Sonntag, 22. August 2010

Das Lebens-Gleichgewicht

Eine Radiosendung gehört,
über eine Frau die vor 2 Jahren bei einem Unfall ihren Mann und ihre beiden Kinder verlor und daran nicht zerbrach.

Mein Thermometer zeigte 34 Grad auf dem Balkon und ich saß schlotternd vor Gänsehaut da.

Diese Frau ist unglaublich!
Ihre Ansichten, ihre Gedanken, ihre Einstellungen und ihre Arbeit als Klinikclown
zeugen von so einer Sanftmut, einer Zartheit, einer Langsamkeit und Stille in ihrem Leben, dass man es nach so einem schweren Schicksalsschlag kaum zu glauben wagt.

Und eins hat sie mir wieder verdeutlicht:

Jeder besitzt eine Waage mit zwei Schalen.
Die eine wird gefüllt mit all den Problemen, Schmerzen, Trauer, Wut...
in der anderen, ist Platz für lachen, Freude, buntes...

um die erste müssen wir uns nicht kümmern, die füllt sich regelmäßig von ganz allein,
aber bei der anderen Schale sind wir gefragt, darum müssen wir uns kümmern, damit sie nie leer wird.

Mögest auch Du Dich heute um die zweite Schale kümmern und sie reich füllen! :-)

Kommentare:

  1. Diese Frau war vor einigen Wochen bei uns im Büro Thema. Wir waren alle berührt von ihrem Schicksal und total beeindruckt von der Art& Weise, wie sie ihr Leben "danach" meistert.
    Wir waren uns aber auch ALLE einig, dass keine von uns das schaffen könne.
    So, ich werde dann mal meine Schale auffüllen gehen.
    Schönen Sonntag!

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  2. Meine Schale schien gestern leer, doch eine sehr liebe Freundin half, das sie nicht austrocknet indem sie kleine Glückshäppchen inform von Dasein hinzu gab ;-)
    Behalte Deine immer voll, denn auch Du brauchst mal mehr mal weniger , aber Du benötigst eine gefüllte Schale. Wünsche Dir Kraft und ne gute Portion Glück :-)
    Schönen sonntag Dir

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  3. Hallo Regenfrau,
    hab schon öfter bei dir gelesen und bin nun auch angemeldet. Wollte dir schon lange sagen, dass du sehr schön schreiben kannst.
    Meine Waage hat auf der linken Seite leichtes Übergewicht...

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  4. ich hatte vor einigen Tagen ein Gespräch mit einer lieben Freundin, die ihre Schwester verlor vor einigen Monaten. Ich war auch der Meinung, ich wäre an ihrer Stelle nicht in der Lage gewesen, damit umzugehen. Ihre Reaktion war, das hätte sie von sich auch immer geglaubt, es wäre ihre schlimmste Angst gewesen, jemanden aus ihrer Familie zu verlieren. Aber man "muss" ja damit umgehen, man hat keine Wahl - und dann hält man sehr viel mehr aus, als man von sich weiß.

    Das macht solche schweren Verluste natürlich nicht leichter, aber man sollte auch sich selbst, seine Ressourcen und Bewältigungspotentiale nie unterschätzen.

    Was ich sagen will: Die positive Schale ist glaube ich sehr viel voller, als wir oft wissen. Vielleicht schaut man zu oft in die negative und vergisst die positive?

    GLG Juli

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  5. Hallo @ all ;)
    Ich glaube auch, dass man öfter mal den Blick auf die *positiv-Schale* werfen und auch wahrnehmen sollten. DAS allein verändert schon viel.
    Meine wurde heute gefüllt mit: Toller Musi, nettes Gespräch mit einer gaaaaanz lieben Freundin, Hunde, Wasser, schattiger Wald, Rosengarten, Sport ohhh toll war alles ;)

    Wer weiß wie wir mit solchen Schicksalsschlägen umgehen, das kann man vorher nie wissen...
    Und es kommt auch immer drauf an, wie der "Boden" vorher schon war, die Frau sagte ja auch, ihre Eltern standen immer zu ihr, das is schon ein enormer Rückhalt. Also: wie war die Zeit vor dem Unfall...

    Welcome Tilli schön, das Du da bist, freut mich sehr ;)

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  6. Sehr schön und weise geschrieben. Danke.

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