Donnerstag, 30. September 2010

Leckereien

Ich bin eine derjenigen, die sofort das Weihnachtszeug kauft, wenn es in den Regalen steht.
Um mich herum sagen alles, dass sie das nicht tun.
Ich frage mich aber, warum dann die Geschäfte so früh das Zeug aufstellen, wenn es keiner kaufen würde. Ich sag nur: Angebot-Nachfrage

Natürlich macht es keinen Spaß Lebkuchen zu essen, wenn draußen Sonnenschein und 20 Grad herrschen.
Aber letztes Wochenende: Regnerisch, kühl, war es doch ideal die erste Packung voller Vorfreude aufzureißen, sich nen Tee zu brühen und ab auf die Couch.

Heute ging ich noch einen Schritt weiter:
Spekulatius.
Denn ich liebe das Spekulatius-Brot.
Was das is?

Man nehme,
eine Scheibe frischen Mischbrotes, bestreiche es dick mit Butter,
mache sich eine Tasse Kaffe (ich weiß nich wie es mit Cappuccino ect. schmeckt)
tauche einen echten Gewürzspekulatius kurz in den Kaffe und lege diesen auf das Butterbrot,
bis das Brot voll bedeckt ist.

Für mich ein Gaumenschmaus :-)

Mittwoch, 29. September 2010

Steriles Leben

Heute in einem Haus gewesen, bei dem ich deren Bewohner am liebsten gefragt hätte:
"Sagt mal, habt ihr das alles nur zum anschauen da?"
Es war kalt, unpersönlich und absolut sauber.
Fehlte nur noch der Fotograf, der das alles ablichtet für ein Wohnmagazin.

Mann und Frau reisen (zu 90% getrennt) ständig in der Welt umher,
Arbeit nennen sie das. Und verdienen viel Kohle.
Die Kinder sind anderweitig untergebracht und kommen nur hin und wieder vorbei.

Wozu brauchen die dann einen Partner, den sie eh nie sehn?
Nennt sich sowas noch Familie?
Wozu schaufeln die das ganze Geld, wenn sie es kaum genießen können?
Dient das Haus nur als Prestigeobjekt?

Sind sie glücklich?
Als ich mich ins Bad verdrücke, bekomme ich die Antworten:
Schlaf,-Beruhigungs,- und Aufputschmittel zur Genüge, was man halt grad braucht.

Nein, so ein Leben möchte ich nicht.

Dienstag, 28. September 2010

Ich hasse...

Doppelbotschaften, naja eher Doppelbindung (double-bind).

Was ist das?
Ein einfaches Beispiel:
Du triffst eine Bekannte oder Freundin, die Du länger nicht gesehen hast.
Sie erkennt Dich auch und geht freudestrahlend auf Dich zu.
Man erkennt eine gute Gesundheit an ihrem Aussehen.
Du fragst wie es ihr geht und sie antwortet mit einem Lächeln:
Danke, total beschissen!

Hm, was fühlst Du als erstes?
Genau: Verwirrung! Soll man nun auf die Körpersprache hören oder ihren Worten glauben.
Was meint sie nun.
Es könnte natürlich auch ironisch gemeint sein, aber das merkt man.

Als Erwachsener kann man dem nachgehen und nachfragen und sagen, dass man eher zweideutige Signale empfangen hat.
Es gibt noch ein weiteres Beispiel:
Eine Mutter versichert ihrem Kind immer wieder, dass sie es sehr lieb hat und das Kind ihr absolutes Wunschkind war.
Ihre Taten zeigen aber was anderes, das Kind wird vernachlässigt, ausgelacht, beschimpft, geschlagen usw.
Wenn das Kind schon etwas älter ist, kann es auch nachfragen, warum ihm das angetan wird, obwohl es doch anscheinend so sehr geliebt wird.
Dem Kind werden diese Zweifel ausgeredet, es kann nie etwas richtig machen und so zweifelt es immer mehr an seiner Wahrnehmung und seinen Gefühlen. Glaubt irgendwann anderen mehr, als sich selbst.

Fatal!
Denn egal was das Kind macht, es ist nie richtig! Eine Zwickmühle, aus der es kein Entkommen gibt.
Ich hab das selbst erfahren. Beide Elternteile (siehe oben Mutter) hatten einen massiven manipulativen double-bind-Kommunikationsstil drauf.

Mein Vater bringt das heute noch oft.
Vor 2 Jahren:
Er hängt mir dauernd in den Ohren, dass ich doch einen Job finden müsse, dass das so nicht geht und überhaupt wegen meiner Rente usw.
Dann bekam ich einen Job. Doch oh weh, das war auch falsch. Nun hörte ich von meinem Vater: Das is doch viel zu viel, das is kein Job, so geht das nicht.

Nun fühle ich keine Verwirrung mehr, sondern absolute Wut!
Na wie hätten sie es denn nun gern?

Man könnte nun sagen:
Scheiß auf die Meinung von Deinem Vater Du bist erwachsen, leb Dein Leben.
Hmmhmm leichter gesagt, als getan.
Denn: Eine eigene Meinung zu haben oder gar sehr gut für sich selbst zu sorgen, wird ebenso nicht gern gesehn.

Nochmal:
Mein Vater ermutigt mich, mich gegen böse Jungs oder später, gegen ungerechte Chefs zu wehren,
Zu mir zu stehen und mich für meine Belange einzusetzen.
Als ich das auch ihm gegenüber tue, hagelt es nur so Sanktionen und mir wird unterstellt, ich sei geflüchtet und hätte mich damals unmöglich benommen.(Immerhin habe ich mich um mich gekümmert und nicht um meinen Vater-emotional gesehen, er ist körperlich absolut fit, diese Pflege wäre eine andere). Vertauschte Eltern-Kind-Rollen!

Ich weiß nicht, wie ich daraus entkomme. Denn wenn ich jemand darauf anspreche, bekomme ich eben zu hören, dass ich mich irre oder da was falsch sehe (trau dir selber nicht!) und irgendwann schweige ich, ziehe mich zurück, denn das ist sicherer.

Es ist dieses Muster:
Komm her, bleib weg.
Ich habe dieses Verhalten sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen. Da wundert es mich nicht, dass ich mich selber dabei erwische wie ich doppeldeutige Botschaften aussende. Ich merke es aber daran, dass ich mich unwohl fühle. Oder bei bestimmten Themen nicht weiter komme, weil ich mich ja selbst boykottiere.

Mir ist es lieber wenn mich jemand rotzig anschnauzt, dass ich ihn in Ruhe lassen soll, als das süßliche Geschleime. Dann weiß ich ganz genau woran ich bin.

Mit authentischen, klaren Menschen fühle ich mich wohler,
da weiß man was man hat
oder eben nicht :-)
Und diese Echtheit möchte ich auch mehr leben können.

Montag, 27. September 2010

Humor ist schon ein komisches Kraut

Der gute alte Woody Allen fragte sich in seinem Film „Melinda & Melinda, ob das Leben eine Komödie oder eine Tragödie sei.
Der Film regt zum nachdenken an, über sein eigenes Leben.

Was ist nun Humor und warum lachen wir? Letztens traf ich mich mit zwei Frauen, als wir uns wieder verabschiedeten, ging ich mit einer Freundin zu ihrem Auto. Die andere ging zurück zu ihrem Haus, doch ihr fiel noch was ein und rief uns was hinterher,
ich verstand es nicht ganz und sagte zu meiner „Fahrerin“: Wart mal kurz, X will noch was sagen!“ Also drehten wir um und gingen wieder ein Stück zurück.
Währenddessen sagt meine Freundin neben mir:“ Ich hab die jetzt gar nicht gehört, ist ja auch schon so dunkel!“
Und das mit einer völlig ernsten Stimme! Ich bog mich vor lachen, weil es ja a) total unsinnig ist, dass man schlecht hört, wenn es dunkel ist und dass b) sie diese Unvereinbarkeit völlig ernst meinte!

Ein Paradox und dann explodierte etwas in mir. Wer absolut aus dem Herzen und mit dem Bauch lacht, fühlt sich frei, wohl und gesund und man spürt einen Funken Egolosigkeit!
Hin und wieder über sich selbst lachen können, ist einfach wunderbar! Ich dachte mir: Wie nennt man denn das Wort, wenn man über sich selbst lacht...Selbsthumor? Ich googelte und dort wurde ich gefragt, ob ich nicht Selbstmord meinen würde! Mir scheint, selbst Google hat Humor oder eben keinen! (Natürlich ist in beiden Wörtern MOR zu lesen, die Ähnlichkeit ist also auf einer anderen Ebene durchaus vorhanden...).
Ok, es war dann doch eher Selbstironie... Zuviel Ernst ist ein Krankmacher.
Lachen hat etwas Gesundes, etwas Anmutiges, etwas Tanzendes! Lachen ist Leben! Lachen ist Entspannung!

Schade, dass in Kirchen soviel lange, griesgrämige Gesichter zu sehen sind. Über Gott darf man ja auch nicht lachen, da gibt’s nix zu lachen.
Buddha hatte einen dicken Bauch und man sieht ihn auch oft lachen! Lebe mit Genuß Deine Macken und Schrägheiten, dann haben andere auch gleich was zu lachen :-)

Bedenke: Lachen steckt an! Mit etwas mehr Heiterkeit läßt es sich einfacher leben. Laß doch den Ernst heut mal zuhause.

Ich besuchte mal eine Selbsthilfegruppe, die war wahrlich eine Tragödie, alle saßen sie stumpfsinnig herum, suhlten sich in ihrem Leid und hingen schlaff in ihren Sesseln.
Es war ein Grauen, ich ging da 2x hin und dann wars das.
Sowas braucht doch kein Mensch.

Nun bin ich wieder in einer Gruppe und wer an unserem Treffen an der Tür vorbei geht, der möcht nicht meinen, dass wir das Thema „Angst und Depression“ haben.
Oft genug schütteln wir uns aus vor lachen, wir brüllen und japsen nach Luft...warum?
Das weiß ich gar nicht so genau, vielleicht weil wir manchmal erkennen, wie komisch unsere Befürchtungen sind oder weil man, wenn man lacht nicht gleichzeitig Angst haben kann?

Egal, ich genieße diese Zusammenkünfte sehr, denn es ist auch Platz da für Tränen, für Sorgen, für Verzweiflung, eben alles was das Leben so ausmacht. Dort ist das alles ausgewogen.
Und ich hoffe, dass ich heute abend dort mein Lachen wieder finde.

Lachen, der Stoff aus dem die Freude ist!

Sonntag, 26. September 2010

Endlich frei

Die erlernten Überforderungsmuster der Depressiven:


1. Depressive Menschen sind ständig bestrebt, die tatsächlichen oder vermeintlichen Erwartungen anderer zu erfüllen. Müssen und nicht wollen ist ihre Lebensdevise.
2. Depressive Menschen sind ihr Leben lang bemüht, allen alles recht zu machen. Sie „müssen“ alles tun, ihre eigenen Erwartungen und die der anderen erfüllen und zufrieden stellen.
Eine Zufriedenheit mit sich selbst gibt es nicht.

3. Ihre ganze Aufmerksamkeit ist auf andere ausgerichtet. Was in ihnen geschieht, sehen sie nicht, was sie fühlen, zählt nicht und wer sie sind, wissen sie nicht. Sie geben sich keinen Wert und keine Bedeutung.
4. Sie stellen sich laufend in den Hintergrund, übergehen und vernachlässigen sich.
5. Sie überfordern sich chronisch mit übersteigerten Anforderungen an sich.
6. Sie überfordern sich, in dem sie ständig über ihre physischen und psychischen Grenzen gehen und sich damit schwächen und verletzen.

7. Immer und überall fühlen sie sich verantwortlich, ohne je vor sich genügen zu können.
Dies alles machen sie ohne Selbstvertrauen, ohne sicheren Boden unter den Füßen.

Das zermürbt. Und lange mag dies gut gehen, die latente Depression wird geahnt aber wie alles an sich selbst, nicht ernst genommen. Bis der totale Zusammenbruch kommt, in dem nichts mehr geht, die manifeste Depression ist da.

Immer geht’s ums 'müssen' nie ums 'wollen' und dieses 'müssen' passiert von ganz alleine, ohne das man sich gefragt hat, ob man dieses oder jenes tun will, man agiert und springt sofort und tut und macht, es ist wie ein Zwang.

Der Ausstieg geht nur über das Verstehen und Verändern eben dieser Muster.
Das ist mühsam und hart, denn man spürt sich selbst gar nicht richtig, man muss lernen auf sich zu hören und immer bei sich zu bleiben. Kleine Brötchen sind nun zu backen, aber die schmecken ja auch und nähren.

Aussage einer Betroffenen:
„Ich kümmere mich jetzt um mich und damit habe ich genug zu tun. Jetzt bin ich dankbar, dass mir die kleinen Schritte gelingen, auch wenn die anderen meinen, dass ich nichts tue und dass sich bei mir nichts bewegt.
Was ich mir immer vornehmen muss, ist genau zu spüren, was ich will und wie es mir geht. Das ist anstrengend und macht mich manchmal auch ungeduldig und unzufrieden, dass es nicht automatisch passiert, dass ich mich immer so sehr drauf konzentrieren muss.“

Im Sichspüren im Hier und Jetzt verändern sich die depressiven Muster. Und jede Veränderung so schwierig sie im Moment auch erscheint, gibt eine innere Zufriedenheit und das Gefühl der Stimmigkeit.

Und nur um das geht es:
hinhören und spüren, was im Moment möglich ist und was sie sich im Moment zutrauen. Nur das machen und sich soviel vornehmen, wie sie spüren, dass es im Moment richtig ist.
Diese Anstrengung wird gern umgangen: Man nimmt Tabletten und ist schnell wieder fit und funktionsfähig.
Und gut drauf. Mehr wollte man doch gar nicht.
Aber merke: Der Körper und die Seele lassen diesen weiteren Raubbau an sich, nicht mehr zu!
Irgendwann kommt die Rechnung.

(aus dem Buch *Endlich frei* von Giger-Bütler)
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Ich mag heut auch nicht mehr müssen.
Ich will und kann nicht mehr müssen.
Ich will wollen und können.
Das was gerade geht und nicht mehr.

Samstag, 25. September 2010

Seelenverstimmung

Gestern abend grollte es ständig am Himmel, das heran nahende Gewitter sah und hörte man.
Ich lag im Bett und las und dachte mir so:
Meine Seele grummelt heute auch so vor sich hin und ich weiß nicht recht warum.
Ich war unruhig, mies gelaunt und wär am liebsten vor mir selbst geflüchtet.
Mich "weg-machen" mit Süßkram, Alkohol oder ewigem schauen und suchen im Internet.

Nix gibst, rief ich mich selbst zur Ordnung.
Früher oder später kommt sowieso alles hoch.
Wozu also der schädliche Umweg?

Irgendwann entlud sich endgültig der Himmel,
mit einem tropischen Regensturm, mit klar abgegrenzten Blitz und lautem Donnerschlägen,
es heulte und pfiff ums Haus,
mir schien, als ob sich die Natur durch diesen Tobsuchtsanfall reinigt.
Schreit, heult, um sich schlägt, sich die Haare rauft und Tassen zerschlägt.

Nicht so bei mir, keine Erlösung.
Keine Entladung der Gefühle.
Alles staut sich weiter.

Ich bat das Universum vor 2 Tagen mir bei einer Entscheidung zu helfen,
Vielleicht ist das die Antwort.

Ich stehe auf dem Balkon, trinke meine 2. Tasse Kaffe, rauche,
sehe den grauen Himmel, der immer noch ganz viel weint.
Ein Meer von Tränen.
Langsam spüre ich auch in mir Schmerzen und Traurigkeit,
aber immer noch in homöopathischen Dosen, nicht der volle Antibiotikahammer

Ich gebe mir Zeit,
schalte beide Telefone auf stumm,
stecke alle *ich müßte heute noch* weg
und begebe mich auf die Suche,

auf den Weg wieder zu mir hin, anstatt von mir weg.

Freitag, 24. September 2010

Auto

Na das war ja heute schon mal der Lacher des Morgens.
Bekomm ich diese Tagesmeditation:

"Heute, in einem Fahrzeug,
bewege ich mich rhythmisch mit."

Ich denk da ja gleich so bildhaft und wie bescheuert das Aussehen muss, sich im Auto zu bewegen.
Und welchen Rhythmus hat denn ein Auto, wenn man nicht grad Känguruhbenzin betankt hat???

Und tatsächlich: Ich saß heute mal wieder in einem Auto. Als Fahrerin.
Nach über 1,5 Jahren!
Damals bei meinem Zusammenbruch, musste ich schon würgen, wenn ich ein Auto nur hörte!
Ich hatte es satt in dieser Blechkiste jede Woche 2000 Kilometer runter zu schrauben!

Heute habe ich aber wieder die Freude entdeckt, den Spaß, das sanfte dahingleiten über die Landstraße.
Ich möchte gerne wieder fahren!

Es ist wie mit allen im Leben: Die Dosis machts.

Donnerstag, 23. September 2010

Eine kleine Geschichte

Eine Katze jagt quer durchs ganze Haus eine Maus.
Die Maus saust aus der Tür ins Freie, über den Hügel, an Bäumen vorbei,
sie ist schon ziemlich erschöpft und weiß nicht mehr wohin.

Da sieht sie eine Kuh auf der Wiese stehn,
sie läuft mit ihrer letzten Kraft zu ihr hin und jammert:
"Liebe Kuh Du musst mir helfen, die Katze ist hinter mir her und ich kann bald nicht mehr laufen! Was soll ich tun?"

Die liebe Kuh schluckt das Büschel Gras in ihrem Maul hinunter und sagt:
"Stell Dich hinter mich, ich laß den Fladen fallen, dann sieht dich die Katze nicht mehr!"

Gesagt - getan.

Da kommt die Katze angelaufen, schaut verdutzt um sich: Wo ist nun die Maus?
Sie streunt um die Kuh herum, schnüffelt hier und da und sieht dann:
Ein Stück Schwanz von der Maus.
Die Katze packt sich das Schwanzende, schüttelt die Maus und verspeist sie genüßlich.

Was lernen wir daraus?
1. Wer auf dich scheißt, muss nicht unbedingt dein Feind sein.
2. Wenn du schon in der Scheiße hockst, zieh wenigstens den Schwanz ein
und
3. Wer dich aus der Scheiße holt, ist nicht unbedingt dein Freund.

Fröhlichen Tag! :-)

Mittwoch, 22. September 2010

Die Kunst zu leben...

oder: Die Kunst die richtige Mitte zu finden.

Früher tanzte ich die Nächte durch, traf Männer, telefonierte 3-4Std. am Tag, manchmal war ich betrunken, ich hatte viele Leute um mich, wir sprangen nachts in den See, wir kifften in Amsterdam, wir fuhren völlig überladen mit 8 Leuten in einem Opel Kadett, wir bemalten unsere Fenster und philosophierten bis morgens um 10....
Ich hatte wilden Sex, ich bin 9 mal umgezogen und war 1 mal wohnungslos, ich färbte mir die Haare, ich war pleite, ich besuchte einen Mann im Knast und einen anderen fuhr ich in die Psychatrie, ich heulte und schrie vor Liebeskummer, ich fuhr einfach mal so ans Meer, ich arbeitete als Putzfrau und als Model, ich ließ mich piercen und tätowieren, ich trampte und streunte mit einem Flirt der 20 Jahre älter war als ich durch die Gegend,
ich lebte in einer Hippiekommune in Spanien und arbeitete auf einem Bergbauernhof in den Alpen...

und heute?
Es ist um mich herum ruhiger geworden:
Ich bezahle rechtzeitig meine Rechnungen, lasse die Haare in natur, , trinke nur noch sehr selten Alkohol, treibe regelmäßig Sport, gehe zur Zahnkontrolle und rechtzeitig schlafen.

Irgendwie ziemlich langweilig...oder nennt man das Erwachsen-Sein?
Irgendwie habe ich noch so einen Hunger nach Lebendigkeit,
aber keine Kraft mehr dazu.
Ich möchte die Mitte von beiden Extremen finden.

Ich weiß nicht wohin ich will,
in mir ist eine Leere, mir fehlt eine Identität.
Ohne Boden unter den Füßen und ohne die Geborgenheit die etwas Sicherheit ausstrahlt....
das schon ein Leben lang....
Eine quälende Suche, ohne Plan.

Wie heißt ein Buchtitel:
Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüßte was?
Manchmal habe ich 1000 Ideen, was ich tun könnte, was noch in mein Leben passen könnte, dann gehe ich zu viele Schritte auf einmal, falle, stolpere, gebe zu früh auf,
fühle mich als Nichtsnutz, lasse alles bleiben und treibe von einem Tag zum nächsten....

Manchmal wünsche ich mir mein altes buntes Leben wieder zurück und es überfällt mich eine Sehnsucht und Verzweiflung.
Ich weiß aber auch, dass ich heute besser und gesünder lebe und auch etwas zufriedener.

Ein Buch das mir sehr gefiel und ich auch viel darüber nachdachte:
PIPPA LEE
Aus dem Klappentext:
**Wo finden wir das Leben? In wilden Exessen oder dem beschaulichen Alltag? Pippa hat alles erlebt: Familienglück und Abstürze in den Bars mit Drogen. Miller erzählt ohne Pathos, sehr einfühlsam von unseren Sehnsüchten und zerplatzten Träumen, von der Suche nach dem Glück und dem richtigen Leben – wir haben ja nur eins....**

Vor allem konnte ich mich mit der Hauptdarstellerin Pippa gut identifizieren, denn ihre Mutter war Speed-süchtig und Pippa wußte nie, wer sie wirklich war, hinter den Drogen.
Es war alles so unsicher und es fehlte an Zärtlichkeit.
Meine Mutter ist Alkoholikerin und ich fühlte dasselbe, konnte es aber noch nie so in Worte fassen....

Dienstag, 21. September 2010

Wo gehts lang?

Oder anders ausgedrückt: Wo ist mein Platz in dieser Welt?
In welche Richtung geht meine Zukunft?
Ich bin auf der Suche nach „meinem“.
Etwas in das ich mein Herzblut stecken kann, egal ob ich damit Geld verdiene oder nicht.

Was waren meine Wünsche und Träume in meiner Kindheit?
Das weiß ich nicht genau, ich denke dafür war auch kein Platz. Es konnte nie um mich gehen, dafür war die Familiensituation zu brüchig, zu unsicher, die Eltern zu krank.
Ich spürte das als Kind so sehr, dass ich es mir zur Aufgabe macht, alles um mich herum zu stabilisieren, damit mein Umfeld (das mir eigentlich Geborgenheit und Sicherheit geben sollte) nicht zusammen brach. Es waren existenzielle Sorgen, mit denen ich da zu tun hatte! Als Kind!

An was ich mich aber gut erinnern kann:
Meine Schule war am Dorfrand, wenn ich aus dem Fenster sah, sah ich weite Wiesen, nahe Berge und kleine Wanderwege. Und dahin wollte ich! Ich wollte raus!
Manchmal verlegten wir die Sportstunden nach draußen, ein innerer Jubelschrei ging da immer in mir los. Noch seltener war, dass wir erst mal einen kleinen Morgenspaziergang um den nahen Weiher machten. Wie sehr ich das genoß!

Ich roch Freiheit! Und auch das zuppelt heut noch in mir.
Ich vestehe die Indianer, die sich nicht unterdrücken lassen wollen, die wenn sie mal einen festen Job haben, mal kommen und mal nicht und manchmal auch gar nicht mehr. Die einfach weiter ziehen, weil es sie weiter zieht!
Natürlich ist das ärgerlich für die Bauern oder Waldarbeiter die sie angestellt haben.

Ich brauche auch eine lange Leine.
Ich brauche ganz viel Selbstbestimmung.
Ich bin kein Roboter, der jeden Morgen um 8 Uhr stramm in der Firma steht und dem man einprogrammieren kann, was er nun zu tun hat.

Ein kleines Projekt, ganz für mich und von mir. Vielleicht mit einem Partner an meiner Seite (nicht unbedingt der Liebespartner-das wär das nonplusultra!).
Ein Haus mit Zimmervermietung, vielleicht eine Alm nahe den Bergen, ein paar Tieren, einem größeren Raum für Ausstellungen oder in dem ich eine Bewegungsmeditation anbieten könnte oder das „freie tanzen“, oder für andere Kurse vermieten, einen bunt angemalten Bauwagen für weitere Übernachtungsgäste, vorbei ziehende Wanderer mit Brotzeit versorgen...

Ein Fluß des Lebens, in dem privat und Arbeit nicht mehr strikt getrennt sind.
Viel Natur um mich herum und wo ich weiß, dass ich es für mich tue und nicht für einen Chef den ich nicht mal mag.
Ich brauche nicht viel Geld, die Freude macht mich viel reicher, die innerer Erfüllung und Befriedigung.

Träumen darf man ja....... :-)

Bitte beachten: Es sind einfach meine innersten Gedanken und bitte kommt mir nicht mit: Disziplin, wenn das jeder machen würde und „als Selbstständiger“ is man auch nicht frei...ect.

Sonntag, 19. September 2010

Bayrisch - Deutsch

So nun geht’s wieder los, das größte Besäufnis auf der Welt.
"O'zapt is!"
Und damit der ein oder andere seinen Saufkumpane neben sich auch versteht, hier eine kleine Hilfe.
Wir Bayern sind ja bekanntlich etwas redefaul und man kann Wörter doch so schön verkürzen!

Heid hob i an scheiß dog ghabt
Dann ist dieser Mensch wahrscheinlich kein Tierheimmitarbeiter der der Verdenglischung anheim gefallen ist und einen scheiß Hund gehabt hatte, sondern er hatte eben einen doofen Tag.

Ja is des gwies?
Er will wissen, ob das auch ganz gewiss ist.

Des is ja voi gscheard!
Das ist aber voll gemein!

Gscheard gibt’s aber noch in einer anderen Bedeutung (wie gesagt: wir sind redefaul und machen es uns so einfach wie möglich)
Do hob i mi aber ned drum gscheard!
Heißt: Der ko mir amoi an Buggl runta rutschn.
Also: Da habe ich mich nicht darum gekümmert
sprich: Der/die/das kann mich mal.

Ah des is ja voi ougart.
Ne er meint nicht irgendwas mit Stuttgart, sondern er drückt hiermit aus, dass er etwas voll ekelhaft findet.

Zum Beispiel dies:
Boah do hob i a Oaß am Fuaß griagt.
Auf Nachfrage einer Nicht-bayerin übersetzte ich ganz easy:
Das ist ein Exzess.
Als mich mindestens 4 weit geöffnete Augenpaare anstarren überlege ich nochmal meine Antwort und oh wie peinlich, berichtige ich mich: Äh ich meinte natürlich ein Abzess!

Nach 2 Maß Bier und 3 mal Achterbahn fahren, kann da schon mal jemand jammern:
I muaß speim!
Er muss sich also übergeben. Vornehmlich in der S-Bahn zwischen zwei Haltestellen in voller Fahrt sozusagen. Die Münchner können davon ein Lied singen.

Es kann aber nicht nur oben drücken,
sondern natürlich auch unten:
I muaß bieseln!
Das geschieht vornehmlich...ja genau Ihr wißt schon, ich erspar Euch die Einzelheiten.

Übrigens ist an jedem Tag Kindertag.
Denn erstens sehen Männer in Lederhosen aus wie kleine Jungs und benehmen sich spätestens nach der 3.Maß auch wie jene.
Da darf man sich nicht dran stoßen, dass man schon mal angebaggert wird mit den Worten: „Ja Du bist aber ein hübsches Madl!“ Auch wenn man schon jenseits der 40 ist.

Wenn man dann sein „Gschbusi“ (Flirtpartner) neben sich sitzen hat und er sich mit den Worten:
Du wart a moi schnei!“ verdrückt, ist das etwas verwirrend.
Denn „schnell warten“ geht nicht. Natürlich meint der Bayer: Das man nur kurz warten braucht, bevor er wieder schnell, also gleich da ist. (aber wie gesagt: redefaul und so..)
wenn man Glück hat, kommt er mit einem Lebkuchenherzen auf dem „I mog di!“ steht, wieder
wenn man Pech hat, war er nur mal kurz in den Büschen, siehe unter --> i muaß bieseln (was aber definitiv unsexy klingt, es reicht, wenn man das nach 3 Ehejahren hört.)

Männern sei geraten, sich nicht mit der Bedienung anzulegen, denn wer tagtäglich über 8 Std. fast immer 10 Maß herum schleppt HAT KRAFT! Ein Griff oder eine waschechte Watschn könnte also weh tun!

Endlich daheim angekommen, um seinen Rausch auszuschlafen, kann man damit rechnen früh morgens aus dem Bett geklingelt zu werden. Sei es von boshaften Freunden, die sich den Spaß eines voll verkaterten Menschen nicht entgehen lassen wollen oder von den lieben Zeugen Jehovas die einen wieder auf den richtigen Weg bringen wollen.
Stellt einfach einen Lautsprecher an die Tür und lasst Gerhard Polt das Ganze regeln:



Wer dann die Telefonnummer wählt, die er in seiner Joppen (Jacke) findet und nicht mehr weiß wie die da hin kam und von wem und dann des Gelaber am anderen Ende der Leitung nicht versteht:
Keine Sorge, Du bist nicht allein:

Samstag, 18. September 2010

Alltag am Wochenende :)

Is der Alltag zu grau zu öde zu vorhersehbar?

Hier hilft ein kleines Büchlein, das mir in die Hände fiel:

Fünf Minuten Ewigkeit – 101 philosophische Experimente.

Mit einem Augenzwinkern die Welt und sich neu entdecken.


Apropo Alltag:

Ein bisschen mehr Friede und weniger Streit,

ein bisschen mehr Güte und weniger Neid,

ein bisschen mehr Liebe und weniger Hass,

ein bisschen mehr Wahrheit – das wäre was!

Statt soviel Unrast, ein bisschen mehr Ruh,

statt immer nur ICH, ein bisschen mehr DU,

statt Angst und Hemmung ein bisschen mehr Mut und Kraft zum Handeln, - das wäre gut!

Kein Trübsal und Dunkel,

ein bisschen mehr Licht,

kein quälend Verlangen, ein froher Verzicht

und viel mehr Blumen, so lange es geht

nicht erst auf Gräbern, - da blühn sie zu spät!

-Von Peter Rosegger -


HEUTE ist das Leben



Für einen guten Samstagstart:

Freitag, 17. September 2010

Ich könnt Euch jetzt........

........... erzählen, welch schönen Tag ich gestern im Allgäu verbrachte,


mit lieben, freundlichen Menschen, netten Gesprächen und vielem lachen...

dem stark sächselndem Busfahrer im kleinsten bayrischen Kuhdorf,

dem herrlichen Spaziergang im Park,

meiner inneren Ruhe,

meiner Lust mich frühmorgens für diesen Tag mal wieder so richtig aufzubrezelen und dies getan,

dem Gefühl: Alles ist richtig so, wie es ist,

dem süßen (sehr ) jungen Mann im Zugabteil (Herrgott ich vermute, dass ich echt auf Frischfleisch steh *hilfe*!!!)

dem leckeren Tee,

der tollen Abendstimmung,

der wunderbaren Musik in meinem Ohr,

und all das....


Aber ich bin heut nicht in Erzähllaune :-)

Sondern einfach froh, dass heute ein freier Tag vor mir liegt, an dem ich nix muss, aber alles darf.

Ob spazieren gehen, putzen, lesen, Schlaf nachholen …

auf alle Fälle gibt’s ne selbstgemachte Pizza und ein Gläschen Rotwein,

als Belohnung, dass ich vieles in dieser Woche trotz Angst gemacht habe,

dass ich mich im Kontakt mit anderen Menschen nicht verloren habe,

fürsorglich mit mir umgegangen bin,

und dass ich meistens achtsam war und so die schönen Momente um mich herum genießen konnte..


Somit läute ich nun mein ganz persönliches Wochenende ein.

Mittwoch, 15. September 2010

Ärger? War mal....

Sie stecken voller Wut und Ärger?

Hier eine kleine Meditation zur Auflösung diesen Zustandes:

Stehen Sie bequem und locker,

die Arme hängen entspannt,

schließen Sie die Augen

und atmen gaaaanz tief ein....

und wieder aus....

ballen sie ihre Hände zu Fäusten

und heben die Arme, bis sie parallel zum Boden sind,

drehen Sie ihre geschlossene Faust nach oben

knicken Sie am Ellbogen leicht ein,

öffnen Sie nun die Augen,

lächeln Sie

spüren Sie, wie sie ganz fest auf dem Boden stehen

und nun

strecken Sie langsam und voller Konzentration


beide Mittelfinger aus

lächeln Sie weiter...


(gerade eingefallen, nachdem mir eine eher unangenehme Sorte der Spezi homo sapiens übern Weg lief)


und dran denken:

Da wo Du Deine Gedanken hinschickst, schickst Du auch Deine Energie hin

und ist es dieser Trottel wert?

Dienstag, 14. September 2010

Wenn der...

Sandstrahler 2x klingelt..oder so...

Naja nicht ganz, die leichtere Form.
Heute war professionelle Zahnreinigung dran.

Wie immer, vor ärztlich/medizinischen Aktionen, schob ich erstmal Panik,
da ist mein Hirn ausgeschalten und alles bebt nur noch in mir.

Ich fuhr dann los und irgendwer in meinem Hirn meinte:
"Siehs doch so: Du kannst Dich entspannt zurücklehnen und die Ärztin macht ja die Arbeit, welch ein Luxus: Zähne reinigen, ohne dass man selbst eine Handbewegung macht!"

Grinsend marschierte ich in die Praxis.
Die ersten 20 Minuten waren ziemlich anstregend und dann gings wieder leichter. Das Team dort weiß schon, dass ich Panikpatient bin und kümmert sich echt rührend um mich.

Und weil ich so tapfer und brav war, gabs auch eine Packung Zahnseide mit :-)
Paßt, meine geht eh bald zuende.
Und ist ja auch viel praktischer als so ein doofer Plastiktraktor oder den 100. Springflummi, die es früher nach "getaner Arbeit" oft gab :-)

Montag, 13. September 2010

Regenmontag

Heute will ich so sein, wie ich bin.
Wenn mir noch nicht klar ist, wer ich bin, will ich mir versichern, dass ich das Recht habe, diese spannende Entdeckung zu machen.
(aus dem Buch: Kraft zum Loslassen von Melody Beattie)

Eine neue Woche beginnt.
Und meine ist dieses Mal voll mit Terminen, völlig ungewohnt für mich.
Aber auch eine gute Gelegenheit zu üben:
Was ist wichtig und was kann ich verschieben?
Ruhe bewahren. Pausen einlegen. Es geht nicht um Leben oder Tod.
Ich presche ja immer zu schnell vor, überforder mich und lieg dann da:
Platt, kraftlos und müde.

Aber jetzt gehts erstmal ganz entspannt in diesen neuen Tag,
wie immer: Am besten mit Musik:



Einen schönen Tag Euch allen und natürlich ein
HERZLICH WILLKOMMEN an meine neuen Leser ;-)

Sonntag, 12. September 2010

Waldausflug der 2.

In letzter Zeit hab ich wieder mal gemerkt, dass ich mich selbst verloren habe.
Ich wollte "mit mir selbst nichts zu tun haben".
Das ist traurig und wohl gefühlt habe ich mich erst recht nicht, in diesem Zustand.

Also, wie den Zustand ändern?
Meinen Blickwinkel um 180 Grad ändern: Wieder zu mir hin.
Und das geht am besten, wenn mich nichts ablenken kann. Kein Buch, kein Pc, keine Menschen.
Nur ich und die Natur.

So klingelte heute morgen mein Wecker.
Während andere noch schlummerten, saß ich auf meinem Drahtesel.
Ach ich liebe es manchmal azyklisch zu leben :-)
Alle Hintergrundgeräusche waren weg: Keine Autos, kein Geplapper, kein klingeln, kein dröhnen um mich herum.

Tausendfach glitzerte die Wiese voller Tautropfen,
junge Pferde ließen sich von den ersten Sonnenstrahlen wärmen,
würzige, erfrischende Luft strömte in mich hinein.

Als ich den Waldrand sah, hüpfte mein Herz,
ich wußte was mich gleich erwarten würde
und genau so war es:

Nach den ersten 100m im Wald, spürte ich wie alle Anspannung von mir wich,
wie ich mich leicht und fröhlich fühlte,
wie ich es genoß die Natur in mich aufzunehmen,
das viele Moos, die ersten roten Blätter, hier ein Eichhörnchen, da die unübersehbaren Spuren der Wildschweine, ein in sich verdrehter Baum....

Ich stieg ab und schob mein Rad.
Noch langsamer werden.
Noch leiser werden,
erholsame Stille.

Grinsend dachte ich an all die Reaktionen, als ich von meinem letzten Waldbesuch schwärmte:
"Ob ich denn keine Angst hätte?"
Ich könnte mich ja verlaufen, ich könnte stürzen und tagelang würde mich keiner finden...usw.

Haben wir uns wirklich schon so weit von der Natur (von uns selbst!) entfernt???
Wir springen nur an ein Seil gebunden von Brücken,
wir vertrauen einem wildfremden Menschen, der das Flugzeug steuert in dem wir sitzen,
wir rasen mit 200 km/h über die Autobahn,
wir stopfen uns mit Chemie voll,

und haben Angst vor ein paar Bäumen??????????

Als ich wieder gen Heimat rolle,
kamen mir all die Sonntagsausflügler entgegen:
Stinkende Mopeds, kreischende Motorräder, Autos die sehr knapp an mir vorbei kriechen, sich anbrüllende Menschen, Jogger mit Musik in den Ohren...
ich wünsche ihnen allen viel Spaß,
wenn sie nichts von dem sanften Wind mitbekommen in ihren Karosserien,
wenn sie nicht die vielen Vögel hören, dafür lieber Konservenmusik aus den Ohrstöpseln
wenn sie auf überfüllten Parkplätzen noch eine freie Stelle suchen
sich mit Massen von anderen Menschen um einen See zwängen und alle im selben Lokal den Kaffe und Kuchen verspeisen,
um sich dann auf der Heimfahrt im Stau mit den genau gleichen Menschen wieder finden...

ja manchmal genieße ich es, kein Herdentier zu sein
und denke mir weiter: Sieh, denn das Gute liegt so nah.

Genieße meinen Kaffee alleine auf meiner ganz privaten Sonnenterrasse
freue mich über meinen gelungenen Sonntagausflug
und spüre erleichtert:

Ich bin wieder bei mir angekommen.
Ein tolles Gefühl!

Ein Hoch auf das Leben:

Samstag, 11. September 2010

Vom Leben gelernt:

Was Peter über Hans erzählt,

sagt mehr über Peter aus,

als über Hans.

Freitag, 10. September 2010

Klassentreffen

Als Sozialphobikerin bin ich ja ziemlich eigen, was Menschen betrifft.

Die größte Angst ist ja eigentlich nicht die vor den Menschen,
sondern vor deren Urteil, Bemerkungen usw...
und da bekomm' ich jede hauchfeinste Nuance mit!

Eine Millisekunde lang hochgezogene Augenbraue überseh ich genauso wenig, wie ein kaum hörbarer Seufzer angesichts meiner (z.B.)Kompliziertheit oder ein genervter Ausdruck im Gesicht oder ein spöttisches Lachen...das alles muss noch nicht mal wegen mir passieren, aber ich beziehe das alles negativ auf mich!

Sobald ich etwas genauer unter die Lupe genommen werde, werd ich nervös.
Ein netter Witz kann die Panik in mir noch mehr steigern...
Das aberwitzigste an der Sache ist aber noch mehr die:
Das mich die vermeintlichen (!!) negativen Gedanken von den anderen über mich,
schier wahnsinnig machen.
Was die anderen über mich (nur schlechtes natürlich) denken KÖNNTEN
und nicht was sie wirklich denken oder von mir halten.
Mein ganz privates Kopfkino macht mir das Herz rasend
die Hände schwitzig
und mein Gesicht knallrot.

So
und wo wird mehr beobachtet, be - und verurteilt, gelästert und gelogen
als
bei einem Klassentreffen???????

Ich hatte noch nie eins, aber was mir da zu Ohren kam, wird es bald mein erstes Mal sozusagen geben.
Mir dreht sich jetzt schon der Magen um, weil ich natürlich perfekt darin bin, die Horrorgedanken der anderen mir jetzt schon zu fabrizieren.
Als kleine Kostprobe: Pff was isn das für ne Lusche, kein Job, kein Mann, keine Kinder, was hatn die bis jetzt gemacht? Die war mir damals schon so komisch...und was die an hat...und wie die guckt...undsoweiterundsofort...

Ich komm gar nich auf die Idee, dass die auch sagen könnten: Ej die hat sich aber gut entwickelt, ui und solo is die auch noch, hübsch is sie und witzig noch dazu...man, die hat noch die Freiheit zu tun was sie will...so ohne Job und Mann und Kinder...mutig wie sie damals einfach in die Großstadt zog...ectceteraetcetera...

Bedenke: Ich werde das ausstrahlen, was ich von mir selber denke.

Es kommt halt immer auf den Blickwinkel drauf an.

Wie kann man sich nur sooooooo minderwertig fühlen ?!?!
Ich bin weder mit der Brennsuppe daher geschwommen (sprich: ich bin nich dumm) noch muss man sich vor mir grausen...

Ich dachte wirklich, dass man Kindern doch das Beste mitgeben sollte, damit sie die spannende Reise namens Leben gut überstehn.
Da hab ich wohl die Rechnung ohne meine Eltern gemacht. Wie kann man sein Kind nur so erniedrigen und demütigen, dass es am Ende glaubt nix absolut nix wert zu sein.

Und das es schon gar nich auf die Idee kommt, an sich selbst zu glauben!
Das würde ja schier an eine Sünde angrenzen!
Sicher, nun bin ich erwachsen und könnte das ändern – was ich auch tue, wenn nur diese blöden Wurzeln namens Scham und Schuld und weiß der Henker was noch, nicht so verdammt tief und fest sitzen würden!

Donnerstag, 9. September 2010

Alles ist Energie

Hätten wir keine Energie in uns, wären wir tot.
Der eine hat mehr, der andere weniger.
Und jeder versucht so gut es geht, noch mehr Energie zu bekommen.
Ganz logisch, denn wie fühlt man sich voller Energie?
Gut, euphorisch, kraftvoll, lebendig!
Mit frischem Tatendrang ans Werk gehen, das macht Spaß!

Man sagt ja auch: Ach da hab ich mal wieder richtig aufgetankt.
Sei es in der Natur, bei einer Massage, im Urlaub am Meer.
Jeder muss auf seinen Energiehaushalt achten, sonst ist man schnell ausgebrannt, leer, schlapp.
Da stellt sich die Frage: Wo tanke ich am besten auf?
Dem Auto gibt man gern den besten Sprit.
Gönnen wir uns den auch? Das qualitativ hochwertige Essen oder geben wir uns mit billigen Diesel zufrieden?
Aber nicht nur der Körper braucht Energie, sondern auch unsere Seele, mit was füttern wir die?

Vielleicht sind die Menschen deswegen so süchtig nach noch mehr Geld, weil sie meinen damit auch mehr Lebensenergie zu haben?

Ich bin so ein Mensch, ich gebe sehr gerne und oft auch zu viel.
Nach dem Motto: Hauptsache erstmal geht es allen anderen um mich herum gut und dann schau ich mal nach mir.
Geht natürlich nicht gut. Das will ich manchmal nicht glauben, so dass mir das Leben das wieder unmissverständlich zeigen muss, auf die harte Tour. Die Holzhammermethode ist nicht zu übersehen! Anscheinend versteh ich es nicht anders.

So, was passiert, wenn jemand sehr viel Energie hat und der andere zuwenig?
Man will etwas von dieser übersprudelnden Energie des anderen haben!
Ganz natürlich!
Jeder kennt das: Man unterhält sich mit jemand, geht wieder auseinander und man fühlt sich ziemlich müde und schlapp, bekommt vielleicht sogar Kopfweh.
Oder das andere: Man fühlt sich frisch und munter und wieder „aufgeladen“.

Es gibt aber auch Menschen, die böserweise „Energievampire“ genannt werden.
Die immer nur saugen. Immer nehmen.
Inzwischen spüre ich das sehr schnell und werde richtig wütend.(Das wäre wie, wenn jemand einfach in meine Wohnung marschiert und sich üppig ohne zu fragen, an meinem Kühlschrank bedient).
Die immer die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Die sich regelrecht an einen dran hängen.
Und die, wenn man sich denen verweigert, sehr unangenehm werden können! Wenn man nicht mehr zur Verfügung steht.

Bei manchen Vampiren hilft nix anderes als zu gehen. Aus Selbstschutz.
Manche Menschen möchte ich nicht ganz verlieren, aber ich muss sehr gut auf mich achten, wenn ich mit jenen Kontakt aufnehme.
Das tue ich dann nur, wenn es mir selber sehr gut geht, so dass mir etwas Energieabgabe nicht schadet. Ich muss gut geerdet sein, innerlich zentriert und geschützt (oft hilft ein inneres Stoppschild oder gar eine innere Schutzweste, wenn ich gar nichts geben mag/kann
z.B. in einer großen fremden Menschenmenge.)

Manchen Vampiren ist ihr Verhalten gar nicht bewußt und natürlich mutiert man selbst auch mal zum Vampir. Auch das ist natürlich.
Mir geht es aber um die Ausgewogenheit (geben/nehmen) und meiner bewußten Entscheidung:
Wem will ich was geben? Und wieviel? Und wann?
Und wo kann ich mich wieder aufladen?
das ist meist *oh wunder* ;) dort wo Lebendigkeit im Überfluss vorhanden ist: Bei Tieren, in der Natur,
aber auch Musik und beim Malen kann ich mir viel Energie holen...

Mittwoch, 8. September 2010

Heimat...oh Heimat...

Damals stand ich auf der Straße und wußte nicht mehr weiter mit mir...
ich war jung und voller Tatendrang.
Doch weit und breit war kein Job in Aussicht.

"Irgendwo wird es doch irgendetwas für mich geben"!! schrie ich schon voller Verzweiflung.
Es war mir schon fast egal WAS ich tun sollte und fast ebenso das WO.
Also bewarb ich mich einmal quer durch ganz Deutschland.
Fuhr nach Österreich zum Vorstellungsgespräch und das Ergebnis war:
Nichts!

Also blieb ich da hocken wo ich eh schon saß:
Im wunderschönen Oberbayern.
Heute bin ich dankbar, dass es damals nicht geklappt hat, denn ich spüre immer mehr:
HIER ist meine Heimat.
Durch viele Umzüge, Ausflüge, Freunde und Familie kenne ich die Umgebung sehr gut und das hat viele Vorteile.
Ich lebe da, wo andere Urlaub machen.
Ich liebe die bayrische Gemütlichkeit, den trockenen Humor und das Grantige.
Am meisten genieße ich es, mit Freunden und Familien im tiefsten Dialekt zu reden!

Da fällt mir eine kleine Geschichte ein:

Damals als ich noch im Kindergarten arbeitete, wurde ich zu einer anderen Einrichtung gerufen, weil die personellen Notstand hatten.
So saß ich da und fühlte mich mal in die Gruppendynamik ein und beobachtete die Kids.
Half hier und dort, erklärte das und jenes, sprach mit der Kollegin,
bis ein kleiner Junge mich am Ärmel zupfte und mir seine Hand entgegen hielt.
Es war noch Morgenzeit und er wurde gerade von seiner Oma gebracht.
Dahinter stand ein Mädl das ich auch noch nicht kannte. Beide hatten dunkelbraune krausige Haare und eine leicht hellbraune Hautfarbe.
Ich im allerfeinsten hochdeutsch:“ Ja hallo und guten Morgen, wie heißt Du denn?“
Seine Antwort ließ mich etwas zusammen zucken, denn da kam im tiefsten bayrisch zurück:
„Moing, i bin da Tom und des (eine Handbewegung nach hinten) is mei Schwesdda die Sandra!“
Ahja alles klar.

Das sah ungefähr so aus:
http://www.youtube.com/watch?v=mcRdnLB2qQM
Während ich mich innerlich sortierte, immer noch mit großen Augen die zwei anschauend,
kicherte und lachte neben mir die Kollegin: „Jeder, jeder reagiert so wie du jetzt!!“

Nunja so eine Mischung ist ja auch selten zu treffen.
Diese zwei Menschenkinder brachten mich im Lauf der Tage immer wieder herzlich zum lachen!
Karl Valentin hätte da sicherlich noch was lernen können :-)

Wie siehts bei Euch aus?
Redet Ihr im Dialekt? Wenn ja, welchen? Oder soll man nicht hören woher ihr kommt?
Pflegt ihr Traditionen aus Eurer Region? (mein letztes Dirndl hatte ich vor 18 Jahren an...)
Was ist für Euch Heimat?
...

Dienstag, 7. September 2010

Schneckenhaustag

Gestern war so ein Tag, an dem ich mein Schneckenhaus nicht verlassen wollte.
Das ist selten, kommt aber vor ;)
Ich fühlte mich so dermaßen dünnhäutig, dass ich dachte: Wenn mich jemand sieht, zerbrösel ich.
Selbst meinen sonnenbeschienenen Balkon konnte ich nicht genießen, denn es wehte ein kühler Wind und bei jedem Lufthauch, dachte ich: Durch mich pfeifts heut durch.

Erst abends traute ich mich ein paar Schritte vor die Tür, um zum Mädelsabend zu fahren.
Das war kein Problem, denn ich weiß: Da wird von mir nix erwartet, ich kann auch nur da sitzen und den anderen lauschen.
Was ich auch tat.

Wieder zuhause, sah ich natürlich in den Briefkasten (genau, nicht mal den wollte ich besuchen *g*).
Und zog heraus:
Meine Lieblingszeitschrift NORR. Zeitschrift für Skandinavienfans.
*rumwedel* HIER ist einer :-)

und

einen Brief von einer Schulfreundin.
Handgeschrieben.
Das machen wir seit 18 Jahren so, nie fragte jemand, ob wir nicht aufs Internet umsteigen wollen.
Für uns ist das wichtig, sich alle paar Wochen hinsetzen und mit der Hand schreiben.
Das ist wunderschön. Es erfreut mich mehr!

Manchmal packen wir auch kleine Geschenke dazu:
Einen besonderen Stein, ein Bild, eine Geschichte, ein Mandala usw.
Gestern war auch wieder etwas dabei:
Ein Beutel weißer Trinkschokolade! Sieht qualitativ sehr hochwertig aus.

Hintendrauf steht:
Erfunden aus einem einzigen Grund:

Mir war alles andere nicht gut genug!

DASS sind mal Worte!
Ein wichtiger Grund sich für etwas einzusetzen, etwas anderes zu fabrizieren, als es angeboten wird.
Ein kleiner Pionier ;-)

Ihr wisst also, was ich heute tue ;--)))))))

Nachtrag:
Müdigkeit ist, wenn man auf das Feld PASSWORT starrt und irgendwie hofft, dass es von allein oder durch Telepathie dort erscheint..*gääääähhhhnnnnn*

Montag, 6. September 2010

Gedankenallerlei

Heute werde ich nach meiner eigenen Wahrheit suchen und zulassen, dass andere sich auf ihre Suche begeben. Ich werde meinen Auffassungen und denen der anderen Beachtung schenken. Wir alle befinden uns auf der Reise zu unseren eigenen Entdeckungen – die heute für uns richtig sind.

(aus dem Buch: Kraft zum Loslassen von Melody Beattie)

Auf 5 Säulen steht das Leben:
Familie, Liebe, Wohnung, Beruf, Freunde.

Ich dachte erst noch: Ja und wo ist man selbst? Seine Seele, sein Geist, sein Körper?
Ne irgendwie ist das nicht das Leben, sondern damit lebt man es ja. Sozusagen das Mittel zum Zweck.

Ich kenne einige körperlich behinderte Menschen, sei es dass sie dies seit Geburt sind oder erst später wurden, durch z.B. einem Unfall.
Und ich habe gemerkt: Je mehr stabile Säulen es im Leben gibt, desto besser kamen diese Menschen mit ihrer Behinderung zurecht.

Ich glaube auch, dass Krankheiten (egal ob seelische oder körperliche) dann entstehen, wenn eine oder mehrere Säulen bröckelig werden oder ganz zusammen brechen.

Wenn ich auf mein bisheriges Leben schaue, kann ich das jedenfalls absolut bestätigen.
Inzwischen sind leider die fehlenden Säulen schon chronisch geworden...ich habs mir damit eingerichtet, dass es nur ein paar Steinchen davon gibt...und das ist nicht gut.

Allerdings bin ich auf dem Weg...um diesen Zustand zu verbessern

Sonntag, 5. September 2010

Selbstliebe

Stell Dir vor, Du bist ganz allein auf dieser Welt.
Kein Mensch und kein Tier ist mehr um Dich herum.
Du hast nur noch Dich selbst,
da stehst Du nun...

und kannst Dich selbst nicht mal gut leiden.
Das wär doch echt eine riesen Scheiße!!

Es ist so wichtig, sich selbst zu lieben und zu achten,
denn vergiss nie: Du mußt mit Dir Dein ganzes Leben lang auskommen.
Du kannst nicht einfach von Dir weggehen und sagen. So, Deine Marotten nerven mich, Du paßt mir nicht mehr....
nenene so einfach ist das nicht!

Ich glaube, Menschen die sich selbst wirklich lieben,
nehmen keine Drogen – weil sie sich selbst gerne klar sehen
bewegen sich gerne – weil sie gerne ihren Körper spüren und Spaß daran haben
entspannen sich – weil sie spüren wie gut das tut
genießen das Leben – weil es keinen Krieg in ihnen gibt
ernähren sich gesund – weil sie es sich wert sind,
akzeptieren sich bedingungslos so, wie sie sind, mit all ihren Fehlern, Schwächen, Macken...
pflegen sich, ermutigen sich, trösten sich, loben sich,
ja sie klopfen sich selbst hin und wieder auf die Schultern,
sie umarmen sich auch mal selbst
und schauen sich liebevoll im Spiegel an.
Sie sind umgeben von Liebe und ziehen deswegen noch mehr Liebe an.

Samstag, 4. September 2010

Ein kontemplatives Leben

Manchmal fürchte ich mich vor der Frage der anderen: „Und?Was hast Du heute so getan??“

Ich habe mich meiner Seele gewidmet.

Ich genoß ein Bild/Gedicht/Lied.

Ich ließ mich SEIN.

Ich atmete. Ich aß. Ich genoß die Ruhe bei einem Waldspaziergang.


Diese Antworten lassen einem Menschen mit einer 60-Stunden Arbeitswoche das pure Entsetzten oder ein Fragezeichen im Gesicht erscheinen.

Es zählt nämlich nur das sichtbare Ergebnis. Ein produktives Ergebnis.

Wir sollen bitte alle Ameisen sein: Geschäftig, hektisch, roboterhaft, arbeiten bis zum Umfallen.

Inzwischen ist es chic zu stöhnen: Ich bin im Streß. Ich bin ausgebrannt. Ich habe keine Zeit!


Das innere Tätig-sein wird nicht mehr ernst genommen.

Schade, in einem Land der Dichter und Denker. Oder war das einmal und ist nicht mehr?

Habe ich was verpaßt?


Normal ist, was derzeit gesellschaftlich akzeptiert wird und der Großteil tut.

Nun, Arbeit war einmal eine Strafe! Das taten nur Sklaven.

War das wirklich einmal oder ist es noch immer so?

Homosexualität galt bis vor wenigen Jahren noch als Krankheit!

Heute dürfen diese Menschen ganz offiziell heiraten!


Ein aufrüttelndes Buch bietet Arno Gruen: Der Wahnsinn der Normalität.

Der traut sich was, der Herr Gruen, solch Wahrheiten laut in die Welt hinaus posaunen ;-)

Wo es doch gern gesehen wird, von den Oberen, wenn wir mit Scheuklappen auf Augen und Ohren brav uns ergeben und tun was die da wollen.

Selber denken kann gefährlich werden!


Mit einem Augenzwinkern meint da der Herr Lütz ebenso:

Irre! Wir behandeln die falschen!

http://www.youtube.com/watch?v=GQbVb_ltG78


Krank wird man, wenn man nicht im Einklang mit der menschlichen Natur denkt/handelt/ist.

Wie sieht denn die menschliche Natur aus? Für was ist sie gedacht? Sind wir wirklich so weit der Tierwelt entfernt, wie wir immer meinen?

Ist man gleich krank oder einfach ein bißchen sonderbar, eigenwillig, anders als die Anderen?!!?


Vielleicht wird in 100 Jahren ein Menschlein zu einem anderen Menschlein sagen:

„Du, stell dir mal vor, damals,

da gab es wichtige große Menschen die sogenannte Gesetze entwarfen und wer sich nicht dran hielt wurde bestraft.

Diese Menschen, durften andere Menschen einsperren, wenn diese jemanden die Freiheit raubten. Der eine tat es, ganz legal unter dem Gesetzesmantel, der andere wurde dafür bestraft. Das ist doch verrückt!“


Oder:

„Damals kauften sich die Menschen für viel Geld, das sie bei einer unliebsamen Tätigkeit verdienten, ein lautes stinkendes Monstrum, sie nannten es Auto. Und für was brauchten sie es? Um eben zu jener ungeliebten Tätigkeit zu kommen. Sowas blödes!“


Das wird der Lacher des Tages!

Und wir? Wir gehen todernst, mit hängenden Mundwinkeln und massenhaften Sorgen und Ängsten durch diese wunderbare Welt!

Schade...

Freitag, 3. September 2010

Heute

"Überrascht" mich der Spezl heut mit einer wahnsinnigen Idee:
Er hat sich ein Motorrad geliehen. Damit wir beide einen kleinen Ausflug machen können.

"SUBBA!" will da ein begeisterter Anhänger der motorisierten Zweiräder schreien.
Ich schreie: "Da steig ich nicht drauf!!!!!!"
Und tat es auch nicht!

Meine Nerven tanzen so schon genug herum und fahren Achterbahn, da brauch ich kein zusätzliche 'Äktschn'!!!!!!!
Könnt ich mein Adrenalin (was ich so tagtäglich produziere) verkaufen, ich wär ne reiche Frau!

Also gurkten wir zu Fuß und mit Tram und Bahn durch München.
Statt an den See.
Macht nix, war trotzdem sauschön, weil wir uns als snobistisches Ehepaar ausgaben und einen echten Steinway-Flügel kaufen ,
den aber natürlich erstmal genüßlich ausprobierten wollten.

"Selbstverständlich!" jappste der Herr Verkäufer.

Und so dröhnten die wunderbaren Klänge durch den Verkaufsraum, während keine 10 Meter entfernt eine Sitzung statt fand. Tja mei, der Kunde ist König.
Göttlich! Ich liebe live Klaviermusik und das auch noch gratis.
Andächtig lauschte ich dem Können meines "Mannes" und säuselte was von:" Na Schatz, ich glaub so das ganz richtige war noch nicht dabei!"

Der Verkäufer legte sich gut ins Zeug, uns (einem Motorradmann und seiner "Künstlerfrau" mit farbigen Dreadlocks als Haargummi und verwaschener Jeans) die lockeren 16.000 Eier aus der Hose zu locken :-)))))

Danach gings zum oberteuren Dallmayr, wo die Pralinen 100g (also 4-5 St.) minimalistische 4,80 kosten. Watt solls, wir wollten ja auch hier,
nur mal gucken...

Weiter besuchten wir, wie es für eingefleischte Münchentouristen (die in jener Stadt heimisch), sind üblich ist: Die Frauenkirche.
Sehr besinnlich mit 100 anderen Münch...äh Auswärtigen :)
Pffffff....

Nach dem Einkauf seh ich Fr. Kaiser (nein nich die Frau vom Versicherungs-werbung-kaiser...aber so ähnlich) und ich dachte mir NICHT: Ach wie gut, dass ich sie treff, ich wollt mich vorbei mogeln, was aber nur gegangen wäre, wenn sie blind gewesen wär.

Der hütete ich mal ihr verzogenes Balg, für sagenhaft 6,-Euronen die Std.,
die waren ja auch so arm, die Schnösel,
beide Dipl-Wissenschaftler!
Jaja, ich war jung und brauchte das Geld.....

Sie:
Ob ich denn nich wieder babysitten wolle? (inzwischen für 2 der ekelhaften Schreidinger?!?!)

Ich:
nein.

Sie:
warum nicht?

Ich:
Weils mir bis hier steht (ich zeige die 3m Grenze am Haus).

Sie:
Ach...aber von Kindern bekommt ja soviel zurück, anders als im Büro?

Ich (gedacht):
Ja vollgeschissene Hosen, angekotzte Pullis, Popelfinger und Spuckefäden...

ein TRAUM!

Also langsam erspüre ich immer mehr, was ich definitiv nicht mehr will!
Dann müsste ja bald auch zu sehen sein, was ich dann aber will.

Ich bin gespannt :-)

Donnerstag, 2. September 2010

Tagesstruktur

Vornehmlich von Ärzten und Therapeuten werde ich gefragt, wie es denn mit der Tagesstruktur so aussieht.
Na wie soll die denn aussehen???
Es gibt Leute, die sehen es nicht gerne, wenn man so in den Tag hinein lebt,
die wollen Konformität, Gleichschritt, und Ja-Sager.
Schön hinein gepresst in eine Norm.

Jedes Tier schläft, wenn es müde ist,
frisst, wenn es Hunger hat
und jagt, wenn sich grad die Gelegenheit bietet.

Ich habe und brauche kein festes Raster, was ich wann zu tun habe.
Heute steht zum Beispiel der Besuch bei der Post an und ein Einkauf.
Ich könnt mir jetzt selber Druck und Zwang aufbauen, indem ich sage: Geh sofort los!
Das läuft mir aber nicht weg, das kann ich in aller Ruhe auch heut nachmittag machen.

Meist wache ich so gegen 7-8 Uhr morgens auf, frühstücke in aller Ruhe und frage mich dann: Was muss heut erledigt werden und was möchte ich heute tun? Und dann gehts los.

Ich hör schon den Aufschrei: "Aber das geht doch nicht! Wenn das alle täten!"
Ohja, täten das doch mal alle, das wär sicher lustig und interessant und für uns alle und die Welt friedlicher.
Diesen Aufschreiern kann ich getrost sagen:
Ich wasche mich trotzdem täglich,
meine Wohnung ist sauber,
ich wurde nicht zum trägen Alkoholiker,
ich esse genug
und bezahle meine Rechnungen!
Unglaublich, was? ;-)

Deswegen werde ich heute, nach Erledigung meiner Sachen, ganz gemütlich mal wieder meine Hängematte besuchen, das hat die verdient!