Sonntag, 19. September 2010

Bayrisch - Deutsch

So nun geht’s wieder los, das größte Besäufnis auf der Welt.
"O'zapt is!"
Und damit der ein oder andere seinen Saufkumpane neben sich auch versteht, hier eine kleine Hilfe.
Wir Bayern sind ja bekanntlich etwas redefaul und man kann Wörter doch so schön verkürzen!

Heid hob i an scheiß dog ghabt
Dann ist dieser Mensch wahrscheinlich kein Tierheimmitarbeiter der der Verdenglischung anheim gefallen ist und einen scheiß Hund gehabt hatte, sondern er hatte eben einen doofen Tag.

Ja is des gwies?
Er will wissen, ob das auch ganz gewiss ist.

Des is ja voi gscheard!
Das ist aber voll gemein!

Gscheard gibt’s aber noch in einer anderen Bedeutung (wie gesagt: wir sind redefaul und machen es uns so einfach wie möglich)
Do hob i mi aber ned drum gscheard!
Heißt: Der ko mir amoi an Buggl runta rutschn.
Also: Da habe ich mich nicht darum gekümmert
sprich: Der/die/das kann mich mal.

Ah des is ja voi ougart.
Ne er meint nicht irgendwas mit Stuttgart, sondern er drückt hiermit aus, dass er etwas voll ekelhaft findet.

Zum Beispiel dies:
Boah do hob i a Oaß am Fuaß griagt.
Auf Nachfrage einer Nicht-bayerin übersetzte ich ganz easy:
Das ist ein Exzess.
Als mich mindestens 4 weit geöffnete Augenpaare anstarren überlege ich nochmal meine Antwort und oh wie peinlich, berichtige ich mich: Äh ich meinte natürlich ein Abzess!

Nach 2 Maß Bier und 3 mal Achterbahn fahren, kann da schon mal jemand jammern:
I muaß speim!
Er muss sich also übergeben. Vornehmlich in der S-Bahn zwischen zwei Haltestellen in voller Fahrt sozusagen. Die Münchner können davon ein Lied singen.

Es kann aber nicht nur oben drücken,
sondern natürlich auch unten:
I muaß bieseln!
Das geschieht vornehmlich...ja genau Ihr wißt schon, ich erspar Euch die Einzelheiten.

Übrigens ist an jedem Tag Kindertag.
Denn erstens sehen Männer in Lederhosen aus wie kleine Jungs und benehmen sich spätestens nach der 3.Maß auch wie jene.
Da darf man sich nicht dran stoßen, dass man schon mal angebaggert wird mit den Worten: „Ja Du bist aber ein hübsches Madl!“ Auch wenn man schon jenseits der 40 ist.

Wenn man dann sein „Gschbusi“ (Flirtpartner) neben sich sitzen hat und er sich mit den Worten:
Du wart a moi schnei!“ verdrückt, ist das etwas verwirrend.
Denn „schnell warten“ geht nicht. Natürlich meint der Bayer: Das man nur kurz warten braucht, bevor er wieder schnell, also gleich da ist. (aber wie gesagt: redefaul und so..)
wenn man Glück hat, kommt er mit einem Lebkuchenherzen auf dem „I mog di!“ steht, wieder
wenn man Pech hat, war er nur mal kurz in den Büschen, siehe unter --> i muaß bieseln (was aber definitiv unsexy klingt, es reicht, wenn man das nach 3 Ehejahren hört.)

Männern sei geraten, sich nicht mit der Bedienung anzulegen, denn wer tagtäglich über 8 Std. fast immer 10 Maß herum schleppt HAT KRAFT! Ein Griff oder eine waschechte Watschn könnte also weh tun!

Endlich daheim angekommen, um seinen Rausch auszuschlafen, kann man damit rechnen früh morgens aus dem Bett geklingelt zu werden. Sei es von boshaften Freunden, die sich den Spaß eines voll verkaterten Menschen nicht entgehen lassen wollen oder von den lieben Zeugen Jehovas die einen wieder auf den richtigen Weg bringen wollen.
Stellt einfach einen Lautsprecher an die Tür und lasst Gerhard Polt das Ganze regeln:



Wer dann die Telefonnummer wählt, die er in seiner Joppen (Jacke) findet und nicht mehr weiß wie die da hin kam und von wem und dann des Gelaber am anderen Ende der Leitung nicht versteht:
Keine Sorge, Du bist nicht allein:

Kommentare:

  1. Ganz ehrlich ?
    Bayern und seine Mitbürger sind mir ein Rätsel. Gar nicht meine Welt. (Dabei musste ich mit meinen Elten fast jedes Jahr dort Urlaub machen).

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  2. Auf jeden Fall eine schöne ethnographische Studie! ;-)

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  3. @ schmedderling: was gibts da nich zu verstehn ?`!?!?

    Nun lieber Herr Hahl, ich vermute Sie bekamen Schimpfe von den Stuttgartern :-)
    Ich mag die Schwaben recht gerne, so lange sie mich mit dem *schaffe schaffe Häusle bauen* in Ruhe lassen und nicht vor mir dahin zuckeln mit der gestrickten Toilettenhaube auf der Hutablage, sinds doch ganz angenehme Leutz :)

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  4. loool. Ich lach mich weg. Göttlicher Post! Und genau so klang mein bayrischer Freund beim Laminatverlegen!!!!! Echt zu geil!

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  5. Hej Muessiggängerin

    Frau oh frau, ich hab drei Jahre in Niederbayern gelebt und "dös war a mords Gaudi"

    Und wenns ans Fluchen geht, so ist das eine Kunstart in Bayern!!!

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