Freitag, 9. Juli 2010

Gewaltfreie Kommunikation

Was tun, wenn man den Menschen, den man liebt, nicht mehr versteht?

Was tun, wenn nur noch verletzende Worte hin und her fliegen?

Was tun, wenn man voller Groll und Bitterkeit ist?

Was tun, wenn man will, dass einen der andere versteht?

Was tun, wenn man sich wieder einander näher sein will, ohne dass man sich selbst total aufgeben muss?

Was tun, wenn man in der Sackgasse steht?


Vor kurzem passierte mir dies.

Mit einem Menschen, den ich sehr liebe.

Ich sah nur noch 2 Möglichkeiten:

  • Kontaktabbruch mit all den Schmerzen und der Wehmut und Trauer

  • oder: klein beigeben, wieder lieb und brav zu sein, um des Friedens willen. Mit all der Unterdrückung und Wut.

Beides wollte ich nicht.

Wie aber wieder zueinander kommen?

Keiner war gewillt, einen Schritt zurück zu gehen.

Beide waren wir festgefahren in unserer Wut und Sturheit.

Mit dem Wunsch: Versteh mich doch....!!!

Jeder richtete die Lanze auf den anderen.

Mit bösen Blicken und den Vorwürfen: Du hast....und Du bist....


So kamen wir nicht weiter.

Zum Glück fiel mir dann noch etwas ein:

Die Gewaltfreie Kommunikation! (da hatte ich doch mal was gesehen und gelesen, dachte ich mir.)

Also losgelegt:

Von mir und meinen Gefühlen und Gedanken gesprochen.

Mir vom anderen gewünscht (nicht gefordert!) dass er das auch macht.

Erzählt, wie ich die Situation verstanden habe.

Meine Bedürfnisse ausgesprochen, mit der Bitte, diese zu respektieren.

Dem anderen gezeigt, dass ich ihn mag.

Mit Achtung und Respekt dem anderen begegnet.


WUUUMMMM!!!!!!

Die Welt drehte sich einmal komplett um, so fühlte sich es an,

als mir mein Gegenüber antwortete:

Mit Weichheit, mit Liebe, mit herzlichem Gefühl, mit einer aufrichtigen Entschuldigung.

Die Mauer bröckelte...

es gab kein: Wer hat Recht? Wer ist Schuld?

Es gab wieder ein WIR.

Keiner musste den anderen gewinnen lassen, um des Friedens willen.

Jeder so, wie er ist, darf sein!

Und jeder blieb bei sich.

Wir waren wieder auf einer Augenhöhe.


Wir reichten uns die Hand.

Kommentare:

  1. Liebe Regenfrau

    Eine sehr schöne Erfahrung.

    Ich habe auch erlebt, dass es sich lohnt, sich ganz authentisch zu geben. Dem Gegenüber seine Gefühle zu schildern und keine Vorwürfe zu machen.

    Warum tun wir das nicht automatisch?

    Ich glaube, wir haben einfach Angst vor Verletzungen, wenn wir uns so offen und echt geben. Besonders wenn man sehr sensibel ist, oder sich schnell wertlos oder ungeliebt fühlt, ist es schwierig sich so zu zeigen. Wenn man schon sehr oft verletzt wurde umso mehr. Da scheint es einfacher, in die Abwehr-Haltung zu gehen.
    Ich bin auch gerade dabei, dies zu lernen. Und staune, wie tief Beziehungen auf diese Art werden können. Es ist nicht, wie ich immer befürchtet hatte mit Schmerz und Machtlosigkeit verbunden. Mich so zu zeigen, wie ich wirklich bin, gibt mir eine grosse Kraft. Nur so kann mein Licht wirklich strahlen.
    (Das heisst natürlich nicht, dass wir vor jedem Menschen Seelenstriptis betreiben müssen ;-))

    Es ist ein grosses Übungsfeld.

    Ich wünsche dir einen schönen Tag

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  2. ja das ist schön - Voraussetzung dafür ist dass beide mitmachen - was bei euch ja so war :)

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  3. Hallo Simone,
    ja wo doch cool sein und sich hart zeigen so in Mode sind..leider.
    Die Hierarchie: wer is der stärkere ..wird immer intensiver aufgebaut. Schade.
    Das mit dem Licht find ich schön ;-))))

    Lieben Gruß an Dich Solve! :-)

    Ilana mit dem ich das gemacht habe, der is auch eher aus der Sparte: cool sein und freche Sprüche um sich werfen, also er macht sowas eher nicht.
    Deswegen war es für mich so ein Wunder, wieviel es bewirkt hat, dass ich nicht mehr zurück schoß sondern die GFK anwandte und dann mit so einem erstaunlichen Ergebnis!
    Ich staune immer noch :)
    Eine minimale Änderung und schon klappts.
    Wärs doch öfter so leicht.... :-)

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