Donnerstag, 8. Juli 2010

Wenn Gedanken Flügel bekommen...

Derzeit mache ich mal wieder ganz viele Kreuzwort/Zahlenrätsel.
Ich spüre wie gut mir das tut: Die Konzentration auf eine Sache.
Mein Gehirn wird gejoggt, sozusagen :-)

Doch wie schwer kann einem das fallen.
1000 Dinge schwirren einem im Kopf herum:
Was koch ich heut?
Was zieh ich an?
Bekomm ich den Kredit?
Wie meinte das gestern die Frau, als wir miteinander sprachen?
Was mache ich am Wochenende?
Ach die Rechnung müsste noch bezahlt werden....

Es ist schwer, dieses Gedankenkarussell anzuhalten.
Doch es lohnt sich, immer mal wieder STOP zu sagen.
Im Hier und Jetzt anzukommen
zu schauen:
Wie fühlt sich mein Körper gerade an?
(wo bin ich angespannt, wo entspannt, wo zwickt vielleicht die Kleidung, wie atme ich?)
Wie sieht meine Umgebung aus?
Welche Farben? Welche Gegenstände? Was rieche ich? Was höre ich?...

Ich ertappe mich selbst dabei oft, dass ich in der Vergangenheit hänge,
an Sachen die schon längst vorbei und geklärt sind.
Oder meist voller Bangen und Angst in die Zukunft blicke.
Mir fehlt das Vertrauen für heute.

Einen Tag nach dem anderen.
Wenn ich gedanklich im gestern oder morgen hänge,
habe ich keine Energie für das heute.
Und das spürt man sehr deutlich:
Ich bin dann nur noch müde, schlapp und depressiv.
Einen Schritt nach dem anderen.
Das ist effektiver.

Natürlich darf ich an schönes aus der Vergangenheit denken.
Natürlich muss ich manchmal nach vorne blicken, um zu planen.
Aber wie oft? Und wie lange?
Weniger ist mehr...

Dazu gibt es 3 Geschichten, die mir immer wieder über den Weg laufen:

1.:

Ein Mann wurde einmal gefragt, warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so glücklich sein könne.
Er sagte:
"Wenn ich stehe, dann stehe ich,
wenn ich gehe, dann gehe ich,
wenn ich sitze, dann sitze ich,
wenn ich esse, dann esse ich,
wenn ich liebe, dann liebe ich ..."
Dann fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten:
"Das tun wir auch, aber was machst Du darüber hinaus?"
Er sagte wiederum:
"Wenn ich stehe, dann stehe ich,
wenn ich gehe, dann gehe ich,
wenn ich ... "
Wieder sagten die Leute:
"Aber das tun wir doch auch!"
Er aber sagte zu ihnen:
"Nein -
wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon,
wenn ihr steht, dann lauft ihr schon,
wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel."
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2.:
Achte gut auf diesen Tag, denn er ist das Leben -
das Leben allen Lebens.

In seinem kurzen Ablauf liegt alle Wirklichkeit und Wahrheit des Daseins,
die Wonne des Wachsens, die Herrlichkeit der Kraft.

Denn das Gestern ist nichts als ein Traum
und das Morgen nur eine Vision.

Das Heute jedoch - recht gelebt -
macht jedes Gestern zu einem Traum voller Glück
und das Morgen zu einer Vision voller Hoffnung.

Darum achte gut auf diesen Tag.

(aus dem Sanskrit)
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3.:
*MOMO*
Nach der Arbeit, wenn er bei Momo saß, erklärte er ihr seine großen Gedanken. Und da sie auf ihre besondere Art zuhörte, löste sich seine Zunge, und er fand die richtigen Worte.
"Siehst du, Momo", sagte er dann zum Beispiel, "es ist so: Manchmal hat man eine sehr lange Straße vor sich. Man denkt, die ist so schrecklich lang; das kann man niemals schaffen, denkt man."

Er blickte eine Weile schweigend vor sich hin, dann fuhr er fort:
"Und dann fängt man an, sich zu beeilen. Und man eilt sich immer mehr. Jedes Mal, wenn man aufblickt, sieht man, dass es gar nicht weniger wird, was noch vor einem liegt. Und man strengt sich noch mehr an, man kriegt es mit der Angst, und zum Schluss ist man ganz außer Puste und kann nicht mehr. Und die Straße liegt immer noch vor einem. So darf man es nicht machen."

Er dachte einige Zeit nach. Dann sprach er weiter:
"Man darf nie an die ganze Straße auf einmal denken, verstehst du? Man muss nur an den nächsten Schritt denken, an den nächsten Atemzug, an den nächsten Besenstrich. Und immer wieder nur an den nächsten."
Wieder hielt er inne und überlegte, ehe er hinzufügte:
"Dann macht es Freude; das ist wichtig, dann macht man seine Sache gut. Und so soll es sein."

Und abermals nach einer langen Pause fuhr er fort:
"Auf einmal merkt man, dass man Schritt für Schritt die ganze Straße gemacht hat. Man hat gar nicht gemerkt wie, und man ist nicht außer Puste."
Er nickte vor sich hin und sagte abschließend:
"Das ist wichtig."
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Achtsam bleiben für dieses: Eins nach dem anderen, in Ruhe und Gelassenheit,
dann schafft man auch die größten Dinge.

Und was entziffere ich bei einem der gelösten Rätsel?:
Glück ist Gegenwart ohne Denken (Oswald Spengler)

wie passend ;-)

Habt alle einen schönen Tag
im Heute!

Kommentare:

  1. Hi Du,

    wie passend geschrieben, könnte von mir sein.
    Ich lebe auch in der Vergangenheit und denke ständig an die Zukunft - in der Gegenwart bin ich nur flüchtig, ohne zu geniessen.

    Blöd!

    Gruß Schmedderling

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  2. Sobald man sich dessen bewußt is und immer öfter mal dran denkt (ohne Druck oder sich zu schimpfen, wenns mal wieder nach hinten oder vorne los ging)
    dann wird das schon ;)

    *daumen drück* ;)

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