungemein befriedigend sein, wenn man denkt/spricht/schreit:
Ich bin nicht so, wie ihr mich haben wollt! Und ich werde auch nie so!

Aber, ach was reg ich mich auch auf,
immerhin les ich in der Zeitung:
Mit der Wirtschaft gehts bergauf!
Na das is ja mal was gänzlich neues...

War nicht grad noch eine Krise? Oder hab ich schon wieder was verpennt.
Mal ehrlich, unter einer Krise versteh ich sowieso was anderes:
Wenn so gut wie nix mehr geht, wenn die Geschäfte halb leer sind, die Straßenbeleuchtung ausbleibt und man nur morgens von 9-11 tanken kann.

Gut bin ich mal dankbar, dass es so schlimm nicht kam.
Und weil ich grad dankbar bin, tu ich das auch gleich für die 5 Euro mehr, die ich wohl ab Januar bekomme. Heureka, dann geht aber das Leben in Saus und Braus los! Ick freu mir schon!

Über 350.000 neue Stellen soll es bald geben!
Mönsch, das paßt ja genau zu den 10 Mio. Arbeitslosen

http://www.scharf-links.de/43.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=5541&tx_ttnews[backPid]=144&cHash=39193e7206

ach ne, doch nich ganz, na wurscht, in Mathe war ich noch nie gut.

Ne also wenn ich mir ne Bekannte an seh` die wirklich ordentlich Kohle heim bringt, aber ein Gesicht zieht, wie der olle Sepp vom Bahnhofskiosk der mittags schon seine 5 Fläschchen Bier intus hat,
dann ist da irgendwas verkehrt.
Und weil ich weiß, was da verkehrt läuft, möcht ich der ihr Leben nicht mal hinterher geschmissen haben!

Wenn man schon auf der vorletzten Stufe der sozialen Skala steht,
hat man nicht mehr viel zu verlieren,
was auch eine gewisse Ruhe mit sich bringt,
was man noch verlieren könnte,
ist seine Würde
und die sollte verdammt nochmal nicht an Geld gekoppelt sein.

Ne meine Würde lass ich mir von so ein paar Dumpfbacken nicht nehmen,
da muss schon schlimmeres passieren.

Dienstag, 19. Oktober 2010

Mein Magen is im Arsch

Lange flötete ich ganz stolz durch die Gegend:
"Ich hab nen Saumagen!"
Sprich: So schnell meckert der nicht, wenn ich alles mögliche durcheinander esse.
Beim durcheinander trinken, sah es natürlich genauso aus wie bei Otto Normalverbraucher: Ich vertrug es nicht.

So zwei bis dreimal im Jahr spür ich aber nun langsam doch meinen Magen:
Er fühlt sich nicht wohl.
Auch kein Wunder, wenn ich ihm zuviel Anspannung, Ärger, Streß gekoppelt mit Unmengen an Süßkram zumute.

Nun is es mal wieder soweit.
Mein Magen streikt. Mit Recht. Die arme Sau.

Also: Zurück zum Start:
- Entspannung
- kein Zucker
- viel Wärme
- Entspannung
- Schonkost
- Fencheltee
- Wärme
- Entspannung
...usw.

Bis es das nächste Mal heißt:
Bier auf Wein, das lass sein
oder: Nach 250g Weintrauben isst man keine 5 Lebkuchenherzen !!!

Mal sehn, wie lange dieser Lerneffekt anhält.
Solange gibts ein anderes Programm:
- Schonkost
- Entspannung

..ach Ihr wißt schon......

Montag, 18. Oktober 2010

Ich bin Viele-eine ungewöhnliche Heilungsgeschichte

Über 400 Seiten hat dieses tolle Buch über eine junge Frau mit einer mutiplen Persönlichkeit.
Es ist sehr gut verständlich geschrieben und man kann sich gut in die jeweiligen Persönlichkeitsanteile und in die Therapeutin versetzen.

Auf der anderen Seite ist es auch erschreckend, diese Krankheit kennen zu lernen.
Wenn man liest, wie der eine Anteil sich nicht daran erinnern kann, was der andere tat. Und wie sich selbst Stimme, Gesten, Kleidung und Vorlieben dermaßen voneinander unterscheiden, dass man kaum glauben kann, dass all diese Facetten in einem Körper stecken.

Ich bin nicht multipel, so extrem gespalten ist mein ICH und meine Seele zum Glück nicht.
Aber ich erkenne viele Brüche in mir und dass ich oft Schwierigkeiten habe, diese alle unter einen Hut zu bekommen.

Denn sobald ein Teil vernachlässigt oder unterdrückt wird, kommt er umso gewaltiger und unberechenbarer hervor. Was dann wirklich ein Problem wird.
(Erklärung von Dr. Peichl – der auch einige Trauma-Bücher schrieb:
Ego-State-Disorder: Das man für sich ,innere Persönlichkeitszustände bemerkt, aber nach außen nicht „switcht“ d.h. Das Verhalten, die Stimme oder Eigenarten werden nicht verändert, wie es bei der dissoziativen Identitätsstörung auftritt.)


Das Buch half mir in dieser Hinsicht sehr, wie man damit umgehen kann.
Zum Beispiel genug Zeit und Raum den verschiedenen Anteilen und deren Bedürfnissen zu geben:
Wo kann mein kindlicher Teil unbeschwert spielen und mit was?
Wo kann ich gefahrlos meine Aggressionen und meine Wut heraus lassen?
Wo und mit was fühlt mich mein jugendlicher Anteil in der schwersten Pubertät (gefühlt) wohl?
Welche Bedürfnisse hat welcher Teil in mir..wie kann ich das erfüllen?

Aus dem Buch:
„Andere Leute - meine Mutter und mein Vater – haben Sachen mit mir gemacht, die mir das Gefühl gegeben haben, dass an mir alles nicht stimmt.“sagte Joe von einer weiteren warmen Welle, neuen sicheren Wissens getragen.
„Früher, zu Anfang der Therapie, habe ich mich manchmal so sehr bemüht dahinter zu kommen, was ich tun musste (Anm. von mir: damit man mich endlich liebt und erkennt), dass ich mir vor lauter Bemühen, selbst abhanden gekommen bin.

Das will ich jetzt nicht mehr tun. Ich weiß, dass ich okay bin.
Ich bin okay, so wie ich bin!“


Auch das war ein wichtiger Aspekt auf meinem Heilungsweg und ist es immer noch.
Und auch, dass wie die (multiple) Patientin eine sehr einfühlsame, kompetente Therapeutin fand, die sie so annahm wie sie war, ihr Unterstützung, Geborgenheit, Sicherheit, Vertrauen und Verständnis gab und absolut ernst genommen wurde. Ohne Abwehrhaltung.

Das fand ich so heilsam:
Das ich das erste Mal wirklich gesehen und gehört wurde und dass darüber nicht gelacht und gespottet wurde oder schnell verharmlost/getröstet wurde.

Das mir bestätigt wurde, dass es ganz normal war wie ich mich verhielt und reagierte, bei so schweren Traumatisierungen aus meiner Vergangenheit.

Das ich verstanden wurde. Und ich die Kontrolle über meine Handlungen behalten durfte (das war selbst nach 8 Wochen Tagesklinik immer noch für mich verwunderlich), Eigenverantwortung und Selbstbestimmung wurden da groß geschrieben.
Selber die Zügel wieder in die Hand nehmen, raus aus der Opferrolle.

Keine Zwänge. Keine unsinnigen undurchschaubaren Regeln und Vorschriften. Absolute Akzeptanz egal was ging oder eben nicht.
Keine Unterdrückung. Keine Manipulationen.
Außerdem wurde dort mehr auf die vorhandenen Ressourcen und Stärken eines jeden Menschen geschaut.
Egal wie sehr jemand seelisch verletzt ist, jeder hat noch heile Kerne in sich und die gilt es zu fördern und zu stärken.

Und da wo die Aufmerksamkeit hinfließt, dort wird auch die Energie größer. Das fühlte sich viel besser an, als ständig auf das zu schauen was krank ist und eben derzeit nicht geht...

Ich freue mich auf Januar, dann darf ich da noch einmal für einige Wochen hin. Ich bin dankbar, dass mir das (noch) bezahlt wird, dass so etwas in unserem Gesundheitssystem möglich ist!

Sonntag, 17. Oktober 2010

Seelentag

Heute akzeptiere ich meine Bedürfnisse und meine bedürftige Seite.
Ich habe es verdient, dass meine Bedürfnisse befriedigt werden und lasse zu, dass dies geschieht.

(aus dem Buch: Kraft zum Loslassen von Melody Beattie)



Euch allen einen schönen, entspannten Sonntag! :-)

Samstag, 16. Oktober 2010

Böhse Onkelz - nette Tanten

Vor vielen vielen Jahren, zog mich ein Kumpel immer als Kindergartentante auf (das Wort Kindergärtnerin fand ich auch nicht passend, denn man sagt ja auch nicht Blumenerzieherin).

Ich Idiot ließ mich auch noch ärgern. Nunja, jung und dumm.
Dann teilte mir meine Schwester mit, dass sie schwanger sei.
Jucheee ich werd nun wirklich Tante!
Ab da machten mir die Frozzeleien meines Kumpels nix mehr aus.
Ich war stolz.

Höchst neugierig und gespannt verfolgte ich also ihre Erzählungen und Ultraschallbilder.
Wow, wenn so ein neues Leben entsteht, das hat schon was.

Wir fuhren dann auch gemeinsam zu unseren Eltern,
ich am Steuer, sie nebendran.
Es war schon dunkel und ich überholte auf der Autobahn gerade auf der linken Spur, als auf einmal wie aus dem Nichts ein großer vierkantiger Holzklotz vor uns auf der Straße lag.

Zum Glück reagierte ich nicht, sonst wären wir wohl ins Nachbarauto gekracht, sondern wir rumpelten mit 120 Sachen über das Holz.
Was ein Schreck!
Völlig panisch sah ich zu meiner Schwester hinüber, die schon eine ordentliche Kugel schob:" Alles ok? Nix passiert? Oh GOTT das arme Baby!!! Wenn das jetzt die Wehen frühzeitig auslöst?!?!"
Sie, völlig ruhig, versuchte mich zu beruhigen. Was ihr schlecht gelang.
Was wäre gewesen, wenn es mir den Reifen zerrissen hätte, wir in die Leitplanke gedonnert wären.
Da wurde mir klar: Ich wär eine übernervöse, hypochondrische Schwangere, die sämtliche Ärzte in den Wahnsinn treibt!

Alles war gut.
Ganz nach Plan und ohne große Schwierigkeiten erblickte ihr Sohn das Licht der Welt.
Meine Schwester tat so, als ob sie das schon mindestens 8 Mal gemacht hätte.
Woher nimmt die ihre Ruhe?
Irgendwann hielt ich das neue Menschlein selber im Arm und war hin und weg. So klein, so hilflos, so hübsch...unglaublich!
Jetzt bin ich Tante! Eine richtige!

Als ich vom Krankehaus wieder heim fuhr, fiel mir ein:
Wir haben keine Brüder, also ist auch kein Onkel da.
Das ließ sich schnell ändern und ich kramte in meiner Musikbox nach den Onkelz.

Freitag, 15. Oktober 2010

Life is life

Manchmal hab ich keine Lust abzuspülen.

Manchmal hab ich keine Lust meine Wohnung zu verlassen

Manchmal hab ich keine Lust...zu gar nix.


Und dann springt in mir der Panikmacher an:

Oh Gott nun verdreckste und vergammelst.

Du wirst ins bodenlose stürzen!

Du wirst total untergehen.


Doch es gibt in mir auch einen Coolmen,

der seine Brille zurecht rückt und grinsend meint:

Ach iwo, lass mal, das wird schon wieder. Relax!


Und dann irgendwann kommt das innere Stehaufmännchen

und ich krieg richtig Lust zu putzen, raus zu gehn, Leute zu treffen oder anderweitig mein Leben zu füllen.


Vielleicht wird man gelassener, wenn man schon mal ganz unten war.

Vielleicht ist es Vertrauen, dass es immer irgendwie weiter geht.

Vielleicht ist es aber auch die Angst, dort jemals wieder zu landen.

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Du darfst nicht fühlen...

...wurde mir früher beigebracht.
Gefühle waren gefährlich, unnütz, anstrengend, blöd, kindisch usw.

Ich traue mich heute noch nicht, wirklich zu fühlen.
Ich versuche mit aller Gewalt und Kraft den Deckel auf dem Gefühlstopf zu halten.

Meine bevorzugten Mittel dazu sind
- Flucht (in Tagträume, Phantasiegebilde, Literatur)
- Sucht (Zigaretten- wenn ich sehr gut gelaunt bin kann ich genauso viel verpaffen wie in einer Wutphase, Süßigkeiten)
- Rastlosigkeit ( ständige Ablenkung, blinder Aktionismus, innere Unruhe)
Rationalisieren (mit dem Kopf alles verstehen, erklären wollen)

die Kraft die ich dazu verwende Gefühle unterdrückt/nieder gedrückt (Depression!) zu halten, fehlt mir, um mein Leben aktiv und bewußt zu leben.

In einem stationären Aufenthalt waren all diese Ablenkungen verboten:
Keine Literatur (außer geprüfte, wenn z.B. Selbsthilfebücher, Meditationen ect.), keine Zigaretten, Alkohol, Süßkram, kein Tv, Radio, Musik, natürlich auch keine Liebes-Sexbeziehungen.
Man solle sich selbst begegnen mit Hilfe der Gemeinschaft.
Ich hatte aber immer noch soviel Angst vor dem was da hoch kommen könnte, dass ich die innere Abspaltung zur Hilfe nahm, die war nicht verboten, geht ja auch schlecht. Das macht man nicht aktiv.
Also lebte ich so neben mir her.

5 Wochen hielt ich das durch und dann musste ich (natürlich heimlich) soviel rauchen und fressen bis mir schlecht war.
Ich hatte aber gute Absichten mich zu spüren: Ich wollte Einzelstunden in der Körpertherapie. Da is nix mehr mit Verstand.
Und wie A. Miller in "Die Revolte des Körpers" schon schrieb: Der Körper vergisst nix, da ist alles gespeichert.

Kurz vor meiner 1. Stunde fuhr ich heim.
Die Angst war zu groß.

Dann in der Tagesklinik wieder dasselbe: Körpertherapie.
Bevor ich zu meiner 1. Einzelstunde kam, beendete ich die Therapie auf eigenen Wunsch.
Im Januar gehts wieder in diese Tagesklinik und diesmal gehts in die Körpertherapie, komme was da wolle.
Ich hab jetzt schon Angst.

Gefühle - eine neue Welt.

Mittwoch, 13. Oktober 2010

Old school

Ich habe noch Kassetten
und ich höre sie immer wieder mal gern.
Immerhin habe ich meistens viel Zeit dafür verwendet. Nachts am Radio sitzen und die neuesten Mixes der DJ aufgenommen. Die gibt es SO nirgends mehr.
Also echte Raritäten.

Wenn das ein oder andere Tape seinen Geist aufgibt, dann ist das so und ich kann es auch gut loslassen.
Immerhin ändert sich die Welt und ich bin keine der ewig Gestrigen.

Außerdem muss ab und zu auch frischer Wind in die Öhrchen wehen
und diese Jung pusten einem diese ordentlich durch:




Dienstag, 12. Oktober 2010

Gefühlsstau Teil2

Nach 40 Jahren DDR,

nach all dem, was dort geschah,

wundert mich überhaupt nicht, dass dort die Arbeitslosenquote so hoch ist!

Wenn einem alles vorgeschrieben wird, was man zu tun und zu lassen hat, wie soll man da Eigenständigkeit entwickeln?

Wenn jede eigene Idee oder Vorstellung argwöhnisch beäugt wurde (es könnte ja aus dem Westen sein!), wie da nun eigene Lebensentwürfe gestalten?

Wenn man kaum eigene Entscheidungen treffen durfte, das dauert bis man spürt: Hej aber nun darf ich das!

Wie sich etwas neues trauen? Wenn Kreativität und Eigenwille hart bekämpft wurde?

Wie nun auf einmal auf seine Gefühle achten? Das war doch immer verpönt?

Woher das Vertrauen für ein autonomes, selbstbestimmtes Leben nehmen?


Diese Menschen wurden in einer Versorgungsmentalität gehalten. Das sitzt tief! Und wird noch lange brauchen, bis das aufbricht und sich diese Menschen den Mut nehmen, ihr Leben nun so zu leben und zu gestalten, wie sie es sich selbst vorstellen und wünschen!

Dort wird ganz praktische Hilfe gebraucht!

Wie sehr wurde die Ich-AG im Osten eigentlich umgesetzt?

Wie oft der Gründungszuschuß für die Selbstständigkeit in Anspruch genommen?

Was machen heute eigentlich die tausenden STASI-Mitarbeiter?

Das würde mich mal wirklich interessieren!

Es braucht Ideen und Phantasie was man selber vor Ort machen könnte.

Schmeißt die Resignation weg! Die lähmt nur!


Hartz 4 schreibt den Menschen wieder haar genau vor, was sie zu tun haben und was nicht!

Man darf nicht einfach umziehen und die Kontoauszüge werden genau durch sucht!

Bei einer Freundin wurde letztens sogar die Wohnung unangekündigt inspiziert, ob sie auch ja keine wertvollen Gegenstände besitzt! Das ist wieder ein harter Eingriff in die Privatsphäre

und die Menschen werden wieder klein gehalten und ihre Würde mit Füßen getreten!


Man verhungert nicht und ist nicht obdachlos, man hat das allernötigste was man zum Leben braucht. Extrawünsche wie Urlaub, Auto, neue Kleidung brauchen länger bis zur Erfüllung. Man wird wieder in den Mangel-Zustand gedrängt.


Und auch die Lebendigkeit, Lebensfreude und der sprießende Tatendrang bei Kindern, wird wieder nicht gerne gesehen, nicht umsonst ist die Diskussion um ADHS-Kinder so hitzig.

Es kann sein, daß einige Kinder Probleme haben, sich zu konzentrieren (warum?) aber ich glaube eher, dass es sehr aufgebauscht wird und die Eltern, Lehrer, Erzieher sich bedroht fühlen und an ihre eigene unterdrückte Lebenslust schmerzlich erinnert werden und das endgültig auslöschen mögen (Abwehrhaltung). Ganz einfach: Mit Ritalin – Psychopharmaka!


Der Herr Hartz, der diese 'glorreiche' Idee hatte, wuchs im Saarland auf (im übrigen wie Honecker..seltsam) aber es wäre ja zu passend gewesen, wenn er aus dem Osten käme...


Das es da bei den Menschen nicht klingelt, dass da keiner aufschreit:

Hej das hatten wir schon mal!


Andererseits, die Menschen aus dem Osten..kennen es ja nicht anders.

Unselbstständig und abhängig.

Ängstlich und unsicher sich ergebend (dies ist keine negative Bewertung)

Denn: Was kann man denn schon machen. Die Oberen haben zu sagen, zu befehlen, zu entscheiden. Denn die eigene Intuition galt lange lange als Nichts.

Wessen Entwicklung und Entfaltung so massiv behindert wurde, der lernt erst langsam sich selbst wieder zu vertrauen!

Mit gebrochenem Rückgrat lässt es sich schwer aufrecht gehen und handeln...


Früher hieß es:

Sei angepaßt und du wirst versorgt.

Und von einer Sekunde zur anderen heißt es:

Kümmer dich um dich selbst, sonst kannste sehn wo du bleibst!


Eine traumatisierte Gesellschaft.

Erschreckend, dass sich der faschistische Charakter sehr dem stalinistischen ähnelt:

Feinbilder werden geschaffen, Massenaufmärsche, Verherrlichung von Stärke, Beherrschung, Disziplin, Gehirnwäsche, Normung des Menschen, alle Andersdenkenden und -fühlenden wie Homosexuelle, Punks, Quertreiber aber auch Behinderte werden verwahrt, entsorgt und nicht selten zwangssterilisiert oder schon vorhandene Kinder werden in Heimen und in fremden Pflegefamilien untergebracht (Zwangsadoption).

Daher war die Entnazifizierung eher ein Witz und eine Augenwischerei.


Dass ich diese Unterdrückung aus meiner Familie kenne, schrieb ich ja schon.

Umso mehr erschrocken war ich über einen Buchtitel, den ich mal fand:

"Du kannst mich ruhig Frau Hitler nennen!"


Auch in der Bundeswehr geht es nicht anders zu:

Drill, Disziplin, Unterordnung, Märsche werden hier perfekt ausgelebt.

Wer im wahrsten Sinne des Wortes aus der Reihe spaziert, bekommt harte Strafmaßnahmen zu spüren, von fahnenflüchtigen Dissidenten ganz zu schweigen.


All dies kranke Verhalten lebt munter weiter, wird weiter gegeben, an die Kinder und Frauen, an junge Männer.

Und wir wundern uns über so viele Depressiven, Raucher, Alkoholiker, Drogenkranke.

Wer all die Demütigungen und Kränkungen hat hinnehmen müssen, brodelt innerlich, er will Rache und seiner Wut freien Lauf lassen.

Vorsicht vor den Unterdrückten!


Wenn man kein gesundes Ventil findet, um mit seinem Schmerz, seiner Trauer umzugehen, der explodiert (Gewalt in jeglicher Form) oder implodiert (Krebs, weitere Krankheiten), beißt die Zähne zusammen (Zähne knirschen) oder schluckt alles brav weiter (heisere Stimme, Magengeschwür, Essucht)...


Wir müssen verdammt aufpassen, dass wir unsere Geschichte nicht ständig weiter wiederholen!


Montag, 11. Oktober 2010

Gefühlsstau

*Ein Buch von Hans-Joachim Maaz

Ein Psychogramm der DDR

Ein Psychotherapeut schreibt als DDR-Bürger über eben diese.*


Das Buch kam gleich 1990 nach der Wende also heraus.

Er selbst meint, dass er dieses Buch wie im Fieber schrieb.

Das spürt man, oft fühlt man diese Wut, diese Empörung, diesen Gefühlsstau, der sich nun Bahn bricht. Endlich, endlich darf man sagen und schreiben, was man will, ohne mit Strafe und Vernichtung rechnen zu müssen!


Wie ich zu diesem Buch kam:

Schon immer interessierte mich die DDR sehr: Wie das ablief, was da passierte, wie lebten diese Menschen?

Als die Mauer fiel, saß ich als 9-jähriges Mädl im tiefsten Bayern vor dem Fernseher und beobachtete dies Treiben. Mit einem Gefühl, dass da irgendwas großes passiert. Was genau, begriff ich erst viel später.

Vor kurzem bestellte ich mir bei der Bundeszentrale für politische Bildung: www.bpb.de

ein dickes Heft: Die Berliner Mauer und die Zeitschrift Fluter Thema: DDR.

Googelte dann etwas über Identität und kam zu: Der Gefühlsstau.

Jetzt las ich dieses Buch „wie im Fieber“!


Aus dem Buch:

Dieses System, dass mit indirekter Gewalt herrschte, führte zur latenten Angst: Ein unbewußter seelischer Spannungszustand der aus unbefriedigten Grundbedürfnissen und verbotenen Gefühlen entsteht. Durch frühe Erfahrung der Trennung (ab dem 6.Monat Unterbringung in Kinderkrippen!), Isolierung, Verlassenheit und Hilflosigkeit.

Damit die Angst weiter leben kann, braucht es: Unterdrückung, Kontrolle und Beherrschung, sonst drohen Panik, Verwirrung, Neurosen und psychosomatische Krisen!


Die ganz einfachen Rechte (auf unverstelltes Dasein, auf eigene Meinung, Verstanden-und Angenommensein in den persönlichen Eigenarten, auf Individualität) waren nicht gesichert.

Es herrschte ein Mangelsyndrom, nicht nur im Außen, sondern erst recht im Inneren!

Einen Menschen den man so behindert (in seiner Lebensweise), bedroht und bestraft dafür, dass er ein selber denkender Mensch ist, wird stark in seiner Seele und Persönlichkeit deformiert.

Seine Würde wird beschädigt, Sein Denken und Fühlen manipuliert, man wird zur Marionette degradiert.


Alle die sich diese Behandlung nicht gefallen ließen, wurden ganz schnell zurecht gestutzt oder verwahrt. Auf alle Fälle war man erstmal ein Außenseiter. Gänzlich alleine.

Jedes Aufbegehren wurde nieder getrampelt. Durch Gehirnwäsche wurde man zur Resignation genötigt.

Man wird gelähmt, zersplittert, es wird in der Privatsphäre geschnüffelt, das Vertrauen untergraben.

Die Partei braucht zur Legimitierung ihrer Macht: Verleugnung und Schönfärberei.

Für solch unmoralisches Tun ist Gefühlsarmut Voraussetzung. Diese Armut wird weiter gegeben.

Was der Staatapparat an den Erwachsenen ausübte, wurde an diese Kinder weiter gegeben.

Die Lebendigkeit der Kinder brachte die Eltern in Not, sie hatten Angst davor, es musste weiter unterdrückt werden. Die Eltern wurde an ihre eigenen Entfremdung und Abspaltung der Gefühle erinnert und das tat sehr weh, das wollte man nicht sehen.

Die Autonomie und Vitalität wird gebrochen.

Unterordnung und Anpassung war das tägliche Brot.

Das ganze Elend zu erkennen, fällt vor allem den Kindern als Erwachsene schwer: sie mißtrauen ihrer eigenen Wahrnehmung, wurden von den Eltern zur Dankbarkeit verpflichtet, ständig wurde von „Liebe“ gesprochen.

„Was die Leute denken“ wurde wichtiger als die Bedürfnisse der Kinder!

Man bekam aber nur „Liebe“ und Zuneigung, wenn man brav gehorchte, funktionierte, fleißig war, nur wenig Gefühlsausdruck zeigte, nicht aus der Rolle fiel, etwa durch zuviel Buntes oder Schillerndes. Man wurde genormt.

Dies verfestigt sich und so mach Erwachsener strengt sich noch mehr an, paßt sich extrem an, in der Hoffnung, doch endlich anerkannt zu werden.

Ein verfehltes Leben macht krank.


Unter den Menschen war nie wirkliches Vertrauen, denn wußte man ob man nicht an die Stasi verpfiffen wurde?

Man setzte eine höfliche kühle Maske auf, es wurde über jemand oder von etwas gesprochen, anstatt von sich selbst.

Ein lebensverneinendes System, dass jede Phantasie und Kreativität im Keim erstickt, dass bedroht, einengt und lähmt zerstört alle menschliche Lebendigkeit. Und muss kompensiert werden: Man raucht, säuft, frißt sich halb zu Tode, gibt die Unterdrückung und den psychischen Terror an andere weiter.


Langsam dämmerte es mir, warum ich von der DDR so „fasziniert“ war:

Diese Machtspiele, diese schwarze Pädagogik, diese schauerliche Behandlung...

kannte ich doch!

Aus meiner eigenen Familie!

Genauso lebten wir auch: Mit Mißtrauen, Kälte, Bespitzelung, schnüffeln in privaten Sachen, Lügen.

Meine Selbstständigkeit wurde nicht gern gesehen.

Meine Wünsche und Ziele nieder getrampelt.

Meine Lebensfreude erdrückt.

An der Hochschule der Stasi gab es das Fach:

Psychologische Zerstreuung:

Entfremdung von anderen, Mißtrauen säen, Mobbing, Karrieren verbauen, Bewegungsfreiheit rauben und natürlich Privatsphäre ausschnüffeln.


In einer Alkoholikerfamilie geht es so zu.

Und es gibt dort unausgesprochene Regeln:

  • Sei nie besser als der Alkoholiker!

  • Fühle nicht und sage nie die Wahrheit, schon gar nicht was du erkennst!

  • Rüttle nie an den Mauern der Autorität und passe Dich brav an!

  • Verleugne Deine Bedürfnisse und Gefühle!

  • Stehe dem Alkoholiker als seelischer Mülleimer und Partnerersatz immer zur Verfügung!

  • Laß Dich nicht durch die Doppelbotschaften verwirren!

  • Diskutiere nie mit einem „Nassen“, er hat ja doch immer Recht!


Als 'Flüchtling' aus diesem krank machenden Umfeld, wurde ich genauso hart angegriffen, wie jene aus der „Zone“.

Einige Male fing man mich noch ein und manipulierte mich ordentlich und überschüttete mich mit falschen Liebesversprechen.

Inzwischen sind alle aus meiner Ursprungsfamilie beleidigt, meiden mich und erzählen irgendwelche Halbwahrheiten über mich. Ich, das schwarze Schaf, ein Ideales Kompensationsobjekt um die eigenen Schwächen und Schmerzen nicht anschauen zu müssen.


Nunja, dann ist das eben so.

Inzwischen lebe ich ganz gut ohne diese Menschen und meine Identität entwickelt sich, meine Lebendigkeit zeigt sich in Bildern und im Tanz wieder, meinen Gefühlen höre ich zu, mein Selbstvertrauen wächst, meine Würde erholt sich....


….nachdenklich betrachte ich meinen tätowierten Stacheldraht. Wie passend... leider....

Sonntag, 10. Oktober 2010

Sonntagsausflug

5:26 zeigt mein Wecker
und ich fühle mich wach und fit,
allerdings habe ich das dringende Bedürfnis meine Wohnung sofort zu verlassen.
Manchmal habe ich solche Anwandlungen.

Ich packe mich warm ein,
brühe noch einen Tee auf,
schnapp mir meinen Rucksack

und radel los.
Es ist noch stockfinstere Nacht.
Kein Vogel zwitschert,
ein Auto kommt mir entgegen,
dumpf leuchten die Straßenlaternen.

Ich fahre erstmal ums Dorf herum,
damit mir wärmer wird,
ist das ein Laubhaufen oder ein Igel?
Sitzt da einer? Ach ne is ein Müllkorb.
Was raschelt da? Ah ein Blatt ist herunter gefallen.

Ich kurve durch den kleinen Park,
dort gibt es einen kleinen Hügel und oben sind Steinklötze zum hinsetzen.
Mein Platz.

Im fernen Osten erkennt man vage den ersten Lichthauch.
Ich sitze und atme, schlürf meinen Tee und fühle mich das erste mal seit Tagen..
...wieder ruhig.

Alle Anspannung in mir ist weg, das Gedankenkarussell steht still,
ich sehe die Sterne, eine Katze schleicht an mir vorbei,
hier blinkt ein Flugzeug hoch droben, da rattert weit entfernt ein Güterwagon,
trotzdem fühle ich Frieden, in mir, um mich.

Ich frage mich, ob die Menschen die am Meer oder in der Wüste leben,
gelassener sind.
Auch ich sehe in die Ferne, hoch über den Dächern der Stadt,
ewig kann man einfach so dasitzen und schauen. Wie eine Meditation.

Immer klarer werden die Umrisse, hier ein Baum, da ein Kran.
Bald werden die ersten Joggern, Semmelholer und Gassigeher auftauchen.
Ich bin inzwischen so richtig durchgefroren und mache mich auf den Heimweg.

Der Kies unter meinen Rädern knirscht,
Feuchtigkeit durchdringt meine Kleidung,
die letzten Sterne verblassen.

Zuhause genieße ich die heiße Dusche
und einen Kaffe,
ich fühle mich erfrischt und wieder in meinem Körper zuhause
und das war der Sinn der Aktion.

Wenn du immer wieder das tust,

was du immer schon getan hast,

dann wirst du immer wieder das bekommen,

was du immer schon bekommen hast.

Wenn du etwas anderes haben willst,

mußt du etwas anderes tun.

Und wenn das, was du tust, dich nicht weiterbringt, dann tu etwas

völlig anderes - statt mehr vom gleichen Falschen!


- Paul Watzlawick -

Samstag, 9. Oktober 2010

Loslassen

Auf dem Weg zu sich selbst,
lässt man manches hinter sich...
sei es Klamotten, alte Überzeugungen, Zweifel, Menschen, Ängste
oder eben
.
.
.
die eigenen Eltern...



Freitag, 8. Oktober 2010

Everybody's Depp Teil 2

Manchmal kann ich auch richtig doppelkantig werden.

Bei meiner letzten Arbeitsstelle hatte ich eine Chefin, die war etwas unzuverlässig.

Es fing an, dass das Gehalt nicht voll ausgezahlt wurde, im nächsten Monat kam das Gehalt erst nach einigen Anrufen und Aufforderungen von meiner Seite, dann musste ich fürs Benzin Geld vorstrecken (kann ja mal vorkommen, aber bitte nicht jede Woche!), dann kam wieder nur die Hälfte des Gehalts, dann fehlten die Lohnzettel, dann war das Auto halb Schrott.

Ich sagte ihr ziemlich klipp und klar, dass ich so nicht arbeiten kann.

Dann wurde ich ärgerlich.

Dann riß mir der Geduldsfaden und ich sagte ihr, dass ich so weder arbeiten kann noch WILL!

Ich habs lange im guten versucht, aber diese Frau verstand nur eine Sprache: Klartext.

Als wieder einmal weit und breit weder Lohn noch Benzingeld in Sicht war wurde mir das ganze zu blöd.

Ich rief sie an: „Also weißte, wenn ich ordentlich und pünktlich meine Arbeit mache, will ich auch ordentlich und pünktlich bezahlt werden, wenn bis in 2 Tagen das Geld nicht da ist, arbeite ich am Freitag nicht!“ (gut kann man jetzt Erpressung nennen oder Konsequenz)

Sie kreischte: Das kannst du nicht machen!“

Und wie ich konnte!

Ich weihte die Firmeninhaberin in die ganze Sache ein (ok, hätt ich auch mal eher machen können).

Sie sah das neutral, meinte das sei ok, sie wisse bescheid, dann warten wir mal ab.

Natürlich war kein Geld da.

Und ich blieb zuhause.

Streik in Eigenregie.

Verarschen lass ich mich nicht.

Sonntagabend (ich war den ganzen Tag in den Bergen wandern, ich lass mir doch von der Kuh nicht meine Lebensfreude nehmen) hörte ich meinen Anrufbeantworter ab und lauschte meiner fristlosen Kündigung,

wegen Arbeitsverweigerung (ein sehr hübsches Wort wie ich finde)

Mir war' s nur recht, immerhin hatte ich meine Selbstachtung bewahrt.

Die Firmeninhaberin meinte: Ok, das is nun ein bißchen blöd gelaufen, aber sie sah meine Arbeitsweise und sowie etwas frei ist, stellt SIE mich höchstpersönlich ein.

Was dann 3 Wochen später der Fall war.

Ihr glaubt ja gar nicht, wie meine frühere Chefin getobt hat. *kicher*

Und alle Kollegen standen hinter mir.


Was lernen wir daraus? Es kommt nicht unbedingt der weiter, der nett und unterwürfig ist.

Speichellecker, Scheinheilige, Ja-Sager, Arschkriecher gibt’s doch echt schon genug!

Donnerstag, 7. Oktober 2010

Everybody's Darling - everybody's Depp

Durch Schmedderling's Blogeinträge zum Thema *immer lustig-immer nett*

http://schmedderling.blogspot.com/2010/10/grinsepetra.html
kam ich selber mal wieder ein bissl ins nachdenken.
Wie nett will ich sein?
Und mir fiel leider auf, dass ich manchmal immer noch die chronische Nettigkeit drauf habe, selbst dann, wenn sich jemand anderes mir gegenüber absolut unverschämt verhält.

Es geht aber auch anders:
Mein Nachname ist etwas länger und auf den ersten Blick nicht ganz einfach. Obwohl kein y,x,q,j,ch,z vorkommt, sondern ganz viele Selbstlaute.

Früher nahm ich die Hürde, sich etwas intensiver mit meinem Namen zu beschäftigen und die Mühe ihn richtig auszusprechen, den Leuten ab. Während sie noch mit den Buchstaben rumstöpselten, schrie ich schon: Ja das bin ich!
Oder ich bot tatsächlich an (*an Stirn klatsch*) mich mit den Vornamen anzusprechen, is ja soviel einfacher!
Wenn die Leute dann meinen Namen geschrieben sehen, sagen sie selbst:
„Ach der is ja ganz einfach.“
Eben, sag ich doch, glaubt mir nur nie einer.

Heute bin ich es mir wert, auf meinen Namen zu bestehen.
Ich kann ruhig und gelassen zuhören, wenn sich einer an meinem Namen versucht und abmüht, ohne ihm vorschnell zur Hilfe zu eilen (Hauptsache der andere hats bequem).
Wenn man mich höflich bittet zu buchstabieren, ist das kein Problem, wird gerne gemacht.
Manchmal werd ich aber auch angerufen, sei es von der Arzthelferin, dass ein Termin verschoben wird oder früher als es noch mehr Werbeanrufe gab, wenn die dann anfangen rumzustottern, werd ich schon mal etwas kantig:
“ Also wenn Sie mich schon anrufen, sollten sie meinen Namen zumindest mal ausgesprochen oder gelesen haben, BEVOR Sie mich anrufen!“
Ich finde das gehört zur Höflichkeit dazu.

Andererseits liebe ich es in angespannten Situationen (z.B. unangenehme Untersuchung beim Doc) wenn jemand mit dem Smalltalk anfängt: „Na wo kommt denn ihr Name her?“
Da hab ich dann was zu erzählen und bin abgelenkt und bevor ich sagen kann: „Ich war aber noch nie in dem Land“, ist auch alles schon wieder vorbei.

Ich mag meine Namen... :-)
PS: Zum vorherigen Post: Ich dachte mir, dass ich gleich mit ein paar kleinen Flirtübungen anfangen kann und rief einen Mann an, den ich im Internet kennen lernte und schon ein oder zweimal an der Strippe hatte. Tja ich landete auch bei einem Mann, aber irgendwas war anders als sonst, bis es vom anderen Hörer kam: "Äh wer ist denn da dran?" nach kurzem hin und her stellten wir fest: Ich hab mich wohl verwählt. Er lachte und meinte: "Aber sympatische Stimme und ich würd ja gern weiter telefonieren, hab aber noch'n Gespräch auf der anderen Leitung!" Schade aber auch...immerhin hatte ich nun zum zweiten Mal an diesem tollen Tag einen knallroten Kopf, gesund kann das auch nicht sein :-)

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Ich und die anderen

OhGott ich bin männertechnisch echt voll aus der Übung...
wie peinlich...
wahrscheinlich werd ich die weiteren 10 Jahre mit einem Buch ins Bett gehn...

hat ja auch was.

Nichtsdestotrotz...also vorsichtshalber und natürlich nur so ganz für mich *hüstel*
mir ein schwarzes Negligee bestellt...

vielleicht hilfts ja,
wer weiß, wer kommt :-))))

Kleinen Kindern sagt man ja auch, dass sie brav sein sollen,
weil sonst das Christkind nicht kommt,
bißchen Vorsorge muss schon sein...

Gut ich bin kein Kind mehr
*grübel*
ok ich mach mir mal Abendbrot. :-)

Menschenallergie

Mein Fallmanager vom Arbeitsamt ruft mich frühmorgens an und fragt, ob ich auch erst um 15 Uhr erscheinen könne.

Jo kann ich.
Ich hätte zwar besseres vor, aber das sag ich ihm lieber nicht.


Also mache ich mich eben später auf den Weg.
Die Bahn ist voll, ich erhasche aber noch einen freien Platz, um mich herum sitzen 3 Jungs im zarten Alter zwischen 16 und 18.
Sie erzählen sich schweinische Neuigkeiten, sabbeln doof daher und...

müffeln.
Jetzt weiß ich auch warum der Platz noch frei ist.
Ich will aber nicht noch 25 Minuten stehn, also harre ich der Dinge. Als 2 der Jungs aussteigen, bleibt neben mir ein Jüngling zurück und der zieht sein Baseballcape ab und schnüffelt die Innenseite ab.
Hmm neue Methode, wie man feststellen kann, ob man sich mal wieder die Haare waschen sollte?


Weiter geht’s Richtung Arbeitsamt. Die haben jetzt neue Öffnungszeiten:
Nur noch vormittags, wer einen Termin hat, solle bitte klingeln.
Ich steh noch am Fenster und beobachte Leute, bis hinter mir die Tür aufgeht und ne Frau fragt, ob ich nen Termin hätte.

Sie lässt mich rein. Kein Mensch zu sehn. Kein Licht. Eben keine offizielle Kundenverkehrsöffnungszeit.

Ich warte...und warte...

Ein junger Mann stürmt um die Ecke, sieht mich, wird leicht rot und guckt verschämt zum Boden.
Och wie süß.

Er fragt mich, wie ich hier reingekommen bin.
Ich kanns mir nicht verkneifen: "Ach ich hab mich durch die Tür gehext."
Wiehernd vor lachen geht er in sein Büro.
Wahrscheinlich hat er heut noch gar nicht gelacht.


Dann kommt mein „Manager“: Kackbraune Cordhose bis weit über den Bauchnabel hochgezogen, beige-braun kariertes Hemd (natürlich in die Hose gestopft), fettige wirre Haare auf seinem Kopf, ewig lange Fingernägel (*würg*) unter denen es bräunlich-grünlich-schwarz schimmert (*doppelwürg*, das nächste mal nehm ich ein Desinfektionsmittel mit).
Außerdem stottert er (gut dafür kann er nix) und muss allgemein alle Sätze von mir 2-3x mal wiederholen.(bis er es wohl kapiert hat)

Warum kann ich nich zu dem jungen Typ von nebenan????????

Wieder zurück in die Bahn. Die vollkommen leer ist, weil sie grad ganz frisch vom Abstellgleis kommt.
Mit mir steigt noch eine junge Frau ein.

Und setzt sich genau neben mich (hallo? Es sind mindestens weitere 100 Sitze leer!!!) und ....
müffelt.

Boah heut hab ich echt die Arschkarte gezogen.


Als sie das telefonieren anfängt, merke ich: Sie ist geistig behindert. Ok, das lass ich nochmal durchgehen.
Setze mich aber trotzdem woanders hin, weil mich ihre Ausdrucksweise, ihre Nähe und ihr Gestank tierisch nervt.

Kurz darauf steigt ein Mann um die 40 J. ein und unterhält alle um ihn herum, mit Diskussionen und Gesangseinlagen, entweder ist er manisch oder schlicht besoffen.

Als ich umsteige komme ich in eine total vollbesetzte Bahn. Wunderbar.
Abgekämpfte Arbeitnehmer, tummeln sich neben Hausfrauen und Schüler, es riecht mal wieder abgestanden und von der körperlichen Privatzone ist 0,0 übrig. Es gruselt mich und ich befürchte , dass ich bald einen Waschzwang fabriziere.

Ich pfriemel meine Zeitschrift aus meinem Beutel und finde einen Artikel über Jan Wanggaard, der ,früher Weltmeister im Windsurfen, nun seine Bedürfnislosigkeit in einer Holzhütte hoch oben in Norwegen frönt.
Nächste Zivilisation: 3 Std. Fußmarsch entfernt.


Der Glückliche!! Lieber Herr Wanggaard dürfte ich sie mal so für 3-4 Monate besuchen? Ich befürchte nämlich, dass sich meine Misanthropie sonst ins unermessliche steigert....

Dienstag, 5. Oktober 2010

Gammeltag

Gestern erfüllte ich das Klischee des Unterschichts-TV, wie ein Hartz 4ler so seinen Tag verbringt:
Bis Mittags fläzte ich so vor mich hin, im Schlafanzug.
Um 14 Uhr bequemte ich mich mal langsam unter die Dusche und danach sah ich mir einen Film auf dem heimischen Pc an,
während einer Raucherpause auf dem Balkon (mir war das schöne Wetter sowas von schnurzpiepegal) gelüstete mich nach einem Wodka-RedBull.

Na egal, dachte ich mir, der Tag is eh schon so im Eimer, da kommts auf das bissl Alkohol nun auch nicht an.
Aber zum Mädlsabend gehste heut schon, sagte ich mir zum Ende des Films.

Es rief ne Freundin an, dass sie heute abend nicht kommen könne und wir schnatterten über eine Stunde. So, da haste nun den Salat: Jetzt wird dir die Zeit knapp...pfff..den ganzen Tag nix getan und jetzt Streß pur: Umziehen, kochen, essen, Rucksack packen, bei der Post vorbei fahren...

Und dann sassen wir fast alle da und plapperten und lachten.
Wie immer: Die Runde war klasse und weil eine was zu feiern hatte, gabs ne Runde Cocktails.
Na bitte, was will man mehr.

Am Parkplatz beim großen verabschieden noch kurz mit einem sympatischen Mann geflirtet.
Leicht angetrunken fuhr ich um kurz nach 9 mit dem Rad wieder heim.
Toll! Echt!
Jetzt putzmunter, genoß ich die würzige Herbstluft, die Bewegung nach der ganzen Arschplatthockerei erfüllte mich mit frischem Leben, irgendwo kokelte ein Holzfeuer, die Sterne über mir funkelten, mein Licht ging aus, irgendwo raschelte es, ich fuhr mit Absicht Schlangenlinien, hielt an, rauchte eine, sah um mich und fühlte mich großartig klein.
Was ist der einzelne Mensch schon in diesem riesen Universum??!! Welche Probleme sind wirklich wichtig, als dass sie mir schlaflose Nächte bescheren?

So lahm wie dieser Tag anfing, so erfüllt (und fast abgefüllt) endete er. Sehr schön :-)

Montag, 4. Oktober 2010

Dankbarkeit

Ein Weg für mich, um meine Laune zu bessern
oder einfach mal um aus der Grübelsucht auszusteigen
ist: Dankbarkeit üben.

Heute bin ich dankbar

für das viele frische saubere Wasser um mich herum. Sei es aus dem Wasserhahn oder im nahen See, mir ist klar, dass das ein Luxus ist, den viele Menschen leider nicht genießen können.
Für meine gesunden Arme und Beine
für meine Freiheit
dass ich nicht politisch verfolgt werde
dass ich ein Bankkonto mit etwas Geld besitze
für meine gefüllten Schränke, so dass ich nicht Hunger und Kälte leiden muss
für meinen PC und Internetzugang
für meine lieben Freunde
für meine gesunden Ohren, mit denen ich wunderschöne Musik hören darf
für mein großes Bett, ganz für mich alleine
dafür, dass ich in keinem Krieg lebe
für meine Hängematte auf meinem Balkon
für mein Radl
dass ich lesen, rechnen und schreiben kann
für meine gesunden hübschen Augen
........

Und?
Wofür bist DU heute dankbar?

Sonntag, 3. Oktober 2010

Die Welt mal anders sehn...

uuaaahhhhh selten so schlecht geschlafen wie heute,
immer nach 2 Std. Alpträumen war ich wach, um 4 Uhr dachte ich, ob ich vielleicht die Nacht nicht einfach beenden sollte, kaum hatte ich das zu Ende gedacht befand ich mich schon im nächsten Schrotttraum.

Dazwischen hab ich weiter in dem Buch Alltagsexperimente (Fünf Minuten Ewigkeit) gelesen.
Was mir am besten gefiel und was ich ausprobieren möchte:

1. Also wirklich gelacht habe ich bei dem Vorschlag: Trinken und pinkeln gleichzeitig.
Na ich vermute, da fühlt man sich danach so richtig durchgespült, weil man ja glaubt, dass was oben grad reinkommt, kommt sofort unten wieder raus :-)

2. war etwas, was ich schon mal tat: Essen im Dunkeln
Ein Restaurant bot das an und ich lass mir selten einen Spaß entgehn.
Allerdings war ich so feige und bestellte das Essen das ich haben wollte, andere waren wagemutiger und ließen das Überraschungsmenü bringen. Trotzdem: Sehr interessante Erfahrung!!
Ok, die Nachspeise (die ich vorher auch nich wußte) war richtig fies: Eis mit heißen Himbeeren.
Ich ergänze dieses Experiment noch mit: Im Dunkeln duschen, malen und schreiben

3. Fremden Menschen nachlaufen. Einfach mal ein bißchen verfolgen und sich dabei vorstellen was die wohl für ein Leben führen.

4. Den Nahverkehr ohne Ziel benutzen. Geht hier nahe einer Großstadt natürlich wunderbar. Tagesticket lösen und kreuz und quer und so wie man gerade Lust hat, mal mit der Tram, Bus, U-S-Bahn weiter gondeln. Sich treiben lassen. Dazu werd ich wohl meine Kamera mitnehmen, könnte interessant werden, weil man ja den Blick frei hat.

Für mich fielen dann noch 2 weitere Punkte ein:
a) in der Fußgängerzone betteln
in unterschiedlichen Varianten:
1. mit einer Ausrede/Lüge (Portmonee wurde gestohlen)
2. als Straßenkünstlerin
3. ohne alles, nur mit dem Schild *Bitte um kleine Spende* oder sowas. (das könnte am schwierigsten werden, denn junge Frauen sieht man selten und die abgefuckten Klamotten hab ich auch nich...egal da würd mir schon was einfallen.)

und
b) endlich mal an einer Demo teilnehmen
hab ich noch nie und finde: Das is etwas was man mal im Leben gemacht haben sollte.
Nicht zu langweilig (SingSang: wir wollen...), aber auch nicht zu heftig (Pflastersteine, Wasserwerfer..) es sollte sich schon was rühren.
Und als Abwandlung: Sich wirklich unters Volk mischen, vielleicht sogar wo teilnehmen, das man nicht befürwortet, oder zu den Gegnern rüber wechseln...

Was ich auch gern mache ist: Mit der nichtaktiven Hand handeln.
Also ich bin Rechtshänderin dann eben mit links malen, schreiben, Brot schmieren, sich schminken, Kleingeld suchen....

oder in ein Geschäft gehen, dass man sonst nicht wirklich betritt:
Letztens war ja das Klavierhaus dran und demnächst das Brautmodengeschäft. Aber man kann sich ja auch mal beim Juwelier ein Collier umlegen lassen, dass 2000 Eier kostet oder sonstwas...

Jetzt mag sich der ein oder andere fragen: Und? Was soll das?

Nun es geht darum, sich bewußt dabei fühlen und zusehen: Was ist anders? Wie fühlt es sich an?
Aus seiner eigenen Umlaufbahn mal auszusteigen. Routine und Ritule mögen das Leben erleichtern, aber es kann auch verdammt langweilig werden.
Sich ein neues Erleben ermöglichen: wie reagieren Leute auf einen Bettler, wie sind Rechtsradikale bei ner Demo so wirklich drauf, wie sieht das Bild im dunkeln gemalt aus, sind wirklich alle in der Bahn mit einem Ziel unterwegs ...?

Sich eben die Welt mal aus einer anderen Perspektive anzusehn,
seine Kreativität fördern: Was könnte man noch machen?

Samstag, 2. Oktober 2010

Da waren wir schon mal...

war heute der häufigste Satz, den ich hörte.
Kumpel und ich waren in einem Labyrinth und dieses befand sich mitten in einem Maisfeld.
Klasse Sache.

Natürlich mussten wir Stationen finden, das Rätsel dort lösen und zum Schluß den Zettel in eine Box werfen, um an dem Gewinnspiel teilzunehmen.
Soweit so gut.

Irgendwann ging ich nach rechts und Kumpel nach links, wir verständigten uns durch Rufe.
Und wildem Hände wedeln über unseren Köpfen.
Wir sangen Lieder, aus denen Ohrwürmer wurden.
Wir hinterließen Markierungen, dass wir hier schon mal waren.
Wir lachten, wir blödelten wie eine Horde Kinder.
Mann stellte sich irgendwann auf die Plattform und rief mir zu, wie ich zu gehen hatte.
Ganz ursprünglich: Mann regiert.
Als ich ihm einen Vogel zeigte, bequemte er sich doch mal wieder runter.

Wir kamen 5x an der Station 3 vorbei
2x an der 7
und locker 4x an der 5
aber die verdammte 9 wollte sich nicht zeigen, auch nicht nach rufen, schimpfen und jammern.
Wir suchten nach Skeletten von Leuten, die nicht mehr herausgefunden haben und fanden immerhin einen Kugelschreiber.
Wir hielten Brotzeit auf einer kleinen Lichtung
und erzählten uns die neusten Nachrichten aus unserem Leben
und fühlten uns wie im Urwald, ok das Autobahngeräusch hätte man noch weglassen müssen.

Schee wars,
auch ohne, dass unsere Zettel in der Box landeten,
wir leben nunmal nach dem Motto:

Dabei sein ist alles :-)

Freitag, 1. Oktober 2010

Bonjour

Wer das Buch "Hotel Pastis" liest, sollte sich nicht gerade mit einer Diät befassen oder sich in einer Alkoholabstinenzphase befinden.
Denn man liest dauernd von irgendwelche sagenhaften Schlemmereien kombiniert mit genußvollem Trinken hochprozentiger Gesöffe.
Auch mich packte diese Lust und ich köchelte am Abend mir eine deftige Hackfleisch-Kartoffel-Paprika-Pfanne und dazu konsumierte ich 2 Gläser leckeren Rotweins.

Da die Handlung des Buches zur Hälfte in Frankreich stattfindet, befindet sich im Anhang ein Glossar mit der Übersetzung einiger eingestreuten französischen Sätze oder Redewendungen.
Und ich finde: Auf französisch fluchen, klingt wie eine Liebeserklärung!

So sehr wie ich mein Abendessen genoß, so genoß ich es auch die fremdländischen Laute auf meiner Zunge zergehen zu lassen. Einem Franzosen hätte es wahrscheinlich vor Grauen die Zehennägel aufgebogen. Aber mir hörte nur eine Stechmücke zu, die ich versuchte nebenbei zu erschlagen.

Und erinnerte mich an meine beiden Frankreichaufenthalte.
Einmal 4 Tage Paris, das war insofern langweilig, weil es einen vorgegebenen Plan gab an Besichtigungs – und Touristenrumschieberei.
Um ein wenig Abenteuer zu erleben, stibitzen wir uns in einem großen Kaufhaus auf dessen Dach, durch eine dünne offene Tür und standen hoch oben über Paris auf dem Dach, um den Sonnenuntergang zu sehn. Höchst romantisch, leider waren mit mir nur 3 Damen im Alter zwischen 50 und 70 Jahren dabei. Nunja es war eine gewonnene Reise von einem Kreuzworträtsel, was will man da schon erwarten.

Natürlich ging es auch ins Disneyland und am eindrucksvollsten fand ich ja echt die ewig langen Warteschlangen. Da geht man um eine Kurve und sieht 5 weitere Kurven voller wartender Menschen und das mindestens 3x hintereinander.
Als ich dann kurz vorm Ziel war, sprich in einen Wagen einsteigen durfte, erfasste mich das Grauen: Es war ein Looping mit dabei.
Ok, auch das überlebte ich.

5 Jahre später fand ich in einer Sporttasche noch einen unentwickelten Film aus dieser Zeit.
Welch ein Spaß! Entgeht einem ja heute dank Digitalcamera.

Mein 2.Aufenthalt in französischen Lande war dann richtig Urlaub.
Naja so halb.
Erst landeten wir bei einem schrägen psychotischen Deutschen in der Dachkammer, weil wir zu lange umhergeirrt waren, mitten in der Pampa und kein Hotel mehr fanden.
So ein dreckiges Loch sah ich noch nie, weder davor noch danach und als wir am nächsten Tag endlich im Hotel eincheckten und ein Frühstück neben dem Swimmingpool genossen, rätselten wir, warum jener Deutsche an seinem Tisch eingeschraubte Ösen und Haken hatte.
Wahrscheinlich ein Masochist. Oder Sadist.

Später landeten wir in einem typisch französischen Dorf und lernten einen typischen Franzosen kennen: Ein arroganter Schnösel. Ein Kellner, der wohl mit Absicht nicht verstehen wollte, dass wir das Steak ganz durch wünschten und eben nicht halb blutig wie wir es dann bekamen. Is ja auch egal, hat ja nur 70 Eier gekostet, für das, dass ich a) nur die Pommes aß und b) danach immer noch Hunger hatte.

Dafür fanden wir kurz darauf eine nette kleine Pizzeria und die hatten das sehr leckere belgische Bier (jaaa noch besser als das bayrische).

Und ich sah Flamingos. Wild. Frei. Echt.
Is ja auch was.

In diesem Sinne:
Au revoir

(PS: Was war denn gestern los, irgend eine günstige kommunikative Gestirnkonstellation? Erst rief Freundin A an, um zu plaudern, dann Freundin B die grad auf gut deutsch in der Scheiße steckt, dann kamen noch SMS von Lebensphasenflirts, die sich aus der Versenkung mal wieder meldeten....
Live von der Telekommunikationszentrale Süddeutschland...zurück ins Studio)