Montag, 17. Mai 2010

Traumpfade von B.Chatwin

Klappentext: Sein Leben lang träumt der zivilisationsmüde Engländer von den Nomaden, bis er sich auf den Weg macht und nach Australien reist.

Mich hat das Buch fasziniert, gefesselt und begeistert.
Ich liebe das naturnahe einfache Leben:
barfuß gehen
ohne Auto leben
ein altes Handy für Notfälle
robuste bequeme Kleidung...

Das mag naiv wirken, leicht romantisierend und etwas verrückt.
Jahrtausende lang lebten so die Menschen, was ist daran verkehrt?
Und immer noch haben viel zu viele Menschen auf dieser Welt
keinen Zugang zu sauberen Wasser, keinen Strom, keinen PC, kein schützendes Dach über dem Kopf. Von daher lebe ich ja in vollem Luxus
und bin dankbar für das was ich habe.

Der weiße Mann glaubt, er sei schlauer
und müßte den Naturvölkern helfen,
bringt ihm Zucker, Mehl und Kleidung, Alkohol
baut für ihn Häuser
und bringt ihm somit auch Krankheit, Zerstörung und auch Müll
und vernichtet sie dadurch.
Schulterzuckend mag der zivilisierte Mensch dann sagen:" Aber ich habe es ja nur gut gemeint!"
---> Gut gemeint ist meistens das Gegenteil davon.
Wer denken kann, ist klar im Vorteil.

Der Mensch ist dazu gemacht seinen Körper zu gebrauchen, über weite Strecken zu Fuß zu gehen.
Dazu Sören Kierkegard:
Verlieren Sie vor allem nicht die Lust dazu, zu gehen:
ich laufe mir jeden Tag das tägliche Wohlbefinden an und entlaufe so jeder Krankheit.
Ich habe mir meine besten Gedanken angelaufen und ich kenne keinen, der so schwer wäre, dass man ihn nicht beim Gehen loswürde....
beim Stillsitzen aber und je mehr man stillsitzt, kommt einem das Übelbefinden nur umso näher...
Bleibt man so am Gehen, so geht es schon.

Man mag sagen: Ja aber wir sind doch heute immer noch Nomaden,
wir reisen durch die ganze Welt. Flexibilität und Mobilität ist mehr denn je gefordert und anscheinend notwendig.
Das stimmt, nur ist die Reise mit dem Flugzeug, dem Auto, dem Zug
viel zu schnell für die Seele. Sie kommt nicht mehr nach.

Ich glaube das spüren auch die Leute,
warum sonst ist derzeit das Pilgern so beliebt?
Zurück zur Einfachheit, zur Stille, zum sich sammeln, wieder Zugang zur Natur finden.

Bewegung ist Leben
Stillstand der Tod

Ich bin gerne unterwegs,
immer bin ich nach 1-2 Jahren umgezogen,
weil ich das Gefühl hatte sonst erdrückt zu werden,
mir wurde alles zu eng,
ich brach wieder zu neuen Ufern auf.
Das lange bleiben an einem Ort
kam mir vor, als ob ich schon in einem riesen großen Grab liegen würde.

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