Freitag, 27. August 2010

Manchmal...

...hilft eine veränderte Sichtweise erheblich das Leben besser genießen zu können.

Zum Beispiel war ich gestern nachmittag nochmal kurz unterwegs,
ich verließ das Haus und begegnete dem Hausmeister mit seinem monströs lautem Rasentrimmer.
Er stellt das Ding ab, grinst mich an und meint:" So, Schluß mit dem Lärm!"
Ich erleichtert aufatmend:" Puh Gott sei Dank, das nervt schon immer sehr..."
Er:" Ja mich nervt das auch!"

Ach sieh mal einer an, diesen Gedanken hatte ich noch gar nicht,
dass es für ihn auch eine Belastung sein könnte!
Ich war da schon sehr feindselig.
Dann fiel mir ein: Hej ich hab die Möglichkeit mich dem Lärm zu entziehen, ich kann gehen.
Er nicht. Außer er wechselt seinen Job.
Somit ist er noch viel mieser dran an als ich!!!

Das ganze hat auch viel mit Opferdenken zu tun.
Und ich war lange darin gefangen. Ja gefangen, ich konnte dies nicht mit reinem Willen verlassen!
Ich guckte immer nur auf das schlechte was mir widerfahren ist.
Auf das was ich NICHT kann.
Auf die bösen Menschen, die nicht nett mit mir umgingen.
usw.
Dieses Opferdenken machte mich hilflos, ohnmächtig, handlungsunfähig.
Ich wurde immer kleiner, immer stummer, immer grauer.

Bis eine Wende kam.
In mein Leben traten Menschen, die auf das Gute schauten und auf das was ich kann,
außerdem vertrauten sie mir, bestärkten mich und halfen mir so, Stück für Stück aus diesem Opferloch heraus zu klettern.
Sie zeigten mir ehrlich und offen ihr Entsetzen und Fassungslosigkeit, wenn sie mitbekamen wie ich mit mir selbst umging! das gab mir schon sehr zu denken.

Diese Menschen zeigten mir ihre Sichtweise, die meiner genau gegenüberstand.
z.B. wurde mir früher eingeimpft, dass ich zu schnell aufgeben würde, zu schnell etwas abbrechen würde.
Nun gibt es aber auch die andere Sichtweise:
Na du hast erkannt, dass dir dies nicht gefällt, nicht gut tut..ect. und hast Konsequenzen gezogen! Das ist doch toll und mutig.
Oder ich werte mich mal wieder gnadenlos ab, dann bekomm ich schon auch zu hören:
Aber schau, du hast x und y geschafft.
Da hast du das super gelöst.
Da warst du sehr erwachsen...
usw.

Bei solchen Gesprächen kann es schon vorkommen, dass ich gleichzeitig heule und lache...

Seitdem formt sich immer mehr in mir das:
Ich bin auch wer!
und:
Ich kann auch was!

Und die übernommenen destruktiven Einstellungen und Verhaltensweisen von früher,
werden immer kleiner und unter *nicht nützlich* entsorgt.
Die alten "Täterstimmen" verlieren ihre Kraft
und ich gewinne immer mehr Stärke und Sicherheit -- in mir.

Das Leben ist schön!

Kommentare:

  1. Ja.. gute Erkenntnis. Ich fühle mich auch immer gestört, dass die hier morgens so einen Lärm machen mit ihren Geräten. Dass es sie selber nervt, da bin ich auch noch nie drauf gekommen. Ist eher, als wenn sie mich ärgern wollen...
    LG und einen schönen Tag!

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  2. Manchmal bin ich mit dieser Erkenntnis auch schon so weit wie Du und dann falle ich doch wieder in das Loch vor mir. Klar, ich kletter immer wieder raus, aber der Weg ohne Schlaglöcher ist noch lang.

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  3. Genau Tina und davon weg zu kommen, dass eben nicht persönlich zu nehmen, erleichtert viel :)

    Tja Schmedderling es ist keine Schande hinzufallen, aber eine nicht mehr aufzustehn.
    Und: Irgendwann nehmen wir ne neue Straße OHNE Schlaglöcher..oder so ^^
    Das wird schon!
    Zuversichtliche Grüße!

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  4. Lob annehmen ist auch schon eine Stärke und Du bist dabei Dich mehr und mehr zu festigen, Dein Ich neu zu entdecken.
    Ich freu mich für Dich und lausche den Worten der anderen weiter denn man wird öfter für was gelobt als das man getadelt wird, wenn man mit offenen Ohren durchs Leben geht....
    Hab nen schönen Samstag ;-)

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